Ein pensionierter Gastrokritiker greift endlich richtig durch – und wird selber Koch in einem Gasthaus, in dem es ihm nicht geschmeckt hat: Jens Sparschuh erzählt in seinem Brandenburg-Roman „Der Waldmeister“ vom Neuanfangen.
Literatur
:Die Formel für ein besseres Leben
Peggy Mädlers Roman „Selbstregulierung des Herzens“ ist ein Panorama ostdeutscher Lebensläufe – und eine Geschichte der Kybernetik in der DDR.
Zum Tod von Peter Schneider
:„Er wusste um seine vielen Freunde“
Der Schriftsteller verstarb am Dienstagabend nach langer Krankheit. Der Regisseur Volker Schlöndorff erinnert an Schneiders letzte Tage in Berlin und an 50 Jahre Freundschaft.
Romantasy
:Kommt in unsere Arme
Es gibt derzeit keine Bücher, die erfolgreicher sind sind als Romantasy Novels. Und wohl keinen besseren Ort, sie zu verstehen, als den Fantasy-Ball in München. Ein Besuch ohne Verkleidung.
Literatur
:Rette mich vor meinen Wünschen
Romance-Novels verkaufen sich rasend gut, manche Autorinnen sind damit zu Superstars geworden. Aber eins nimmt die Fangemeinde ihnen übel: wenn sie zu viel über sich selbst reden. Wie Colleen Hoover in ihrem neuen Erotikthriller „Woman Down“.
Belletristik
:Wir sind ein Mädchen
Literatur, aber als olympische Disziplin: Die Debütautorin Son Lewandowski schreibt im aufsehenerregenden Roman „Die Routinen“ aus der Innensicht von Profiturnerinnen über Ruhm und Missbrauch im Leistungssport.
Literatur-Jubiläum
:Lest Marie Luise Kaschnitz, sofort
Vor 125 Jahren wurde die Dichterin und Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz geboren. Ihr Werk ist nicht mehr präsent – dabei wären ihr Duktus der Klarheit, ihre Gabe der Beobachtung heute aktueller denn je.
Influencer
:Macht das glücklich?
Influencerin ist ein Beruf für Powerfrauen: Sie zeigen perfekte Bilder aus ihrem wunderbaren Leben in den sozialen Medien. Ein aktuelles Genre der Unterhaltungsliteratur weiß von Tragödien hinter den Kulissen.
Literatur
:Ein Versuch, poetisch zu leben
Der belgisch-flämische Autor Stefan Hertmans sollte dringend mehr Aufmerksamkeit bekommen. Sein neuer Roman „Dius“ erzählt von zwei kunstsinnigen Freunden, die sich mit alter Musik und Malerei aus der Gegenwart zurückziehen.
Literatur
:„Ich misstraue dem Happy End“
Julian Barnes hat mit seinen Romanen verändert, was im literarischen Erzählen möglich ist. Jetzt leidet der Brite unter einer seltenen Krankheit, sein Buch „Abschied(e)“ soll ein „letztes Gespräch“ mit den Lesern sein. Zeit für ein paar Worte davor.
Einzelhandel
:Buchhändler haben 2025 weniger Bücher verkauft
Der Umsatz des deutschen Buchhandels ist im vergangenen Jahr um knapp drei Prozent gesunken. Nur in einem Genre gab es Zuwächse.
Literatur
:Erste in der Ich-Klasse
Sie schrieb das erfolgreichste Debüt seit der „Blechtrommel“ und machte ihren Verleger reich – später wurde bei Brigitte Schwaiger eine Borderline-Störung diagnostiziert, sie galt als schwierig, wurde vergessen. Jetzt ist ihre Wiederentdeckung in voller Blüte, endlich!
Literatur
:Vergessen Sie alles, was Sie über die Welt wussten
Alle lesen Fantasy-Romane, aber wenn einer sich wirklich auf die Flucht aus der Realität versteht, dann César Aira. Sein Roman „Der Hase“ zeigt: Er muss endlich den Literaturnobelpreis bekommen.
