Jugoslawienkrieg

Das Politische Buch
:Der Genozid der anderen

Der Historiker Andrew I. Port beleuchtet in einer famosen Studie, was Deutsche nach dem Holocaust unter "Nie wieder" verstanden und wie sie auf Massengewalt in Kambodscha, Bosnien und Ruanda blickten. Und wie aus einem juristischen Tatbestand eine Metapher für transnationale Moralpolitik wurde.

Rezension von Annette Weinke

Das Politische Buch
:Stolz und Fehlurteil

Der Südosteuropaexperte Florian Bieber analysiert messerscharf die Uneinigkeit und Irrtümer der EU in ihrer Balkanpolitik. Und er erklärt, wie Russland und China ihren Einfluss dort immer stärker ausbauen.

Rezension von Tobias Zick

SZ Plus"Die Brücke von Mostar"
:Näher kommende Einschläge

Die schlimmste Mutprobe ist der Krieg: "Die Brücke von Mostar" von Igor Memic als deutsche Erstaufführung am Theater Oberhausen.

Von Martin Krumbholz

Literatur
:David Albahari ist tot

David Albahari war einer der renommiertesten Autoren Serbiens. Seiner Heimat Belgrad blieb er, trotz Exils in Kanada, immer verbunden.

SZ PlusMatias Énards Roman "Der perfekte Schuss"
:Das Handwerk des Tötens

In seinem Debütroman erzählte der französische Autor Mathias Énard von einem Scharfschützen, der gerne zur Arbeit geht. Jetzt erscheint dieses Buch erstmals auf Deutsch - und lehrt einen das Fürchten.

Von Lothar Müller

SZ PlusMeinungBosnien-Herzegowina
:Das Friedensexperiment einer kleinen Stadt

Brčko, 45 000 Einwohner, an der Save: Nach den ethnischen Kriegen der Neunzigerjahre setzen viele Menschen hier auf eine multiethnische Zukunft. Ihnen mag helfen, dass sich hier nie Hass aufgestaut hatte.

Kolumne von Karl-Markus Gauß

SZ PlusBosnien-Herzegowina
:Der Aufseher

Christian Schmidt wacht für die UN über den Frieden im ehemals jugoslawischen Bosnien-Herzegowina - und hört für seine Amtsführung viel Kritik. Braucht es sein Amt überhaupt noch?

Von Tobias Zick

SZ PlusPremiere im Burgtheater
:Krieg im Schlafzimmer

Martin Kušej inszeniert "Drei Winter" von Tena Štivičić am Wiener Burgtheater - mit großen Bogen bis in die Ukraine, aber trotzdem ohne Höhepunkte.

Von Wolfgang Kralicek

SZ PlusJugendbuch "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück"
:Vergiss dich nicht

In Zoran Drvenkars lustigem, traurigem, vitalem Roman ist ein Großvater nach einem langen Gespräch nicht mehr der, dem der Enkel bis dahin geglaubt hat.

Von Michael Schmitt

SZ PlusUrlaub in Bosnien-Herzegowina
:Sonne über dem Balkan

Wer nach Bosnien-Herzegowina reist, begegnet dort immer noch den Spuren des Jugoslawienkriegs. Aber auch jungen Menschen, die der Welt zeigen wollen, dass das Land heute viel mehr zu bieten hat als seine Geschichte.

Von David Wünschel, Sarajevo

1991
:Ein Dorf, das Todfeinde als Nachbarn hat

Wie die Bewohner einer kroatischen Ortschaft vom Nationalitätenkonflikt mit den Serben eingeholt und zu Flüchtlingen gemacht wurden

Von Egon Scotland

SZ PlusManifesta in Pristina
:Eine Stadt braucht Hilfe

23 Jahre nach dem Kosovo-Krieg ist Pristina ein Ort mit abgewracktem Grand Hotel, Mafiabossen, Spekulanten. Nun macht die europäische Biennale "Manifesta" dort Halt. Ein Besuch.

