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Coronavirus-Newsblog für Bayern:Tausende Reiserückkehrer lassen sich an der Grenze testen

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Tausende Reiserückkehrer lassen sich an der Grenze testen

Sonntag, 30. August, 16.30 Uhr: In München hat am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Samstag eine weitere Coronavirus-Teststation für Reiserückkehrer eröffnet. Der Start sei erfolgreich verlaufen, teile das Gesundheitsministerium am Tag danach mit. Zur Premiere habe man etwa 200 Personen am ZOB getestet. Dass es nun auch dort eine Testmöglichkeit gibt, ist insofern überraschend, da das Ministerium noch vergangene Woche dafür keinen Bedarf sah.

An den Teststationen an den bayerischen Autobahnen bei Heuberg, Hochfelln-Nord und Donautal-Ost kam es am Wochenende vereinzelt zu kurzen Wartezeiten, wie das Ministerium weiter mitteilte. Dort habe man mehrere tausend Personen getestet. Genaue Zahlen nannte das Ministerium am Sonntagnachmittag noch nicht. Zu Stoßzeiten hätten alle Teststraßen geöffnet werden müssen. Der Dienstleister Eurofins, der die Tests durchführt, habe vorsorglich sein Personal aufgestockt. Zudem halfen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowie das Technische Hilfswerk, Feuerwehr, Polizei und die Autobahnmeisterei.

Ministerium: Handys müssen in der Schule aus bleiben

Sonntag, 30. August, 8.55 Uhr: Bayerns Schüler dürfen auch in Zukunft in der Regel nicht ihre Smartphones zur Nutzung der Corona-Warn-App in der Schule einschalten. Der Regensburger Jugendbeirat ist mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. Das Kultusministerium betonte, dass nur in Einzelfällen der Nutzung der Corona-App erlaubt werden könne, wenn Schüler sich dadurch sicherer fühlten. Grundsätzlich ist die Nutzung der Handys auf dem Schulgelände den Kindern und Jugendlichen im Freistaat verboten, wenn die Geräte nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden.

Die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hatte die Initiative der Jugendlichen unterstützt, die Handys in den Schulen aufgrund der Pandemie einschalten zu dürfen. Doch der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien der Oberpfalz wies das Anliegen mit der Begründung zurück, dass die Nutzung der Warn-App an Schulen nicht erforderlich sei. Denn dort könnten im Unterschied zum öffentlichen Raum Infektionsketten auch ohne die App schnell erkannt und nachverfolgt werden. Ein Sprecher des Kultusministeriums ergänzte, dass die Nutzung der Corona-App ansonsten sehr sinnvoll sei. "Während des Schulweges ist die freiwillige Nutzung der App ohnehin uneingeschränkt möglich." Am 8. September beginnt im Freistaat wieder der Unterricht.

Die Vorsitzende des Jugendbeirats in Regensburg, Leyla Stanojević, ist von der Position des Ministeriums nicht überzeugt. "Wenn die vom Staat entwickelte App schon nicht in staatlichen Einrichtungen benutzt werden darf, kann der Staat dies auch kaum von privaten Unternehmen erwarten", sagte sie.

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FDP gegen weitreichende Verbote bei zweiter Corona-Welle

Sonntag, 30. August, 8.42 Uhr: Die FDP im bayerischen Landtag ist für den Fall weiter steigender Corona-Zahlen gegen weitreichende Verbote und Maßnahmen wie generelle Schul- und Kita-Schließungen. "Einen erneuten landesweiten Lockdown oder pauschale Ausgangsverbote darf es nicht geben", heißt es in einem sechsseitigen Positionspapier, das die Fraktion beschlossen hat und das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Aus der ersten Covid-19-Welle müssten Lehren gezogen werden, um sich besser auf mögliche weitere vorzubereiten. "Wir müssen mittelfristig lernen, mit dem Virus zu leben."

"Die harten Einschränkungen während der ersten Welle haben uns Zeit verschafft, um Erkenntnisse über das Virus zu gewinnen, differenziertere Strategien zu entwickeln und personelle sowie materielle Kapazitäten für die Pandemiebekämpfung aufzubauen", sagte Fraktionschef Martin Hagen. Ein neuerlicher landesweiter Lockdown "wäre ein Eingeständnis des Scheiterns der Politik". Präventionsmaßnahmen wie Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen und das Tragen von Masken hätten sich als wirksam erwiesen und sollten aufrechterhalten werden. Um Ansteckungen durch sogenannte Aerosole zu verhindern, seien Freiluftveranstaltungen besser als Versammlungen in geschlossenen Räumen. "Aus diesem Grund sehen die Liberalen auch Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen skeptisch", hieß es.

Ferner spricht sich die FDP in dem Papier unter anderem dafür aus, begrenzte Testkapazitäten nicht flächendeckend einzusetzen, sondern gezielt etwa Menschen mit Symptomen oder Pflegepersonal zu testen. Zum Nachverfolgen von Infektionsketten sollten die Gesundheitsämter mit mehr Personal ausgestattet werden. Der Schutz von Risikogruppen dürfe nicht wieder zur totalen sozialen Isolation von Kranken und Pflegebedürftigen führen. Und weiterhin sollten genug Pflegekräfte in einem Pool zur Verfügung stehen, um ausfallende Kollegen zu ersetzen. Bundesweit einheitliche Regeln und Sanktionen halten die Liberalen laut dem Papier "weder für notwendig noch für zielführend". Im Gegenteil habe sich der Föderalismus in der Corona-Krise bewährt, weil die Bundesländer in unterschiedlichem Maß betroffen seien. "Die vergleichsweise hohen Fallzahlen in Bayern rechtfertigen keine Einschränkungen für die Bürger anderer Bundesländer, die das Infektionsgeschehen besser im Griff haben als der Freistaat."

Rechtsstreit um Münchner Alkoholverbot

Samstag, 29. August, 13.30 Uhr: Ein Mann hat mit einer Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof erreicht, dass das Alkoholverbot in München außer Kraft gesetzt wird - allerdings nur für ihn persönlich. Doch auch sonst müssen die Gerichte erst noch prüfen, ob der Erlass, wonach ab 23 Uhr kein Alkohol im öffentlichen Raum mehr konsumiert werden darf, überhaupt rechtens ist.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verteidigte das Verbot der Stadt. "Ich habe keinerlei Anlass, nur aufgrund dieser erstinstanzlichen Entscheidung den Vollzug auszusetzen", erklärte er am Freitagabend umgehend. "Solange wir keine letztinstanzliche Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs haben, gehen wir von der Rechtmäßigkeit unserer auch mit dem Gesundheitsministerium abgestimmten Maßnahmen aus."