Literatur
:Niemand weiß, wie man alt wird
Ihr größter Erfolg brachte Natascha Wodin in ihren Siebzigern noch eine neue Liebe. Ein Glück, oder? Schonungslos erzählt die Schriftstellerin jetzt von den Gebrechen einer späten Beziehung und teilt gegen einen populären Bestseller zum Thema aus.
„Heimat“ von Hannah Lühmann
:Sie wollten so gerne ins Grüne
Hannah Lühmann entblättert in „Heimat“ bemerkenswert vergnüglich, wie eine junge Mutter auf dem Land in den Sog der Tradwives und deren traditioneller Rollenbilder gerät.
Literatur
:Sein einziger Roman
Der argentinische Journalist Jorge Barón Biza musste mitansehen, wie die Ehe seiner Eltern in einer Gewalttat endete. Drei Jahrzehnte später verarbeitete er die entsetzliche Tragödie zu Weltliteratur.
Literatur
:„Aber waren Sie schon mal im Kink?“
Jamaica Kincaid ist eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen – und unter den bekannten mit Sicherheit die unkonventionellste. Eine unterhaltsame Begegnung in der American Academy am Ufer des Wannsees.
Literatur
:Ein Dackel der Geschichte
Noch immer sind so viele Schicksale des 20. Jahrhunderts nicht erzählt. Aber die Geister der Erinnerung leben unter uns, zeigt der Schriftsteller Marko Dinić – in seinem beeindruckenden Roman „Buch der Gesichter“ und bei einem Spaziergang in Wien.
Literatur
:„Menschen haben keine Wurzeln, sie haben Beine“
Was ist echt an der Gegenwart, was ist nur gespielt? Man sollte sich nie sicher sein, erzählt Peter Stamm, der Schweizer Meister des Unausgesprochenen, in den neun neuen Geschichten seines Bandes „Auf ganz dünnem Eis“.
Neuer Roman
:Spaniens gestohlene Kinder
Von Franco bis in die 80er-Jahre wurden in Spanien Hunderttausende Neugeborene ihren Müttern entrissen und verkauft. Die Münsinger Autorin Heike Papenfuss deckt in ihrem Debütroman „Meine Cousine Marta“ dieses dunkle Kapitel auf.
Literatur
:So redet man aneinander vorbei
Percival Everett hat mit „Dr. No“ eine ironische Etüde über das Nichts geschrieben. Kann der Roman seinem Meisterwerk „James“ das Wasser reichen?
Literatur
:Im Sound einer Unicef-Spendenbroschüre
Der Literaturnobelpreisträger J. M. G. Le Clézio berichtet in seiner Geschichtensammlung „Neues von den Unerwünschten“ herzzerreißend vom Unrecht der Welt. Das ist schön – solange man keine literaturkritischen Maßstäbe anlegt.
Literatur und Kunstfreiheit
:Die Räume werden enger
Wie viele Romane oder Romanpassagen werden nie gedruckt, weil Juristen vorher einschreiten? Ein Blick in die Welt der Verlagsjustiziare, die immer wichtiger wird in einer veränderten Öffentlichkeit.
Wiederentdeckung
:Die Zeugin, die keiner hörte
Lange kannte die Literaturgeschichte sie nur als Geliebte von Gottfried Benn, jetzt ist Mopsa Sternheims eigener, einziger Roman „Das Jahr der Spinne“ endlich zu lesen: ein Buch von historischem Gewicht.
Literatur
:„Sei kein braves Mädchen“
Die indische Bestsellerautorin Arundhati Roy hat eine Autobiografie geschrieben, die sich wie ein Roman liest. Die Hauptrolle spielt ein schlaues Scheusal, das man achten, fürchten und lieben lernt – ihre Mutter.
