Arbeitskampf:Verdi ruft zu Warnstreiks im Einzelhandel auf

Arbeitskampf: Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Lohn für die Beschäftigten im Einzelhandel.

Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Lohn für die Beschäftigten im Einzelhandel.

(Foto: Rolf Vennenbernd/picture alliance / Rolf Vennenbe)

Bundesweit sind am Freitag Aktionen und Kundgebungen geplant. In Baden-Württemberg ruft die Gewerkschaft etwa 1300 Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung auf.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Handel für Freitag bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. "Dies ist nur der erste von mehreren Streik- und Aktionshöhepunkten in den kommenden Wochen", teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Am Freitag soll es demnach Aktionen bei Edeka geben.

In Baden-Württemberg sind auch weitere Supermarktketten betroffen. Befristete Arbeitsniederlegungen sind am Freitag in Karlsruhe, Pforzheim, Mannheim, Heidelberg, Stuttgart und Umgebung, Ulm, Dettingen, Aalen, Reutlingen, Göppingen, Esslingen, Konstanz, Radolfzell und Freiburg geplant, wie Gewerkschaftsfunktionär Wolfgang Krüger mitteilte. Betroffen sind unter anderem die Unternehmen Kaufland, Lidl, Ikea, H&M, Primark, Alliance Healthcare, Bäko und DM. Es seien etwa 1300 Beschäftigte zur Teilnahme aufgerufen.

Die aktuelle Tarifrunde im Einzelhandel dauert seit Monaten an. Auch zahlreiche Warnstreiks etwa direkt vor den Weihnachtstagen konnten die verfahrene Situation nicht verändern. Für die Kunden hatten die Warnstreiks bisher nur geringe Auswirkungen, weil die Beteiligung eher gering war.

Mehrere Aktionswochen bis Ostern geplant

Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr. Je nach Bundesland kommen weitere Forderungen hinzu. Auch Spitzengespräche auf Bundesebene brachten zuletzt keinen Fortschritt. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, die Verhandlungen zu blockieren.

Der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Steven Haarke, wandte ein: "Das Angebot der Arbeitgeber hätte zu echten Reallohnzuwächsen geführt." Die Arbeitgeber hätten gleich in der ersten Verhandlungsrunde vor über zehn Monaten ein Angebot vorgelegt und es mehrfach nachgebessert. Verdi dagegen habe sich nicht bewegt. Das führe in eine Sackgasse. "Die Handelsunternehmen beweisen seit vielen Monaten, dass sie mit den Streiks klarkommen."

Bis Ostern sollen laut Verdi mehrere Aktionswochen folgen. "Wir wollen gezielt die Blockierer im Arbeitgeberlager in den Fokus nehmen. Diese Woche fangen wir mit Edeka an. Dazu finden Aktionen vor Lagern und Filialen statt", kündigte Verdi-Vertreterin Silke Zimmer an. Für Freitag plant die Gewerkschaft auch mehrere Streikkundgebungen bei Edeka, unter anderem in Hamburg, Köln und Chemnitz.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusMeinungArbeitskämpfe
:Ein Streikgesetz? Bloß nicht

Nun war es das Bodenpersonal an Flughäfen, das zu Hause blieb - und wieder einmal gibt es Rufe nach einem Eingreifen des Staats. Der wird sich hüten. Zu Recht.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: