Nürnberger Prozesse

Krise des Völkerrechts
:Allerhöchste Einsturzgefahr

Der Coup von Caracas bestätigt die Diagnose von Christoph Safferling – das Völkerrecht ist bedroht wie nie zuvor. Sein Buch ist zugleich hellsichtige Analyse und eine „Art Selbstanklage“, doch noch möchte er die Hoffnung nicht aufgeben.

SZ PlusRezension von Annette Weinke

80 Jahre Nürnberger Prozesse
:Fünf Frauen, die Weltgeschichte schrieben

Wie eine Völkerrechtlerin, eine Auschwitz-Überlebende, eine Stenografin, eine Technikerin und eine Übersetzerin den Jahrhundertprozess in Nürnberg prägten. Fünf Frauen, fünf Porträts.

SZ PlusVon Max Weinhold Hernandez

Serious Games
:Komm, wir spielen Geschichte

Auf dem Handy kann man jetzt die Nürnberger Prozesse nachspielen, am Computer mit Fritz Bauer Nazis vor Gericht bringen. Wird Vergangenes dadurch wirklich greifbarer?

SZ PlusVon Marie Gundlach

Fernsehen
:Kälte und Arroganz, Teilnahmslosigkeit

Die Begegnung zweier Überlebender und die Geburtsstunde des internationalen Rechts: Das ARD-Drama „Nürnberg 45“ und die Arte-Doku „Auf den Spuren der Geschichte“ fügen der filmischen Verarbeitung der Nürnberger Prozesse Sehenswertes hinzu.

SZ PlusVon Susan Vahabzadeh

Theater
:Das Grauen des Holocaust im Plenarsaal

Das Schauspiel Stuttgart zeigt Peter Weiss’ erschütterndes Sprechoratorium „Die Ermittlung“ im Stuttgarter Landtag. Selten war die Aufmerksamkeit im Theater so hoch wie hier.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Biografie über Erich von dem Bach-Zelewski
:Himmlers Massenmörder

Erich von dem Bach-Zelewski war im besetzten Osteuropa für den Tod Hunderttausender verantwortlich. Seine Strategie der Selbstinszenierung als „Problemlöser“ half ihm auch nach 1945.  Jan Kreutz hat nun die zahllosen Selbstzeugnisse des SS-Offiziers ausgewertet und eine erhellende Biografie vorgelegt.

SZ PlusRezension von Stephan Lehnstaedt

Biografie über Robert Servatius
:Der Lobbyist der NS-Verbrecher

Der Jurist Robert Servatius verteidigte in Nürnberg und Jerusalem NS-Größen mit immer gleicher Taktik. Und er verteidigte sich damit auch selbst, schreibt sein Biograf Dirk Stolper.

SZ PlusRezension von Knud von Harbou

Bücher über das Kriegsende vor 80 Jahren
:In der Niemandszeit

Der Alltag der Menschen in der Ausnahmesituation des Frühjahrs 1945 ist Gegenstand zahlreicher Bücher zum Kriegsende. Doch nur Tagebucheintrag an Tagebucheintrag zu reihen, reicht nicht für eine große Erzählung zwischen Katastrophe und Neubeginn.

SZ PlusRezension von Robert Probst

Theater
:Familienfeier für einen Schreibtischtäter

Das Theater Oberhausen verbindet in „Bruder Eichmann / Geschwister Eichmann“ zwei Texte über den Administrator des Holocaust. Ein Abend über die Banalität des Bösen.

SZ PlusVon Alexander Menden

Gestürzte Diktatoren
:„Mein Gewissen ist rein“

Was mit Diktatoren wie Baschar al-Assad nach ihrem Sturz geschah – die meisten wurden von ihren Verbrechen eingeholt. Ein Blick in die Geschichte.

SZ PlusVon SZ-Autorinnen und -Autoren

Gefängnis der NS-Kriegsverbrecher
:„Wer mal in dem Bau war, dem blutet das Herz“

Nürnberg sollte Weltkulturerbe werden, dort fanden die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher statt. Doch daraus wird nichts, auch weil das historische Gefängnis verfällt. Ein Architekt hatte schon 2014 auf den Handlungsbedarf hingewiesen – ohne Erfolg.

