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Philippinen:Großputz im Paradies

Ein Strand auf der philippinischen Insel Boracay

Noch ist der Strand auf Boracay menschenleer, aber ab sofort dürfen die Touristen wieder kommen.

(Foto: dpa)
  • Ein halbes Jahr lang war die philippinische Ferieninsel Boracay für Touristen geschlossen: Der Massentourismus hatte zu viel Dreck hinterlassen.
  • Jetzt werden die Strände wieder geöffnet, allerdings ist die Zahl der Gäste streng begrenzt.
  • In ganz Südostasien boomt der Tourismus - mit massiven Folgen für die Umwelt.

Wenn ein Paradies schließen muss, sollte das die Nachkommen von Adam und Eva zumindest nachdenklich stimmen. Haben vielleicht auch sie zu viel gesündigt? Auf den Philippinen hatte jedenfalls die Ferieninsel Boracay lange mit paradiesischen Zuständen geworben, so lange, dass es dort irgendwann vor lauter lärmenden Touristen und deren stinkenden Abfällen kaum noch auszuhalten war - mehr Ballermann als Paradies.

Weil es dem Präsidenten in Manila nur selten gelingt, sein loses Mundwerk zu zügeln, hat sich Rodrigo Duterte auch über Boracay sehr derbe ausgelassen. Manche finden sogar, zu Recht. Er nannte die vermeintliche Perle der Tropen eine "Jauchegrube" und ordnete deren Reinigung an. Sechs Monate lang hatte das Paradies geschlossen. Kein Tourist durfte kommen.

Von diesem Freitag an sind die Strände von Boracay nun wieder zugänglich. Aber die Probleme des ungezügelten Massentourismus, die das Inselparadies in den Ruin zu treiben drohten, hat Südostasien noch lange nicht im Griff.

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Die Umwelt zahlt einen hohen Preis für das Aufblühen des Tourismus. Die Region verzeichnete in den ersten Monaten des Jahres 2018 einen sagenhaften Zuwachs an Urlaubern, zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, das ist Weltspitze. Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) führt den Sprung auf die starke Vernetzung durch den Flugverkehr zurück, die Gäste kommen aus Europa, Russland, aber zunehmend auch aus dem benachbarten China oder aus Korea. Gerade in ärmeren tropischen Ländern fällt es den Behörden schwer, die schlimmsten Folgen des Megatourismus abzufedern. Die Müllentsorgung funktioniert nicht, es fehlen Kläranlagen. Der Lockruf des schnellen Geldes ist lauter als die Warnung von Ökologen, die Nachhaltigkeit predigen. Unkontrollierte Bauwut und Korruption verschärfen die Misere.

So erweist sich der Reiz des vermeintlich Ursprünglichen und der Traum von der Palmeninsel nun häufig als Fluch. Weil die schönsten Strände unter dem Ansturm der reisefreudigen globalen Mittelklasse leiden, haben nicht nur die Philippinen wie im Falle Boracay die Notbremse gezogen. In Thailand etwa wurde die Maya Bay geschlossen, bekannt durch den Film "The Beach" mit Leonardo DiCaprio.

Dass Boracay durch die Zwangskur schon rundum gesunden konnte, lässt sich bezweifeln, auch wenn Umweltminister Roy Cimatu verkündet, dass die "Zeiten der Jauchegrube vorbei sind". Es muss sich noch zeigen, ob die neuen Kläranlagen helfen, das Meer künftig einigermaßen sauber zu halten. Der Müll hat ohnehin nicht nur mit dem Tropentourismus zu tun. Auf Bali etwa schwemmen die Wellen manchmal so viel Plastik aus dem Meer an, dass jedem die Lust aufs Schwimmen und Tauchen vergeht.

Auf Boracay herrschen nun strenge Auflagen, die Zahl der Gäste ist begrenzt auf 19 000; früher waren es Zehntausende. Massenpartys am Strand sind ohnehin verboten, Rauchen und Alkohol im Freien auch. Jetskis wurden verbannt, die Pläne für ein Großkasino sind vorerst gestoppt worden. Auch wenn Boracay nicht in den Zustand der Unschuld zurückkehren wird - ein bisschen schöner ist es auf der Insel vielleicht doch wieder geworden.

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