Von Jörg Häntzschel

SZ PlusExklusivDie Grünen und der Krieg
:Pazifisten? Wir doch nicht

Bei ihrer Gründung proklamieren die Grünen Gewaltfreiheit, heute fordern sie schwere Waffen: Gründungsmitglied Hubert Kleinert über den langen Weg seiner Partei in die Wirklichkeit von heute.

Gastbeitrag von Hubert Kleinert

Jugoslawien vor der EM 1992
:Wer Krieg führt, darf nicht Fußball spielen

Vor 30 Jahren wurde Jugoslawiens Nationalelf von der Europameisterschaft in Schweden ausgeschlossen. Das Ende einer großen Mannschaft - für viele Menschen auf dem Balkan aber auch ein Neuanfang.

Von Ronny Blaschke

SZ PlusMeinungPrantls Blick
:Die Grünen als die neue CDU

Pazifismus und Antimilitarismus adieu: Die Partei hat sich von ihren alten Wurzeln losgeschnitten. Was verliert sie dabei?

Von Heribert Prantl

Festival
:Die Narben des Krieges

Die Balkantage München widmen sich dem Thema einer gemeinsamen "Erinnerungskultur".

Von Jutta Czeguhn

SZ PlusFilm
:"Ich dachte mir, ich bin halt der mit Migrationshintergrund"

Wo er mitspielt, geht es meist lustig zu. Dem Schauspieler Arnel Tači, der als Kind aus Bosnien flüchten musste, ist es dieser Tage aber eher ernst zumute. Ein Treffen in Berlin.

Von Verena Mayer

Baerbock in Bosnien-Herzegowina
:Gestern Srebrenica und Sarajevo, heute Mariupol und Kiew

Während in der Ukraine der Krieg tobt, besucht Außenministerin Annalena Baerbock Bosnien. Warum? Weil Europa dort schon einmal gesehen habe, wohin solche Aggression führen kann.

Von Paul-Anton Krüger

SZ PlusMeinungUkraine
:Jeder Europäer muss eine Haltung zum Krieg finden

Überlebende der Jugoslawienkriege in den Neunzigerjahren wissen: Europa hüte sich vor Propaganda und Desinformation - und auch vor seinem falschen Selbstbild als Reich des Friedens.

Von Jagoda Marinic

"Kroatentreffen" in Österreich
:"Bye, bye, Bleiburg"

Österreichs Politik ringt sich endlich durch, gegen das größte Treffen von Faschisten in Europa vorzugehen - viel zu spät.

Von Cathrin Kahlweit

SZ PlusAleksandar Hemon: "Meine Eltern/Alles nicht dein Eigen"
:Wie stillt man Heimweh?

Und wie macht man weiter nach einer Vertreibung? Aleksander Hemon hat einen Doppelroman über seine aus Sarajewo geflüchteten Eltern und seine Kindheit geschrieben. Über ein Buch, das zwei Seiten hat.

Von Alex Rühle

Kriegsverbrecher-Prozess
:Zwölf Jahre Haft für Beihilfe zum Mord

Wegen Kriegsverbrechen in Bosnien und Kroatien werden der ehemalige Chef des serbischen Geheimdienstes und ein enger Mitarbeiter vor dem Internationalen Gerichtshof verurteilt. Doch der seit 2003 dauernde Prozess könnte damit noch immer nicht zu Ende sein.

Von Tobias Zick

Prozess
:UN-Tribunal verurteilt serbische Ex-Sicherheitschefs

Damit revidiert es einen umstrittenen Freispruch. Die Serben Stanišić und Simatović bekommen jeweils 12 Jahre Haft für Kriegsverbrechen im Jugoslawienkonflikt.

Buch von Carla Del Ponte
:Haupthindernis: Partikularinteressen

Auch wenn das Jugoslawien-Tribunal eine Zäsur war - die ehemalige Chefanklägerin in Den Haag, Carla Del Ponte, analysiert, warum das Völkerrecht bis heute in einem "katastrophalen Zustand" sei.

Rezension von Rolf Lamprecht

Jugoslawienkrieg
:Lebenslange Haft für Ex-General Mladić

Fast 26 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica wird das letzte Urteil des UN-Kriegsverbrechertribunals bestätigt.

