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US-Experte über Atomkatastrophe in Japan:Fukushima-Lösung dauert noch ein Jahrzehnt

Atomkraftwerk Fukushima

Atomkatastrophe in Fukushima Daiichi: Ein Arbeiter vor Wassertanks

(Foto: AFP)

Vernichtende Bilanz für den japanischen Kraftwerksbetreiber: US-Atomexperte Dale Klein geißelt das Krisenmanagement von Tepco nach der Atomkatastrophe als planlos. Dem "Spiegel" sagte er, selbst mit internationaler Hilfe würde eine Lösung noch zehn Jahre dauern.

Die anhaltenden Probleme nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind kurzfristig nicht lösbar. Das Nachrichtenmagazin Spiegel zitiert Dale Klein, den ehemaligen Chef der US-Atomaufsichtsbehörde NRC, mit den Worten, die Schwierigkeiten mit dem radioaktiv verseuchten Kühlwasser würden "noch ein Jahrzehnt bestehen bleiben".

Nach der Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan setzen die Verantwortlichen gewaltige Mengen Wasser ein, um die zerstörten Reaktoren zu kühlen. Das verseuchte Wasser lagert in riesigen Tanks, erst zuletzt war bekannt geworden, dass Hunderte Tonnen schwer verseuchtes Wasser ins Meer geflossen waren. Die Belastung des Wassers war so hoch, dass Menschen daran binnen weniger Stunden sterben können.

"Von Krise zu Krise"

Atomexperte Klein kritisierte das Krisenmanagement des Betreibers Tepco als bei weitem nicht ausreichend. Tepco taumle demnach "von Krise zu Krise". Er schlägt vor, "eine neue Firma zu gründen, die sich mit dem Wissen internationaler Experten um die Aufräumarbeit kümmert". Immer wieder haben Experten der japanischen Regierung in der Vergangenheit ihre Hilfe angeboten.

Auch Fachleute wie der deutsche Physiker Lothar Hahn klagten zuletzt über einen hilflosen Umgang mit der Katastrophe und mangelnde Informationen. "Es ist doch unglaublich, wie wenig man darüber erfährt, was die mit dem gewaltigen Mengen Wasser anstellen wollen", sagte der ehemalige Geschäftsführer der Beratungsfirma Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS). Ein anderer Experte gab angesichts der Zustände in Fukushima seine Pläne auf, die Anlage demnächst zu besuchen. Der Umgang der Japaner mit den gewaltigen Mengen radioaktiver Stoffe mache ihm zu viel Angst.

Internationale Experten hatten unter anderem vorgeschlagen, einen unterirdischen Ring aus Eis um die havarierten Reaktoren zu errichten. Diese Barriere soll das verseuchte Gebiet abdichten. Im Spiegel diagnostiziert US-Fachmann Klein bei den Japanern eine wachsene Bereitschaft, internationale Hilfe zu akzeptieren. Schon in den nächsten Monaten, so Klein, werde Japan internationale Berater um Unterstützung ersuchen.