Mit ihrer Geheimdienstreform möchte die Bundesregierung das Trennungsgebot zwischen Polizei und Verfassungsschutz aufweichen. Dabei wurde es nach der NS-Zeit aus guten Gründen eingeführt.
Kino
:Nastassja Kinski und Wim Wenders einigen sich
Er filmte sie als 13-jähriges Kind in einer Nacktszene, über die er lange nicht verhandeln wollte. Nun kündigt der 80-jährige Regisseur an, die strittige Szene in „Falsche Bewegung“ von 1974 herauszuschneiden.
Wirtschaftshistorie
:Was die Geschichte über die KI-Revolution lehrt
Jobs kommen und gehen: Vor den Folgen neuer Technologien wird seit der Erfindung der Dampfmaschine gewarnt. Sind die schlimmsten Befürchtungen jemals eingetroffen?
Berlin
:Warum so arm, warum so unsexy?
Der Historiker Stefan Wolle schreibt eine Zeitgeschichte Berlins, erkenntnisreich ist das gerade für Wessis jüngerer Jahrgänge. Doch er hat Schwierigkeiten, des ewig gegenwärtigen Charakters der Hauptstadt Herr zu werden.
Dachau, das KZ von nebenan
:Das Todeslager, von dem angeblich niemand etwas wusste
1933 errichtete das NS-Regime in Dachau eines der ersten Konzentrationslager, bald wurde gefoltert und gemordet. Hatten die Menschen in der Stadt wirklich nichts von den Verbrechen in ihrer Nachbarschaft mitbekommen?
MeinungGeschichte
:Wer waren die Faschisten? Deutsche, Spanier? Kamen sie vom Mond?
Nein, die Historiker müssen wegen der digital zugänglichen NSDAP-Karteien gewiss nicht bei null anfangen. Doch das große Schweigen, jenes in den Familien, könnte nun endgültig aufgebrochen werden.
„Hauptstadt der Bewegung“
:Diese Orte spielten im München der Nazis eine besondere Rolle
Die Nationalsozialisten drückten München ihren architektonischen Stempel auf. Doch auch Menschen im Widerstand prägten Orte in der Stadt – eine Auswahl.
Historiker-Streit
:Hat Josef Wintrich NS-Verbrechen mitgetragen?
Eine neue Studie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ebersberger Juristen und einstigen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. Lokale Geschichtsforscher sind entsetzt – und sprechen von „Rufmord“.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Wer war in der Nazi-Partei?
Zwischen 1925 und 1945 traten mehr als zehn Millionen Menschen der NSDAP bei – viele aus Überzeugung, manche, weil der Druck zu groß wurde. Hier finden Sie heraus, ob Ihre Verwandten dazuzählten.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Wie ein mutiger Mensch die Nazi-Akten rettete
Acht Millionen Mitgliederkarten der NSDAP wollten die Nazis in einer Papiermühle in Freimann bei München vernichten lassen. Doch Betriebsleiter Hanns Huber versteckte die Akten unter Lebensgefahr. Und dann wollten die Amerikaner sie erst gar nicht haben.
Erinnerungskultur
:Geschichte, die weiterwirkt
Rhiannon Moutafis erforscht in Wolfratshausen die Auflösung des Lagers Föhrenwald. Für ihre Dissertation wertet die junge Historikerin Akten aus – und stößt dabei auf die Menschen dahinter und Biografien mit „Romanpotenzial“.
Erinnerungskultur
:Der Retter von der Rottmannshöhe
Pater Franz Kreis hat im April 1945 gemeinsam mit einem Glaubensbruder 32 KZ-Häftlinge aus dem Todesmarsch befreit. Jetzt soll eine Straße in der Gemeinde Berg nach ihm benannt werden.
Klassik
:Engel der Verzweiflung
Exzentrisches Tableau der Verwüstungen des 20. Jahrhunderts: Die Oper Kassel wagt die erste szenische Aufführung der großen „Deutschen Symphonie“ des Komponisten Hanns Eisler.
