Seltsam, dass man diesen Nobelpreisträger für einen Staatsdichter halten konnte. "Frösche" vom Chinesen Mo Yan ist ein heiterer wie abgründiger Roman über die revolutionäre Zerstörung einer Kultur, über viel mehr als die Ein-Kind-Politik, belehrend und erschütternd zugleich.
Von Ulrich Baronmehr...
Im Oktober fürchtete er noch die Frage "Wie kann ich nicht glücklich sein, wo ich doch soeben den Nobelpreis gewonnen habe?". Der Schriftsteller Mo Yan ist seither abgetaucht. Raus aus dem Wirbel. Wie geht es dem Chinesen jetzt, kurz vor der feierlichen Verleihung am 10. Dezember?
Von Kai Strittmattermehr...
Noch bevor der chinesische Schriftsteller Mo Yan seine Nobelvorlesung in Stockholm hält, attackieren ihn oppositionelle Künstler wie Ai Weiwei. Besonders massiv fällt die Kritik aus wegen Aussagen, die Mo Yan jüngst zum Thema Zensur gemacht hat.
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Die Auszeichnung für ihn ist kontrovers, nun hat der Chinese Mo Yan seinen Kritikern kurz vor Entgegennahme des Literaturnobelpreises neue Angriffsflächen geliefert. Nach seiner Ankunft in Stockholm wollte er weder Kritik an der heimischen Zensur äußern noch den inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo unterstützen.
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Kritiker werfen Literaturnobelpreisträger Mo Yan eine unkritische Haltung zu den Machthabern in Peking vor. Jetzt nutzt er seine Nobelvorlesung, um sich zu wehren. "Dreckwasser" und "Steinewerfen" ließen ihn unbeeindruckt. Das Thema Zivilcourage scheut er dennoch nicht.
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Menschenrechtsaktivisten schimpfen den neuen Literaturnobelpreisträger Mo Yan einen Opportunisten. Doch seine Ehrung könnte zum Anlass werden, das Schicksal eines anderen chinesischen Preisträgers wieder ins Bewusstsein zu rücken: Liu Xiaobo erhielt den Friedensnobelpreis 2010. Er sitzt immer noch im Gefängnis.
Ein Kommentar von Kai Strittmattermehr...
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