bedeckt München 24°

Ausflugstipps:Diese Biergärten rund um München lohnen einen Ausflug

Bier

Ein Prosit der Gemütlichkeit: In München und Umgebung sind Biergarten-Besuche inzwischen wieder ohne negativen Corona-Test möglich.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

Die Inzidenzen sinken, und auch in der Region sind die Regelungen für Biergarten-Besuche inzwischen wieder gelockert. Elf Tipps fürs Wochenende.

Nicht nur in München, auch im Umland sind die Corona-Regeln für Biergärten mittlerweile gelockert. Wer nach einer Wanderung oder einem Tag am See in einen Biergarten einkehren will, benötigt also keinen negativen Corona-Test mehr. Ein Überblick über Biergärten im Münchner Umland, die einen Besuch lohnen und sich mit einem schönen Ausflug verbinden lassen.

Steckerlfisch am Bach

Von der Mühle steht nur noch das alte Mühlrad.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Wer gern mit dem Radl entlang der Isar unterwegs ist, findet im nördlichen Landkreis München im Biergarten Mühlenpark in Garching eine gute Gelegenheit für eine Ruhepause samt Stärkung. Seinen Namen hat der Biergarten von der Mühle, die bis in die Siebzigerjahre an diesem Ort stand und einst Korn mahlte und die später als Sägewerk und Pumpanlage für die Garchinger Wasserleitung diente. Heute erinnert nur noch ein hölzernes Wasserrad an die Geschichte, der Mühlbach aber gluckert noch dahin und schafft ein angenehm kühles Klima unter den Kastanien, wo ohne Corona-Abstände bis zu 650 Gäste Platz finden.

Auch Kinder kommen in den Genuss des Wassers, der zum Biergarten gehörige Spielplatz hat nämlich einen Bachzulauf. Vergangenen Herbst hat nach 40 Jahren in Simon Angermair ein neuer Wirt den Biergarten übernommen, der den Betrieb im Sinne seiner Vorgänger fortführen möchte. Die Küche ist bayerisch-bodenständig, am Wochenende gibt es von 12.30 Uhr an Steckerlfisch. Der Betrieb läuft nur bei schönem Wetter, der Biergarten nutzt die App "Darf ich rein?".

Kirche, Künstler und Klosterstüberl

Im Biergarten Klosterstüberl lassen es sich die Gäste schmecken.

(Foto: Günther Reger)

Inmitten des Klosterareals in Fürstenfeldbruck liegt der Wirtsgarten Klosterstüberl. Der großzügige Biergarten, der an einem schön angelegten Amperkanal liegt, befindet sich wenige Meter von der barocken Klosterkirche entfernt. Vom Bahnhof Fürstenfeldbruck aus lässt er sich innerhalb von gut zehn Gehminuten erreichen. Der Weg führt den Bahnhofsberg hinunter und an der Klosterwiese vorbei. Die Gäste können sich im Biergarten nicht nur direkt an der Hauswand, sondern auch auf der anderen Seite des Kanals jenseits einer kleinen Brücke unter großen Kastanienbäumen hinsetzen. "Wir hoffen, dass die Gäste ganz viel Sonne mitbringen", sagt die Wirtin Birgit Bartels-Peter. Angeboten werden bayerische Gerichte, Brotzeiten, Suppen, Salate und Desserts.

Nach dem Essen lädt das Klostergelände zum Schlendern und Schauen ein. Die Klosterkirche bietet Einblick in die barocke Architektur, von der jederzeit geöffneten Vorhalle lässt sich das gesamte Kirchenschiff bestaunen. Im Stadtmuseum und dem Künstlergebäude "Haus 10", die beide ebenfalls auf dem Klosterareal untergebracht sind, sind Ausstellungen zu sehen. Das Stadtmuseum zeigt aktuell die Ausstellung "Frau darf... - 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie". Das "Haus 10" stellt Bilder und Skulpturen zum Thema "In Bewegung" anlässlich des 30-jährigen Bestehens der hauseigenen Künstlervereinigung aus.

Einkehr am Waldrand

Der Waldgasthof Buchenhain liegt nicht im dichten Fichten-Dickicht, sondern idyllisch am Rand des Waldes. Der Hotelgasthof mit seinem großen und beliebten Biergarten, der rund 800 Menschen Platz bietet, ist überhaupt gut zu erreichen, mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Auto. Am linkem Isarhochufer, rund 15 Kilometer südlich vom Stadtzentrum gelegen, hat er nicht nur einem Baierbrunner Ortsteil, sondern auch der S-Bahnhaltestelle seinen Namen gegeben: Buchenhain. Etliche Pfade und Wege durch den nahen Isarhangwald laden zum Spazieren und Abenteuern ein, Letzteres speziell am Klettergarten Buchenhain, wo schon in den Zwanzigern und Dreißigern berühmte Bergsteiger trainierten. Die Nagelfluhfelswand gilt als geowissenschaftlich besonders wertvolles Geotop.

