Der italienische Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco wünscht sich eine stärkere europäische Identität. Er fordert ein verpflichtendes Austauschprogramm für Berufstätige - und will die Bildnisse von Thomas Mann, Roberto Rossellini und Claude Chabrol auf den Euro-Scheinen sehen. Nur gemeinsame Symbole könnten die Menschen wirklich begeistern.
Von
Gianni Riotta ("La Stampa")
Vergessen die Deutschen, was im Nationalsozialismus passiert ist? Jeder fünfte Erwachsene unter 30 weiß nicht, was Auschwitz ist. Judenfeindliche Ressentiments halten sich hartnäckig in der Gesellschaft. Die Geschehnisse gehen in der Informationsflut des Internets unter - und ritualisierte Gedenktage wie der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wirken beim Nachwuchs nicht.
Von
Oliver Das Gupta
Mit der "Doomsday Clock" wollen Wissenschaftler die Menschheit warnen, wie dicht sie vor der Vernichtung durch Atomkriege und den Klimawandel steht. Nachdem die Uhr 2010 zurückgestellt worden war, hat sich die Situation nun wieder verschlechtert.
Kein bisschen Schuldbewusstsein: In "The Iron Lady" feiert Regisseurin Phyllida Lloyd die britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher als Tatmenschen - die verheerenden Auswirkungen ihrer Politik kommen hingegen nur am Rande vor. Der Film entzweit die Briten, wie es einst nur Maggie selbst tat. Einig sind sie sich nur über eins: Meryl Streep in der Hauptrolle brilliert.
Von
Alexander Menden
Es ist nicht übertrieben, die Euro-Krise die schwierigste Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg zu nennen. Deutschland muss bei ihrer Bewältigung die Führung übernehmen - das Land steht moralisch, historisch und verfassungsrechtlich in der Pflicht. Doch Kanzlerin Merkel sollte aufpassen: Der Euro krankt nicht nur an den Schulden Südeuropas.
Ein Gastbeitrag
von James D. Bindenagel
Die Schere klafft immer weiter auseinander: In Ländern mit hohen Einkommensunterschieden profitieren vor allem diejenigen vom Wirtschaftswachstum, die ohnehin schon vermögend sind, zeigt eine Studie. Die Armen gehen leer aus.
Von
Caspar Dohmen
Strengstens verboten: Von Osten aus die Berliner Mauer abzulichten, das war in der DDR nur den Grenztruppen erlaubt. Die Soldaten dokumentierten 1966 den schlechten Zustand der innerstädtischen Grenze, entwickelten die Filme - und vergaßen diese. Dieser Schatz wird nun zum 50. Jahrestag des Mauerbaus in einer Ausstellung verarbeitet.
Die Bilder. Von
Stephanie Drees
Vor einem Jahr verlor er den Machtkampf gegen Ex-Parteichef Lafontaine, jetzt versucht Dietmar Bartsch ein Comeback: Nach langen Spekulationen hat der Reformer angekündigt, für den Linken-Parteivorsitz kandidieren zu wollen - Gysi und Lafontaine reagierten zurückhaltend.
Mehrere tausend Menschen haben in Moskau und Sankt Petersburg gegen den Ausgang der Parlamentswahl demonstriert, Hunderte wurden festgenommen. Der ehemalige Kreml-Chef Gorbatschow fordert angesichts der Betrugsvorwürfe ein neues politisches System.
Vor genau 50 Jahren wurde der SED-Staat zu einem deutsch-sozialistischen Reservat: Der Bau der Berliner Mauer hat aus DDR-Bürgern Menschen in Sicherungsverwahrung gemacht, das Gerede vom "antifaschistischen Schutzwall" war dumm-dreistes Parteichinesisch. Die Mauer hielt die DDR noch für 28 Jahre am Leben und besiegelte doch ihren Untergang: Sie ist die in Beton gegossene Niederlage einer Utopie - des Kommunismus.
Von
Heribert Prantl
Video
Schnell und schmerzhaft: In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 lässt die DDR-Führung die Sektorengrenze verstärken. Eine Narbe aus Beton zieht sich durch Berlin - bis 1989.
Am 13. August 1961 hatte die DDR mit der Abriegelung der Grenzen zu West-Berlin begonnen und damit die deutsche Teilung besiegelt, die erst mehr als 28 Jahre später am 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer zu Ende ging. Zwischen 1961 und 1989 starben an der Berliner Mauer 133 Menschen.
Die Ukrainer wollen leichter nach Polen reisen können, das jetzt zur Schengen-Zone zählt. Mit Blockaden fordern Demonstranten, die Erteilung von Visa für die Europäische Union zu beschleunigen.
Von
Thomas Urban, Warschau
Nach kurzer Entspannung spitzt sich der Streit um die amerikanischen Pläne für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa wieder zu. Der russische Vizeregierungschef Iwanow sieht die russische Sicherheit in Gefahr und warnt sogar vor einer "neuen Berliner Mauer".
Mit einer souveränen Leistung und zwei Toren von Cacau und Hitzlsperger besiegt der VFB Stuttgart die Hertha aus Berlin und zieht ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.
Hertha BSC Berlin hat den Titelträumen des VfB Stuttgart einen Dämpfer versetzt und Bundesliga-Spitzenreiter Schalke 04 zum heimlichen Gewinner des Abends gemacht.
Neue Erkenntnisse fast 18 Jahre nach der Wende: Die Zahl der Toten an der Berliner Mauer und den innerdeutschen Grenzanlagen ist offenbar niedriger als bisher angenommen.
Die Linke will auf dem Bundesparteitag in Erfurt ihr neues Programm verabschieden, doch die Streitigkeiten der vergangenen Monate sind nicht spurlos an der Partei vorübergegangen. Gelingt es, den Abwärtstrend zu stoppen? Unser Kollege Michael König twittert live von der Veranstaltung.
Streit? Welcher Streit? Die Linke will auf ihrem Erfurter Bundesparteitag ihr neues Programm verabschieden und sich geschlossen präsentieren. Der "wichtigste Schritt seit der Parteigründung" sei das, mahnen Genossen. Parteichefin Gesine Lötzsch gibt den Ton vor: kämpferisch, offensiv, wütend auf Banken und die herrschende Klasse. Aber 1400 Änderungsanträge und eine offene Personalfrage drohen die Einigkeit zu zerstören.
Von
Michael König, Erfurt
Chauvinismus und Eitelkeit über alles: Silvio Berlusconi verordnete seinem Land eine Kulturrevolution aus Botox und Haarfarbe. Über ein Land, das erstarrte wie ein zu stark geliftetes Gesicht.
Von
Birgit Schönau, Rom
Verrückter Fußballnachmittag in Mainz: Erst spielt Mainz 05 wie ein Spitzenteam und führt schnell 2:0. Dann wechselt Coach Ralf Rangnick geschickt, Schalke dreht die Partie und gewinnt. Hannover 96 hingegen vergibt nicht nur den Sieg gegen Hertha BSC Berlin, sondern auch die Tabellenführung.
Von
Philipp Selldorf, Mainz
Die Linken-Vorsitzenden Lötzsch und Ernst preisen in einem Glückwunschschreiben das sozialistische Kuba und Fidel Castros "für Lateinamerika beispiellose soziale Errungenschaften". Nicht nur Gegner, auch Parteifreunde sind empört - schließlich geht es bei den Wahlen in Berlin bald um Alles.
Von
Peter Blechschmidt, Berlin
Bilder
50 Jahre nach ihrem Bau ist von der Berliner Mauer so gut wie nichts übrig - aber alle wollen sie sehen. An den wenigen Überresten kann es daher eng werden.