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Kroatienkrieg:Ex-Milizenführer "Kapetan Dragan" ist frei

Former Serb paramilitary commander Vasiljkovic, known as Captain Dragan and accused of torturing and killing soldiers and civilians during the 1991-95 independence war, goes on trial in court in Split

Im Krieg Milizenführer, in Friedenszeiten Golflehrer in seiner Wahlheimat Australien: Dragan Vasiljković 2016 vor Gericht.

(Foto: Reuters)
  • Nach mehr als 13 Jahren Haft ist der serbische Ex-Milizenführer Dragan Vasiljković wieder frei.
  • Er wurde nicht nur wegen des Todes eines Journalisten verurteilt, sondern auch weil er kroatische Gefangene misshandelt hat.

Der ehemalige serbische Milizenführer Dragan Vasiljković ist wieder auf freiem Fuß. Nach vollständiger Verbüßung seiner Freiheitsstrafe wurde er am Freitag in Kroatien aus der Haft entlassen und nach Serbien abgeschoben. Vasiljković war im September 2017 von einem Gericht in Split zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof in Kroatien hatte die Strafe später auf 13 Jahre und sechs Monate reduziert.

Vasiljković, der unter dem Kriegsnamen "Kapetan Dragan" bekannt wurde, befehligte 1991 eine paramilitärische Einheit im Grenzgebiet zwischen Serbien und Kroatien. Die von ihm geführten Freischärler eroberten im Juli 1991 die Kleinstadt Glina und beschossen umliegende Dörfer, um die Zivilbevölkerung zu vertreiben.

Dabei kam auch der SZ-Reporter Egon Scotland ums Leben. Er war mit einem als Pressefahrzeug gekennzeichneten Auto unterwegs, um nach einer vermissten Kollegin zu suchen, als er in einem Vorort von Glina von einem Scharfschützen tödlich getroffen wurde. Das Gericht in Split sah es als erwiesen an, dass Vasiljković auch für Scotlands Tod verantwortlich war. Ein weiterer Anklagepunkt war die Misshandlung von kroatischen Gefangenen.

Dragan war 2005 in seiner Wahlheimat Australien festgenommen worden und saß seitdem mit einer kurzen Unterbrechung in Haft. 2015 wurde er nach Kroatien überstellt. Die Auslieferungs- und Untersuchungshaft wurde ihm auf Haftdauer angerechnet. Die kroatischen Behörden verhängten nach seiner Entlassung ein 20-jähriges Einreiseverbot in die Staaten der Europäischen Union.

© SZ vom 30.03.2020/mpu
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