:„Mir bringt das jedes Mal Hoffnung, auch an die Menschheit an sich“
Wie kann wieder mehr Kollaboration in der Welt entstehen? Wenn das einer weiß, dann wohl Mike D, Mitgründer der brillanten „Beastie Boys“, der dazu gerade eine Ausstellung leitet.
Architektur
:Alternative für Krüppelwalm-Deutschland
Wer davon träumt, bisschen kalifornischer zu leben: Das legendäre Eames House wird jetzt in Mailand als Bausatz vorgestellt. Wäre dringend auch was für deutsche Stadtränder.
Interview mit Dimitré Dinev
:„Was in Bulgarien passiert, ist eine Warnung für ganz Europa“
Mehr als 1000 Seiten, 13 Jahre lang mit der Hand geschrieben: In „Zeit der Mutigen“ lässt Dimitré Dinev Menschen an der Geschichte verzweifeln – er selbst verzweifelt am Zerfall der Demokratie in Osteuropa. Ein Gespräch vor der Wahl in seinem Heimatland.
Food-Trend Ube
:Lila ist das neue Grün
Matchafarben war mal, wird auf einmal alles lila: Kaffeeläden, Supermärkte, Social-Media-Feeds. Über die Farbe der Stunde.
Kino
:Wie man Milliardärinnen ausbeutet
Eine fantastische Isabelle Huppert spielt „Die reichste Frau der Welt“, nach einem realen Skandal um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Die Mechanismen der Macht lassen sich hier fast wie am lebenden Objekt studieren.
Debatte
:Ich bring’ dich um
Scheck, der Wal Timmy, und heißt der Dings nun Leitmayr oder Wachtveitl? Merke: Eine Feuilletondebatte geht nur zu Ende, wenn eine neue Feuilletondebatte beginnt. Wie gut, dass es dieses erstaunliche Ressort gibt!
Musik
:Kastl für jedermann
Ein Orchester im Kleinformat, das Instrument der Heimatlosen, überallhin mitnehmbar: Maxi Pongratz erklärt seine Liebe zum Akkordeon – dem Instrument des Jahres 2026.
Notizen aus meinem Leben
:Akkordeon-Amore
Unsere Kolumnistin spielte schon das Instrument des Jahres 2026, als Mädchen noch Röcke tragen mussten und Musiklehrer das „Horst-Wessel-Lied“ üben ließen: Folge sechs von „Heidenreichs Fundstücken“.
Debatte
:God bless America
Ausgerechnet ein Mann des Glaubens schwingt sich in diesen Tagen zum Retter der Vernunft auf: Warum selbst Kirchenkritiker in all dem Trump-Wahnsinn große Hoffnungen in Papst Leo XIV. setzen.
Marina Abramović: „Balkan Erotic Epic“
:Die Macht der Vulva
Einen halben Kilometer lang standen Menschen für die Eröffnung der Soloschau von Marina Abramović in Berlin an – um dann viele bloßgelegte Genitalien zu sehen. Ob es sich gelohnt hat? Ein Besuch nach vorbereitendem Gespräch mit der Künstlerin.
Frauen in der Literatur
:Ich auch! Ich auch!
Alle reden über Ildikó von Kürthy, weil sie von Denis Scheck desavouiert worden ist. Aber wie liest sich ihr Buch „Alt genug“ denn nun? Und macht Christiane Rösingers eben erschienenes „The Joy of Ageing“ Lust darauf, älter zu werden?
Film
:Filmtipp-Finder
Sie freuen sich auf einen entspannten Filmabend - wissen aber nicht, was Sie anschauen sollen? Der SZ-Filmtipp-Finder wählt aus über 3500 Kritiken der Redaktion aus und macht Ihnen passende Vorschläge. Film ab!
Weitere Artikel
Film
:Therapie als Detektivspiel
In „Paris Murder Mystery“ will Jodie Foster als Psychotherapeutin den Tod einer Patientin aufklären. Man lernt: Ihr Beruf ist gefährlicher, als man glauben mag.
Film
:Ein Knoten im Kopf, einer im Herzen
Leif Randt schrieb mit „Allegro Pastell“ einen Roman für die Instagram-Generation – über die Liebe und vorauseilende Wehmut. Anna Roller hat nun angemessen indie-romantische Bilder für diese Geschichte gefunden.
Kinderoper
:Hört mal zu
Wie begeistert man junge Zuschauer für die Oper? Ein Blick nach Hamburg, wo sie es mit Avantgarde-Musik von Karlheinz Stockhausen probieren. Klappt gut.
