OvertourismWie sich überlaufene Urlaubsorte wehren

Aussperren, lenken, kassieren - wie lässt sich Massentourismus in verträgliche Bahnen lenken? Zwölf Reiseziele auf der Suche nach der richtigen Strategie.

Von Eva Dignös

Die Welt ist reiselustiger geworden, manchmal genügt ein einziges Bild auf Instagram und ein Ort wird bei Urlaubern so beliebt, dass es ihm und vor allem seinen Bewohnern nicht mehr gut tut. Overtourism nennt man dieses Phänomen, das für die Betroffenen eine zwiespältige Angelegenheit ist, sind sie doch oft wirtschaftlich abhängig vom Tourismus. Dennoch versuchen sich immer mehr überlaufene Regionen zu wehren, den Andrang in geordnete Bahnen zu lenken - oder zumindest Geld mit ihrer Attraktivität zu verdienen: zwölf Beispiele aus aller Welt.

Venedig: Jetzt mit Eintritt

Die ganze Stadt ein einziges Museum - und dafür wird künftig Eintritt fällig. Drei Euro sollen Tagesbesucher in Venedig bezahlen, so ein Beschluss vom Februar. Ab 2020 können es je nach Saison und Gedränge bis zu zehn Euro werden. Mit dem Geld will Bürgermeister Luigi Brugnaro Instandhaltung und Reinigung finanzieren. Vor allem die Kreuzfahrtpassagiere hat man wohl im Blick, die in großen Gruppen durch enge Gassen drängen, aber, so die Klage von Souvenirshops und Restaurants, kaum Geld ausgeben. Die lukrative Hochsaison hat sich die Stadt allerdings schon mal entgehen lassen: Der Starttermin - ursprünglich war der 1. Mai 2019 geplant - wurde immer wieder verschoben. Touristen, die in Venedig übernachten, bezahlen bereits jetzt, wie an vielen anderen Urlaubsorten in aller Welt auch, eine Ortstaxe.

Bild: REUTERS 23. April 2019, 06:132019-04-23 06:13:55 © SZ.de/kaeb