14 Bewohner in einem Karlsfelder Pflegeheim infiziert

Freitag, 28. August, 17.38 Uhr: In einem Karlsfelder Pflegeheim ist das Coronavirus ausgebrochen. Wie das Dachauer Landratsamt am Freitag mitteilte, sind 14 Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv getestet worden. Zwei Bewohner wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht - jedoch nicht auf die Intensivstation, wie Landrat Stefan Löwl (CSU) auf Anfrage erklärte. Ob weitere Mitarbeiter oder Bewohner betroffen sind, blieb am Freitag unklar. Nach SZ-Informationen handelt es sich um das Haus Anna-Elisabeth, das laut Homepage 163 Pflegeplätze hat. Auf Anfrage wollte sich die Heimleitung am Freitag nicht äußern. Das Gesundheitsamt führt nun weitere Reihentests durch. Sollte das Hygienekonzept der Einrichtung funktioniert haben, dürften keine weiteren Ansteckungen erfolgt sein, so Löwl, der sich im Urlaub täglich über die Corona-Lage informieren lässt. Das Karlsfelder Pflegeheim gilt nun als sogenannter "lokaler Hotspot". Ausgegangen waren die Infektionen laut Landratsamt von einer Mitarbeiterin, die am Dienstag positiv auf Covid-19 getestet wurde. Eine weitere Angestellte, die engen Kontakt zur Betroffenen hatte, wurde am Donnerstag ebenfalls positiv getestet. Ein Reihentest auf der Station ergab am Freitagvormittag, dass das Virus sich auch unter den Senioren verbreitet hat.

Insgesamt meldete das Landratsamt am Freitag 24 Neuinfektionen, damit steigt die Zahl der Corona-Fälle auf 1115. Der Ausbruch im Pflegeheim führt zudem zu einem Anstieg der Sieben-Tages-Inzidenz. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es pro Woche unter 100 000 Einwohnern gibt. Am Donnerstag lag der Wert im Landkreis bei 28, nun klettert er laut Löwl auf 37 und damit über den von der Staatsregierung als Frühwarnwert festgelegten Wert von 35.

Bundeswehr unterstützt Betrieb an Teststationen

Freitag, 28. August, 17.20 Uhr: Die Bundeswehr wird am Wochenende die Mitarbeiter des privaten Dienstleisters Eurofins an den Teststationen an der Autobahn A8 bei Bergen und Donautal-Ost an der A3 bei Passau unterstützen. Die Soldaten sollen im Testbetrieb mithelfen, die Auswertung der Proben sowie die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt weiterhin durch Eurofins.

Die Bundeswehr wurde vom Gesundheitsministerium angefordert, da die Behörden am Wochenende wegen des Rückreiseverkehrs einen starken Andrang an den Teststationen erwarten. Deshalb habe man vorgesorgt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Deshalb habe sie sich entschieden, "das Unterstützungsangebot der Bundeswehr anzunehmen".

Am vergangenen Wochenende war der Betrieb an der Teststation Donautal Ost kurzfristig zum Erliegen gekommen, weil bei mehreren Eurofins-Mitarbeitern Symptome einer Infektionserkrankung festgestellt worden waren, aus Sicherheitsgründen konnten die Beschäftigten deshalb ihren Dienst nicht antreten. Ehrenamtliche des Bayerischen Roten Kreuzes hatten den Testbetrieb kurzfristig für einige Stunden weitergeführt. Dass nun die Bundeswehr die Testungen unterstützt, sei eine Maßnahme zur Verteilung der Belastungen, erklärte Huml: Angesichts der noch bevorstehenden Aufgaben sei es wichtig, "seine Kräfte gut einzuteilen und Belastungen auf verschiedene Schultern zu verteilen."

Bayern stellt 700 zusätzliche Mitarbeiter zur Kontakt-Nachverfolgung ein

Freitag, 28. August, 17.15 Uhr: Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu können, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen befristet neu ein. Sie sollen bisherige Kräfte wie Beamtenanwärter und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung in den Landratsämtern ersetzen, die in sogenannten Contact-Tracing-Teams (CTT) geholfen haben. Bei jedem Landratsamt solle es je nach Einwohnerzahl im Schnitt ein bis vier CTT als Grundstock geben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Außerdem würden weitere Mitarbeiter aus der Staatsverwaltung prophylaktisch per Online-Schulung auf einen Einsatz in den CTT vorbereitet. "Damit ist gewährleistet, dass auch weiterhin durchgehend CTTs an allen Landratsämtern in Bayern im Einsatz sind." Das sogenannte Contact Tracing sei ein ganz wesentlicher Faktor, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, so die Sprecherin. Während der Pandemie war das Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes kurzfristig um rund 4000 auf 5150 verstärkt worden. Zusätzlich zu Mitarbeitern anderer Abteilungen wurden den Angaben nach auch rund 240 Medizinstudenten und mehr als 100 Ärzte eingesetzt.

München verbietet nächtlichen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit

Freitag, 28. August, 15.55 Uhr: Weil in der Stadt immer mehr Corona-Fälle gezählt werden, hat nun auch München partielle Alkoholverbote verhängt. Von 23 Uhr bis sechs Uhr früh ist es untersagt, im öffentlichen Raum Bier oder andere Alkoholika zu sich zu nehmen; von 21 Uhr an gilt ein Verkaufsverbot von Alkohol zum Mitnehmen. Das soll alkoholenthemmtes Feiern größerer Gruppen auf Plätzen oder an der Isar verhindern. Das Verbot gilt von diesem Freitag an für eine Woche, denn am Freitag überschritt München die Marke von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen - und zwar mit einem Wert von 35,27. Nur die Stadt Rosenheim verzeichnet in Bayern derzeit noch höhere Werte, hier liegt diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz bei 52,11. Landesweit beträgt der Wert aktuell 16,14.