Literatur
:„Schmeißt ihn mir raus!“
Prominente Autoren wie Virginie Despentes und Bernard-Henri Lévy verlassen unter Protest den französischen Verlag Grasset, weil der rechtsidentitäre Multimilliardär Vincent Bolloré dort den erfahrenen Verleger entlassen hat. Seine politischen Ziele dabei sind klar.
Lena Dunham
:Für immer euer Mädchen, Lena
Mit dem Erfolg von „Girls“ begann für Lena Dunham die beste Zeit ihres Lebens. Und die schlimmste – die sie im Memoir „Famesick“ nun verarbeitet hat. Ihre Lesung in Brooklyn gleicht einer Selbsthilfegruppe für Millennials.
Michel Houellebecq
:Mann des Jahres 2026
Skandalautor? Wrack? Nein: Supermann. Michel Houellebecq brilliert in Frankreich als sehr besonderer Experte in dunklen Zeiten. Sein Credo: Es lebe die Literatur, es lebe das Chanson!
Restitution
:Kunstraub gilt nun als Bruch internationalen Rechts
Ein neues Gesetz erleichtert es amerikanischen Staatsbürgern, NS-Raubkunst ihrer Vorfahren zurückzuerlangen – auch aus deutschen Sammlungen. Wird es die Gerechtigkeit bringen, auf die sie so lange warten mussten?
Streaming
:Der lustigste Film des Jahres
Die Komödie „Balls Up“ ist so blöd, dass es sich nur um ganz große Kunst handeln kann. Nicht nur wegen eines merkwürdigen Kondoms, sondern vor allem wegen des göttlichen Gastauftritts von Sacha Baron Cohen.
Debatte
:So funktioniert Kampfsport
Wie kann eine bürgerliche Politik in Zeiten der neurechten Gegenrevolution aussehen? Eines scheint sicher: Entlang alter Gewissheiten wie der Brandmauer wird sie sich nicht ausrichten lassen.
Iran-Krieg
:Comical Donald
Die Siegesmeldungen des US-Präsidenten zum Iran-Krieg werden immer bizarrer. Das kannte man bisher vor allem von Machthabern aus dem Nahen Osten. Steht Trump ihnen näher, als er selbst annehmen mag?
Kino
:Und es lohnt sich eben doch
Eine Clownin verliert ihren Mann und ihre Kinder bei einem Verkehrsunfall, trotzdem will sie weiter am Leben teilnehmen. Die Geschichte hinter dem Buch „Vier minus drei“ bewegte Österreich – nun hat Adrian Goiginger sie auf meisterhafte Weise verfilmt.
Pop
:„Unsere Kultur ist besessen vom Ideal der Sicherheit“
Ein Mann vermisst das Abenteuer. Und singt neue Lieder, die die alte Glorie zumindest künstlerisch wieder aufleben lassen: Begegnung mit Joe Jackson, der ein fantastisches neues Album hat.
Kinderliteratur
:Wichtigster Kinderbuchpreis der Welt für Jon Klassen
Der kanadische Autor und Illustrator bekommt den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis. Berühmt machte ihn eine schräge Trilogie über einen Bären und einen verlorenen Hut.
Oper
:Finale im Geschlechterkampf
So geht Oper als Kommentar zur Gegenwart: Tobias Kratzer inszeniert „Frauenliebe und -sterben“ in Hamburg.
Stipendien
:Man muss es nur wollen
Was wird aus dem Haus von Jürgen Habermas in Starnberg? Eine Villa Massimo wie in Rom, eine Villa Aurora wie in Los Angeles oder ein Haus Wittgenstein wie in Wien? Am besten alles auf einmal.
Debatte
:Im siebten Kreis der Hölle
Trump ist nicht der erste irdische Herrscher, der mit einem Papst aneinandergerät. Offenbaren seine Aggressionen gegen Leo XIV. seine Hilflosigkeit gegenüber der moralischen Institution Kirche?
Literatur
:Eine Million Euro für ein Buch? Ja, bitte
Der spanische Flughafenbetreiber Aena zeichnet einen Roman mit einer ungewöhnlich hohen Summe aus. Ist das unanständig? Im Gegenteil: Woran sich deutsche Unternehmen und reiche Kunstliebhaber ein Beispiel nehmen könnten.
Europäischer Gerichtshof
:Lieder sampeln ist kein Verbrechen
Auch Moses Pelham kann aufatmen: Der Endlos-Prozess um den Urheberschutz für einen „Kraftwerk“-Song biegt auf die Zielgerade. Mit einem Urteil, das für den kreativen Prozess in der digitalen Welt wichtig werden dürfte.
