Tragödie als Kinderspiel samt Geschlechtertausch: Johan Simons inszeniert „Antigone“ am Berliner Ensemble. Ein Sprachkunstwerk mit Starbesetzung.
Ein Jahr nach dem Anschlag in Magdeburg
:Wenn die quälenden Bilder nicht verschwinden wollen
Psychotherapeut Christian Lüdke betreut Opfer des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Ein Gespräch darüber, wie es ihnen heute geht und was nach einem Trauma helfen kann.
Psychologie
:„Wer viel erlebt hat, hat geringere Chancen auf Erholung“
Erschütternde Erfahrungen erhöhen das Risiko für posttraumatische Belastungsstörungen – besonders im Krieg. Wie die Universität der Bundeswehr in Neubiberg ihre Studierenden auf extreme Situationen vorbereitet, erklärt Trauma-Expertin Inga Schalinski.
Kommunen in Finanznot
:Fachstelle für traumatisierte Geflüchtete gerettet
Dass es das Nürnberger Angebot braucht, daran gab es wenig Zweifel. Wegen finanzieller Engpässe drohte ihm trotzdem das Aus. Nun kann es vorerst fortbestehen.
Deutscher Buchpreis
:Das Ungesagte sitzt in den Nieren
Mit seltener Präzision erzählt Jehona Kicaj am Beispiel einer Familie, die aus Kosovo geflohen ist, wie man Vergangenes weiterträgt, auch wenn man nichts davon weiß. Mit diesem Debütroman ist sie jetzt für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Dagmar Leupold über Generationenkonflikte
:„Das Schweigen der Mütter war ein anderes als das der Väter“
Vor Jahren hat die Schriftstellerin Dagmar Leupold die Männer der Kriegsgeneration in den Blick genommen, nun im Roman „Muttermale“ die Frauen. Ein Gespräch über Veränderungen in der Gesellschaft wie auch im Erzählen – und über ein spezielles Gift in Mutter-Tochter-Beziehungen.
SZ MagazinNotfallseelsorge
:„Wenn man liebt, hört die Trauer nie ganz auf“
Wie übersteht man Schicksalsschläge? Pfarrer Albi Roebke arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Notfallseelsorger. Er weiß, was Hinterbliebene im ersten Moment brauchen, und erklärt, warum Mitleid meist nicht hilfreich ist.
SZ MagazinPsychische Gesundheit
:„Meine Traurigkeit hat viel mit der Traurigkeit meines Vaters zu tun“
Die Journalistin und Moderatorin Caro Matzko legt in einem neuen Buch ihre Krankheitsgeschichte offen: Magersucht, Depression, Klinikaufenthalte. Heute, sagt sie, gehe es ihr gut. Ein Gespräch über das Weitermachen, das Finden der passenden Therapieform und die Bedeutung der Traumata der eigenen Eltern.
Roman
:Die Jungen können weinen
Wie die Traumata des Krieges seit 1945 durch die Generationen weitergereicht werden, davon erzählt Lina Schwenks Debüt „Blinde Geister“, das für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Und von neuen Kriegen, die schon neue Wunden reißen.
Interview mit Susanne Abel
:„In dem Moment habe ich kapiert, dass ich tief in mir dieses Leid trage“
Die Bestsellerautorin Susanne Abel über das dunkle Geheimnis ihrer Familie, die Versöhnung mit ihrer an Demenz leidenden Mutter und das Schicksal deutscher Heimkinder nach dem Krieg.
Psychiatrie
:Folgen Sie dem Finger
Von einem Therapeuten angeleitete Augenbewegungen sollen gegen belastende Erinnerungen, Ängste und Schmerzen helfen. Was bringt die EMDR-Methode tatsächlich?
Literatur
:„Als Therapeutin sehe ich den Preis dieses Krieges“
Die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen im Gespräch über die Traumata, die ihr nach dem 7. Oktober begegnet sind, die Frage, wem Rache hilft, und darüber, warum sie trotz allem wieder einen Roman geschrieben hat.