Wer nach dem Ausflug - man kann auch ganz runter bis zum Isarufer gehen und wieder hochsteigen - seinen Durst im weiträumigen Biergarten stillen und die Zeit dort genießen will, dürfte nicht enttäuscht werden. Reichlich Plätze stehen zur Verfügung, es gibt einen Bereich mit und ohne Bedienung, Schankwagen und Grillstation sowie eine massive Holzbar und eine Bühne für kleine Auftritte. Das kulinarische Angebot steht unter dem Motto "Bayerisch mit Raffinesse", es ist nicht ganz billig, aber im Schatten der hohen Kastanienbäume lässt sich's gut aushalten am Waldesrand.

Jägerbier für die Großen, Ampertal-Bahn für die Kleinen

schlossallee

Die Ruhe vor dem Sturm: der Biergarten Schloßallee Haag.

(Foto: Sophie Linckersdorff)

"Einer der schönsten und ältesten Biergärten Bayerns." So werben die neuen Betreiber der Haager Schlossallee für sich. Gelegen mitten in der Gemeinde Haag an der Amper im Landkreis Freising bietet der Biergarten mehr als 3200 Sitzplätze unter großen, schattenspendenden Kastanienbäumen. Seit 1926 wird dort Bier ausgeschenkt. Zum Ausschank kommen Biere aus dem Hofbrauhaus Freising mit der Spezialität "Jägerbier", frisch gezapft im Keferloher. Wie es dort aussieht, das kann auch via Youtube sehen. Der Link dazu findet sich unter biergarten-haag.de. Die Betreiber gehen auch auf jüngeres Publikum ein. An einer kleiner Bar werden Cocktails, Aperol-Spritz und Wein angeboten. Wer möchte, isst dazu dann beispielsweise Spanferkelbraten mit Knödl und Krautsalat.

Forellen, Makrelen und auch Saiblinge werden zudem ständig über dem Holzkohlegrill zubereitet. Auf der Speisekarte stehen auch Tagesspezialitäten vom Ochs und Spareribs. Es gibt einen großen Spielplatz mit Wippen und Klettergerüsten und die kleine Besucher können auch mit der Ampertal-Bahn über das Gelände fahren.

Wo der Obazde wohl erfunden wurde

bier

Thront über Freising: das Bräustüberl Weihenstephan.

(Foto: Sophie Linckersdorff)

Vom Biergarten im Weihenstephaner Bräustüberl, ganz oben auf dem Weihenstephaner Berg, hat man einen der schönsten Blicke über Freising. Mitten im Campus des Lehrstuhls für Brauereitechnologie und in unmittelbarer Nachbarschaft zur ältesten Brauerei der Welt befindet man sich hier sozusagen am Ursprung des Bieres. Die Besucher erwarten 500 Plätze unter freiem Himmel und 80 überdachte Plätze im Salettl. Im vorderen Bereich des Biergartens wird auch bedient. Mit der S-Bahn ist der Biergarten von München aus auch gut zu erreichen. Von dort geht man noch etwa 20 Minuten zu Fuß. Kulinarisch bietet das Team alles, was man an so einem Ort erwartet: Fleischpflanzerl, hausgemachte Bratensülze, ofenfrischen Schweinebraten, gegrillte Schweinshaxe, Ochsenbäckchen, Tafelspitz, Wiener Schnitzel oder Zwiebelrostbraten oder gebratene Zanderfilets.

Bekannt ist der Biergarten im Bräustüberl für seinen Obazdn, der hier entstanden sein soll. Von 1920 bis 1958 war Katharina Eisenreich Wirtin auf dem Weihenstephaner Berg. Sie wusste nicht, was sie mit den vielen Camembert-Resten machen sollte. Da kam der Koch auf die Idee, den Käse mit etwas Gewürz zu vermengen, Zwiebeln darunter zu mischen und das Ganze mit einem Schuss Weihenstephaner Bier zu verfeinern. Mittlerweile ist der Belgier Thierry Willems seit mehr als zehn Jahren Wirt im Weihenstephaner Bräustüberl.

