Seit sie sieben Jahre alt war, musste eine Frau bei einer Familie in Brasilien als Haushaltshilfe arbeiten. Ohne Bezahlung, wie eine Sklavin. Wie lernt man nach so langer Zeit, eigenständig zu leben?
Historie
:17 Tage, die die Welt veränderten
Der damals 33-jährige Tabakpflanzer Thomas Jefferson verfasste im Sommer 1776 die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Über das Paradox eines Dokuments, das Amerika bis heute prägt.
Philadelphia und 250 Jahre USA
:Die Stadt des Präsidenten und seiner Sklaven
In Philadelphia wurden vor 250 Jahren die Vereinigten Staaten geboren. Ein Rundgang mit einem afroamerikanischen Aktivisten zeigt: Die Stadt geht mit dem Jubiläum deutlich ausgewogener um als Donald Trump.
Kunst
:Schmerzen in schön
Grausam gestorben, bestens gekleidet: Francisco de Zurbarán war der Maler der Märtyrer – und zugleich Textilhändler. Jetzt wird der barocke Spanier mit einer grandiosen Schau in London gefeiert
Gaming
:Heute spielen wir Sklavenhalter
Im Indie-Game „Plantation Simulator“ sah man Spielfiguren mit Peitsche hinter schwarzen Männchen herjagen. Jetzt ermittelt die Bundesnetzagentur gegen die Plattform Steam.
MeinungLandwirtschaft
:Billiges Gemüse gibt es nur dank moderner Sklaverei
Der Mord an vier Erntehelfern in Italien verdeutlicht auf grausame Weise, wie katastrophal die Arbeitsbedingungen auf den Feldern sind. Es braucht eine Bewegung dagegen.
Kriminelle Sekte
:Chile stoppt Pläne für Colonia Dignidad
Der ultrarechte neue Präsident von Chile will das Gelände der ehemaligen totalitären deutschen Sekte nicht enteignen lassen. Die linke Opposition kritisiert das scharf.
Vereinte Nationen
:UN: Sklavenhandel ist „schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit“
Die Vereinten Nationen haben mehrheitlich für eine von Ghana eingebrachte Resolution gestimmt, die auch die Rückgabe von gestohlenen Kulturgütern vorsieht. Drei Länder lehnen die Resolution ab.
Historie
:George Washington und das Mädchen mit den Sommersprossen
Ein Kulturkampf-Streit in Philadelphia erinnert daran: Der Freiheitsheld und erste Präsident der USA war auch Sklavenhalter. Über moralische Widersprüche eines Gründervaters – und eine junge Frau, die sich widersetzte.
MeinungUSA
:Erst eine mutige Richterin verhindert Trumps Geschichtsklitterei
Beim Rechtsstreit um die Erinnerung an die Zeit der Sklaverei geht es um mehr als um ein paar historische Tafeln – nämlich um Amerikas Selbstverständnis.
Ausstellung zu George Washington
:Richterin: Trump-Regierung muss Hinweise auf Sklaverei zulassen
Die Trump-Regierung darf historische Wahrheiten nicht verschleiern oder verfälschen, stellt eine Bundesrichterin fest – und zitiert aus „1984“. Die Manipulation einer Ausstellung in Philadelphia muss rückgängig gemacht werden. Vorerst zumindest.
Geschichtsrevisionismus unter Trump
:2026 wird ein GROSSES Jahr für die USA
US-Präsident Trump versucht, die Geschichte des Landes als Heldengeschichte umzuschreiben. Erinnerungen an Verbrechen und Sklaverei werden getilgt, Museen unter Druck gesetzt. Und der Präsident setzt sich im Jubiläumsjahr selbst ein Denkmal.
Neues aus Pompeji
:Wie Sex und Sklaverei das Christentum förderten
Graffiti, Mosaike und die „Hölle auf Erden“: In seinem neuen Buch erzählt der Archäologe Gabriel Zuchtriegel von der Idee der Nächstenliebe, die vielen Menschen in Pompeji Hoffnung gab.
US-Geschichte
:„Bin ich kein Mensch und Bruder?“
Die derzeitige US-Regierung erhebt Empathielosigkeit zum Programm. Dabei waren es Amerikaner, die das Mitgefühl vor 300 Jahren überhaupt erst zum Faktor in der Politik machten: die Geschichte der frühen Anti-Sklaverei-Bewegung.
Dem Geheimnis auf der Spur
:Der gehäutete Sklave
Mmadi Make kommt im 18. Jahrhundert nach Wien und macht am Hof Karriere. Nach seinem Tod wird er zur Schau gestellt. Wie konnte sein Leben solche Wendungen nehmen?
Cyber-Kriminalität
:Sklaverei ohne Grenzen
Das Innenministerium in Delhi schlägt Alarm, weil fast 30 000 Inderinnen und Inder in Betrugsfabriken in Myanmar, Kambodscha und Laos festgehalten werden sollen. Aber wie kommen die dorthin?
