OvertourismWo Urlauber gar nicht mehr so erwünscht sind

Aussperren, lenken, kassieren - wie lässt sich Massentourismus in verträgliche Bahnen lenken? Immer mehr Reiseziele sind auf der Suche nach der richtigen Strategie - manche greifen zu rigiden Maßnahmen.

Von Eva Dignös

Was tun, wenn Schönheit vom Segen zum Fluch wird? Immer mehr Orte - die lange Zeit gut und gern vom Tourismus gelebt haben - fühlen sich überfordert vom Ansturm der Reiselustigen aus aller Welt. Gefragt sind Strategien, um den Andrang in geordnete Bahnen zu lenken, um die Urlauber nicht ganz zu vertreiben, aber ihre Zahl so zu begrenzen, dass das Alltagsleben der Einheimischen nicht über die Maßen beeinträchtigt wird. Getestet werden ganz unterschiedliche Maßnahmen, vom Eintrittsgeld bis zur Vollsperrung.

Sardinien

Schneeweißer Sand, türkisblaues Wasser: "La Pelosa" auf Sardinien ist ein Bilderbuchstrand. Ober besser gesagt, der Küstenabschnitt im Nordwesten der Insel wäre ein Bilderbuchstrand, wenn er nicht so voll wäre. Im kommenden Sommer soll deshalb eine Eintrittsgebühr erhoben und die Zahl der Strandbesucher auf 1500 beschränkt werden. Die Begrenzungen werden erst einmal auf Probe eingeführt und sollen unter anderem dazu beitragen, dass der Sand am Strand bleibt. Davon geht nämlich immer mehr verloren, weil er an Touristenfüßen und an Handtüchern klebt. Das Handtuch ohne Strohmatte auf den Strand zu legen, ist deshalb schon länger verboten - und wer Sand gar als Souvenir abfüllt, muss überall auf Sardinien mit harten Strafen rechnen.

Bild: imago images/Design Pics 5. Dezember 2019, 11:012019-12-05 11:01:00 © SZ.de/kaeb