Schriftsteller Martin Suter
:„Man hat dann ein schlechtes Gewissen: Jetzt ist sie tot, und ich bin so glücklich“
Der Schriftsteller Martin Suter über die Trauer um seine Frau, skurrile Unterhaltungen mit Chat-GPT – und warum eine Gesellschaft viel verliert, die nur noch wenig liest.
Literatur
:Prüderie ist hier nicht vorgesehen
Ein wilder Sprachstrom zwischen Koran und Kafka, Türkei und schwulem Berlin: Mit „Hundesohn“ hat Ozan Zakariya Keskinkılıç ein erstaunliches Romandebüt vorgelegt.
Literatur
:„Fühle dich umromt, Du schöne Stadt“
Mit der neuesten Folge seiner autobiografischen Bücher ist Peter Wawerzinek für den Deutschen Buchpreis nominiert: Er schreibt über seine Krebsdiagnose, die Vergänglichkeit – und eine Wiederkehr in die italienische Hauptstadt zu zweit.
Literaturverfilmung
:Kick in den Magen
Worin liegt der Erfolg von Caroline Wahl? Auf diese Frage liefert auch die Verfilmung ihres Romans „22 Bahnen“ keine echte Antwort. Dafür kommt man den Figuren extrem nahe.
Roman
:Was alles besser geworden ist
Jochen Schmidt mag Listen. Und zum dritten Mal erzählt der Schriftsteller nun schon aus dem Leben des hypersensiblen Ex-Ostdeutschen Richard Sparka. Man muss ihn einfach lieben.
Roman
:„Jeder kann der Nächste sein“
Albert Ostermaier schreibt einen Roman „mit“ Pier Paolo Pasolini. Und spiegelt eine eigene Missbrauchserfahrung in der unglücklichen Liebe des Regisseurs und Dichters.
Literatur
:„Es ist mein Körper, der da liegt“
Darf man nur erzählen, was einen persönlich betrifft? In ihrem für den Deutschen Buchpreis nominierten staunenswerten Roman „Die Holländerinnen“ erzählt Dorothee Elmiger von einem Selbstversuch mit dem „Echten“ in der Kunst.
Literatur
:Auch Autoren unter den Opfern
Neben Exil und Verfolgung mussten Schriftsteller im 20. Jahrhundert vor allem eines fürchten: den Straßenverkehr. Schicksalhafte Kollisionen und was sie in der Literaturgeschichte angerichtet haben – eine unvollständige Werkschau.
Gegenwartsliteratur
:Wir schaffen das!?
In Gaea Schoeters Roman „Das Geschenk“ bringen 20 000 Elefanten die deutsche Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Völlig absurd erscheint das nur, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat.
Buchmarkt
:Hier schrieb ein Mensch
Mit den Fortschritten der künstlichen Intelligenz wird die Zahl KI-generierter Bücher explodieren. Jetzt sollen Gütesiegel bezeugen, was noch von echten Autoren stammt. Eine hilflose Antwort?
Nachkriegsgeschichten
:Triggeralarm!
Mitgeweint muss werden: Die neuen Erzählungen des Briten Graham Swift wollen an unsere Gefühle ran. Spricht das nun für oder gegen sie?
Nachruf
:Der lachende Riese
Er wurde verfolgt, eingesperrt, mit dem Tode bedroht, doch Ngũgĩ wa Thiong’o ließ sich nicht zum Schweigen bringen und hätte längst den Nobelpreis verdient gehabt. Jetzt ist einer der größten Autoren Afrikas gestorben.
Literatur
:Lasst uns doch reden
Katja Riemann startet ihr Romandebüt „Nebel und Feuer“ als Therapierunde mit vier Frauen, schweift dann aber ab und verliert sich in Geschlechterklischees.
Exilliteratur
:„Frauen müssen lügen“
Späte Wiederentdeckung eines in Auschwitz Ermordeten: Juri Felsens Roman „Getäuscht“ gibt es endlich auch auf Deutsch. Das Werk des russischen Proust ist ein Buch über die Liebe.
