Phrasenmäher - aktuelle Themen & Nachrichten - SZ.de

Phrasenmäher

Phrasenmäher
:Durch die Hintertür

Wer von Corona-Regeln behauptet, da komme der Impfzwang "durch die Hintertür", macht aus der Pandemiebekämpfung ein Schurkenstück. Über eine üble Phrase.

Von Harald Eggebrecht

Sprachkritik-Kolumne "Phrasenmäher"
:"Unbürokratisch"

Nach Katastrophen soll die Verwaltung in einer Weise helfen, die für sie untypisch ist. Warum eigentlich?

Von Johan Schloemann

Phrasenmäher
:Handwerklich schlecht

Hört sich freundlich an, ist aber reine rhetorische Eskalation.

Von Jens-Christian Rabe

Phrasenmäher
:Nur ganz kurz

Man hat diesen eiligen Einschub schon fürchten gelernt. Und dann sagt man ihn selbst.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Was macht das mit mir?

Warum macht es das? Und wer oder was versteckt sich überhaupt hinter diesem allumfassenden, manipulativen "das"?

Von Kurt Kister

Phrasenmäher
:Brückenlockdown

Armin Laschet greift mit einem neuen Begriff in die rhetorische Trickkiste. Seine Absicht ist klar.

Von Marc Hoch

Phrasenmäher
:Erwartungsmanagement

Erwartungen wurden einst erfüllt oder unterlaufen. Jens Spahn hat das geändert. Sie werden jetzt gemanagt.

Von Gerhard Matzig

Sprachkritik-Kolumne Phrasenmäher
:Ich bin empört

Sich von der Pandemie-Furcht zu nähren und sich am Geschäft mit Masken unlauter beteiligen zu wollen: Das ist abstoßend. Aber ist die große Empörung mehr als reine Rhetorik?

Von Gerhard Matzig

Sprachkritik-Kolumne "Phrasenmäher"
:Sogenannt

Die Lehre aus dem Disput zwischen Hansi Flick und Karl Lauterbach: Ein Wort, das eigentlich den Kenner markieren soll, fällt nun auf diesen zurück.

Von Harald Hordych

Kolumne: "Phrasenmäher"
:"Impfdrängler"

Wie mag es in Österreich nun aussehen und wer untersagt endlich das Spiel mit der Lichthupe?

Von Bernd Graff

Phrasenmäher zu "Stand heute"
:Aussagen, haltbar wie Impfstoff bei Raumtemperatur

Die Phrase "Stand heute" soll gegen die hundsgemeinen Kräfte des Menschenalltags absichern. Dabei zeigt sie: reine Hilflosigkeit.

Von David Steinitz

Phrasenmäher
:Super-GAU

Wenn irgendwo auf der Welt irgendetwas Schlimmes passiert, darf heutzutage nicht einfach irgendwo auf der Welt irgendetwas Schlimmes passiert sein, sondern wir haben den Mega-Blackout, die Total-Karambolage, oder am allerbesten: den Super-GAU!

Von Philipp Bovermann

Phrasenmäher
:Mit allen Mitteln

Es ist so eine Art Bazooka des Engagements: Das Versprechen, dieses oder jenes "mit allen Mitteln" zu versuchen, zu bekämpfen oder durchzusetzen.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Aha

Wenn sich die deutsche Politik Kampagnen ausdenkt, hält man besser die Luft an, dabei verfolgt sie oft allerbeste Absichten. So wie bei den Anti-Corona-Plakaten. Warum die Buchstaben der AHA-Formel trotzdem assoziativ zu "Schtonk" führen.

Von Gerhard Matzig

Phrasenmäher
:Die "****" der Ultras

Ist es nicht verblüffend, dass sich die Geisterspiele aus der Großliga in ihren millionenteuren Gladiatorenarenen kein bisschen anders anhören als die Acker-Games in der Kreisliga? Und dass dort genauso geflucht wird?

Von GERHARD MATZIG

Phrasenmäher
:Gestärkt aus der Krise hervorgehen

Nur ja keine Verzagtheit! Auch und gerade in Corona-Zeiten beherrscht der Ökonomismus die Sprache - nicht nur die der Manager.

Von Gerhard Matzig

Phrasenmäher
:Neustart

Vom "Neustart" reden gerade viele, nur bedeutet er bei den einen etwas ganz anderes als bei den anderen, und jeder Handynutzer weiß: Jetzt wird es kompliziert.

Von Johan Schloemann

Phrasenmäher
:Die "Challenge"

Krankenhausmitarbeiter kämpfen mit dem Tod, Buchhändler mit der Insolvenz. Und die Sofakrieger daheim? Halten sich mit "Challenges" bei Laune, denn so eine Pandemie ist ja schließlich kein Kinderspiel.

