Viel Arbeit, aber kein Geld: Eine Praktikantin hat in den USA den Medienkonzern Hearst verklagt, weil sie nicht einmal den Mindestlohn für ihre Vollzeitarbeit bekam. Ihr Vorwurf: Der Verlag habe sie ausgebeutet.
Zweifelhafte Auszeit: Ein Daimler-Mitarbeiter hat während eines Sabbaticals Geld und militärische Ausrüstung für das Terrornetzwerk al-Qaida gesammelt. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde er verurteilt. Das Unternehmen lehnt die Wiedereinstellung des Mannes ab - der zieht nun vor Gericht.
In vielen Industrieländern stöhnen die Menschen, weil das Rentenalter in schöner Regelmäßigkeit nach oben gesetzt wird. Nicht so ein 75 Jahre alter Professor aus München: Er hat sich durch alle Instanzen geklagt, weil er weiterarbeiten will, aber nicht darf. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab ihm recht - denn eine generelle Altersgrenze verstößt gegen geltende Gesetzte.
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Sibylle Haas und Wolfgang Janisch
Noch nie sind beim Bundesarbeitsgericht so viele Fälle eingegangen wie im vergangenen Jahr: Tausende Kläger kämpfen um Ruhegelder oder gegen Kündigungen. In diesem Jahr muss Erfurt unter anderem die Frage klären: Darf man Jüngeren weniger Urlaub als Älteren gewähren?
Für viele Arbeitnehmer ist eine unbefristete Festanstellung nur ein Traum. Denn in der Realität folgt oft eine Vertretungsstelle der nächsten. Doch nicht alle Vertragsangebote des Arbeitgebers sind erlaubt.
Halbjahresvertrag, Jahresvertrag, Zweijahresvertrag: Viele Arbeitsverhältnisse sind befristet. Das nervt die Arbeitnehmer, ist aber mit EU-Recht vereinbar, wie der Europäische Gerichtshof entschieden hat.
Das Modelabel Zara ist sehr bemüht um ein soziales Image. Jetzt muss es aber 1,4 Millionen Euro zahlen, um das brasilianische Arbeitsministerium zu besänftigen: In São Paulo ließ ein Zulieferer Kleidung für Zara in Sklavenarbeit herstellen.
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Sebastian Schoepp und Marlene Weiss
Pfarrern bleibt Klage verwehrt: Kirchenmitarbeiter können sich nicht vor staatlichen Gerichten gegen ihre Entlassung oder Versetzung in einen Wartezustand wehren. Nur in Extremfällen gesteht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Ausnahmen zu.
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Wolfgang Janisch
Selbst wenn ein Mitarbeiter sich seinem Chef gegenüber massiv im Ton vergreift, kann er nicht einfach gekündigt werden. Ein Gericht gab jetzt der Klage eines gefeuerten Arbeitnehmers statt, der seinen Vorgesetzten als "Wichser" bezeichnet hatte.
Urlaub hat vor allem einen Zweck: Er soll dem Arbeitnehmer ermöglichen, sich von seinem Job zu erholen. Doch diese positive Wirkung ist zeitlich begrenzt, entschied nun der Europäische Gerichtshof. Jahre später hat selbst ein Mann, der lange arbeitsunfähig war, keinen Anspruch mehr auf finanziellen Ausgleich für entgangene Urlaubstage.
Wer schreibt sie nicht, die kleine private E-Mail aus dem Büro. Ein "Heute wird es später" ist nicht sehr verfänglich. Aber darf der Chef die privaten Nachrichten vom Dienst-Account lesen? Eine Arbeitsrechtlerin antwortet.
Sie musste fast rund um die Uhr arbeiten, wurde misshandelt und erhielt keinen Lohn: Ein Diplomat in Berlin soll eine Hausangestellte wie eine Sklavin gehalten haben. Das Landesarbeitsgericht hat die Klage gegen den saudischen Attaché nun für unzulässig erklärt - mit Verweis auf die diplomatische Immunität. Doch die Klagevertreter wollen den Gesandten nicht so einfach davonkommen lassen.