SZ PlusJugoslawienkriege
:"Für diese vielen Eltern ist nichts vorbei"

Das UN-Tribunal in Den Haag entscheidet in letzter Instanz über Ratko Mladić, den "Schlächter vom Balkan". Chefankläger Brammertz erklärt, warum das Urteil auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Massaker von Srebrenica und der Belagerung von Sarajevo wichtig ist.

Interview von Ronen Steinke

SZ PlusLana Bastašić: "Fang den Hasen"
:In der Farbe vergessener Paprika

Lana Bastašić erzählt in ihrem Debüt "Fang den Hasen" von einer Frau, die von ihrer Kindheit in Bosnien eingeholt wird. Hautnah und atmosphärisch.

Von Helmut Böttiger

SZ PlusMeinungJagoda Marinić
:Schöner Polarisieren

Die deutsche Verachtung für Meinungsunterschiede hat sich in der Pandemie nur verschärft. Schon kleinste Differenzen reichen aus, um Gespräche oder Kontakt abzubrechen, und zwar im gesamten politischen Spektrum.

Kolumne von Jagoda Marinić

25 Jahre Srebrenica
:Narben ohne Heilung

Vom 11. Juli 1995 an wurden im ostbosnischen Srebrenica etwa 8000 muslimische Männer und Jungen von serbischen Verbänden ermordet. Die Gräueltat gilt als der erste Völkermord auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Kroatienkrieg
:Ex-Milizenführer "Kapetan Dragan" ist frei

Der heute 65-jährige Serbe befehligte 1991 eine paramilitärische Einheit. Auch ein SZ-Reporter war unter seinen Opfer.

Von Hans Holzhaider

Zum Nachlesen
:Peter Handkes Reisebericht "Gerechtigkeit für Serbien": Teil II

Auslöser der Diskussion über den Literaturnobelpreisträger war der Text "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien", der 1996 in der SZ erschienen ist. Hier das Original.

Zum Nachlesen
:Peter Handkes Reisebericht "Gerechtigkeit für Serbien": Teil I

Auslöser der Diskussion über den Literaturnobelpreisträger war der Text "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien", der 1996 in der SZ erschienen ist. Hier das Original.

SZ-Podcast "Auf den Punkt"
:Peter Handke: Kann man Werk und politische Meinung trennen?

Der österreichische Schriftsteller wird mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Doch dafür gibt es viel Kritik, denn Handkes Position zu den Jugoslawienkriegen ist sehr umstritten.

Streit zwischen Kroatien und Slowenien
:Die Grenzziehung nach dem Zerfall Jugoslawiens ist gescheitert

Heute endet die letzte Frist für einen Kompromiss im slowenisch-kroatischen Grenzkonflikt. Nationalisten auf beiden Seiten haben alle Einigungsversuche zunichte gemacht.

Von Thomas Kirchner

Jugoslawienkrieg
:Kriegsverbrecher Praljak trank im Gerichtssaal Zyankali

Während der Urteilsverkündung vor dem UN-Tribunal in Den Haag schluckte der bosnisch-kroatische General eine Substanz. Später starb er im Krankenhaus. Woher er das Gift hatte, ist weiter unklar.

Kriegsverbrecher Slobodan Praljak
:Wenn der Gerichtssaal zum Tatort wird

Das UN-Tribunal in Den Haag tut sich schwer mit der Aufarbeitung des Suizids von Slobodan Praljak. In Kroatien geht sein vermeintliches Kalkül dagegen auf: Dort wird der Kriegsverbrecher als Märtyrer gefeiert.

Von Peter Münch, Wien, und Ronen Steinke, Berlin

UN-Tribunal
:Die vielen Fragen im Fall Praljak

Ein verurteilter bosnisch-kroatischer Kriegsverbrecher trinkt mitten im Gerichtssaal in Den Haag eine tödliche Substanz. Wie ist so etwas möglich?

