Rechenschaftsbericht zum Haushalt 2022:Münsinger Rekordhaushalt trotz Krisenstimmung

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Münsings bislang teuerstes Bauvorhaben: Ein Blick in den künftigen Veranstaltungssaal des neuen Bürgerhauses. (Foto: Visualisierung von Peck.Daam Architekten/oh)

2022 flossen knapp 5,7 Millionen Gewerbesteuer in die kommunalen Kassen.

Von Benjamin Engel, Münsing

Ein Plus von 183 Prozent bei den Gewerbesteuereinnahmen sowie eine Rekord-Zuführung an den Vermögenshaushalt von 5,15 Millionen Euro: Diese beiden Kennzahlen verdeutlichen, wie sehr der Münsinger Finanzetat bislang jeglichen Krisenszenarien getrotzt hat. Das Ergebnis der Jahresrechnung im Rechenschaftsbericht von 2022 zeigt nun offiziell, dass die Gewerbesteuern sogar noch um knapp 580 000 Euro höher ausfallen als noch im Haushaltsansatz kalkuliert. Diese erreichen ein absolutes Rekordniveau von fast 5,8 Millionen Euro und lösen damit die Einkommensteuerbeteiligung als größten Einnahmeposten der Kommune ab. Ein rasante Aufwärtsentwicklung. "Vor 2014 lagen die jährlichen Gewerbesteuereinnahmen noch unter eine Million Euro, so heißt es im Rechenschaftsbericht.

So soll das künftige Bürgerhaus einmal von innen aussehen, hier das Foyer. (Foto: Peck.Daam Architekten/oh)

Diese Finanzsituation ermöglicht der Kommune Münsing laut Bürgermeister Michael Grasl (FW), das neu entstehende Bürgerhauses aus den Rücklagen bestreiten zu können. Mit Kosten von 22 Millionen Euro ist dessen Bau das bislang größte und teuerste Projekt Münsings. Zum Jahreswechsel 2022/2023 hatte die Kommune noch zwölf Millionen Euro auf der hohen Kante. Gleichwohl warnte Bürgermeister Grasl, als er den Rechenschaftsbericht des Kämmerers in der jüngsten Ratssitzung kommentierte, dass dies kein Grund sein könne, sich auf nicht vorhandenen Lorbeeren auszuruhen. "Es heißt, behutsam vorzugehen." Die Kreisumlage, welche die Kommune abzuführen habe, werde zu Höchstzahlen steigen. Schlüsselzuweisungen seien erst einmal nicht mehr zu erwarten.

Was das für die künftige Etatentwicklung und insbesondere dafür bedeutet, wie sich die Gewerbesteuereinnahmen entwickeln werden? "Ich gehe davon aus, dass wir auch 2023 an fünf Millionen Euro Gewerbesteuer kratzen werden", so Kämmerer Hubert Kühn. "Es war wider Erwarten ein gutes Jahr." Das zeige sich auch in anderen Landkreis-Kommunen. Damit war Kühn mitten darin, ein besonderes Paradoxon zu beschreiben. Eigentlich sei die finanzielle Lage in Münsing dann gut, wenn es anderen Gemeinden schlecht gehe und umgekehrt. Erklären könne er dies aber nicht. Die nächsten paar Jahre brauche sich Münsing finanztechnisch jedenfalls nicht zu beunruhigen.

Münsings Gewerbesteuer-Hebesatz ist einer der niedrigsten im Landkreis

Allerdings stehen weitere große Investitionen wie der Hochwasserschutz in Ammerland und Degerndorf, das Haus des Kindes, das Feuerwehr- und Schützenheim in Ammerland sowie mittelfristig eine neue Turnhalle an. Angesichts dessen hoffte Simon Berger (Einigkeit Degerndorf) auf Rückenwind, um weiter investieren zu können. Zur guten Finanzlage trage bei, dass Münsing auch die Kostenseite im Griff habe. Thomas Schurz (CSU) hob die vielen, insbesondere die kleinteiligen, Gewerbetreibenden Münsings hervor, die nicht vergessen werden dürften. Für Josef Strobl spiele eine Rolle, um Betriebe zu halten, dass Münsing mit 320 Punkten einen der niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesätze im Landkreis habe. Immerhin 3,7 Millionen Euro flossen an Einkommensteuerbeteiligung 2022 in die Kassen. Einnahmen generiere also nicht nur das Gewerbe, so Tobias Eckhardt (FW).

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