SZ PlusInterview von Olaf Przybilla

Memorium Nürnberger Prozesse
:Warum Nürnberg kein Welterbe wird - trotz des Gerichts über Naziverbrecher

Nürnberg hat seit Jahren auf den Titel Unesco-Weltkulturerbe gehofft. Doch daraus wird wohl nichts. Trotz - oder wegen - des Saals 600.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

Wirtschaftswunderjahre
:Nürnbergs Neuanfang nach der Zerstörung

Die Stadt streitet gerade heftig über Essenzielles – oder sind das doch eher komplette Nichtigkeiten? Ein neuer Bildband des Stadtarchivs hilft wirkungsvoll beim Einordnen. Er zeigt Nürnberg wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Von Olaf Przybilla

Nationalsozialismus
:Der Schöngeist und die Kriegsverbrechen

Der Neuburger Komponist Paul Winter wird in seiner Heimatstadt vielfältig geehrt: auf Straßenschildern, in Schulen und Tänzen. Doch neue Forschungen enthüllen seine belastende NS-Vergangenheit - und werfen unbequeme Fragen auf.

SZ PlusVon Thomas Balbierer

Rechtsextremismus
:Rechter Terror - eine Münchner Fortsetzungsgeschichte

Eine Wanderausstellung im NS-Dokumentationszentrum stellt die Perspektive der Opfer und Hinterbliebenen in den Mittelpunkt. Manche lokale Aspekte verlagert sie aber zu stark ins Rahmenprogramm.

SZ PlusVon Martin Bernstein

Albert Speer
:Die Lügen des Lieblingsnazis

Die Dokumentation Obersalzberg zeigt eine Sonderausstellung über Hitlers Rüstungsminister Albert Speer und dessen Karriere in der Bundesrepublik.

Von Matthias Köpf

Geschichte Bayerns
:Platz in Nürnberg wird nach Benjamin Ferencz benannt

Er war der letzte lebende Chefankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen: Nun wird dem 2023 gestorbenen Juristen der Ort vor der Erinnerungsstätte gewidmet.

Bayerische Geschichte
:Im Widerstand - und fast vergessen

Den bis heute letzten jüdischen Landtagsabgeordneten Max Süßheim kennen nur noch wenige. Und das, obwohl er wie kaum ein anderer dem Nürnberger NS-Haupthetzer Julius Streicher die Stirn geboten und ihn für ein paar Wochen hinter Gitter gebracht hat. Warum diese Missachtung? Eine Rekonstruktion.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

Ukraine
:Ermittlungen gegen das "Verbrechen aller Verbrechen"

In Den Haag wird es ein Zentrum geben, das Beweise für den russischen Angriffskrieg sammelt. Kommt ein Sondertribunal für russische Kriegsverbrecher? Wird auch Putin verfolgt? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Von Leopold Zaak

Das Politische Buch
:Chronisten der "Endlösung"

Die Standardwerke von Eugen Kogon und Raul Hilberg erscheinen in einer Neuauflage. Heute sind sie Klassiker der Forschung, doch vor allem Hilbergs Analyse wurde jahrzehntelang in Deutschland nicht anerkannt - weil sie sehr unbequeme Wahrheiten enthielt.

Rezension von Knud von Harbou

Nachruf
:Vorkämpfer für das Völkerrecht

Nicht nur sein Alter hat Benjamin Ferencz zu einem "Jahrhundertzeugen" gemacht. Nun ist der "letzte lebende Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen" mit 103 Jahren gestorben.

Von Robert Probst

Benjamin Ferencz
:Letzter Chefankläger der Nürnberger Prozesse ist tot

Der US-Jurist leitete 1947 das Verfahren gegen SS-Einsatzgruppen, die in der Sowjetunion Hunderttausende Menschen töteten. Nun starb er im Alter von 103 Jahren.

Uwe Neumahr: "Das Schloss der Schriftsteller"
:German Schrecklichkeit

Ein fesselndes Buch über die Nürnberger Prozesse 1946, die prominenten Berichterstatter von Erika Mann bis Willy Brandt und ihren Umgang mit dem Unsagbaren.

SZ PlusVon Joachim Käppner

Klimakatastrophe
:Denn sie wussten, was sie tun

Der Ölkonzern Exxon Mobil wusste schon in den Siebzigern über die menschengemachte Klimakrise bestens Bescheid, streute aber noch Jahrzehnte Zweifel. Sollten die Verantwortlichen vor Gericht?