Debatte
:Ist Wim Wenders unantastbar?
Nastassja Kinski spricht über ihren Kampf, eine Szene mit ihr als entblößter 13-Jähriger aus einem Film von Wim Wenders entfernen zu lassen. Doch der Regisseur schweigt – und mit ihm die gesamte Filmbranche. Wie kann das sein?
Westdeutsche Geheimdienstgeschichte
:Doch kein Dilettantenverein
Historiker stellen in Pullach das Buch „Der BND nach Gehlen“ vor, das die DDR-Spionage und die Beziehungen zum Kanzleramt in den 70ern und 80ern im Blick hat. Ein bisher wenig erforschtes Kapitel in der Geschichte des Geheimdienstes.
Nastassja Kinski und Wim Wenders
:„Er hat mich nicht beschützt“
Nastassja Kinski spielt mit 13 Jahren halbnackt für eine Filmszene von Wim Wenders. Heute kämpft der Weltstar dafür, dass das nicht mehr zu sehen ist. Begegnung mit einer Frau, die nicht mehr das entblößte Mädchen des deutschen Autorenfilms sein will.
Kino Breitwand
:Erinnerung an Korbinian Aigner
Am 22. Mai gibt es in Starnberg eine Sondervorführung des Films „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ samt Gespräch mit Regisseur Walter Steffen.
Familie und Beruf
:„Den Deutschen wurde eingeredet, dass Kinder Schaden nehmen, wenn Mütter arbeiten gehen“
Tradwife oder Rabenmutter – warum wird in Deutschland darüber so emotional debattiert? Ein Historiker spricht von einer „massiven Kampagne“, die bis heute Politik und Gesellschaft prägt.
KZ-Gedenkstätte Dachau
:Erinnern an den Horror
Zum 81. Jahrestag der Befreiung wird von Freitag, 1., bis Sonntag, 3. Mai, auf zahlreichen Veranstaltungen der Opfer des NS-Konzentrationslagers gedacht.
Aktuelles Lexikon
:Kaisergrab
So prachtvoll die Denkmäler für die Monarchen von außen oft aussehen, so zweifelhaft ist häufig, wer sich darin befindet. In Magdeburg jedenfalls ist die Sache jetzt klar.
Geschichte
:War Opa Nazi?
Das US-Nationalarchiv hat die Daten von acht Millionen Mitgliedern der NSDAP ins Netz gestellt. Sie wurden nach Kriegsende vor der Vernichtung gerettet – jetzt suchen so viele, dass die Server zusammenbrechen.
Archäologie
:Otto! Bist du es wirklich?
Forscher haben die Knochen aus dem Kaisergrab im Magdeburger Dom untersucht – und damit nicht nur einen Kaiser identifiziert, sondern gleich zwei.
Literatur
:Der Erfinder unserer Landschaften
Bis zu seinem Lebensende wurde Siegfried Lenz als Chronist deutscher Geschichte missverstanden. In Wahrheit erschuf er in seiner Kunst eine autonome, literarische Welt. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden.
Herbert von Karajan
:„Hätte er Koch statt Generalmusikdirektor werden sollen?“
War der Jahrhundertdirigent Herbert von Karajan nur Mitläufer oder überzeugter Nazi? Der Historiker Michael Wolffsohn hat dieser Frage ein aufwendig recherchiertes neues Buch gewidmet – und stellt einige Annahmen richtig.
Zeitgeschichte
:Vortrag über jüdische Familien im Landkreis Freising
Der Freisinger Stadtrat und Politikwissenschaftler Guido Hoyer stellt am 12. Februar sein neues Buch über die NS-Zeit vor.
Design
:Wie rot war das Ohrläppchen von Immanuel Kant, Herr Leder?
Und wie blau war das lädierte Auge von Boxweltmeister Eckhard Dagge? Modedesigner Frank Leder hat aus der Suche nach deutscher Identität eine unterhaltsame Farbenkollektion gemacht.
