Der Komplex um den Anschlag in der Kölner Keupstraße wird nicht von den NSU-Morden abgetrennt - vorerst jedenfalls. Das verkündet Richter Manfred Götzl nach der Mittagspause. Schlag auf Schlag werden auch die Entscheidungen zu mehreren anderen Anträgen von Verteidigung und Nebenklage bekannt gegeben: "Abgelehnt", heißt es dabei mehrfach.
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Unter großem Andrang hat in München der Prozess um die Mordserie der Neonazigruppe NSU begonnen - Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte stehen vor Gericht.
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Es ist ein Prozess, wie ihn Deutschland noch nicht gesehen hat. Mit knapp dreiwöchiger Verzögerung hat in München das Verfahren um die monströsen Verbrechen der Terrorgruppe NSU begonnen. Die Erwartungen sind hoch.
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Wie viel Aufklärung wird es geben, wenn der NSU-Prozess beginnt? Beobachter gehen davon aus, dass das einzige noch lebende Mitglied der Zwickauer Terrorzelle, Beate Zschäpe, schweigen wird. Ihre Anwälte könnten versuchen, sie als liebende Frau darzustellen, die keinen Ausweg kannte. Eine Einschätzung.
Von Annette Ramelsberger, Ruth Klaus und Ivonne Wagnermehr...
Die Wortgefechte zum Auftakt sind vorbei: Richter Götzl hat Staatsanwälte, Verteidiger und Nebenkläger gebändigt. Und Beate Zschäpe lacht nicht mehr. Eine Bilanz der ersten Woche im Münchner NSU-Prozess.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Exklusiv
Die Hauptangeklagte des NSU-Prozesses ist in München angekommen: In einem Hubschrauber wurde Beate Zschäpe ins Gefängnis Stadelheim geflogen. Zuvor soll ihr noch erlaubt worden sein, ihre Großmutter zu besuchen.
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Sie fuhren in Urlaub, trafen Freunde, feierten: Eine TV-Doku zeigt, wie sicher sich die Rechtsextremisten der Zwickauer Terrorzelle fühlten, wie stark integriert sie in ihre Nachbarschaft waren. Zur selben Zeit, als sich die Hinterbliebenen ihrer Opfer schlimmsten Verdächtigungen ausgesetzt sahen.
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Endlich hat der NSU-Prozess die ernste Phase erreicht. Besonders die Angehörigen warten sehnlichst darauf, dass die Suche nach der Wahrheit beginnt. Wie sich der Vorsitzende Richter zu Prozessbeginn präsentierte und wie im Gericht mit der Hauptangeklagten Beate Zschäpe umgegangen wurde - eine Analyse.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Die Debatte um die Vergabe der Plätze im NSU-Prozess reißt nicht ab. Auch der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland verlangt nun einen festen Sitzplatz im Verhandlungssaal. Verbandssprecher Mazyek spricht von einer "Selbstverständlichkeit".
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Das Oberlandesgericht München weist den Befangenheitsantrag der Verteidiger von Beate Zschäpe zurück. Der Antrag im Namen des Mitangeklagten Ralf Wohlleben war bereits zuvor gescheitert. Damit kann der NSU-Prozess mit den bisherigen Richtern weitergehen.
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Die Botschaft von Bundesanwalt Diemer ist klar: Hier sitzt kein naives Frauchen, sondern eine Terroristin, eine bis ins Mark braun gefärbte Täterin. In der Anklageschrift beschreibt er Beate Zschäpe als eine Art Geschäftsführerin des NSU. Die zeigt sich von alledem unbeeindruckt - und schweigt.
Aus dem Gerichtssaal von Annette Ramelsbergermehr...
Der zweite Tag im NSU-Prozess: Richter Götzl und die Verteidiger der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe streiten sich lange über mehrere Anträge, dann nimmt die Verhandlung Fahrt auf. Die Staatsanwaltschaft verliest den Anklagesatz, der Richter schlägt eine separaten Prozess für den Nagelbombenanschlag in Köln vor. Und Zschäpe? Schweigt weiter.
Der zweite Prozesstag zum Nachlesen im SZ-Newsblog.mehr...