Sexuelle Gewalt
:„Es passiert nicht einfach so“
Wer als Kind sexuelle Gewalt erlebt hat, fürchtet sich oft vor der eigenen Elternschaft. Wird man Grenzen achten und den Nachwuchs schützen können - auch vor sich selbst?
Roman
:In jede Wunde eine Tablette
Wie geht eine Gesellschaft mit denen um, die sich nicht anpassen können? Diese Frage beantwortet Svealena Kutschke in ihrem Psychiatrieroman „Gespensterfische“ mit poetischer Tiefe.
Rechte Gewalt
:Warum wurde auf mich geschossen?
Mina Mangal war acht Jahre alt und wohnte im Asylbewerberheim, als eine Kugel durchs Fenster flog. Gut 30 Jahre später fragt sie sich: Was ist damals wirklich passiert? Sie macht sich auf die Suche.
Gazakrieg
:Wenn es hilft, dann weint
Seit eineinhalb Jahren kämpfen auch viele israelische Reservisten gegen die Hamas. Dann kehren sie aus der Hölle in Gaza zurück nach Tel Aviv – und die Leute trinken Hafermilchcappuccino am Strand. Spätestens da kommt alles hoch.
MeinungEinrichtung in Nürnberg
:Es wäre fatal, die Trauma-Behandlung Geflüchteter einzustellen
Eines der wenigen Angebote nach Taten wie in Magdeburg und Aschaffenburg einzustellen, wäre paradox. Nürnbergs Politiker sollten sich klarmachen, wie viel sie zu verlieren haben.
Nürnberg
:Trauma-Fachstelle für Geflüchtete droht die Schließung
Ausgerechnet nach Gewalttaten psychisch kranker Menschen mit Fluchtgeschichte steht eine der wenigen Einrichtungen zur Trauma-Früherkennung in Bayern vor dem Aus. Die Gründe.
Psychische Gesundheit
:„Mir fehlen die Worte, um auszudrücken, was in mir vorgeht“
Unser Autor findet eine Leiche und denkt zunächst – gar nichts. Er funktioniert nur. Doch Tage später fängt er plötzlich an zu weinen. Was geschieht da mit ihm? Mithilfe eines Experten lernt er, seine Reaktionen zu verstehen – und was er womöglich anders hätte machen sollen.
SZ-Pflegekolumne: Auf Station, Folge 185
:Schlaflose Nacht in der Klinik
Pola Gülberg versorgt auf der Intensivstation eine Patientin mit einem Schädelhirntrauma nach einem Sturz. Jede Stunde muss die Pflegerin nun die Pupillenreaktion der Frau kontrollieren – warum ihr das ziemlich leidtut.
Dokumentarfilm „Liebe Angst“
:Was passiert mit Kindern, deren Eltern unfassbares Leid erlebten?
Der lange Schatten von Auschwitz: Ein Dokumentarfilm spürt einer Mutter-Tochter-Beziehung nach, die bis heute im Bann der deutschen Vergangenheit steht.
Psychotherapie
:„Niemals den Patienten frei erzählen lassen“
Viele Therapien dauern zu lange, weil selbst erfahrene Behandler Angst vor dem Grauen hätten, sagt Traumatherapeutin Maggie Schauer. Ein Gespräch über Vermeidungsstrategien, Resilienz und eine Methode, mit der alles schneller gehen könnte.
Leben auf dem Internat
:King Loui gibt’s nicht mehr
Mit elf kommt Konstantin Tengelmann auf ein Elite-Internat, mit 15 auf das nächste, in der Hierarchie arbeitet er sich ganz nach oben. Jahre später hört er das erste Mal vom Internatssyndrom. Und versteht: Viele seiner Probleme heute haben mit der Zeit damals zu tun.
Transgenerationale Traumata
:„Ich bin die Wunde der Familie“
Ihre Mutter hat den Holocaust überlebt und konnte darüber zu Hause nicht reden. Ein Gespräch mit der Psychoanalytikerin Maya Lasker-Wallfisch über Trauma, die sich vererben, ihre jahrelange Drogensucht – und eine Begegnung mit dem Sohn des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß.