USA
:Kalifornien entschuldigt sich für Sklaverei – was folgt daraus?
Gouverneur Gavin Newsom bittet um Vergebung für die schweren Verbrechen, ganz offiziell. Finanzielle Entschädigungen aber, die Rückgabe von Grundstücken, bremst er aus.
Interview mit Jesmyn Ward
:„Ich schreibe aus einer Art Verantwortung für meine Leute“
Jesmyn Ward ist die erste Frau, die den wichtigsten Literaturpreis der USA, den National Book Award, gleich zweimal bekommen hat. Ein Gespräch über ihren neuen Roman, Spiritualität und Kamala Harris.
Kinderrechte in der Verfassung
:Das ist kein Spiel
Kinderrechte im Grundgesetz wären mehr als Symbolik, würden Straßenbau, Lieferketten, Steuerpolitik berühren. Bestimmt ist es zynisch anzunehmen, dass sie genau deshalb dort noch nicht stehen.
Eine Arte-Doku widmet sich der Karriere Rihannas und der Kulturgeschichte ihrer Heimat Barbados. Der Film lohnt sich – nicht nur für Fans.
Percival Everetts Roman "James"
:An diesem Roman führt kein Weg vorbei
Der amerikanische Schriftsteller Percival Everett adaptiert "Huckleberry Finn" - erzählt aus der Perspektive des geflohenen Sklaven Jim.
Ausstellung zu Kunst und Kolonialismus in London
:Wie ein Sklave Dandy wurde
Die Londoner Royal Academy erforscht mit der Ausstellung "Entangled Pasts" die Verwicklung von Kunst in Kolonialismus und Sklavenhandel.
Iris Därmann: "Sadismus mit und ohne Sade"
:Die Nähe der Gefolterten
Die Kulturwissenschaftlerin Iris Därmann erzählt in eindrucksvollen Episoden die historische Rolle des Sadismus für den Kolonialismus nach.
Amanda Gorman zum Untergang der "Adriana"
:Haut an Haut, Knochen an Knochen
Die amerikanische Dichterin Amanda Gorman stellt in ihrem Gedicht über den Untergang des Flüchtlingsbootes "Adriana" eine erstaunliche Verbindung her.
Kolonialismus
:Niederländischer König entschuldigt sich für Sklaverei
Mehr als 600 000 Menschen hatten die Niederlande in mehr als 200 Jahren versklavt - und waren nicht zuletzt damit reich geworden.
ETA Hoffmann Theater Bamberg
:Die zeigt's ihnen
Sibylle Broll-Pape, die Intendantin des ETA Hoffmann Theaters in Bamberg, muss 2025 gehen. Bis dahin will sie aber von ihrem Erfolgskurs nicht abrücken, will weiterhin gesellschaftlich relevantes Theater machen und dabei unterhalten.
Menschenrechtsorganisation
:50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei
Die Zahl der Ausgebeuteten sei stark angestiegen, heißt es im Bericht der NGO "Walk Free". Gründe seien der Klimawandel, bewaffnete Konflikte, die Einschränkung von Frauenrechten, aber auch das Verhalten der G-20-Länder: Diese seien über ihre Lieferketten indirekt für die Hälfte aller Opfer moderner Sklaverei verantwortlich.
Howard French: "Afrika und die Entstehung der modernen Welt"
:"Die Plantage und die Sklaverei: die wichtigsten Erfindungen der Neuzeit"
In seinem Buch "Afrika und die Entstehung der modernen Welt" erklärt der US-Journalist Howard French, warum Europa ohne Afrika nie zur Supermacht aufgestiegen wäre. Ein Interview.
Wissenschaftliche Untersuchung
:Freiheit, aber nicht für alle
Der Gründer des "Guardian" und seine Geldgeber hatten enge Verbindungen zum Sklavenhandel. Jetzt will die Zeitung die Nachfahren der Opfer entschädigen.
IS-Terror
:Jennifer W. droht lebenslang
Der Bundesgerichtshof hebt die zehnjährige Haftstrafe gegen die Frau auf, die zusah, als ihr Mann ein Jesiden-Mädchen in der Sonne sterben ließ. Ihre Strafe muss neu verhandelt werden.
Kolonialismus
:Niederländische Regierung will sich für Sklaverei entschuldigen
Das Königreich arbeitet nur langsam sein koloniales Erbe auf. Jetzt soll sich zum ersten Mal ein Ministerpräsident offiziell entschuldigen. Doch an Zeitpunkt und Inhalt seiner Rede gibt es heftige Kritik.
Sklavendrama "Emancipation" auf Apple TV+
:Will Smith gibt sich die Peitsche
Mit dem Sklavendrama "Emancipation" schielt die Film-Abteilung bei Apple wieder nach den Oscars, man hat aber blöderweise auf Watschenmann Will Smith gesetzt. Hat hier jemand Nachsicht verdient?
Dem Geheimnis auf der Spur
:Die Sadistin von New Orleans
Um die Grausamkeit der Sklavenhalterin Delphine LaLaurie ranken sich viele gespenstische Geschichten.