Alle gegen Götzl: Der Vorschlag des Vorsitzenden Richters, den Kölner Nagelbombenanschlag vom Rest des Verfahrens zu trennen, stößt bei Nebenklägern und Bundesanwaltschaft auf strikte Ablehnung. Auch am dritten Tag zieht sich der NSU-Prozess wegen zahlreicher Anträge der Zschäpe-Verteidiger in die Länge.
Der Prozess im SZ-Newsblogmehr...
Immer neue Anträge, Streit und zähe Debatten: Am dritten Tag im NSU-Prozess geht es um ein Lachverbot, eine Anwältin kritisiert die Medien und Beate Zschäpes Verteidiger verlangen sogar die Aussetzung des Verfahrens. Nur in einer Frage sind sich alle einig: keiner will einen zweiten NSU-Prozess.
Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultzmehr...
Das Münchner Oberlandesgericht weist den Befangenheitsantrag gegen drei Richter im NSU-Prozess zurück. Der Antrag der Verteidiger von Ralf Wohlleben sei nicht begründet, hieß es. Allerdings haben die Anwälte von Beate Zschäpe ebenfalls einen Befangenheitsantrag gestellt.
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Meinung
Die Staatsanwaltschaften bereiten derzeit Dutzende Anklagen gegen in den NS-Vernichtungslagern Dienstverrichtende vor. Grundlage ist eine neue Rechtsauffassung, wonach die individuelle Beteiligung an Morden nicht mehr bewiesen werden muss. Diese Anstrengungen sind richtig, auch wenn die Verdächtigen uralt sind. Und auch wenn nicht sicher ist, ob sich diese Konstruktion verfassungsrechtlich halten lässt.
Ein Kommentar von Joachim Käppnermehr...
Vergangene Woche hat der NSU-Prozess in München begonnen, mit Befangenheitsanträgen, einer gelöst wirkenden Angeklagten und Tumulten vor der Tür. Was bisher geschah: Versuch einer Rekonstruktion per Storify - mit Tweets, Bildern und Videos.
Von Anna Fischhabermehr...
Sie ist still, in sich gekehrt und lächelt nicht: Am zweiten Prozesstag zeigt sich die NSU-Angeklagte Beate Zschäpe deutlich weniger forsch. Heftige Wortgefechte und Machtspielchen bestimmen dennoch das Verfahren.
SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger über den Prozesstag im Videomehr...
15 Raubüberfälle sollen die NSU-Terroristen neben den rassistischen Morden verübt haben. Dabei trugen sie geladene Waffen und eine Handgranaten-Attrappe bei sich und feuerten Schüsse aus einer Schreckschusspistole ab. Aus Sicht der Ankläger ist die Täterschaft des NSU gut belegt, doch es bleiben Fragen.
Von Tanjev Schultzmehr...
Finanzplanerin, Vertraute, Mitwisserin? Seitdem das Terrortrio NSU vor einem Jahr aufflog, sitzt die einzige Überlebende Beate Zschäpe in Haft - und schweigt. Doch auf einen Prozess bereitet sie sich offenbar akribisch vor. Wird das Mitglied der Zwickauer Zelle doch noch auspacken?
Von Tanjev Schultzmehr...
Die Bundesanwaltschaft hat Beate Zschäpe als Mittäterin wegen Mordes angeklagt - ein Jahr nachdem die Umtriebe der NSU aufgeflogen sind. Neben der mutmaßlichen Rechtsterroristin werden vier weitere Beschuldigte vor Gericht gestellt, darunter auch der Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.
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Die Überlebende des Zwickauer Neonazi-Trios war nicht gründlich genug, als sie die gemeinsame Wohnung anzündete: Die Ermittler fanden im Brandschutt Quittungen und Bankauszüge, die nahelegen, dass Beate Zschäpe die Finanzen der Gruppe verwaltete. Wahrscheinlich hat sie deshalb mehr über die Verbrechen gewusst, als bisher angenommen.
Von Hans Leyendeckermehr...
Beate Zschäpe wird durch neue Ermittlungen stark belastet: Die Bundesanwaltschaft prüft, den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung auf versuchten Mord zu erweitern. Zudem gehen die Strafverfolger mittlerweile fest davon aus, dass Zschäpe in die Mordtaten der mit ihr zusammenlebenden Neonazis Mundlos und Böhnhardt eingeweiht war.
Von Hans Leyendeckermehr...
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