Gegen Ausgangsbeschränkungen verstoßen: 191 Menschen in Präventivhaft

Freitag, 28. August, 7.42 Uhr: Wegen Verstößen gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern während des Lockdowns im Frühjahr hat die Polizei landesweit in 191 Fällen Personen in Präventivhaft genommen. Obwohl die meisten Betroffenen nach weniger als 24 Stunden wieder auf freiem Fuß waren, dauerten die Festnahmen in diversen anderen Fällen deutlich länger - bis zu 17 Tage. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Demnach musste in Augsburg ein Betroffener wegen 15 Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und der Missachtung von Platzverweisen für 17 Tage hinter Gitter - "er war völlig uneinsichtig", heißt es in der Antwort des Ministeriums zu dem Fall. In Bamberg hatte ein Unbelehrbarer ebenfalls wiederholt "Corona-Partys" gefeiert und gegen das Distanzgebot zum Infektionsschutz verstoßen. Auch bei ihm sei "absolut kein Unrechtsbewusstsein" vorhanden gewesen, heißt es. Laut der Statistik, die bis zum Stichtag 28. April reicht, wurden in weiteren Fällen Personen - darunter auch Jugendliche - zwischen eineinhalb und zwölf Tagen festgehalten. Nach den Angaben des Ministeriums wurde im Zuge der Pandemie zwischen dem Erlassen der Ausgangsbeschränkungen am 21. März bis zum besagten Stichtag landesweit 42 245 Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstellt.

Für die Chefin der Landtagsfraktion der Grünen, Katharina Schulze, zeigen die Zahlen, dass die Polizisten insbesondere zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen von der Staatsregierung "zunächst zu scharf losgeschickt" wurden und daher "in einigen Fällen" überhart reagierten. "Unglaublich ist, dass nicht einmal bekannt ist, ob Personen die so lange Zeit in Haft waren, einen Rechtsbeistand hatten oder nicht. Ein Jugendlicher war sogar beinahe zwei Wochen in Haft." Für Schulze ist daher klar, dass hier die gesetzlichen Regelungen etwa im Polizeiaufgabengesetz dringend angepasst werden müssen. "So was darf sich nicht wiederholen. Solche massiven Grundrechtseingriffe - hier wurden Menschen, zum Teil mehrere Tage, weggesperrt, die keine Straftat begangen hatten - sind kein Umgang, auch nicht bei einem sich verändernden Infektionsgeschehen und weiteren Einschränkungen."

Ordnungsamt leitet nach Party mit Corona-Infiziertem Verfahren ein

Donnerstag, 27. August, 19.02 Uhr: Nach der Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub hat das Ordnungsamt ein Verfahren gegen den Betreiber eingeleitet. Nach Angaben der Stadt Nürnberg vom Donnerstag wird ihm vorgeworfen, dass er seinen Club möglicherweise "unter dem Deckmantel einer geschlossenen Gesellschaft" für weitere Gäste öffnete.

"Im vorliegenden Fall geht das Ordnungsamt davon aus, dass es sich nicht nur um eine private Feier gehandelt hat", sagte ein Sprecher der Stadt. Damit verstieß der Betreiber gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Ihm droht nun ein Bußgeld in Höhe von 5000 Euro. Bereits zuvor hatten stichprobenartige Anrufe bei Teilnehmern ergeben, dass nicht alle Gäste in dem Nachtclub zu einer privaten Geburtstagsfeier gehörten.

Bislang habe sich unter den ermittelten Gästen niemand mit dem Coronavirus infiziert. "Alle Tests in Nürnberg und im Landkreis waren negativ", sagte der Sprecher der Stadt. Nach Angaben des Landratsamts Fürth gilt das Gleiche die Stadt und den Landkreis Fürth. Jedoch konnten noch nicht alle Personen ermittelt werden. Die Feier vom 15. auf den 16. August hatte ein Gast besucht, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war und der eigentlich unter Quarantäne stand.

Bayern hält an kostenlosen Tests für alle Urlaubsheimkehrer fest

Donnerstag, 27. August, 17.03 Uhr: Bayern will auch weiter kostenlose Tests für alle Urlaubsheimkehrer an den Autobahnen, auf Bahnhöfen und Flughäfen anbieten - und zwar bis mindestens Ende September. Das hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach den Beratungen der Länder mit der Bundesregierung bekannt gegeben. Von Anfang Oktober an wollen diese gemeinsam eine neue Test-Strategie festlegen, kostenlose Tests für Heimkehrer aus Nicht-Risiko-Gebieten soll es nicht mehr geben - eben mit Ausnahme Bayerns.

Zudem sprach Söder von der Möglichkeit, dass noch in diesem Jahr wieder Zuschauer bei Fußballspielen zugelassen werden könnten. Dies könne aber nur in kleinem Maßstab und schrittweise erfolgen. Bis mindestens Ende Oktober werden die Fußball-Bundesligisten vor nahezu leeren Zuschauerrängen spielen müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten einigten sich darauf, dass bis dahin die Chefs der Staatskanzleien einen Vorschlag für den Umgang mit Fans bei Sportveranstaltungen erarbeiten soll.

Caritas mahnt bessere Information über Corona-Regeln in Kitas an

Donnerstag, 27. August, 16.10 Uhr: Die Caritas im Erzbistum München und Freising hat vom bayerischen Sozialministerium eine klarere Kommunikation über den Kita-Betrieb unter Corona-Bedingungen gefordert. "Die Eltern erwarten ab September einen Regelbetrieb, den es so nicht geben kann", sagte Caritasdirektor Georg Falterbaum. Es gebe aber einen Drei-Stufen-Plan, bei dem einzelne Schritte abhängig seien vom lokalen Infektionsgeschehen. Schon bei Stufe 2, bei steigenden Infektionszahlen, müsse eine Kita entscheiden, wie viele Kinder betreut werden könnten und wer zu Hause bleiben müsse.

Die Eltern müssten darauf vorbereitet werden, dass nicht jedes Kind im gewohnten Umfang betreut werden könne, forderte Falterbaum. Das Sozialministerium informiere sie jedoch nur über die Einschränkungen in Stufe 3, in der nur noch eingeschränkter Kita-Notbetrieb stattfinden soll. Von den Trägern hingegen fordere es die Umsetzung des Hygieneplans für alle Stufen, bemängelte Falterbaum. "Es muss klare Regeln geben." Die Kita dürfe nicht in eine Zwickmühle gebracht werden, mit den Eltern aushandeln zu müssen, wer im Zweifelsfall Fieber messe, wenn Eltern ihr Kind mit Schnupfen oder leichtem Husten brächten. "Zeigt ein Kind Symptome, so müssen die Eltern ein ärztliches Attest vorlegen, bevor ihr Kind wieder in die Kita kann", forderte der Caritasdirektor.

