Am 11. März 2011 bricht eine Dreifachkatastrophe über Japan herein: Nach dem verheerenden Erdbeben und dem ausgelösten Tsunami erlebt das Land den schwersten nuklearen Zwischenfall seit Tschernobyl. Wie es den Menschen von Fukushima ein Jahr danach geht und welche Fragen sie noch immer quälen: Ein Themen-Spezial.
Zählung von Meeresschildkröten, Wein- und Käseverkostungen zu Marketingzwecken: Katastrophenhilfe für Erbeben- und Tsunamiopfer in Japan ist zum größten Teil zweckentfremdet worden. Der fragwürdige Mitteleinsatz bringt die Regierung in Erklärungsnot.
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Ein Erdbeben und der darauf folgende Tsunami zerstörten im März 2011 Teile der japanischen Ostküste. Am härtesten traf es die Präfektur Miyagi. Die Aufräumarbeiten gehen nur zäh voran - die neue Regierung hat versprochen, den Wiederaufbau zu beschleunigen.
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Der Super-GAU wirkt sich noch immer auf das Meer vor der Küste Japans aus. Bis zu 40 Prozent der Fische dort sind radioaktiv belastet. Fische gehören zu den beliebtesten Lebensmitteln in Japan.
Von Christopher Schradermehr...
Bislang geben sich die Experten optimistisch, dass die Katastrophe in Japan für die Weltwirtschaft weitgehend folgenlos bleibt - Wirtschaftsforscher Dennis Snower widerspricht.
Interview: M. Balser, M. Beise und H.-J. Jakobsmehr...
Ein Expertengremium der Regierung in Tokio wirft Politikern und Energiekonzernen vor, sie hätten vor dem Super-GAU einen "Sicherheitsmythos" verbreitet. Man sei nicht ehrlich mit den Risiken der Atomkraft umgegangen. Außerdem versuche der Betreiber weiterhin, das wahrer Ausmaß der Schäden zu untertreiben.
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"Ein Desaster von Menschenhand": Die Tragödie von Fukushima-1 wurde zwar vom Erdbeben und Tsunami ausgelöst, für den Unfall im Atomkraftwerk sind jedoch Menschen verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Untersuchungsbericht des japanischen Parlaments. Zugleich ist erstmals seit der Katastrophe wieder ein Atomkraftwerk ans Netz gegangen.
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Es klingt wie ein Schuldeingeständnis, wenn das japanische Parlament die atomare Katastrophe von Fukushima auf menschliches Versagen zurückführt. Doch der Bericht soll vor allem die Behauptung untermauern, die Atomanlagen in Japan seien sicher, sagt Risikoforscher Klaus Heilmann. Tokio verfolge damit ein bestimmtes Ziel.
Von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Erstmals seit Jahrzehnten erfolgt die Energieversorgung in Japan komplett ohne Atomstrom. Nach dem Atomunglück in Fukushima haben die Betreiber nach und nach alle betriebenen Reaktoren zu Wartungsarbeiten heruntergefahren. Wieder anschalten konnten sie vorerst keinen - die Ablehnung in der Bevölkerung ist zu groß.
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Japans Regierung hat strengere Sicherheitsvorschriften für Atomkraftwerke beschlossen. Mehr als ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima läuft zurzeit nur ein Reaktor, zwei Meiler könnten in Kürze wieder ans Netz gehen.
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Japan, März 2011: Dämme brechen, Schiffe stranden auf Dächern, Gebäude werden wie Kartenhäuser zusammengeschoben. Ein Jahr nach Erdbeben und Tsunami sind viele Orte kaum wiederzuerkennen.
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Super-GAU ohne Folgen? Nach der Atomkatastrophe von Fukushima schien der Glaube an die Beherrschbarkeit der Nukleartechnik gebrochen zu sein. Doch nun, ein Jahr danach, erweist sich: Länder wie China und Indien setzen weiter auf die Atomenergie. Selbst Japans Regierung will Meiler wieder anfahren.
Von Paul-Anton Krügermehr...
Ein Jahr nach dem Super-GAU: Wie hat sich der Alltag verändert? Was hat sich in der Politik getan? Und was muss sich in Japan künftig noch ändern? Christoph Neidhart, SZ-Korrespondent in Tokio, berichtet via Skype.
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Supermärkte, in denen niemand mehr einkauft, Sporthallen, in denen niemand mehr spielt, Parkplätze, wo niemand mehr parkt: In einem Radius von 20 Kilometern rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima-1 zeugen Geisterorte vom vergangenen Alltag.
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Die Bilder waren aus weiter Ferne aufgenommen, unscharf. Die Meldungen überschlugen sich - wurden zunehmend prekärer. Vor einem Jahr hat die Welt gebannt nach Japan geblickt. Erdbeben, Tsunami, Atomkatastrophe - die dramatischen Ereignisse im Minutenprotokoll.
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Die Bilder der Explosion gingen um die Welt. Ein Erdbeben und ein Tsunami erschütterten am 11. März 2011 das Atomkraftwerk Fukushima-1. Die Umgebung ist seitdem verstrahlt. Wie sieht es dort aus, ein Jahr nach der Katastrophe?
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Zehntausende leben in Japan noch immer in Containern, viele Kinder werden in Schulen weit weg von ihrem früheren Wohnort unterrichtet. Zwar sind zum Jahrestag der Katastrophe Andachten geplant, doch die meisten Japaner begehen ihn mit Fatalismus, Und die Regierung will nach den Gedenkfeiern bald wieder Kernreaktoren in Betrieb nehmen.
Von Christoph Neidhartmehr...
Tschernobyl, Deepwater Horizon und Fukushima-1 - sind solche Katstrophen der Preis, den wir für unseren Lebensstil zahlen müssen? Vieles hätte man vermeiden können, sagt der Risikoforscher Klaus Heilmann. Aber die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft belügen uns lieber, als das einzugestehen.
Interview: Markus C. Schulte von Drachmehr...
Ein Erdbeben, das große Teile Japans in Schutt verwandelte, ein Tsunami, der Tausende von Toten forderte und den Super-GAU von Fukushima nach sich zog: Wie ist das Weiterleben nach einer solchen Katastrophe möglich? Bilder, die ein Jahr nach dem Unglück entstanden sind, zeugen von Trauer, Verzweiflung - und neuer Hoffnung.
Von Sophia Lindseymehr...
Die japanische Gesellschaft hat sich seit der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima-1 verändert, doch die Regierung gibt weiterhin nur Durchhalteparolen aus. Agrarökonom Kouichi Koike und Umweltaktivistin Akiko Yoshida über Bio-Obst aus Fukushima, die neu erwachte Erinnerung an Atombomben-Opfer und die quälenden Fragen, die bleiben.
Interview: Jasmin Offmehr...
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