Oper
:Die ganze Welt ist ein Gefängnis
Andrea Breth inszeniert in Frankfurt Puccinis „Turandot“ – und hat sich für ihre Inszenierung von Berichten aus Nordkorea inspirieren lassen. Ihre Bilder sind brillant, aber es fehlt etwas Wichtiges.
Übertourismus
:Geld und Gäste? Non, merci
Die Menhire sind Carnacs ganzer Stolz – und Weltkulturerbe. Warum stoppen die Bewohner des Dorfes in der Bretagne dann ein Museumsprojekt, das die alten Steine gebührend inszeniert hätte?
Wahl in Ungarn
:Ein neuer „Wind of Change“?
Ungarische Politiker tanzen vor Freude über Magyars Wahlsieg – zum Soundtrack von „Die Tribute von Panem“. Über den Sound einer Revolution und die Parallelen zwischen Fiktion und Realität.
Literatur
:Gefühle, die sich einfach nicht mehr beruhigen
Ein 60-jähriger Mann, der den Glauben an die Liebe längst verloren hat, wird eines Tages hinterrücks von ihr überwältigt: Thomas Hettches ungemein sinnlicher Roman „Liebe“ erzählt von einer späten, obsessiven Leidenschaft.
Debatte
:Ist der Ruf erst ruiniert
Viktor Orbán hat die Wahl in Ungarn zwar verloren – aber sein Wahlkampf war eine Warnung für die Zukunft: Seine Truppe versuchte nicht einmal mehr, so zu tun, als spiele sie nach den Regeln.
Debatte
:Es muss wehtun
Das Erinnern an die Naziherrschaft und deren Ende ist keine nette Angelegenheit. Warum man das nur gutheißen kann, zeigen die Diskussionen um den Gedenktag zur Befreiung von Buchenwald.
Herbert von Karajan
:Weg mit dem Nazi-Sound
Der Dirigent Herbert von Karajan löst seit jeher Erregung aus. Die Berliner Philharmoniker tragen mit einer eigenen Edition von Live-Mitschnitten neu dazu bei – jedenfalls künstlerisch. Das ist sehr erhellend.
Frankreich
:Ist das Verrat?
Im November kam der algerische Schriftsteller Boualem Sansal aus der Haft frei – auch dank seines französischen Verlags Gallimard. Nun wechselt er zum rechten Verlag Grasset. Paris ist in Aufruhr.
Sachbuch: „Oben rechts“
:Endlich straff durchregieren
Ist die „woke Linke“ wirklich der Brandbeschleuniger des neuen rechten Autoritarismus? Wissenschaftler liefern in einem erhellenden Sammelband eine viel beunruhigendere Erklärung – und nehmen dafür die wohlhabenden Hardcore-Libertären in den Blick.
Literatur
:Wenn man immer „die Andere“ ist
Tupoka Ogette wuchs in der DDR auf, wurde durch Rassismuskritik bekannt. In „Trotzdem zuhause“ erzählt sie ihre Geschichte. Doch gerade dort, wo das Memoir am dringendsten berühren möchte, bleibt es recht kühl.
Ungarn
:Es ist vorbei
Es gibt nicht viele solcher Abende im Leben eines Menschen: Ungarn hat sich über Nacht von einem Land des Misstrauens und des Hasses in ein Land der Hoffnung verwandelt.
Exklusiv81 Jahre Befreiung des KZ Buchenwald
:Die Barbarei beginnt nicht mit dem ersten Schuss
„Ich habe lange gebraucht, um über das Schicksal von Opa Hermann zu sprechen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen“: Hape Kerkelings Rede zum Gedenktag der Befreiung des KZ Buchenwald, in dem sein Großvater drei Jahre seines Lebens verlor.
Film
:Künstler sind Schweine
Jonah Hill spielt in der Komödie „Outcome“ einen Krisenmanager, der Stars nach Verfehlungen aus der Patsche hilft. Die Vorlage dürfte nicht nur, aber schon auch er selbst gewesen sein.
Literatur
:Wen man mag, den küsst man
Dana Grigorceas Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ dreht sich kunstvoll um eine einzige Frage: Welche Wünsche werden wahr in der Kunst? Antwort: die intensiven und die unbedingten.
USA
:Nichts wie weg hier
Trumps Katastrophenpolitik lässt inzwischen sogar gläubige Jünger eidechsenartig erstarren. Wer kann, nimmt Abstand – und fährt zum Beispiel nach South of the Border, wo Amerika klischeelustig auf Mexiko macht.
Pop
:Such meinen Song
Die „Rolling Stones“ veröffentlichen eine neue Single. Vorerst nur auf Vinyl, und wer die haben wollte, musste eine recht amüsante Schnitzeljagd absolvieren. Eine Rekapitulation.