Er kritisierte weiter, dass Kinder mit Schnupfen oder Husten direkt nach der Ferienzeit ohne einen negativen Corona-Test wieder in die Kita gehen dürften. Die Vorlage eines negativen Tests sei ab 1. September lediglich für Stufe 3 bei mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche vorgesehen.

Bayern bleibt bei hohen Bußgeldern für Verstöße gegen Maskenpflicht

Donnerstag, 27. August, 13.30 Uhr: In Bayern bleiben Verstöße gegen die Maskenpflicht weiterhin deutlich teurer als im Rest von Deutschland. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen im Freistaat auch nach der Einigung von Bund und Ländern auf ein einheitliches Mindest-Bußgeld von 50 Euro für Verstöße weiter 250 Euro fällig werden. Zudem soll es dem Vernehmen nach in Bayern auch weiterhin die Möglichkeit für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten geben, sich an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen direkt kostenlos testen zu lassen. In einem Beschlusspapier schlägt der Bund vor, kostenlose Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten ab Mitte September nicht mehr anzubieten. Bund und Länder hatten sich am Mittag nach dpa-Informationen bei ihrer Videokonferenz darauf verständigt, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben. Einzig Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) kündigte an, die Regelung in seinem Land nicht umsetzen zu wollen.

Polizei stoppt Fernbus mit 32 Maskenverweigerern

Donnerstag, 27. August, 13.00 Uhr: Die Polizei hat in Freilassing einen Fernbus mit 32 Maskenverweigerern gestoppt. Nach Angaben vom Donnerstag hielten die Beamten den Bus im Landkreis Berchtesgadener Land an, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu überprüfen. Nach der Kontrolle am Mittwochabend wurden die Fahrgäste angezeigt, sie erhielten eine Geldstrafe von je 250 Euro.

Kein abendlicher Alkohol-Verkauf in Bamberg bis Ende Oktober

Donnerstag, 27. August, 12.01 Uhr: Die Stadt Bamberg hat das Stehbier-Verbot erneut verlängert. Bis einschließlich 1. November sollen so größere Menschenansammlungen in der Corona-Krise verhindert werden, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Damit bleibt es in weiten Teilen der Altstadt verboten, am Wochenende nach 20 Uhr Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

"Die Stadt zieht damit die konsequente Schlussfolgerung aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen", sagte der Sprecher. Seit der Umsetzung des Verbots Anfang Juli hätten sich deutlich weniger Menschen auf den Straßen der Altstadt versammelt. Die Regelung greift für Freitag- und Samstagabende sowie für Abende vor einem gesetzlichen Feiertag. "Die zurückliegenden Wochen waren von großem Verständnis unter den Gastronomen geprägt", betonte der Sprecher. Doch nicht alle halten die Maßnahme für sinnvoll: Ein Gastronom klagte gegen das Stehbier-Verbot vor dem Verwaltungsgericht und bekam zunächst Recht. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof kippte das Urteil jedoch in einem Eilverfahren.

Hopfenbauern kämpfen mit Preisverfall und Corona-Auflagen

Mittwoch, 26. August, 14.25 Uhr: Die deutschen Hopfenbauern erwarten nach einem Sommer mit ausreichend Regen "eine gute Durchschnittsernte" von hoher Qualität. Sie treffe jedoch auf eine deutlich geringere Nachfrage der Händler und Bierbrauer als im Vorjahr, teilte ihr Verband am Mittwoch im oberbayerischen Wolnzach in der Hallertau mit. Die Folge seien sinkende Preise - bei einigen Sorten geradezu ein Preisverfall. In der Hallertau wird annähernd ein Drittel der weltweiten Hopfenernte eingefahren. Weltweit werden jährlich etwa 118 000 Tonnen Hopfen geerntet, die dem Bier Aroma und Bitterstoffe zu geben. In diesem Jahr erwarten die Hallertauer Hopfenpflanzer eine Ernte von 41 500 Tonnen. Die Ernte beginnt Ende August. Die Corona-Pandemie belastet aber nicht nur den Hopfenmarkt, sondern auch die Saisonarbeit. Nur mit deutschen Aushilfskräften - vor allem Studenten und Kurzarbeitern - hätten die Frühjahrsarbeiten bewältigt werden können, teilte der Verband mit. Bulgaren und Rumänen hätten auf dem Landweg nicht anreisen können, viele polnische Arbeitskräfte hätten die Reise gescheut. Es sei aktuell schwierig, die Hygiene- und Meldevorgaben der Behörden und die oft kurzfristigen Änderungen in die Praxis umzusetzen: "Die Landrats- beziehungsweise Gesundheitsämter sind überlastet und Testkapazitäten begrenzt", hieß es von Seiten des Verbandes.

Söder fordert höhere Strafen und mehr Konsequenz bei Corona-Verstößen

Mittwoch, 26. August, 11.20 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an diesem Donnerstag für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder am Mittwoch nach der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Vorabend in Berlin. Er setze zudem darauf, dass sich die Runde auf eine bundesweit einheitliche Philosophie nach dem Motto einigen werde, dass regional differenziert mehr getan werden müsse, je höher sich die Infektionsraten entwickelten, sagte Söder. Je schlechter die Zahlen seien, desto mehr müssten die Zügel angezogen werden. Die Maßnahmen müssten strenger und nicht lockerer werden. So sehe er beispielsweise Lockerungen bei Fußballspielen oder Großkonzerten sehr zurückhaltend und als kein gutes Signal.

Söder geht von nicht einfachen Verhandlungen in der Runde der Ministerpräsidenten mit Merkel aus. Man müsse sich aber zwingen, bei der Corona-Bekämpfung eine einheitliche Grundidee zu finden. Bei der Höhe der Bußgelder müsse differenziert werden zwischen Menschen, die keine Maske tragen wollten, und jenen, die die Quarantäne brechen. Letzteres könne wesentlich stärkere Auswirkungen haben. Der bayerische Ministerpräsident sprach sich auch für eine gemeinsame Linie für Regeln bei privaten Feiern aus. Hier könne es eine Erleichterungen sein, wenn die Nachverfolgbarkeit der Teilnehmer erleichtert werde.

Zugleich kritisierte er erneut die geplanten Neuregelungen bei Corona-Tests für Reiserückkehrer. Man könne nicht verpflichtende Tests einführen, "und nach zwei Wochen schaffen wir sie wieder ab". Es dürfe kein ständiges Hin und Her bei den Teststrategien geben. Er halte die Tests von Reiserückkehrern für eine gezielte Teststrategie, die auch angesichts der nahenden Herbstferien richtig sei.