SZ PlusVon Felix Stephan

Nürnberg
:Schwebender Hain vor Weltgeschichte

Der Vorplatz am Nürnberger Saal 600 soll künftig ganz anders aussehen - womöglich ein Mosaikstein auf dem Weg der Stadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Von Olaf Przybilla

Nürnberger Prozesse
:"Wir wollten hier kein Disneyland"

Der Saal 600 soll Nürnberg zur Welterbestadt machen, dort wurden NS-Verbrecher wie Hermann Göring verurteilt. Wie sehr darf man ihn verändern? Über einen historischen Ort und seinen Platz in der Gegenwart.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

MeinungNationalsozialismus
:Mörderjuristen

Die ersten der zwölf Nürnberger Nachfolgeprozesse endeten vor 75 Jahren. Ihre Bedeutung schwindet heute nicht, sie wächst.

SZ PlusKolumne von Norbert Frei

Memorium Nürnberger Prozesse
:Der ignorierte Rechtsterrorismus

Der vereitelte SS-Anschlag auf den Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozess? Der Brandanschlag von Schwandorf mit vier Toten? Viele rechtsextremistische Anschläge sind nie ins kollektive Bewusstsein gelangt, wie nun eine verstörende Ausstellung dokumentiert.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

1946
:Freiheit von Willkür und Gewalt

Drei Freisprüche, sieben Gefängnisstrafen, zwölf Todesurteile: Die Urteile im Nürnberger Prozess 1946 gegen die Spitzen des NS-Regimes waren keine "Siegerjustiz", wie manche meinten. Das Verfahren setzte Maßstäbe und beeindruckte viele Prozessbeobachter.

Von W. E. Süskind

Neonazistisches Attentat in Nürnberg
:Elf Minuten Terror

Ein Neonazi erschießt mitten in Nürnberg drei Menschen, die er als "Ausländer" zu erkennen glaubt. Fast 40 Jahre nach der Tat sucht das Memorium Nürnberger Prozesse nach Zeugen. Wie konnte ein solches Verbrechen in Vergessenheit geraten?

SZ PlusVon Olaf Przybilla

Stahlindustrie
:Krupp-Stiftung lässt Nazi-Vergangenheit aufarbeiten

Die Großaktionärin von Thyssenkrupp will mehr über den letzten Inhaber der Firma Krupp erfahren, einen Kriegsverbrecher.

Von Benedikt Müller-Arnold

MeinungNationalsozialismus
:Mord mit anschließendem Frühstück

Das Protokoll der Wannsee-Konferenz ist das bekannteste Dokument des deutschen Judenmordes. Doch seine Bedeutung ist auch 80 Jahre später nicht ganz geklärt.

SZ PlusKolumne von Norbert Frei

"The Witness-Machine Complex" im Kunstverein Nürnberg
:Das Schweigen der Mitschrift

Der Künstler Lawrence Abu Hamdan zeigt, wie die Technologie, die bei den Nürnberger Prozessen zum Einsatz kam, die Sprache der Zeugen und Täter beeinflusst hat.

Von Gürsoy Doğtaş

Nürnberger Prozesse
:Großes literarisches Gespür

Tukan-Preisträger Fridolin Schley liest in Pullach

75 Jahre Nürnberger Prozesse
:Peinlich späte Erkenntnis

Das war legal. Das war befohlen. Das ist nicht strafbar: Die deutsche Rechtswissenschaft hat viel zu lange mit den völkerrechtlichen Prinzipien von Nürnberg gehadert, die sie heute zum 75. Jahrestag der Urteile umarmt.

Von Ronen Steinke

Theater
:Spurensuche im Unbegreiflichen

"Saal 600": Ein Dokumentarstück am Ort der Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozesse wühlt auf. Und es fördert eine neue Erkenntnis über das schäbige Verhalten deutscher Versicherungsunternehmen zutage.

Von Egbert Tholl

Dachauer NS-Prozesse
:Kein Schuldbewusstsein

Die Dachauer Prozesse deckten die Beteiligung deutscher Bürger am KZ-System auf. Die Verfahren hätten eine Chance sein können. Der Historiker Robert Sigel erklärt, warum sie nicht genutzt wurde.