Dem Geheimnis auf der Spur
:Der Werwolf aus dem Rheinland
Der Bauer Peter Stump wurde im 16. Jahrhundert der Zauberei bezichtigt, hingerichtet – und berühmt. Was ist tatsächlich geschehen?
Porträt
:Die Macht, Filme zu drehen
Pia Strietmann versteht es, die Welten mächtiger Männer zu inszenieren – und ist spätestens seit der Serie „Herrhausen“ eine der spannendsten deutschen Regisseurinnen. Eine Annäherung.
Grab Ottos des Großen
:Recycling für den Kaiser
Die Marmorplatte vom Sarkophag Ottos des Großen im Magdeburger Dom stammt offenbar ursprünglich aus Marmara. Wurde hier eine ehemalige Bodenplatte wiederverwendet?
Lesung bei der Münchner Bücherschau
:Warum Caro Matzko die Fluchtroute ihres Vaters rückwärts reiste
Gemeinsam mit Hannes Ringlstetter stellt Caro Matzko im Münchner Haus der Kunst ihr neues Buch vor. Ein Roadtrip nach Polen, an den Ort im ehemaligen Ostpreußen, aus dem ihr Vater einst fliehen musste.
Vor genau 33 Jahren geschahen die rassistischen Verbrechen von Mölln, in der Folge wurde das alte Asylgrundrecht entsorgt. Daran erinnert der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“, der derzeit in siebzig Städten gezeigt wird.
Ausstellung
:Ein Einzeller namens Bismarck
Das Deutsche Historische Museum hat sich ein Megathema vorgenommen, das kaum zu bewältigen ist: Natur und deutsche Geschichte. Trotzdem ist die Fülle an Stoff und Anekdoten schlicht hinreißend.
Interview mit Florian Illies
:„Diesem Zufall verdanke ich mein Leben“
Bestsellerautor Florian Illies über seinen Vater, der als junger Mann die Schlacht bei Monte Cassino überlebte, das Drama der Familie von Thomas Mann im französischen Exil 1933 und seine Lust am Erzählen.
9. November 1938 in Dachau
:Vertreibung markiert den Auftakt zum Massenmord
Mit der Pogromnacht vor 87 Jahren beginnt auch die Deportation von Juden in Konzentrationslager wie Dachau. Aus der Stadt und dem Landkreis selbst waren die Menschen zuvor vertrieben worden.
DDR-Geschichte
:Sklaverei im Sozialismus
Als Adelino Massuvira João 1980 aus Mosambik in die DDR kommt, träumt er von einer Ausbildung. Heute weiß er: Er war Teil eines zynischen Deals zwischen zwei sozialistischen Staaten. Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte.
Erinnerung ans jüdische Displaced-Person-Camp
:„Wir sind mit klaren Gefühlen aufgewachsen: draußen die Feinde und die Amerikaner die Retter“
Rachel Salamander hat ihre Kindheit im Lager Föhrenwald für jüdische Displaced Persons verbracht. Wie es war, unter Menschen aufzuwachsen, die in die tiefsten Abgründe geblickt haben, und an einem Ort, an dem kein Bewohner aus freien Stücken gewohnt hätte.
Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
:In dieser Stadt werd’ ich immer nur ein Fremder sein
In „Wunderland“ taucht Harald Jähner tief in die Pubertät der Bundesrepublik ein – und entdeckt eine verblüffende Parallele zur Gegenwart.
NS-Geschichte im Unterricht
:„Gedenkstätten und Schulen müssen so früh wie möglich Empathie vermitteln“
Es gibt nicht mehr viele Zeitzeugen, die von den Verbrechen des Nationalsozialismus erzählen können. Das stellt die Geschichtspädagogik vor neue Aufgaben. Der Historiker Oliver Rathkolb erklärt, wie jungen Leuten die Vergangenheit nahegebracht werden kann – und die Lehren, die daraus zu ziehen sind.