USA
:So könnte sich Trump zum Diktator machen
Der US-Präsident steckt im Iran-Krieg in der Logik der Eskalation fest. Zugleich schwindet seine Macht zu Hause. Ideale Bedingungen für einen Putsch. Fünf Szenarien – und ein Hoffnungsschimmer.
Meryl Streep
:Die Frau, die einen neuen Begriff von Schönheit verkörpert
Mehr als 20 Mal war sie für einen Oscar nominiert. Jetzt schlüpft sie für die Fortsetzung des Films „Der Teufel trägt Prada“ wieder in die Rolle der Miranda Priestly. Selbstbewusst, elegant – und fies.
KInderbuch
:Widerstand ist möglich
Der Frauenprotest in der Berliner Rosenstraße 1943 war die größte Demonstration gegen das NS-Regime. Anja Tuckermann hat ein eindrucksvolles Kinderbuch daraus gemacht.
Theater
:Ein veritabler Coup
Das Theater Osnabrück präsentiert die deutschsprachige Erstaufführung des internationalen Bühnenhits „Wenn die Sterne fallen“ der Britin Beth Steel. Wie kommt das fesselnde und politisch komplexe Familiendrama nach Niedersachsen?
ExklusivArchitektur
:Die deutsche Villa Massimo
Was wird aus dem Haus, das Jürgen Habermas länger als ein halbes Jahrhundert am Starnberger See bewohnt hat? Abriss? Museum? Pilgerstätte? Eine Idee ist besonders überzeugend.
Notizen aus meinem Leben
:Dafür habt ihr Geld
Rätselhafte Botschaften im öffentlichen Raum regen zum Nachdenken an: Wer liebt mich – und wie gut kennt mich eigentlich Jesus? Folge fünf von „Heidenreichs Fundstücken“.
Kino
:Wenn ein Muttersöhnchen zum Mörder wird
In der Komödie „How to Make a Killing“ tötet sich Glenn Powell in der Erbfolge seiner reichen Familie nach vorn. Eine unterhaltsame Jagd nach 28 Milliarden Dollar.
Fernsehen
:Scheck, mach mir den Hasen
Aus der Schnatterzone? Unser Autor teilt mit Ildikó von Kürthy immer wieder mal für einen Abend die Bühne. Dabei lernt man viel über sich und die Menschen, findet er. Eine Erinnerung aus gegebenem Anlass.
B. K. Tragelehn wird 90
:Sozialistisch, störrisch, subversiv
Der Regisseur B. K. Tragelehn, einst Meisterschüler von Bertolt Brecht und Künstlerfreund von Heiner Müller, ist einer der letzten Veteranen des DDR-Theaters. Am Sonntag feiert er seinen 90. Geburtstag.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
:Schade, ARD und ZDF, um eure Kultur
Seit Denis Scheck das neue Buch von Ildikó von Kürthy unflätig in die Mülltonne warf, diskutiert das Land wieder, warum es mit diesem armseligen Literaturfernsehen leben muss. Warum macht es etwa Frankreich so viel besser?
Klassik
:„Feel free to play fortissimo!“
In Tokio bringt der Dirigent Kahchun Wong Beethovens 9. Sinfonie in der Version von Gustav Mahler zur Aufführung. Ein Risiko in einem Land, das die „Ode an die Freude“ mehr liebt als jedes andere klassische Stück.
Feminismus
:Einfach keine Menschen verachten
Die selbsternannte Fotzenrapperin Ikkimel preist auf Instagram Herbert Grönemeyer als Pionier kritischer Männlichkeit und feiert das Revival eines alten Hits. Und so sieht einer mit 70 Jahren plötzlich wieder superjung aus.
Nachruf
:Gefallener Hohepriester
Afrika Bambaataa ist tot, Pionier des Hip-Hops und Anführer der Universal Zulu Nation, der später wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs stürzte.
Kunst
:Auf Kosten der Kunst
Die umstrittene Sammlung Bührle ist wieder im Kunsthaus Zürich zu sehen. Die Forschung nach möglicher NS-Raubkunst unter den Werken hat aber gerade erst begonnen.
Alexander Kluge
:Am Ende spielt Helge Schneider Saxofon
Alexander Kluge ist in Berlin, auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, beerdigt worden – bei Hegel, Brecht und schräg gegenüber von seiner Schwester Alexandra.
Zum Tod von Mario Adorf
:Mein Komplize
„Es ist das Gesicht des Darstellers Mario Adorf, das uns berührte“: Der Regisseur Volker Schlöndorff verabschiedet sich von dem Mann, der in seinem Erfolgsfilm „Die Blechtrommel“ den Alfred Matzerath spielte.