Überfall auf Israel
:Die Überlebende
Sapir Saar war am 7. Oktober auf dem Nova-Festival, als Hamas-Terroristen dort 364 Menschen töteten. Bis heute ringt sie mit der Frage: Habe ich es verdient weiterzuleben?
SZ MagazinLeben und Gesellschaft
:„Kinder bekommen oft automatisch mit, was die Eltern Schlimmes erlebt haben“
Wer selbst unter Traumata leidet, gibt diese oft an die nächste Generation weiter. Die Traumatherapeutin Katharina Drexler erklärt, wie man über solch tiefliegende Wunden spricht – und wann eine Therapie nötig ist.
Ausstellung über Kriegstraumata in der Pasinger Fabrik
:Schatten der Vergangenheit
Drei Münchner Künstlerinnen beschäftigen sich in der Pasinger Fabrik mit den seelischen Folgen des Zweiten Weltkrieges.
Familiengeheimnisse
:Ein halbes Leben später
Mit 50 erfährt ein Mann durch Zufall, dass er als Kleinkind adoptiert wurde. Voller Hoffnung macht er sich auf die Suche nach seinen leiblichen Eltern - und wird erneut enttäuscht.
Amerikanische Literatur
:Entkomme deinem Schicksal
In der Gegenwartsliteratur sind alle dauernd traumatisiert, das Stilmittel ist längst zur Konvention vertrocknet. Da kommen die Romane der amerikanischen Autorin Joy Williams sehr gelegen.
Erinnerungskultur
:Vererbte Traumata
Was die Täter und die Opfer des Nationalsozialismus an die nachfolgenden Generationen weitergegeben haben, untersucht eine Veranstaltungsreihe in der Pasinger Fabrik.
Literatur
:Das Schweigen brechen
Welche Folgen hat Gewalt gegen Frauen, insbesondere im Krieg? Die Schriftstellerin Ulrike Draesner wird auf zwei Podien in München über ihren Roman "Die Verwandelten" sprechen, an der Ludwig-Maximilians-Universität und im Haus des Deutschen Ostens.
Krieg in der Ukraine
:"Wir möchten den Kindern ihre Kindheit zurückgeben"
Roman Syrotych ist Direktor der Caritas in Kiew, Olena Pokotyuk leitet dort die Projekte für Kinder. Bei einem Besuch bei ihren Kollegen in der Partnerstadt München berichten sie von ihrer Arbeit im Ausnahmezustand.
Alex Schulman "Endstation Malma"
:Ein Zug fährt durch die Zeit
Mit dem schwedischen Erfolgsautor Alex Schulman im "Chez Jolie" in Stockholm, wo er die Pause zwischen seinen Theaterproben verbringt - und zwischen seinen Reisen in die schmerzhafte Vergangenheit seiner Familie.
Medizin
:Wie Schwerverletzte aus der Ukraine nach Deutschland kommen
Und was eine private Whatsapp-Nachricht von deutschen Ärzten damit zu hat. Über einen komplexen Verteilmechanismus, mit dem Deutschland versucht, Wunden zu versorgen, die eigentlich nicht zu heilen sind.
Unfälle im Krankenhaus
:Wie klare Sprache Leben retten kann
Nach einem Unfall muss es schnell gehen. Damit die Mediziner gut und effizient zusammenarbeiten, gehen sie nach einem internationalen Schema vor und üben in Simulationen. Zu Besuch im Schockraum.
SZ MagazinKrieg
:Die Kämpfe nach dem Kämpfen
Viele Soldaten kehren aus ihren Einsätzen verwundet zurück – an Körper oder Seele. Für sie wurden die „Invictus Games“ erfunden, ein Sportwettbewerb für Veteranen. Auch die Bundeswehr ist vertreten – und erhofft sich davon weit mehr als nur Medaillen.
Psychologie
:Damals auf dem Drachenboot
Nach wie vor ist der Glaube verbreitet, traumatische Erlebnisse würden oft verdrängt und ließen sich erst durch beharrliches Nachspüren wiederbeleben. Dabei entstehen so leicht falsche Erinnerungen. Über ein gruseliges Phänomen und dessen Folgen.