Von Kai Strittmatter

Phrasenmäher
:Surreal

Kaum ein Wort scheint so viele Situationen des gegenwärtigen Chaos so gut zu treffen, wie die Bezeichnung für die künstlerische Bewegung der Zwanzigerjahre, in der Salvador Dali, René Magritte und auch Pablo Picasso die Wirklichkeit infrage stellten.

Von Rudolf Neumaier

Phrasenmäher
:Durchgreifen

Zur Frage danach, ob denn die vorgenommenen "Maßnahmen" zur Eindämmung der Corona-Pandemie greifen, ist die Formulierung, dass "endlich hart durchgegriffen werden müsse" der genervte große pubertierende Bruder.

Phrasenmäher
:Gesendet von

Anfangs galt man als Angeber, wenn unter einer Mail stand: "Gesendet von meinem Iphone." Huch, was bin ich mondän. Dann wurde es irgendwann peinlich. Und heute? Gilt diese Nachricht als Entschuldigung. Aber für was?

Von Nicolas Freund

Phrasenmäher
:"Erpressen lassen"

Dem "Heute-Journal" hat Friedrich Merz gerade ein Interview zu den Folgen der Situation an der griechisch-türkischen Grenze gegeben. Nach der Eskalation des Konflikts der Türkei mit Syrien hat der türkische Staatschef Erdoğan die Grenze nach Europa ...

Von Jens-Christian Rabe

Phrasenmäher
:Ein Stück weit

Politiker sprechen gerne davon, dass etwas "ein Stück weit" geschehen sei oder geschehen müsste. Am liebsten würde man die Torkel-Phrase entschlossen zerstückeln.

Von Gerhard Matzig

Phrasenmäher
:Ich persönlich

Mit einem einfachen "Ich" kommt man in der Politik heute nicht mehr sehr weit. Man braucht schon ein ganz persönliches Ich.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Menschenmögliches

In ihrer Neujahsransprache sagte die Bundeskanzlerin, da die Erderwärmung von Menschen verursacht sei, müssten wir auch "alles Menschenmögliche" unternehmen, um diese Menschheitsheraus­forderung zu bewältigen. Was heißt das?

Von ALEX RÜHLE

Phrasenmäher
:Definitiv

Vier Silben als Turbolader für Debatten. Wer nach Steigerungsformen sucht, kann damit einen Punkt machen. Davon macht vor allem die Politik eifrig Gebrauch.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:"In 2019"

Ist das nicht hässlich, wenn die Leute "in 2019" sagen? Anstatt "im Jahr 2019" oder einfach "2019"? Doch, hässlich ist es, aber unser Autor wurde in dem Versuch, das Hässliche als Anglizismus anzuprangern, eines Besseren belehrt.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Enkeltauglich

Was ist regional, natürlich, gefühlsecht und nachhaltig? Es ist die "Enkeltauglichkeit", die als Phrase einerseits total klimafreundlich ist - aber andererseits auch schon wieder so modisch, dass man sich fragen könnte: Wie nachhaltig ist eigentlich diese Worthülse?

Von Bernd Graff

Sprachgebrauch
:Scham macht verletzlich - sie schafft keine Likes

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles schämt sich Kevin Kühnert öffentlich für seine Partei. Er ist damit einer von vielen, die ein zutiefst privates Gefühl öffentlich missverstehen.

Von Theresa Hein

Phrasenmäher
:Sklaven

Immer wieder liest man, Menschen würden wie Sklaven gehalten. Dieser Rückgriff auf die Zwangsarbeiter der Antike verhindert, dass Verbrechen zeitgemäß benannt werden.

Von Sonja Zekri

Phrasenmäher
:Wirklich

Ständig erfährt man irgendwo, wie es "wirklich" gewesen ist. "Wie extrem ist der Winter wirklich?" Reicht das, was man vorher wußte, nicht mehr? War das nur schlunziges Minderwissen? Und wenn das so ist, warum soll dann jetzt plötzlich alles "wirklich" sein?

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:1960er Jahre

Das 20. Jahrhundert ist noch keine zwanzig Jahre vergangen. Der Großteil davon zählt noch zur Zeitgeschichte. Und trotzdem bekommt es von manchen Autoren eine Aura verpasst, als sei es schon so alt wie das 19. Jahrhundert. Alles unklar?

Von Sonja Zekri

SZ PlusPhrasenmäher
:leghchu' tIq neH

Die Klingonen haben immer mehr auf ihr Imperium als auf einen passablen Wortschatz geachtet. Jetzt können sie den "Kleinen Prinzen" lesen und eine Phrase dazulernen.

Von Lothar Müller

Phrasenmäher
:Perfektoid

Der Mathematik-Professor Peter Scholze hat gerade die Fields-Medaille erhalten. Wie nur erklären Journalisten ihren Lesern nun, wofür.

Von Jens-Christian RaBeOID

Phrasenmäher
:Einschläfern

Der Hund Chico hat zwei Menschen totgebissen und wurde deshalb selbst getötet. Pardon, er wurde, also, es gab da eine Spritze, und dann wurde "die Entscheidung getroffen, den Hund noch in der Narkose zu euthanasieren".

