Wenn Weltanschauung zum Alleinstellungsmerkmal wird: Seit 250 Jahren versuchen Unternehmen sich von der Konkurrenz durch Markenbildung abzuheben. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke und ihrer Kultur des Teilens müssen Marken nun plötzlich Moral und Sinn produzieren. Menschliches Glück wird zum Produkt einer besseren Welt.
Von
Tim Leberecht
Vor 200 Jahren wurde Charles Dickens geboren, eigentlich könnte ganz London das Jubiläum feiern - aber den wenigsten ist nach Feiern zumute. Weil der Kapitalismus Angst macht und keiner seine Gefahren besser beschrieben hat als der Erfinder von Oliver Twist. Ein Stadtspaziergang durch Londons Finanzdistrikt, der einiges über die Zukunft verrät.
Von
Lars ReichardtSZ-Magazin
In den Besprechungszimmern der Supermächtigen: Die Entscheidungen die hier getroffen werden, bleiben für die Weltwirtschaft nicht ohne Konsequenzen. Jacqueline Hassinks Fotoserie gibt einen Einblick in die Vorstands-Konferenzräume europäischer Großkonzerne.
SZ-Magazin
Das einzige Ziel ist Wachstum. Die Umwelt, die Schulden sind egal. Es ist der Wahnwitz unserer Konsumgesellschaft. Obwohl wir wissen, dass dieser Gegenwartsegoismus falsch ist, will niemand etwas ändern. Das wird uns das Kreuz brechen.
Ein Essay von
Harald Welzer
Die Welt braucht Ethik statt Gier: In der Debatte über die Macht der Banken meldet sich der Vatikan zu Wort. Der Kirchenstaat macht Vorschläge, wie man das Weltfinanzsystem ordnen könnte - und stellt sich auf die Seite der Anti-Banken-Bewegung.
Von
Andrea Bachstein, Rom
"Goldman Sachs regiert die Welt": Mit einem kontroversen BBC-Interview wird der Wertpapierhändler Alessio Rastani über Nacht zur Berühmtheit. Doch ist der Brite, der in dreieinhalb Minuten die Wirtschaftskrise erklärt, überhaupt ein Trader? Die Geschichte eines Mannes, der mit seinem Zynismus zum Gesicht der Krise wird.
Von
Johannes Kuhn
Die englischen Unruhen hatten einen Fehler: Sie mündeten in sinnlose Randale. Die Blödheit der Randalierer hat es der Regierung erleichtert, in der eigenen Dummheit zu verharren. So leicht machen es die jungen Demonstranten im Rest der Welt ihren Regierungen nicht. Sie demonstrieren friedlich für eine Demokratie, die ihrem eigenen Anspruch gerecht wird: gemeinsam die Zukunft zu gestalten.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Der Überfluss führt uns in die Irre: Die Wirtschaft kann nicht ständig weiter wachsen und muss es doch. Je weniger wir für eine gemeinsame Sache tun, desto stärker wird die gesellschaftliche Logik des privaten Reichtums. Ein Plädoyer für eine bessere Lösung.
Von
Tim Jackson
Kapitalismus-Esoterik von Ayn Rand gilt als Einstiegsdroge für die politische Rechte in den USA. Nun wurde ihr Roman "Atlas Shrugged" verfilmt: ein radikales Antistaatstraktat.
Von
Jörg Häntzschel
Finanzielle Probleme treiben die Menschen in seine Praxis. Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer über Gier, Glück und die Frage, wie Geld Liebesbeziehungen zerstört.
Interview:
Alina Fichter und Hannah Wilhelm
Dank Oliver Stones Film "Wall Street II" reden alle wieder über die Gier der Spekulanten. Der britische Hedgefonds-Manager Hugh Hendry ist einer von ihnen - und verteidigt seine Branche mit Vehemenz.
Baden-Württembergs Ministerpräsident kritisiert die schwarz-gelbe Koalition für die Steuersenkung für das Gaststättengewerbe - und verteidigt die bevorstehende Haushaltskonsolidierung.
Video
Zorn und Steine gegen Tränengas und Knüppel: In Athen randalieren Demonstranten wegen der geplanten Sparmaßnahmen. Wenn die Hellenen Pech haben, senkt auch die Ratingagentur Moody's bald den Daumen.
Der Finanzkapitalismus dürfe kein Leitbild mehr sein, poltert Bundespräsident Horst Köhler. Er fordert drastische Konsequenzen.
Von
M. Hesse, C. Gammelin und S. Höll
Nobelpreisträger Edmund Phelps über perverse Banken, populistische Krisenpolitik und die "vergessene Kunst" der alten Handelsbanken.
Interview:
Catherine Hoffmann
Es war ein kurzer Sommer ohne ökonomische Anarchie: Jetzt leben Egoismus und Ungerührtheit der Finanzwelt wieder auf.
Ein Kommentar von
Andreas Zielcke
Auf in den Kampf: Filmemacher Michael Moore über Krise und Revolution, seinen "Kapitalismus"-Film und ein Penthouse an der Fifth Avenue.
Interview:
Tobias Kniebe
Sozialneid von oben: Es herrscht eine neue Wut in einer Klasse, die diese Wut bisher nicht kannte. Sie hat der FDP zum Erfolg verholfen und sehnt sich nach Meritokratie. Die Ausplünderung der Mittelschicht.
Von
Andrian Kreye
Die Wirtschaftskrise scheint vorbei zu sein: In den Banken wird wieder verdient, als sei nichts geschehen. Was uns an den Gehaltsexzessen der Führungsschicht irritiert.
Von
Stephan Speicher
Demokratiealarm: Die Finanzwirtschaft macht nach dem Börsencrash weiter, als ob nichts gewesen wäre. Und der demokratische Staat wehrt sich nicht dagegen.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Das Regime hasst sie, das Regime braucht sie: Illegale kapitalistische Unternehmen stützen Nordkoreas Wirtschaft. Doch nun geht Pjöngjang dagegen vor.
Von
Wolfgang Luef