Psychische Gesundheit
:Studie: „Wendekinder“ sind auf Jahrzehnte psychisch belastet
Für junge Menschen im Osten war das Ende der DDR ein erheblicher Einschnitt. Die psychischen Folgen aber wurden kaum erforscht. Nun zeigt eine Studie, wie groß diese offenbar sind – und wie lange sie anhalten.
Biografien aus der NS-Zeit
:„Es gibt erschreckende Parallelen zur Gegenwart“
Melissa Müller landete mit der Biografie von Anne Frank einen weltweiten Bestseller. Seither beschäftigt sie sich immer wieder mit Geschichten von Tätern und Opfern des NS-Regimes. Doch ihr neues Buch enthält eine positive Botschaft.
Geschichte im Landkreis Dachau
:Gedenken an Martin Kieselstein in Dachau
In der Versöhnungskirche wird am Freitag, 5. September, an den vor zehn Jahren verstorbenen Zeitzeugen des Holocaust erinnert.
Erinnerungskultur
:Der Weg ist frei für eine neue KZ-Gedenkstätte in Bayern
Im Wald bei Mühldorf sollten KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene während der Nazi-Herrschaft unter widrigsten Umständen eine unterirdische Flugzeugfabrik bauen. Jetzt gehört das Gelände nach langen Verhandlungen endlich dem Freistaat.
Erinnerungsarbeit im Internet
:Das Grauen in allen Dimensionen
Die KZ-Gedenkstätte Dachau hat einen virtuellen 360-Grad-Rundgang durch das Gelände entwickelt, vom Eingangstor bis zum Krematorium. Die „Panoramen der Erinnerung“ sollen vor allem Schülerinnen und Schülern bei der Vor- und Nachbereitung ihres Besuchs helfen.
Evangelische Versöhnungskirche
:Gedenken an den Whistleblower der Gaskammern
Kurt Gerstein war Nazi und SS-Mann. Doch er informierte auch ausländische Diplomaten und Kirchenvertreter über den Massenmord in den Vernichtungslagern.
Graphic Novel
:Wie zeichnet man das Böse?
In der Graphic Novel „Schweigen“ erzählt Birgit Weyhe historisch fundiert von den Leben zweier Frauen in Nazi-Deutschland und Argentinien unter der Militärdiktatur.
Historiker über Fotograf Heinrich Hoffmann
:Der Mann, der Hitler inszenierte
Bis Kriegsende arbeitete der Münchner Fotograf Heinrich Hoffmann am Bild von Adolf Hitler und baute einen Fotokonzern auf, erklärt Historiker Sebastian Peters in einem neuen Buch. Warum Hoffmann so erfolgreich wurde und wie er seine Fotos manipulierte.
Militärgeschichte
:Das Schlachtfeld ist überall
Stig Försters „Deutsche Militärgeschichte“ ist kein Buch für Nerds, sondern zeigt inhaltlich und erzählerisch überzeugend, wie Kriege gesamtgesellschaftlich betrachtet werden müssen.
Das Erbe der Hohenzollern
:Ein Kompromiss, made by Claudia Roth
Nach jahrelangen Verhandlungen hat der Staat sich mit den Hohenzollern geeinigt. Die Kunstwerke gehen in einer gemeinsamen Stiftung auf, in der auch die Familie Stimmrecht hat.
Tag für Tag: Kriegsende in München
:„Ich denke daran, was er litt, und kann meine Tränen nicht zurückhalten“
Mit der offiziellen Kapitulation in Berlin ist die Nazi-Herrschaft in ganz Deutschland vorbei – doch nicht der Schmerz der Befreiten, die ihre Gefangenschaft in den Lagern überlebt haben.
Ein Roman von Tanja Kinkel über die Anfänge der Demokratie 1848/49
:Frauen, die sich empören
Tanja Kinkel erzählt in ihrem Roman „Im Wind der Freiheit“ vom Ringen um die Demokratie in den Revolutionsjahren 1848/49 – und nimmt dabei mit Figuren wie der frühen Feministin Louise Otto insbesondere den Kampf um Frauenrechte in den Blick.