Außerdem kritisierte der bayerische Ministerpräsident, Risikogebiete seien in der Vergangenheit zum Teil sehr zögerlich und sehr spät benannt worden. Auch die Corona-Warn-App der Bundesregierung erreiche bisher nicht die erhoffte Reichweite.

Bayerische Flughäfen verzeichnen zwei Drittel weniger Passagiere

Mittwoch, 26. August, 10.20 Uhr: Die Corona-Krise hat den Flugverkehr in Bayern zeitweise fast zum Erliegen gebracht: Von Januar bis Juni meldeten die Flughäfen zwei Drittel weniger Passagiere als im Vorjahr, wie das Bayerische Landesamt für Statistik mit Sitz in Fürth am Mittwoch mitteilte. In München, Nürnberg und Memmingen starteten und landeten in dem Zeitraum demnach 95 290 Flugzeuge mit 8,7 Millionen Menschen.

In München sank die Zahl der Fluggäste im ersten Halbjahr 2020 den Angaben nach um 65,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 7,8 Millionen Menschen seien an Bord gewesen. Der Flughafen Nürnberg registrierte laut Landesamt in demselben Zeitraum nur 618 000 Passagiere, der Flughafen Memmingen 328 000.

Nicht ganz so stark waren die Verluste demnach beim Fracht- und Postaufkommen: An den drei Flughäfen seien von Januar bis Juni 95 290 Flugzeuge gestartet oder gelandet, hieß es weiter. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspreche das einem Rückgang um 45,7 Prozent.

Party mit Corona-Infiziertem war wohl keine geschlossene Gesellschaft

Dienstag, 25. August, 17.19 Uhr: Die Nürnberger Party mit einem Corona-Infiziertem war möglicherweise keine private Feier. "Es wird durch das Ordnungsamt derzeit geklärt, ob es wirklich eine private Feier war", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Stichprobenartige Anrufe bei Teilnehmern hätten ergeben, dass die Gäste im Nachtclub "Mach 1" wohl nicht zu einer geschlossenen Gesellschaft gehört hätten. Dies ist eine Voraussetzung für Privatfeiern in Clubs oder Diskotheken. Zuvor hatten Medien darüber berichtet. Die Feier im "Mach 1" hatte ein Gast besucht, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war und der eigentlich unter Quarantäne stand.

BRK: Nur wenige Blutkonserven verfügbar

Dienstag, 25. August, 16.37 Uhr: Die Bestände an Blutkonserven in Bayern sind weiter gering. Sie befänden sich "kontinuierlich am unteren Rand", teilte der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Dienstag mit. Der Blutspendedienst ruft deshalb zu mehr Blutspenden auf. Dies könne die Situation merklich entspannen. Dabei werde auch zur Spende zugelassen, wer sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten habe. Voraussetzung sei ein negativer Coronatest, der nicht früher als 48 Stunden vor Einreise gemacht worden sei. Zudem richtete sich der Blutspendedienst an Covid-19-Genese. Wer erkrankt war und seit vier Wochen geheilt ist, komme als Blutplasmaspender infrage. Da Geheilte Antikörper in sich tragen, werde ihr Blutplasma zur Therapie von schwer an Covid-19 Erkrankten eingesetzt. An Standorten in München, Nürnberg und Würzburg ist es möglich, sein Blutplasma zu spenden. Eine Blutspende ist an zahlreichen Standorten in ganz Bayern möglich.

Viele Coronafälle in Bayern gehen auf Infektion im Inland zurück

Dienstag, 25. August, 16.17 Uhr: Viele der zuletzt in Bayern auf Corona getesteten Menschen haben sich in Deutschland angesteckt. Dies geht aus Daten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen hervor, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.Demnach haben sich von 1613 Fällen aus den vergangenen vier Wochen, zu denen dem LGL ein Ansteckungsort vorliegt, 1269 Menschen am wahrscheinlichsten in Deutschland angesteckt. In 344 Fällen hat die Ansteckung laut LGL im Ausland stattgefunden. Insgesamt wurden dem LGL in den vergangenen vier Wochen 2611 Fälle gemeldet, doch nicht immer sei die Infektionsquelle bekannt, so der Sprecher.

Der Sprecher des LGL wies zudem darauf hin, dass der Anstieg der bayerischen Fallzahlen "zumindest auch auf die zielgerichtete Testung von Reiserückkehrern" zurückzuführen sei. So seien Fälle entdeckt worden, die sonst nicht als solche erkannt worden wären. Die Testergebnisse der Teststationen in Bayern, auch die an den Autobahnen und Flughäfen, fließen in die amtliche Meldestatistik des Freistaats ein, wenn die Getesteten ihren Wohnort in Bayern haben.

Corona-Hotspot Bad Feilnbach: Nicht einmal jeder Zehnte war infiziert

Dienstag, 25. August, 14.58 Uhr: Auch an sogenannten Corona-Hotspots hat sich bisher der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht mit dem Virus infiziert. Im oberbayerischen Bad Feilnbach hatten 6,0 Prozent der Erwachsenen Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus und demnach eine Infektion durchgemacht, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) ergab. Die Tests mit 2153 Erwachsenen vom 23. Juni bis 4. Juli ergaben somit 2,6-mal mehr Infektionen als bisher bekannt. Der Großteil der Bevölkerung habe damit die Infektion nicht durchgemacht, sagte Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim war die zweite stark von Corona betroffene Kommune nach Kupferzell in Baden-Württemberg, in der das RKI Einwohner auf das Virus testete. In Kupferzell waren bei 7,7 Prozent der Getesteten Antikörper gefunden worden. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, lag dort der tatsächliche Anteil der Menschen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren, wohl merklich höher bei gut 10 Prozent. Auch in Bad Feilnbach liegt aus diesem Grund der geschätzte prozentuale Anteil der Infizierten höher bei hochgerechnet 8,6 Prozent, wie Santos-Hövener sagte.

Söder: Abschaffung von Corona-Testpflicht wäre Fehler

Dienstag, 25. August, 12.56 Uhr: Eine Abschaffung von verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer wäre nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein Fehler. "Corona ist gefährlich, die Infektionszahlen schnellen hoch, deshalb müssen wir testen", sagte der CSU-Chef am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zugleich würden immer mehr Risikogebiete ausgewiesen, auch das zeige, wie groß der Bedarf eigentlich sei.