Martin Mosebachs Roman „Die Richtige“
:Seine Kunst fordert Blut
Die Hauptfigur in Martin Mosebachs Roman „Die Richtige“ ist ein unerträglich egomanes Malergenie. Da liest man durchaus Selbstironie durch - aber auch ein „mea culpa“?
Ismail Kadares letztes Buch „Der Anruf“
:Hallo, hier spricht Ihr Diktator
In seinem letzten Buch „Der Anruf“ versuchte der albanische Schriftsteller Ismail Kadare, ein Rätsel der Weltgeschichte zu lösen, das ihn lebenslang umtrieb. Und hat dabei der Unsterblichkeit seines Berufsstands, der Dichter, noch ein Denkmal gesetzt.
Kristine Bilkaus Roman „Halbinsel“
:Ihr werdet es nicht besser haben
Was, wenn das gute Leben scheitert, das man den Kindern versprochen hat? Kristine Bilkaus Mutter-Tochter-Roman „Halbinsel“ stellt die richtigen Fragen in Zeiten der Klimakrise – merkwürdig verhalten.
Katja Petrowskaja: „Als wäre es vorbei“
:Raketeneinschlag und nichts zuckt
Wir haben uns an den Krieg in der Ukraine längst gewöhnt. Die Fotokolumnen der Schriftstellerin Katja Petrowskaja zeigen: nichts ist normal, nichts ist vorbei.
Annett Gröscher: „Schwebende Lasten“
:100 Leben in einem
Blumenhändlerin, Mutter, Weltkriegsüberlebende, Kranfahrerin: Annett Gröschner hat mit „Schwebende Lasten“ einen einzigartigen Roman geschrieben – darüber, was eine Frau zu leisten im Stande ist.
Helene Brachts Essay „Das Lieben danach“
:Hört hin!
Ist endlich der Moment für eine ehrliche Auseinandersetzung mit Missbrauch an Kindern gekommen? Das lässt das große Interesse am Essay „Das Lieben danach“ der Psychologin Helene Bracht und ähnlichen Werken hoffen.
Schriftstellerin Lena Schätte
:Wir sind halt nicht wie die
Lena Schätte arbeitet als Psychiatriekrankenschwester in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Und hat einen unglaublich guten Roman über das Aufwachsen mit einem alkoholkranken Vater geschrieben – im Café eines Hagebaumarkts. Ein Ortsbesuch.
Interview mit Autorin Yasmina Reza
:Verlieren wir die Kontrolle, Frau Reza?
Wenn normalen Menschen die Sicherungen durchbrennen: Für ihre Geschichten recherchiert Yasmina Reza seit mehr als einem Jahrzehnt in Gerichtssälen. Ein Gespräch über Leidenschaften, Entgleisungen und eine Gegenwart, mit der Schriftsteller kaum noch konkurrieren können.
Christine Wunnickes Roman „Wachs“
:Die Anatomin entdeckt die Liebe
Christine Wunnicke ist die unübertroffene Meisterin schmaler historischer Romane für Fans des Grotesken: In ihrem Buch „Wachs“ sieht man, wer am modernen Wissen über den weiblichen Körper eigentlich mitgearbeitet hat.
Christian Krachts Roman „Air“
:Ein luftiges Märchen vom Sterben
Der frühere Popliterat Christian Kracht betrachtet das Altern seiner Kunst - und schreibt zum Trost ein Kinderbuch von Astrid Lindgren als Roman für Erwachsene neu: „Air“ ist ein spielerisches, melancholisches Vergnügen.
Uwe Timm über seinen Freund Günter Herburger
:Jetzt würde ich gern mit ihm reden
Er schrieb und lief, und mit vielen großen Werken teilt seines ein ungerechtes Schicksal: kaum gelesen zu werden. Eine Erinnerung an meinen einzigartigen Weggefährten Günter Herburger.