Chronologie zum Fall Gustl MollathSchwierige Suche nach der Wahrheit

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie, jetzt hat das OLG Nürnberg beschlossen: Das Verfahren um angebliche Körperverletzung und dunkle Bankgeschäfte wird wieder aufgenommen. Angefangen hat das Drama schon im August 2001. Eine Chronologie des Falls.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in geschlossenen psychiatrischen Einrichtungen in Bayern. Der mittlerweile 56-Jährige habe gefährliche Wahnvorstellungen, attestierten Gutachter und urteilten Gerichte immer wieder. Doch viele seiner Vorwürfe stimmen. Eine Chronologie des Falls.

Gustl Mollath und seine Frau lernen sich im Jahr 1978 kennen, als er 22 Jahre alt ist und sie 18. Schnell ziehen sie zusammen. Mollath macht das zweitbeste Abitur am Gymnasium. Er studiert Maschinenbau, bricht ab, landet bei MAN als Controller. Dann macht er sich selbstständig, als Oldtimer-Restaurator. Seine Frau arbeitet als Vermögensberaterin bei der Hypo-Vereinsbank. Ein ungleiches Paar, doch lange geht die Beziehung gut. 

Das Drama beginnt dann im August 2001: In der Wohnung des Ehepaares kommt es der Ehefrau zufolge zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Sie gibt später an, von Mollath gewürgt und geschlagen worden zu sein. Er bestreitet das; Zeugen gibt es nicht. Seinen Angaben nach gibt es immer wieder Streit wegen der von ihm beschriebenen Schwarzgeldgeschäfte seiner Frau - die diese auch von der heimischen Wohnung aus abgewickelt haben soll.

Bild: dapd 6. August 2013, 12:062013-08-06 12:06:42 © Süddeutsche.de/infu