Sollte der Plan wirklich umgesetzt werden, wäre dies aus seiner Sicht ein Rückschlag. "Erst führt man vor zwei Wochen die Tests ein, und jetzt will man sie wieder abschaffen", erklärte Söder. Er verwies in dem Kontext auf die hohe Zahl an positiven Corona-Tests bei den Rückkehrern. Auch eine Abschaffung nach dem Ende der letzten Sommerferien in Baden-Württemberg Mitte September könne schwierig sein. "Dann stehen in einigen Bundesländern bald danach wieder die Herbstferien an."

Das Argument, perspektivisch seien nicht die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden, lässt Söder nicht gelten. "Der Bund muss mit Hochdruck daran arbeiten, die Kapazitäten auszubauen."

Huml gegen Abschaffung von verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer

Dienstag, 25. August, 07.10 Uhr: Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer abzuschaffen, kritisiert. "Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht", sagte Huml am Montagabend in München. Die Auswertungen aktueller Ausbruchsschwerpunkte von Corona-Infektionen zeige klar die Bedeutung von infizierten Reiserückkehrern an diesen Infektionsketten. "Die Testung bei der Einreise schafft schnelle Information und Sicherheit bei Betroffenen", schrieb die Ministerin am Dienstagmorgen auf Twitter - knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden des Testdebakels in Bayern. Weil mindestens 44 000 Reiserückkehrer, darunter mehr als 900 nachweislich Infizierte, nicht über ihre Ergebnisse informiert worden waren, stand Huml zuletzt in der Kritik.

Nun äußerte sie sich besorgt über die am Montag zuvor mehrheitlich von ihren Amtskollegen aus Bund und Ländern befürwortete neue Teststrategie im Umgang mit Urlaubsheimkehrern. "Jetzt, wo dieses wirkungsvolle Instrument greift und akzeptiert ist, sollte man es nicht verfrüht stoppen", betonte sie und verwies auf die Erfolge bei den Kontrollen in Bayern. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Fernbahnhöfen München und Nürnberg sowie an drei Autobahnteststellen seien bisher mehr als 3000 Reiserückkehrer aus Risikogebieten positiv getestet worden. "Die frühe Testung bei der Einreise schafft nicht nur eine schnelle Information und Sicherheit beim Betroffenen, sondern ist auch ein effektives Hilfsmittel bei der Unterbrechung von Infektionsketten", sagte Huml. Bayern sei auf dem Land- und Luftweg Transitstrecke in den gesamten südosteuropäischen Raum.

Die Gesundheitsminister hatten sich am Montag zuvor bei einer Schaltkonferenz trotz der bayerischen Skepsis mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass es nach Ende der Sommerreisesaison keine verpflichtenden Tests mehr für Heimkehrer mehr geben solle. Konkret geplant ist dafür, dass für diejenigen, die aus Risikogebieten einreisen, wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten soll. Die geplante Neuausrichtung wird unter anderem damit begründet, dass die Labore in Deutschland inzwischen an ihre Grenzen stießen, sowohl beim Personal als auch bei der Verfügbarkeit von Materialien.

Söder kündigt Testzentren an Omnibusbahnhöfen an

Montag, 24. August, 20.32 Uhr: Wegen der steigenden Infektionszahlen werde es in absehbarer Zeit "keine neuen Großveranstaltungen" geben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Montag, Fasching sei für ihn derzeit kaum vorstellbar, für Weihnachts- und Christkindlmärkte brauche es strenge Hygieneregeln. Auch für die Öffnung von Bars und Diskotheken gebe es aktuell keinen Spielraum, sagte Söder. Stattdessen kündigte er in der Gastronomie schärfere Kontrollen an. Man werde "in den nächsten Wochen noch mal genau hinschauen", ob in Lokalen tatsächlich Speisen angeboten werden "oder ob es mehr ein Partygeschehen ist, das da stattfindet". Außerdem warb Söder für Alkoholverbote in Innenstädten, um Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen zu entzerren.

In der "Unvernunft, die sich bei Partys und privaten Feiern deutlich zeigt", sieht Söder einen der Hauptgründe dafür, dass die Infektionszahlen zuletzt wieder angestiegen sind. Erneut betonte Söder auch die Gefahr neuer Infektionen durch Reiserückkehrer und Familienheimkehrer, insbesondere aus Ost- und Südosteuropa. Die Strategie des Freistaats mit Corona-Testzentren an Flughäfen, Hauptbahnhöfen und Autobahnen sei richtig, "trotz der Panne", sagte Söder in Anspielung darauf, dass zuletzt Zehntausende Reiserückkehrer ihre Testergebnisse sehr spät oder überhaupt nicht erhalten hatten, darunter waren Hunderte Infizierte. Er kündigte an, dass es bald auch an zentralen Omnibusbahnhöfen entsprechende Testzentren geben werde. Auch am Zeitplan, dass Anfang September die regionalen Testzentren in den Landkreisen ihre Arbeit aufnehmen, hält Söder fest. Bislang habe es in Bayern in der Corona-Krise rund 2,3 Millionen Tests gegeben.

Zahl der Corona-Infektionen in Ebersberg über der kritischen Marke

Montag, 24. August, 19.05 Uhr: Urlaubsrückkehrer aus Südosteuropa, insbesondere aus Kroatien, dem Kosovo und Bosnien, haben im Landkreis Ebersberg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen stark ansteigen lassen. Am Montag waren insgesamt 52 infizierte Menschen registriert. Bereits an zwei Tagen nacheinander lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, die besagt, wie viele Menschen sich bezogen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen neu angesteckt haben, über dem Frühwarnwert von 35: am Sonntag bei 40,8, am Montag noch bei 37,99. Dieser Wert verpflichtet die Kommunen dazu, vorgesetzte Behörden über mögliche Ursachen für die steigenden Zahlen und über geplante Gegenmaßnahmen zu informieren.

Man sei deshalb mit der Regierung von Oberbayern in Kontakt, teilt das Ebersberger Landratsamt mit. Unter anderem erwägt man, bei Reiserückkehrern aus einem Risikogebiet einen zweiten Test nach fünf bis sieben Tagen zu fordern, um eine Infektion ausschließen zu können. Strengere Kontaktbeschränkungen soll es zumindest vorerst im Kreis Ebersberg nicht geben. Dafür bekommt das Landratsamt nun Unterstützung von der Bundeswehr. Zwei Teams mit je drei Soldaten sollen im Diagnostikzentrum in der Kreisstadt eingesetzt werden. Weitere vier Mitarbeiter sollen die Contact-Tracing-Teams verstärken, die Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig machen und informieren.