Rustikale Einkehr an der Würm

Biergärten dürfen wieder öffnen

Auch der Biergarten de rKraillinger Brauerei ist ein guter Tipp für eine Einkehr.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Mit dem Rad ist es vom Münchner Marienplatz bis zur Kraillinger Brauerei nur eine knappe Stunde, am schönsten ist der Weg über Pasing: Von hier aus folgt man nur noch der Würm entlang in Richtung Starnberger See. Bereits knapp hinter der Münchner Landkreisgrenze stößt man auf die Kraillinger Brauerei. Bis zu 1500 Gäste finden im Schatten der großen Kastanien im Biergarten Platz, wenn Corona-bedingt keine Beschränkungen gelten. Gegessen und getrunken wird an festgeschlagenen Holztischen und -bänken, die ein besonders rustikales Flair in den Wirtsgarten zaubern. Hinzu kommen 160 Plätze an den edel eingedeckten Tischen auf der Terrasse des Lokals. Während hier à la carte gegessen wird und das Servicepersonal sich für die Gäste ins Zeug legt, müssen sich die Biergartengäste selbst an den Verkaufsständen mit Spareribs, Steckerlfisch oder Brotzeit versorgen. Viele Gäste sind Stammkunden, manche kommen alleine wegen der Rouladen. Andere schätzen die Mischung aus bayerischer und Südtiroler Küche. Sollte der Abend zu spät oder der Heimweg zu lang werden: Die S-Bahnhaltestellen Stockdorf oder Planegg liegen nicht allzu weit entfernt.

Auf Tuchfühlung mit Kühen und Schafen

Ein bisschen laufen muss man schon, denn direkt an der Königsdorfer Alm parken, das geht nicht. Die ehemalige Viehweide liegt mitten in einem weitgehend naturbelassenen Waldstück zwischen Geretsried und Königsdorf. Das Radl ist als Verkehrsmittel deshalb die beste Wahl. Wer bei der Anreise auf ein Auto nicht verzichten kann, der stellt dieses am besten am Parkplatz beim nahe gelegenen Bibisee ab und geht die letzte Viertelstunde zu Fuß. Die Wirtsfamilie Schwaighofer vergeltet diesen kleinen Aufwand mit allerhand Biergarten-Klassikern - und das zu sehr verträglichen Preisen. Es gibt Wurstsalat, Käseplatte, Tomatenbrot und an ausgewählten Tagen auch Steckerlfisch. Wenn man Glück hat, ergattert man am Nachmittag auch noch Stück hausgemachten Kuchen.

Die Alm teilt man dabei auch heute noch mit allerhand Tieren: Auf der Weide grasen Schafe, Ziegen - und wer direkt vorne am Holzzaun einen Platz auf den Bierbänken erwischt, dem schaut die Kuh neidisch dabei zu, wie man seine kühle Mass leert. Die Kinder können sich derweil auf dem zur Alm gehörigen Spielplatz austoben. Offen hat der Biergarten allerdings nur am Wochenende, am Samstag von 12 Uhr an, an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr an. Telefonisch zu erreichen ist die Alm unter 08171/812 21, Plätze reservieren kann man unter 08179/99 75 76.

Deutsch-griechisches Doppel (I)

Es ist zwar nicht das Mittelmeer, aber wenigstens ein Meer aus Bäumen, auf das die Gäste des Burg-Cafés im Zornedinger Ortsteil Pöring schauen. Statt Wellenrauschen hört man hier den Wind durch die Wipfel des Ebersberger Forstes blasen - ein idealer Ausgangspunkt für eine Waldwanderung, bevor man hungrig bei Lamprini Vergi einkehrt. Die Wirtin, die selber in der Küche steht, hat das bayerische Weiß-Blau und das griechische Blau-Weiß wunderbar miteinander in Einklang gebracht. Auf der Speisekarte steht der Schweinsbraten genauso wie Souflaki, Currywurst und Calamari. Letztere sind übrigens frisch vom Tintenfisch runtergeschnitten und weit entfernt von panierten Gummiringen, die man sonst häufig vorgesetzt bekommt. Absolut köstlich auch die Moussaka, die im Steintöpfchen serviert wird. Vergi hat den Garten liebevoll mit den Farben ihrer Heimat dekoriert. Zum Weiß-Blau kommt für die Tischsets das Türkis aus Thessaloniki. Abends tauchen Laternen die Location in heimeliges Kerzenlicht. Frieren muss auch niemand. Sinken die Temperaturen unter griechische Sommerwerte, gibt es gasbetriebene Heizstrahler. Im Praxistest haben sich die Sonnenschirme darüber hinaus auch regenschutztauglich gezeigt. Adresse: Burg-Café, Am Burggraben 21, Zorneding, Telefon: 08106/995 34 03.