Von JOHAN SCHLOEMANN

Phrasenmäher
:Ein Zeichen setzen

Am Sonntag ging in Heilbronn ein Mann mit einem Messer auf drei Flüchtlinge los. Polizei und Staatsanwaltschaft schrieben, es sei davon auszugehen, dass der Verdächtige "ein Zeichen gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik setzen wollte". Das adelt eine Gewalttat.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Rote Linien

Sie sind überall, sie werden gezogen, gesetzt und überschritten: die roten Linien. Angemahnt mal vom Beamtenbund, mal vom FDP-Politiker und Jamaika-Aus-Schöpfer Christian Lindner. Aber woher stammt diese Floskel?

Von Johan Schloemann

Phrasenmäher
:Game Changer

Was haben der Tod, Mario Götze und das neue iPhone gemeinsam? Sie sind Game Changer, zumindest werden sie als solche bezeichnet. Sie und noch vieles andere. Leider. Denn nur selten hält der Begriff, was er verspricht.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Was macht das mit...

Es gibt da eine sperrhölzerne Phrase, die davon ausgeht, dass andauernd irgend etwas Großes in einem auslöst. Das transportiert ein recht schlichtes, mechanistisches Menschenbild, dem man so gar nicht auskommen kann.

Von Alex Rühle

Phrasenmäher
:Zu wollen

"Der Politiker kündigte an, dieses oder jenes tun zu wollen." - Der freie Wille ist ja schon seit einigen Jahren ins Gerede gekommen, aber warum macht sich in Artikeln, Reden, Texten das Wollen im Infinitiv täglich breiter?

Von Sonja Zekri

Phrasenmäher
:Kulturpessimismus

Kulturpessimismus gab es schon seit Plato. Seither ist er nicht gerade angenehmer geworden. In der letzten Zeit hat sich das Wort mit dem "Früher war alles besser"-Unterton zum Kampfbegriff des digitalen Fortschritts gemausert.

Von Andrian Kreye

Phrasenmäher
:"Was ist da los?"

Ob "Chaoswochen bei Air Berlin"oder "Klo-Gesetz spaltet Amerika" - überall wird gefragt, was denn da los sei. Warum dieser Hausmeisterton?

Von Jens-Christian Rabe

Phrasenmäher
:Setzung

Der Rekord-Kunstsommer neigt sich dem Ende zu. Kassel, Münster, Venedig - und jetzt auch noch die Bundestagswahl. Jawohl, richtig gelesen, nicht nur künstlerische Großereignisse, auch die Bundespolitik will kuratiert werden.

Von Sonja Zekri

Phrasenmäher
:Alles gut

Man will keinen Streit, das wäre nicht zeitgemäß, aber die Unwahrheit darf man als Deutscher natürlich auch nicht sagen. Was tun? Man greift einfach zu "Alles gut!", jener universal einsetzbaren, nur ganz leicht vergifteten Beschwichtigungsformel.

Von Jens-Christian Raabe

Phrasenmäher
:Solche Sachen

Zu den seltsamsten Sachen der Sprache gehört der Aufstieg der Formel "solche Sachen". Sie funktioniert am besten, wenn der Du-weißt-schon-Faktor hoch ist.

Von Lothar Müller

Phrasenmäher
:Luftschloss ohne Flüchtlinge

Der CSU-Politiker Stephan Mayer fordert statt einer Obergrenze für Zuwanderer einen "atmenden Deckel". Ein rhetorischer Reinfall.

Von Christopher Schmidt

Deutsche Sprache
:Warum ist plötzlich alles furios, famos oder fulminant?

Schon geraume Zeit vermehren sich die F-Adjektive wie Schimmel auf einem vergessenen Käse. Wer sie benutzt, drückt sich um eine eigene Haltung.

Von Juliane Liebert

Sprache im Internet
:Das 1x1 des ollen Klebstoffschnüfflers

Was ist das für 1 Deutsch? Immer mehr Twitterer ersetzen den unbestimmten Artikel durch eine Zahl wie Sprachkünstler "Money Boy".

Von Philipp Bovermann

Phrasenmäher
:Europäische Lösung

Die "europäische Lösung" ist ein Kampfbegriff geworden, ein: Mach du mal, ich bin raus. Wie konnte es so weit kommen? Und was hat Donald Trump damit zu tun?

Von Philipp Bovermann

SZ PlusPhrasenmäher
:Zu tun haben mit

Alles hat natürlich mit allem "zu tun" - Karies mit Zucker, Terror mit dem Islam, zumindest bedingt. Nur das Zutunhaben selbst hat nichts mit Durchblick zu tun, weil es kausale Zusammenhänge zwar andeuten, aber nicht erklären will.

Von Johan Schloemann

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