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Barbara Galaktionow
Dass ein Bauarbeiter einen Helm tragen muss, ist nachvollziehbar. Aber darf ein Chef seinen Angestellten im Büro auch die Farbe ihrer Unterwäsche vorschreiben? Bei der Festlegung der Kleiderordnung gibt es Grenzen. Ein Überblick.
Drohungen, Beleidigungen oder Schmähungen im Internet: Wie weit dürfen Arbeitnehmer gehen, wenn sie auf ihre Vorgesetzten wütend sind? Wer seinen Chef als "Armleuchter" bezeichnet oder die Vorgesetzte als "blöde Kuh", riskiert seinen Job. Doch Arbeitsgerichte urteilen differenziert - und gucken auch auf den Umgangston im Unternehmen.
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Harald Freiberger
Mitarbeiter der katholischen Kirche riskieren die fristlose Kündigung, wenn sie sich öffentlich über den Papst mokieren. Das bestätigte nun das Landessozialgericht Baden-Württemberg im konkreten Fall eines Krankenpflegers aus dem Bodenseekreis. Dieser habe durch "auf niedrigem Niveau angesiedelte Äußerungen" das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zerstört.
Peinliche Videos: Der Verkäufer eines Elektrogroßhandels in Krefeld soll in der Damentoilette seines Betriebes eine Minikamera installiert haben - und wurde deshalb gefeuert. Mit einer Klage am Arbeitsgericht erstritt sich der Entlassene nun die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses und ein wohlwollendes Arbeitszeugnis.
Das Baby ist da, und Papa ist stolz wie Oskar. Dann kommt das große Grübeln: Kann ich mir eine Auszeit im Job erlauben? Und wie soll ich's dem Chef sagen? Experten machen Mut.
Immer mehr Arbeitnehmer haben einen Nebenjob. Das ist nicht nur stressig, sondern kann auch zu arbeitsrechtlichen Problemen führen. Wer auf der sicheren Seite sein will, fragt den Arbeitgeber um Erlaubnis. Doch kann der den Zweitjob tatsächlich verbieten? Und aus welchen Gründen?
Spiel
Faul, im Betriebsrat oder Alkoholiker - kein Personalchef darf das im Arbeitszeugnis offen schreiben. Kennen Sie die verschlüsselten Botschaften?
Sie schuftete 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, wurde misshandelt und gedemütigt. Der Fall einer bei einem saudischen Attaché angestellten Indonesierin beschäftigt derzeit ein Gericht in Berlin. Bei dem Verfahren geht es um Lohn und Schmerzensgeld, aber auch um die Frage, was schwerer wiegt: diplomatische Immunität oder Menschenrechte?
Teilzeitarbeit ist die perfekte Lösung, um Familie und Beruf zu vereinen. Damit die Umstellung vom Ganztags- auf den Halbtagsjob klappt, sollten Angestellte ihre Wünsche rechtzeitig anmelden. Denn nicht alles ist im Gesetz zur Teilzeitarbeit geregelt.
Der Sprung in den neuen Job ist geschafft, doch der Druck ist damit noch nicht vorbei: Denn meist müssen Arbeitnehmer erst noch die Probezeit bestehen - und haben Angst vor vorzeitiger Kündigung. Experten raten dennoch zur Gelassenheit: Engagieren, aber nicht verausgaben, lautet ihr Tipp.
Eine unbefristete Festanstellung? Ein Traum aus vergangenen Zeiten. Denn heutzutage müssen immer mehr Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen vorlieb nehmen. Doch auch für Befristungen gelten bestimmte Regeln - und eine gesetzliche Obergrenze.
Katholische Arbeitgeber können Angestellte grundsätzlich entlassen, wenn diese nach einer Scheidung wieder heiraten. Doch sie müssen auch die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigen, entschied das Bundesarbeitsgericht - und hob prompt die Kündigung eines Chefarztes einer katholischen Klinik in Düsseldorf wieder auf.
Ein Recht auf Zigarettenpause? Von wegen! Ein Raucherraum? Muss nicht sein! Raucher haben es am Arbeitsplatz wirklich nicht leicht. Denn die Nichtraucher und die Arbeitgeber haben das Gesetz eindeutig auf ihrer Seite. Aber auch Raucher haben Rechte.