SZ PlusInterview von Thomas Radlmaier

NS-Verbrechen
:Die vergessenen Prozesse

Die Dachauer Militärgerichtsverfahren, die vor 75 Jahren begannen, stehen im Schatten des Nürnberger Tribunals gegen die Nazi-Elite. Sie aber haben das KZ-System und die Beteiligung ganz normaler Deutscher aufgedeckt. Ein Rückblick.

Von Thomas Radlmaier
01:40

Nürnberger Prozesse
:"Verhaltet euch wie Menschen"

Benjamin Ferencz war Chefankläger im Einsatzgruppenprozess bei den Nürnberger Prozessen.

Video von Annika Sehn

Meinung75 Jahre Nürnberger Prozesse
:Eine Idee, die die Welt veränderte

Es gibt Verbrechen von solch universeller Eindeutigkeit, dass kein staatliches Gesetz es vermag, sie zu legalisieren. Aus dieser Idee wurde vor 75 Jahren Wirklichkeit. Leider wird sie immer wieder verraten - bis heute.

Kommentar von Ronen Steinke

Zeitgeschichte
:Das Vermächtnis von Saal 600

Vor 75 Jahren begannen in Nürnberg die Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher. Der Gerichtssaal soll nun Weltkulturerbe werden.

Von Olaf Przybilla

1946: Nürnberger Prozesse
:Die Mächtigen vor Gericht

18 Mal öffnet sich die Tür im Gerichtssaal, herein treten Nazis wie Göring, Speer und Heß. Es ist ihr letzter Auftritt. Wie unser Berichterstatter die Urteilsverkündung in Nürnberg erlebte.

SZ PlusW.E.Süskind und Birgit Kruse (Digitale Umsetzung)

1946: Nürnberger Prozesse
:Die Mächtigen vor Gericht

18 Mal öffnet sich die Tür im Gerichtssaal, herein treten Nazis wie Göring, Speer und Heß. Es ist ihr letzter Auftritt. Wie unser Berichterstatter die Urteilsverkündung in Nürnberg erlebte.

SZ PlusVon unserem Sonderberichterstatter W. E. Süskind

Geschichtskrimi
:Wengenmairs letzter Weg

Anthropologen, Historiker und Archäologen rekonstruieren 506 Jahre nach der Tat einen Mord, in den die Nürnberger Stadtspitze verstrickt war. Die Geschichte eines Cold-cold-cold-Cases.

Von Olaf Przybilla

Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse
:Nazi-Führung vor Gericht

Göring, Speer, Dönitz und anderen Nazi-Größen wurde zwischen November 1945 und Oktober 1946 der Prozess gemacht. Die Hauptangeklagten und die Urteile im Überblick.

Von Oliver Das Gupta

Nürnberg
:Das letzte Urteil ist gesprochen

Im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes wurden NS-Kriegsverbrecher und "normale" Kriminelle verurteilt. Nun wird er ein Museum - und könnte zum Weltkulturerbe erklärt werden.

Umstrittener Tutzinger Cellist Ludwig Hoelscher
:Nachlass geht an die Staatsbibliothek

Der ehemals weltbekannte Musiker stand dem NS-Regime nahe und profitierte von seiner NSDAP-Mitgliedschaft.

Von Manuela Warkocz

Übersetzer
:So wichtig waren die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen

Ohne sie wäre das Tribunal nach dem Zweiten Weltkrieg womöglich erst Jahre später zu Ende gegangen. Eine Ausstellung in Landshut gibt Einblicke in die belastende Arbeit der Übersetzer.

Von Hans Kratzer

NS-Ideologe Alfred Rosenberg
:Hitlers fanatischer Philosoph

Die Tagebücher des NS-Chefideologen Rosenberg tauchten erst 2013 auf - und bilden die Grundlage für eine neue Biografie. Demnach pries er noch kurz vor seiner Hinrichtung das Nazitum als "edelste Idee".

Rezension von Ludger Heid

Kronzeuge bei Nürnberger Prozessen
:"Ich muss für die sprechen, die sie ermordet haben"

Der Österreicher Erwin von Lahousen vom Geheimdienst der Wehrmacht ist derjenige, der die Nazi-Größen bei den Nürnberger Prozessen schwer belastet - Hermann Göring kann seine Wut kaum zügeln.

SZ PlusVon Paul Munzinger und Oliver Das Gupta

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