Niedersachsen will Integration mit schärferen Einbürgerungsgesetzen fördern. Wie das funktionieren soll, erklärt Uwe Schünemann, Innenminister von Niedersachsen.
Interview:
Sarina Märschel, Berlin
Nach der Union haben sich nun auch führende SPD-Politiker für eine einheitliche Regelung bei der Einbürgerung von Ausländern in Deutschland ausgesprochen. Schließlich gebe es keine hessische Staatsbürgerschaft, "sondern nur eine deutsche", sagte Fraktionschef Struck der Süddeutschen Zeitung.
Er wurde in Bremen geboren, saß zu Unrecht in Guantanamo und sein Fall könnte Außenminister Steinmeier das Amt kosten. Trotzdem soll Murat Kurnaz nach Meinung führender Politiker nicht Deutscher werden dürfen - denn er gilt als unzuverlässig.
Fraktionschef Peter Struck lehnt den Alleingang von Hessens Landesregierung ab: Einen Quizfragebogen mit der deutschen Staatsangehörigkeit als Hauptgewinn soll es nicht geben.
Von
Annette Ramelsberger und Nico Fried
Ein Nigerianer hatte den Behörden vorgeschwindelt, er habe einen Arbeitsplatz. Daraufhin erhielt er einen deutschen Pass. Als der Betrug aufflog, entzogen ihm die Behörden die Staatsbürgerschaft. Zu Recht, entschieden jetzt die Verfassungsrichter.
Die Kanzlerin höchstpersönlich bemüht sich um Zuwanderer - doch die haben weiterhin wenig Interesse am deutschen Pass. Nicht ohne Grund.
Von
Roland Preuß
Auf der Innenministerkonferenz haben sich die Bundesländer eigentlich auf bundesweit einheitliche Standards für die Einbürgerung von Ausländern geeinigt. Mit viel Gestaltungsspielraum für die Länder und den nutzt Niedersachsen als erstes aus.
Ein junger Türke erhält die deutsche Staatsangehörigkeit: Der Pass hat für Tufan Avci viele Vorteile - aber entscheidet auch nicht alles.
Von
Felix Berth
Das Rezept der Hessen-CDU zur deutschen Staatsbürgerschaft lautet: Kurs plus Test plus Eid. Nur verschreiben darf sie das eigentlich nicht.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Wer Deutscher werden will, muss künftig mehr Anforderungen erfüllen. Diese bleiben aber weit hinter den Vorstellungen Hessens oder Baden-Württembergs zurück, die umfassend Geschichtskenntnisse und Moralvorstellungen abfragen wollten.
Von
Annette Ramelsberger
Nach Niedersachsen will auch Bayern einbürgerungswillige Ausländer einen Eid auf die Verfassung ablegen lassen. Bayerns Ministerpräsident Stoiber forderte zudem, Ausländer, die sich nicht integrieren wollen, wieder auszuweisen.
Die Fragebögen für Einbürgerungs-Bewerber sind tendenziell missgünstig und vorurteilsbeladen - vor allem zeigen sie, für wen hierzulande Ausländerpolitik gemacht wird: nicht für die Einwanderer, sondern für den deutschen Wähler.
Von
Heribert Prantl
Es ist offiziell: Ab 1. September müssen Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollen, einen neuen Einbürgerungstest absolvieren. Das Innenministerium veröffentlichte zum Üben bereits die ersten Fragen.
Zu kompliziert, nicht eindeutig und überdies lauter Gesinnungsfragen: Die Kritik am Einbürgerungstest reißt nicht ab. Zu allem Überfluss hat sich in den Niedersächsischen Test ein Fehler eingeschlichen. Das Bundesinnenministerium schließt Nachbesserungen nun nicht mehr aus.
Der Schleswig-Holsteinische Innenminister Stegner hat angekündigt, dass Einbürgerungswillige auf keinen Fall mit "Quizveranstaltungen für Akademiker" getestet werden dürfen. Aber der Erfolg von Integrationskursen müsse natürlich überprüft werden.
Die Innenminister sind sich einig: Wer Deutscher werden möchte, muss einen Sprachtest und Einbürgerungskurse bestehen. SPD und Union sind voll des Lobes über sich selbst - die Grünen üben verhalten Kritik.
Die Bosse des FC Bayern rechnen damit, dass der verhaftete Brasilianer schon bald aus dem Gefängnis kommt, Ivica Olic will bald "wieder dabei sein", spanische Medien berichten von einem Interesse der Münchner an einem Argentinier. Nach einer Schlägerei auf dem Oktoberfest ermittelt die Polizei gegen mehrere Augsburger Spieler, Lars Lagerbäck soll Österreich trainieren.
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