Deutsch-griechisches Doppel (II)

Der Doppelname der Dorfwirtschaft im kleinen Berganger im südlichen Landkreis Ebersberg ist Programm. Das Wirtshaus heißt: Dorfwirtschaft Berganger und Zum Griechen. 2015 hat Timo Thymioulas mit Frau und Söhnen das Wirtshaus mit idyllischem Biergarten übernommen. Hier werden genauso Knödel gerollt wie Gyros gegrillt. Und am Sonntag dürfen es auch mal Weißwürste sein. Wenn man den Wirt fragen, woher er kommt, dann sagt er zuerst Köln und dann Larissa, den Namen seiner griechischen Heimatstadt. Dort sei er ein Deutscher, sagt er. In Baiern ist er der Grieche. So steht es draußen am Wirtshausschild. Deshalb ist das Lokal auch zweigeteilt: rechts geht's ins griechische Restaurant, links ins bayerische Stüberl. Im Garten, der an den Friedhof grenzt, kommen alle Gäste zusammen. Hier trifft man nach einer Radltour, die man am S-Bahnhof Grafing beginnen kann, auf die Münchner Geschäftsfrau genauso wie auf die Burschen in Tracht. Auf dem Holzkohlegrill brutzeln Fleischspieße und Lammkoteletts, der Berganger-Teller wird mit zartem Schweinesteak, würzigen Gyros, Lammkotelett, Hackfleischsteak und Rinderleber serviert. Adresse: Zum Griechen, Braunatal 2, Baiern, Telefon: 08093/905 69 00.

Kapelle und Kastanien

Vorne der Biergarten, im Hintergrund die Wallfahrtskapelle: Alles dicht beisammen in Mariabrunn.

(Foto: Toni Heigl)

Alle Wege führen nach Rom und die meisten Wege der Dachauer landen früher oder später in Mariabrunn. Die Schlosswirtschaft mit zugehörigem Biergarten liegt direkt an der gleichnamigen Wallfahrtskapelle im Gemeindegebiet Röhrmoos. Man kann entweder hierher wandern oder eine kurze Fahrradtour unternehmen, über Pellheim und Unterweilbach, an Höfen und Feldern kommt man vorbei. Im Biergarten selbst können normalerweise bis zu 800 Gäste unterkommen, in die Schlosswirtschaft mit Terrasse passen insgesamt 170. Ein Spielplatz für die Kleinen ist auch da, und da die Inzidenz in Dachau derzeit unter 35 liegt, kann man auch ohne Test kommen. Im Biergarten herrscht von 11 Uhr an Selbstbedienung, aber auch Wanderer mit eigener Brotzeit sind willkommen. Und wenn am Wochenende schon einmal gutes Wetter ist, kann man es wohl hier, im Schatten der hohen Kastanien, am besten genießen.

Mitten im Landschaftsschutzgebiet

Wer sich an heißen Sommertagen nach einem kühlen Bier sehnt, wird entlang der Amper im Südwesten von Dachau fündig. Dort begrüßt das Restaurant Alte Liebe mit seinem urigen Biergarten jeden, der sich mitten im Landschaftsschutzgebiet vom Stadttrubel erholen will. Vorbei an ruhigen Flussbetten und dem Dachauer Wasserkraftwerk ist die Alte Liebe gut zu Fuß zu erreichen. Als Beginn des Spaziergangs eignet sich der Parkplatz Am Kühberg. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erreicht den Startpunkt vom Dachauer Bahnhof aus nach einer kurzen Busfahrt. Der City-Bus 719 fährt in wenigen Minuten bis zur Haltestelle Festwiese, nur unweit des Parkplatzes. Von dort aus spaziert man die Brunngartenstraße an der Amper entlang, bis die Brücke der Heinrich-Nikolaus-Straße den Fluss kreuzt. Nun geht es am anderen Ufer weiter, bis nach kurzer Zeit eine Abzweigung auf direktem Wege zur alten Liebe führt. Montag bis Sonntag, von 11 bis 21 Uhr, können Spaziergänger die Einkehr hier genießen. Um eine Reservierung wird gebeten.

© SZ vom 05.06.2021/imei
Zur SZ-Startseite

SZ PlusUrlaub in München
:Endlich wieder Campen

Nach Monaten des Lockdowns dürfen Campingplätze wieder öffnen. Auch auf dem von Klaus Bartl in Thalkirchen kehrt das Leben zurück. Besuch bei Wohnmobil-Enthusiasten, Surfern und einem Betreiber, der durchhält.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB