1. Neue Regierung soll Defizit übertrieben haben — Spanien drohen Sanktionen wegen Budget-Tricksereien

    Kaum im Amt, hat die neue spanische Regierung von Ministerpräsident Rajoy Ärger mit der EU-Kommission. Der Wahlsieger soll das Defizit des Landes schlimmer dargestellt haben, als es ist - um im nächsten Jahr besser dazustehen. Außerdem zögere er versprochene Sparmaßnahmen hinaus, um eine Regionalwahl zu gewinnen.

  2. Wachsende Zweifel an Rettungsplänen für Griechenland — Brüssel hält Pleite Athens für verkraftbar

    Die Hoffnungen auf eine Lösung der Schuldenkrise Griechenlands innerhalb der Euro-Zone schwinden - im Land selbst, aber inzwischen auch in der Europäischen Union. Sogar die EU-Kommission erwägt erstmals laut, dass Athen die Währungsunion verlassen könnte. Der Ausstieg eines Landes wäre "absolut kein Weltuntergang", sagte Kommissions-Vizepräsidentin Kroes. Von Cerstin Gammelin und Claus Hulverscheidt

  3. Schuldenkrise in Europa — Juncker schließt Staatspleite Griechenlands nicht mehr aus

    Düstere Aussichten für Griechenland: Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, fordert weitere Anstrengungen von Athen und droht damit, die EU-Hilfen einzustellen. Auch eine Insolvenz des Euro-Landes schließt er nicht mehr aus. Sie könnte schon im März eintreten.

  4. Einigung beim EU-Gipfel in Brüssel — Europa tritt auf die Schuldenbremse

    Die EU verpflichtet sich zu striktem Sparen: Mit Ausnahme der Tschechen und Briten verständigen sich alle Mitglieder auf einen Fiskalpakt, der eine Schuldenbremse und automatische Sanktionen gegen Defizitsünder vorschreibt. Bundeskanzlerin Merkel lobt das Ergebnis als wichtigen Schritt hin zur Stabilitätsunion. Bei den Themen Wachstum und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bleibt der Gipfel jedoch hinter den Erwartungen zurück. Von Martin Winter, Brüssel

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  6. Merkel beim EU-Gipfel — Die Frau, die in die Kälte kam

    Noch bevor der Gipfel anfängt, macht die Kanzlerin klar: Die europäischen Merkel-Festspiele der vergangenen beiden Jahre finden auch auf diesem Treffen ihre nahtlose Fortsetzung. Doch dann bekommt Merkel zu spüren, wie frostig die Stimmung ist. Von Cerstin Gammelin und Cornelius Pollmer, Brüssel

  7. Bankenrettung — Undemokratisch, ungerecht, unsichtbar

    Europas Schuldenkrise ist längst eine Bankenkrise. Deshalb holt Deutschland den Bankenrettungsfonds wieder hervor. Doch die Finanzinstitute werden auf europäischer Ebene gerettet - ohne Transparenz. Was die Regierungschefs der EU und die Europäische Zentralbank im Moment machen, dient vor allem den Interessen der Bankaktionäre. Ein Gastbeitrag von Gerhard Schick

  8. Britischer Premier in Davos — Cameron nennt Finanzsteuerpläne "Wahnsinn"

    Der britische Premier David Cameron war zuletzt etwas außen vor: Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy diskutierten munter ohne ihn über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Nun kontert Cameron - und bezeichnet die Pläne seiner Kollegen als "Wahnsinn".

  9. Verhandlungen über Schuldenschnitt — Euro-Gruppe will Griechenlands Gläubigern Zinsen diktieren

    Kein Vertrauen in die Durchsetzungsfähigkeit Griechenlands: Die Euro-Länder mischen sich in die Verhandlungen der griechischen Regierung mit privaten Gläubigern ein. Der Chef der Euro-Gruppe Juncker hat klare Vorstellungen, wie viel Zinsen Banken und Versicherungen nach einem Schuldenschnitt noch bekommen sollen - deutlich weniger, als diese fordern.

  10. Euro-Finanzminister einigen sich auf Vertrag — EU beschließt ständigen Krisenfonds

    500 Milliarden Euro schwer und ein Jahr früher als bislang geplant: Die Finanzminister der Euro-Länder haben sich darauf geeinigt, den ständigen Euro-Rettungsfonds ESM bis Juli dieses Jahres einsatzbereit zu machen. Kanzlerin Merkel war zuvor von ihrem strikten Nein zu einer Aufstockung des Rettungsschirms abgerückt. Von Cerstin Gammelin, Brüssel, und Claus Hulverscheidt, Berlin

  11. IWF-Chefin fordert Aufstockung des ESM — Lagarde setzt Merkel unter Druck

    Christine Lagarde können die Brandschutzmauern nicht hoch genug sein: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds will den Euro-Rettungsschirm massiv aufstocken lassen. Das hieße auch: mehr Milliarden von Deutschland. Kanzlerin Merkel war bisher dagegen - doch sie scheint von ihrem strikten Nein abzurücken.

  12. Kampf gegen die Schuldenkrise — Monti plädiert für doppelten Rettungsschirm

    Für den Euro-Rettungsschirm ESM sind bereits 500 Milliarden Euro eingeplant, doch dieser Betrag soll nun kurzerhand auf eine Billion Euro verdoppelt werden. Dafür jedenfalls setzen sich nach Medieninformationen Italiens Premier Mario Monti und der italienische EZB-Chef Mario Draghi ein. Aus der deutschen Politik kommt prompt Widerspruch.

  13. Verhandlungen um Schuldenschnitt — Athen hofft, Gläubiger zögern

    Die Griechen sahen sich schon vor einem "historischen Deal" - allerdings endete ein nächtlicher Verhandlungsmarathon lediglich mit großen Worten. An diesem Wochenende sollten die Gespräche in die entscheidende Runde gehen, doch der Verhandlungsführer des Bankverbands ist aus Athen abgereist.

  14. FDP ringt um Finanzmarkttransaktionssteuer — Furcht vor dem Brandbeschleuniger

    Sie sind offiziell dagegen - und doch ein bisschen dafür: Die Liberalen ringen um ihre Position zur Finanztransaktionssteuer. Diese Steuer könnte die Finanzkrise noch verschlimmern, behauptet die FDP. Andererseits könnten die Liberalen am Ende als die Partei dastehen, die die Banken schützen will.

  15. Birgit Minichmayr im Interview — "Bei dieser Frau muss eine Ich-Störung vorgelegen haben"

    Adele Spitzeder war die vielleicht erste weibliche Großspekulantin der Geschichte. Die Pleite ihrer Bank trieb Ende des 19. Jahrhunderts Menschen in den Suizid. Jetzt wurde ihr Leben verfilmt - mit Birgit Minichmayr in der Hauptrolle. Im Interview erklärt die Schauspielerin, was der Film mit der aktuellen Finanzkrise zu tun hat, und warum sie so selten im TV zu sehen ist. Interview: Christopher Pramstaller

  16. Zentralbank mit billigen Krediten gegen Krise — Banken holen sich 489.200.000.000 Euro von EZB

    Ein Angebot, das viele Banker nicht ablehnen konnten: Um frisches Blut in den Kreislauf der Wirtschaft zu pumpen, stellte die Europäische Zentralbank den Banken der Euro-Zone unbegrenzte Liquidität zur Verfügung. Die Institute haben das Geld dringend nötig. Sie holen sich zum Start der Aktion fast eine halbe Billion Euro.

  17. Regierung gewinnt Vertrauensabstimmung  — Italienisches Abgeordnetenhaus billigt Sparpaket

    Der drastische Sparkurs des italienischen Regierungschef Mario Monti hat eine erste wichtige Hürde genommen. Bei einer Vertrauensabstimmung stellten sich am Freitag in Rom 495 Abgeordnete hinter Monti und das Anti-Krisen-Programm der Regierung, 88 votierten dagegen.

  18. Regierungserklärung zur Euro-Rettung — Merkel sieht Weichen für ein "neues Europa" gestellt

    "In seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen": Angela Merkel verteidigt vor dem Bundestag die Beschlüsse des Euro-Krisengipfels mit Verve. Eine Aufstockung der Krisenabwehrfonds bleibt aber trotz des Neins der Kanzlerin auf der Tagesordnung.

  19. Star-Dramatiker über Camerons Blockade — "Ihr macht die Zukunft meiner Kinder kaputt"

    Was denkt Britannien über David Camerons Nein zur Änderung des EU-Vertrages? Der Intellektuelle und Dramatiker Simon Stephens über das Selbstverständnis seiner Nation und die Angst vor Europa. Interview: Alexander Menden

  20. EU-Vertragsänderung vorerst gescheitert — Euro-Gruppe wird zur Fiskalunion

    Die 17 Euro-Länder und bisher sechs weitere EU-Staaten wollen der Währungskrise mit einem eigenen Vertrag entgegenwirken. Dazu gehören eine Schuldengrenze und automatische Sanktionen für Haushaltssünder. Eine gemeinsame Lösung aller EU-Staaten ist in der Nacht am Widerstand der Briten gescheitert: Premier Cameron habe "inakzeptable" Forderungen gestellt.

  21. Europas Top-Kreditwürdigkeit in Gefahr — Das A, an dem alles hängt

    Fünfzehn starke Euro-Staaten und mit ihnen der Rettungsfonds EFSF könnten ihre guten Ratings verlieren. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy haben schulterzuckend zur Kenntnis genommen, was sie ohnehin wussten. In gewisser Weise spielt die jüngste Drohung von Standard & Poor's Merkozy und dem Euro-Klub sogar in die Hände. Trotzdem darf der anstehende EU-Gipfel nicht scheitern - doch dessen Ergebnisse sind so unvorhersehbar wie selten zuvor. Von Cerstin Gammelin

  22. Europa reagiert auf Rating-Warnung — "Hier scheint mir Irrationales am Werk"

    Ein Kontinent steht unter Schock. Politiker kritisieren die Warnung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Bonität fast aller Euro-Staaten herabzustufen, als völlig überzogen. Rufe nach mehr Kontrolle der Agenturen werden laut, die Börsen sacken ab. Kanzlerin Merkel gibt sich entspannt, S&P schickt seinen Europa-Chefanalysten ins Fernsehen.

  23. Schuldenkrise in Europa — Ratingagentur S&P droht Deutschland mit Herabstufung

    Auch Europas Musterknaben sind nicht mehr sicher: Die US-Ratingagentur Standard & Poor's droht Deutschland und weiteren starken Euro-Ländern mit dem Verlust der Bestnote AAA für ihre Kreditwürdigkeit. Nach US-Börsenschluss meldete S&P, den Ausblick für insgesamt 15 Länder der Eurozone auf "negativ" gesenkt zu haben. Die Herabstufung kann innerhalb von 90 Tagen folgen. Von Simone Boehringer, Harald Freiberger und Nikolaus Piper

  24. Treffen in Paris zur Schuldenkrise — Merkel und Sarkozy wollen automatische Strafen für Schulden-Staaten

    Europas Zuchtmeister stellen in Paris ihre Pläne vor: Merkel und Sarkozy sprechen sich gegen Euro-Bonds, aber für einen vorgezogenen Rettungsschirm, automatische Strafen für Defizit-Sünder sowie einen neuen EU-Vertrag aus - und wollen zur Not einen Teil der EU-Staaten ignorieren. Doch gegen die Ideen formiert sich bereits Widerstand.

  25. Euro-Krisentreffen von Merkel und Sarkozy — Das Tandem arbeitet am großen Wurf

    Sie geben die Marschroute vor: Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy stellen ihre Pläne zum Umbau Europas vor. Berichten zufolge wollen die beiden Hilfe aus Übersee holen, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Damit sie Europa zu deutscher Haushaltsdisziplin zwingen kann, ist die Kanzlerin möglicherweise auch bereit, bei bisher unverhandelbaren Punkten nachzugeben - und einen Verhandlungserfolg vom Oktober 2010 wieder zu opfern.

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