Hörspiel "Vom Wind verweht - Die Prissy-Edition"
:Raus aus der Statistenrolle
Eine Version aus afroamerikanischer Perspektive war überfällig: Das Hörspiel "Vom Wind verweht - Die Prissy-Edition" hat dafür die nötige Wucht.
Tourismus
:Vier Sterne und viel Leid
Auf Airbnb konnte man eine ehemalige Sklavenhütte mieten, bis ein Anwalt dagegen vorgegangen ist. Das eigentliche Problem bei solchen Angeboten dürften aber die Kunden sein.
Saidiya Hartman: "Aufsässige Leben, schöne Experimente" und "Diese bittere Erde"
:Archiv des Maßlosen
Wer aus der Normalität ausgeschlossen ist, kann womöglich die Norm aufbrechen. Saidiya Hartman erzählt von schwarzen Frauen auf der Suche nach einem besseren Leben.
MeinungVerletzung von Menschenrechten
:Eine Entschuldigung von VW wäre eine große Überraschung
VW soll in den 70-er und 80-er Jahren mit der brasilianischen Militärdiktatur paktiert haben. Im Raum steht auch der Vorwurf der "Sklavenarbeit". Die Zeit drängt, die Vergehen aufzuarbeiten.
Royals
:In einem Land vor unserer Zeit
Die königliche Familie weiß nicht, wie sie mit der britischen Vergangenheit als Kolonialmacht umgehen soll. Noch nie stand die Zukunft des Commonwealth auf so wackeligen Füßen wie jetzt.
David Diop: "Reise ohne Wiederkehr"
:Ihren Namen auf den Lippen
David Diop mischt Kritik am Kolonialismus mit einer schwarz-weißen Liebesgeschichte. Gefährlich nah am Kitsch.
Menschenhandel
:Liechtenstein kämpft gegen Sklaverei und Geldwäsche
150 Milliarden US-Dollar verdienen Kriminelle jedes Jahr mit Sklaverei. Ukraine-Krieg und Pandemie heizen das schmutzige Geschäft an. Eine internationale Initiative will die Geldströme nun stoppen.
RZA im Interview
:"Karma ist eine Tatsache"
"Wu-Tang Clan"-Gründer und Groß-Spiritualist RZA über Tyrannen, die von Mücken getötet wurden, die Spätfolgen der Sklaverei - und den Dealer, über den er Jim Jarmusch kennengelernt hat.
Leute
:"Ich habe mich uralt gefühlt"
Schauspielerin Lily Collins hatte in Paris Schuhprobleme. Dschingis-Kahn-Sänger Leslie Mandoki würde für den Frieden in der Ukraine ausnahmsweise noch mal "Moskau" singen.
Buchverbote in den USA
:Im Land der Beschwerdeformulare
Die USA erleben eine Welle von Initiativen, die Bücher aus den Lehrplänen verbannen oder ganz verbieten wollen. Meistens geht es dabei um sexuelle Aufklärung, Sklaverei und Religionskritik.
Rassismus in Brasilien
:"Sie haben meinen Sohn getötet, weil er schwarz war"
Ein junger Einwanderer aus dem Kongo wird in Rio brutal zu Tode geprügelt. Nun diskutiert das Land über den Rassismus, den sich viele Brasilianer aber nicht eingestehen wollen.
Denkmalsturz
:Vom hohen Ross
Mit dem Abriss seiner Statue im amerikanischen Richmond ist der Südstaaten-General Robert E. Lee endgültig gefallen - für die "Black Lives Matter"-Bewegung ein spektakulärer Sieg.
Unterdrückung
:Gut gekämpft
In "Selbstverteidigung" schreibt Elsa Dorlin über Gewalt als legitimes Mittel der Unterdrückten. Doch wer sich einfache Antworten erhofft, dürfte enttäuscht werden.
Profil
:Nikole Hannah-Jones
US-Journalistin und Professorin, umworben als intellektuelle Leitfigur.
Niederlande
:Amsterdam entschuldigt sich für die Sklaverei
Die Bürgermeisterin der niederländischen Hauptstadt weist auf das "große Unrecht der kolonialen Sklaverei" hin. Die Regierung und die Mehrheit der Bevölkerung sind noch nicht so weit.
Schifffahrt
:Der letzte Mann an Bord
Fast vier Jahre lang saß Mohammad Aisha auf einem Frachter im Suezkanal fest, weil der Besitzer des Schiffs eine Rechnung nicht bezahlt hat. Eine Geschichte über Einsamkeit und moderne Sklaverei.
Gedenktag in den USA
:"Große Nationen ignorieren ihre schmerzhaftesten Momente nicht"
"Juneteenth", der 19. Juni, wird nationaler Feiertag in den USA. Er erinnert an das Ende der Sklaverei im Jahr 1865. Über einen Schritt, dessen Bedeutung für die Geschichte des Landes gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.