UN-Tribunal in Den Haag
:Von UN-Tribunal verurteilter General stirbt nach Einnahme von Gift

Der in Den Haag verurteilte bosnisch-kroatische Kriegsverbrecher Slobodan Praljak ist tot. Er hatte nach der Urteilsverkündung im Gerichtsaal eine Flüssigkeit getrunken, seiner Anwältin zufolge handelte es sich um Gift.

Mladić-Verurteilung
:Bosnien ist von einer friedlichen Zukunft weit entfernt

Das Urteil gegen Ratko Mladić zeigt, dass es noch Gerechtigkeit gibt. Frieden beschert es Bosnien trotzdem nicht - denn das politische System in dem Land hat sich seit 22 Jahren nicht verändert.

Kommentar von Peter Münch

Den Haag
:Der dreiste Stolz des "Schlächters vom Balkan"

Den Gerichtssaal in Den Haag machte der ehemalige General zu seiner Bühne - und wurde von serbischen Nationalisten gefeiert. Es schmeichelte seiner Geltungssucht, dass er sich nicht mehr verstecken musste.

Kommentar von Ronen Steinke

Urteil in Den Haag
:Mladić wegen Völkermords zu lebenslanger Haft verurteilt

Die Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien sprachen den ehemaligen Serbenführer in Den Haag unter anderem für den Völkermord in Srebrenica 1995 schuldig.

Von Peter Münch

SZ PlusMassaker von Srebrenica
:Heimat und Hölle

Am Mittwoch fällt das Urteil über Ratko Mladić, 22 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica. Šehida Abdurahmanović war Zeugin vor Gericht. Ein Gespräch über die Unmöglichkeit von Gerechtigkeit.

Von Peter Münch

SZ PlusVerurteilung von Dragan Vasiljković
:Späte Gerechtigkeit

Im Kroatienkrieg beging Kapetan Dragan Kriegsverbrechen. Eines seiner Opfer war Egon Scotland, Reporter der "Süddeutschen Zeitung". Jetzt, nach 26 Jahren, wurde Dragan Vasiljković verurteilt.

Von Hans Holzhaider

SZ PlusHintergrund
:Auf Dragans Fährte

Die australische Journalistin Natasha Robinson über die Recherchen, die zur Verhaftung und Auslieferung des Kriegsverbrechers führten.

Von Natasha Robinson

SZ PlusKriegsverbrecher-Prozess in Kroatien
:Schüsse aus Glina

Im Sommer 1991 wird der SZ-Reporter Egon Scotland in Kroatien erschossen. Verantwortlich im Sinne der Anklage: Dragan Vasiljković. Jetzt, 25 Jahre später, steht der Milizenführer in Split vor Gericht.

Von Hans Holzhaider

Kriegsverbrechen
:Psychologie des Massenmords

Interviews mit 55 verurteilten Kriegsverbrechern zeigen, dass kaum einer Reue empfindet. Fast alle rechtfertigen sich nach dem gleichen Schema.

Von Ronen Steinke

Jugoslawien-Tribunal
:Der Freispruch für den Hetzer Šešelj ist ein Skandal

Das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien hat Zeugenaussagen ignoriert und eine Fehlentscheidung getroffen.

Kommentar von Florian Hassel

UN-Tribunal
:Serbischer Nationalist Šešelj beschimpft UN-Tribunal nach seinem Freispruch

Er gilt als Propagandist eines Groß-Serbien, aber ein Kriegsverbrecher ist Vojislav Šešelj nicht, urteilt das Gericht. Nun fordert er eine Entschädigung für seine zwölfjährige U-Haft.

Kriegsverbrecher
:Ein bisschen Gerechtigkeit - doch Karadžićs Ungeist lebt weiter

Der Kriegsverbrecher Radovan Karadžić muss 40 Jahre ins Gefängnis. Doch er hat sein Hauptziel erreicht, sein Einfluss ist gut sichtbar.

Kommentar von Florian Hassel

Bosnienkrieg
:Radovan Karadžić - Psychologe, Dichter, Kriegsverbrecher

Er gilt als Planer des Völkermords von Srebrenica und sieht sich selbst als Poet: Radovan Karadžić. Vor dem UN-Tribunal in Den Haag wurde er wegen Völkermord schuldig gesprochen.

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