Diskussion über Maskenpflicht in Schulen und am Arbeitsplatz

Montag, 24. August, 17.30 Uhr: Wie es nach den Sommerferien an Bayerns Schulen weitergeht, darüber will Ministerpräsident Markus Söder am kommenden Montag bei einem Schulgipfel beraten. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, die Maskenpflicht an Schulen auszuweiten. Der Bayerische Philologenverband (BPV) fordert derweil Raumluftreiniger für Klassenzimmer. "Wir diskutieren über Masken im Unterricht, aber wir können genauso sicherstellen, dass die Luft entsprechend umgewälzt wird", sagte ein BPV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Auch eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz "muss man noch mal diskutieren", sagte Ministerpräsident Söder, dafür brauche es allerdings eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland, ebenso wie bei den Regelungen für Veranstaltungen und für die Maskenpflicht.

"Wenn wir in dieser Woche auf der Ministerpräsidentenkonferenz keinen verbindlichen Rahmen bekommen", warnte Söder, "ist die hohe Wahrscheinlichkeit da, dass wir eine Negativentwicklung bei Corona nicht mehr verhindern können." Mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern am Donnerstag sprach Söder von einer "entscheidenden Woche", um "vor einer ganz großen zweiten Welle zu bleiben". Es gehe nun darum, "dass wir nicht wieder die gleiche Entwicklung haben wie im März und April", als die Infektionszahlen auf dem bisherigen Höchststand waren und strenge Kontaktbeschränkungen verhängt wurden.

Trotz Quarantäne: Corona-Infizierter geht in Nürnberg feiern

Montag, 24. August, 15.11 Uhr: Unleserlich, lückenhaft, falsche Angaben - die Teilnehmerlisten einer Party in einem Nürnberger Nachtclub bereiten den Behörden Probleme. Auf der Feier vom 15. auf den 16. August war ein Gast, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war. Die Person habe zu dem Zeitpunkt eigentlich unter häuslicher Quarantäne gestanden, teilte der Landkreis Fürth am Montag mit, zu dem das zuständige Gesundheitsamt gehört. Dieses versucht jetzt mit Hilfe der Polizei die Betroffenen zu ermitteln, konnte aber wegen der fehlerhaften und unvollständigen Teilnehmerlisten noch nicht alle kontaktieren. Deshalb ruft es alle Partygäste auf, sich testen zu lassen und vorerst isoliert zu Hause zu bleiben.

Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

Montag, 24. August, 12.40 Uhr: Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Dynamik der zweiten Corona-Welle im Freistaat ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Bislang kostete ein Verstoß gegen die Maskenpflicht in Bayern 150 Euro. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder. Die neuen Bußgelder sollen von Dienstag an gelten.

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist für die Novelle nicht notwendig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

OB Reiter: "Ich könnte mir ein nächtliches Alkoholverbot vorstellen"

Montag, 24. August, 10.35 Uhr: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat erneut ein Alkoholverbot auch in Teilen der Landeshauptstadt ins Gespräch gebracht. Er habe Verständnis für die Menschen, die bei schönem Wetter raus wollen, sagte er dem Münchner Merkur. Doch größere Treffen seien in der Corona-Krise kritisch. "Ich kann nicht zusehen, wie sich an Wochenenden regelmäßig Hunderte oder Tausende am Gärtnerplatz treffen, um unter Alkoholeinfluss gegen die Corona-Vorsichtsmaßnahmen zu verstoßen: ohne Maske, ohne Abstände", sagte Reiter. "Ich könnte mir ein nächtliches Alkoholverbot vorstellen. Dazu gehört auch, den Verkauf von Alkohol in einem vernünftigen Umkreis um den Platz zu untersagen." Ähnlich hatte sich Reiter bereits vor einer Woche geäußert.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass von Alkoholverboten im öffentlichen Raum zu prüfen. In Nürnberg ist es in Teilen der Altstadt bereits verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen. In Bamberg gilt eine Allgemeinverfügung: Lokale dürfen demnach in weiten Teilen der Altstadt freitags und samstags ab 20 Uhr keinen Alkohol im Straßenverkauf anbieten. Das Stehbier-Verbot galt auch für die Tage der Sandkerwa, eines der beliebtesten Volksfeste in Franken, das eigentlich vom 20. bis 24. August stattfinden hätte sollen. Nach dessen coronabedingter Absage gab es entgegen aller Befürchtungen aber keine Feierei in der Altstadt. "Wir hatten keinerlei wilde Sandkerwa, es war sogar relativ ruhig", sagte ein Sprecher der Polizei am Montag. "Die Leute haben sich an die Allgemeinverfügung gehalten."

Neue Beschränkungen in Rosenheim

Montag, 24. August, 10.25 Uhr: Die Stadt Rosenheim hat am Wochenende den 7-Tage-Grenzwert bei den Corona-Infektionen überschritten und reagiert mit Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Wert habe am Wochenende bei 53,7 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gelegen, teilte die Stadt am Montag mit. Damit ist nicht nur der Frühwarnwert für Bayern von 35 Neuinfektionen überschritten, sondern auch die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Deshalb gelten nun unter anderem stärkere Beschränkungen für private Veranstaltungen und für Gruppen in der Öffentlichkeit. Etwa dürfen nur noch maximal 50 Menschen an nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen, unter freiem Himmel sind höchstens 100 Leute zugelassen. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Mitglieder eines Hausstands oder maximal fünf Menschen in Gruppen aufhalten. "Es sind zu 85 Prozent Reiserückkehrer, insbesondere Reiserückkehrer aus Südosteuropa", sagte der Pressesprecher der Stadt, Thomas Bugl, über die Ursache des Anstiegs. "Glücklicherweise" sei der kritische Wert von 50 inzwischen schon wieder unterschritten, betonte Bugl.