Ukraine
:Eine Atempause vom Krieg
Die Granaten, die toten Kameraden. In zwei Wochen bekommt man das nicht aus den Köpfen. Aber darum geht es vielleicht auch gar nicht bei der Reha für ukrainische Soldaten. Das Grauen liegt ja nicht nur hinten ihnen, sondern auch vor ihnen.
Psychologie
:"An meiner Mutter bin ich gescheitert"
Wie bringt man die Eltern zum Reden? Die britische Therapeutin Julia Samuel über generationsübergreifende Traumata, die Illusion von der perfekten Verwandtschaft und ihre Beziehung zur royalen Familie.
Musik zur Heilung
:Mit Liedern gegen das Leid der Missbrauchsopfer
Er hat schon Wagner-Partien gesungen und war lange im Ensemble des Gärtnerplatztheaters. Jetzt hat Laurence Gien einen musikalischen Abend für die Opfer sexuellen Missbrauchs vorgestellt. Im Auftrag der katholischen Kirche - und als selbst Betroffener.
Psychologie
:Noch genervt oder schon getriggert?
Der Chef ist bestimmt ein Narzisst, die Beziehung der Freundin vermutlich dysfunktional und der Alltag manchmal traumatisierend: Immer mehr Menschen klingen wie Hobbytherapeuten. Was diese Pathologisierung des Alltags für Auswirkungen hat.
Trauma
:„Wir reden viel. Viel zu viel“
Bessel van der Kolk, einer der bekanntesten Traumatherapeuten, findet, dass viele psychische Probleme falsch behandelt werden. Ein Gespräch über Yoga, Theater und die Frage, was Trauma überhaupt ist.
"Die Aussprache" im Kino
:Nachts kamen die Dämonen
Ein paar Frauen streiten über Auflehnung, Flucht und Vergebung. Sarah Polleys "Die Aussprache" zählt zu den interessantesten Filmen, die aus der "Me Too"-Debatte entstanden sind.
SZ-Adventskalender
:"Jeder könnte jemand sein, der mir wehtut"
Tobias P. leidet nach Missbrauchserfahrungen in seiner Kindheit an einer dissoziativen Störung. Eine Traumatherapie bedeutet für ihn den Weg zurück in die Gesellschaft - doch die Fahrkarte dorthin kann er sich kaum leisten.
"Frieden, Liebe und Death Metal" im Kino
:Man kann nur mitfühlen, nicht nachfühlen
Das Filmdrama "Frieden, Liebe und Death Metal" erzählt vom Bataclan-Attentat - eigentlich aber von der Unberechenbarkeit von Traumata.
Benefiz-Abend
:Traumata heilen
Mit einer Lesung im Literaturhaus unterstützen Schauspielerinnen und Schauspieler von Juliane Köhler bis Stefan Merki die Arbeit des Vereins Refugio, der traumatisierten Geflüchteten hilft.
Triggerwarnungen am Theater
:Jetzt wird es unangenehm
Vielen Aufführungen werden gerade Warnungen vorgeschaltet. Wem nützt das?
Andreas Schäfer: "Die Schuhe meines Vaters"
:Ich bin wie er
Grell leuchtende Heroen oder tyrannische Instanzen: Zu allen Zeiten mussten sich Söhne schmerzvoll an ihren Vätern abarbeiten. Der Autor Andreas Schäfer schreibt die gigantische literarische Tradition dieser Beziehung in die Gegenwart fort.
Ralf Rothmann: "Die Nacht unterm Schnee"
:Liebe nach dem Krieg
Der dritte Teil von Ralf Rothmanns Trilogie über die Erbschaft der Gewalt nach dem Zweiten Weltkrieg ist der stärkste. Und wieder sucht er nach einer Rettung durch das Erzählen.
Psychologie
:Früher war alles besser
Warum Menschen seit jeher den Verfall der Sitten und den schrecklichen Zustand ihrer Gesellschaft beklagen.