Virologin warnt vor Gefährdung des Schulbetriebs durch Risiko-Urlaub

Montag, 24. August, 10.05 Uhr: Die Virologin Ulrike Protzer plädiert dafür, aus Rücksicht auf den Schulbetrieb auf Urlaube im Risikogebiet und auf Feiern zu verzichten. "In einem Risikogebiet Urlaub zu machen, nur weil es da gerade billig ist, ist unverantwortlich", kritisierte die Beraterin der Staatsregierung im Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten. "Wenn wir in anderen Bereichen unvorsichtig werden, riskieren wir die Öffnung der Schulen und Kitas." Das Risiko einer Infektion sei im Sommer geringer. "Im Herbst allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass wir weiter lockern können", sagte Protzer. "Ich befürchte sogar, dass wir einige Schrauben wieder anziehen müssen, wenn wir feststellen, dass wir zuviel Infektionen haben, um beispielsweise die Schulen offen zu halten." Protzer ist Professorin an der Technischen Universität München und gehört zu dem Kreis von Experten, die die Staatsregierung beim Umgang mit der Corona-Pandemie beraten.

Lehrer fordern Raumluftreiniger für Klassenzimmer

Montag, 24. August, 7.08 Uhr: Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert mit Blick auf die kühlere Jahreszeit Raumluftreiniger für Klassenzimmer zum Schutz vor Coronaviren. An vielen Schulen gebe es keine Anlagen, die einen wiederholten Luftaustausch in den Räumen gewährleisten könnten, sagte ein bpv-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. In modernen Gebäuden könne man oft nicht mal schnell das Fenster aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Auch CO2-Ampeln hält der Verband für sinnvoll. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte.

"Wir diskutieren über Masken im Unterricht, aber wir können genauso sicherstellen, dass die Luft entsprechend umgewälzt wird", sagte der Sprecher. Bei guter Lüftung könnten auch Lehrer aus Risikogruppen eher wieder eingesetzt werden. Laut bpv gibt es Geräte ab 2000 Euro, man bräuchte also bis zu 100 Millionen Euro, um die rund 50 000 Klassenzimmer in Bayern damit auszustatten. Vermutlich sei diese Summe aber niedriger, da es an einigen Schulen bereits ausreichende Lüftungssysteme gebe. Tröpfchen und winzige Aerosol-Partikel sollen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Sars-CoV-2 spielen. Vor allem die Aerosol-Teilchen können nach bisherigen Erkenntnissen Stunden bis Tage in der Luft schweben. Forscher der Universität der Bundeswehr München hatten einen Raumluftreiniger untersucht und eine Halbierung der Aerosolkonzentration binnen weniger Minuten festgestellt. Sie empfahlen die Geräte deshalb auch für Schulen oder Büros.

Landkreitagsspräsident Christian Bernreiter wiederum sieht keine Alternative zur Maskenpflicht im Unterricht. "Wir sind vorbereitet, aber der Vollbetrieb wird eine Herausforderung aufgrund der räumlichen Situation. An der Maskenpflicht im Unterricht wird deshalb kein Weg vorbeiführen", sagte der CSU-Politiker dem Münchner Merkur.

Finanzielle Hilfe für Verkehrsunternehmen

Sonntag, 23. August, 16.08 Uhr: Die Verkehrsunternehmen in Bayern sollen in den kommenden Tagen Geld aus einem ÖPNV-Rettungsschirm des Bundes erhalten, um Defizite infolge der Corona-Krise ausgleichen zu können. Der Freistaat ist nach Angaben des Verkehrsministeriums das erste Bundesland, das die Gelder auszahlt. Wegen der Corona-Pandemie sind die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr bayernweit stark gesunken. Insgesamt erhalte Bayern 381 Millionen Euro vom Bund. "Die Verkehrsunternehmen haben auch in der Corona-Krise den öffentlichen Personennahverkehr durchgehend aufrechterhalten", sagte Ministerin Kerstin Schreyer (CSU). Allerdings führte der Rückgang an Fahrgästen zu großen Verlusten.

Bayern schließt neue Auflagen nicht aus

Sonntag, 23. August, 13.00 Uhr: Angesichts wieder steigender Corona-Infektionen schließt Bayern eine Verschärfung der Schutzauflagen auch für private Feiern nicht aus. "Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen - steigende Infektionszahlen und neue Gefahrenherde - sehr genau und mit Sorge", sagte der für die Koordinierung der Corona-Maßnahmen zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Derzeit könne das Gesundheitssystem mit den Infektionen gut umgehen. Die Corona-Krise sei "ein dynamischer Prozess, bei dem wir immer wieder nachsteuern müssen." Am kommenden Donnerstag wollen sich die Ministerpräsidenten der Länder in einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage austauschen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob es eine Personen-Obergrenze für private Feiern geben muss. Im Moment gelten in Bayern für private Veranstaltungen wie Geburtstage, Beerdigungen und Hochzeiten Obergrenzen von bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und 200 Personen bei entsprechenden Hygieneauflagen unter freiem Himmel. In der Praxis lässt sich dies aber meist nicht oder kaum kontrollieren.

Infektionszahlen im Landkreis Ebersberg und in Rosenheim überschreiten Frühwarnwert

Samstag, 22. August, 15.00 Uhr: Im Landkreis Ebersberg und in Rosenheim hat die Zahl der Corona-Infektionen den vereinbarten Frühwarnwert überschritten. In Ebersberg gab es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Samstag 35,88 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. In Rosenheim lag der Wert bei 47,28.

Bei einem Wert von 35 sind die Gesundheitsämter verpflichtet, das Gesundheitsministerium über die Ursache der steigenden Zahlen und über lokale Gegenmaßnahmen zu informieren. Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

Corona-Teststation Donautal Ost vorübergehend geschlossen

Samstag, 22. August, 12.20 Uhr: Die Corona-Teststation an der Autobahn 3 bei Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen. 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. Mitarbeiter des privaten Betreibers Eurofins hätten die Teststation plötzlich verlassen. Das Gesundheitsministerium schreibt in einer Mitteilung, bei drei Mitarbeitern des Dienstleisters habe es den "Verdacht auf Infektionserkrankungen" gegeben. Aus Sicherheitsgründen hätten sie den Dienst deshalb nicht antreten können.

Schon im Laufe des Freitags mussten Reisende mit hohen Wartezeiten rechnen. Als die Ehrenamtlichen gegen 23 Uhr eintrafen, hätten mehrere Hundert Menschen vor den geschlossenen Zelten gewartet. Am frühen Morgen habe Eurofins den Betrieb wieder aufgenommen. "Wir werden das ganze Wochenende vor Ort sein, um die Testkapazitäten zu erhöhen", versprach der BRK-Sprecher.

Corona in Bayern - Die Meldungen im Rückblick

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© SZ.de/kast/dpa/kbl/KNA

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