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Gesundheit:Die schlechteste Luft Bayerns

Luftmessstation an der Landshuter Allee München

An der Landshuter Allee sind im vergangenen Jahr erneut die höchsten Werte von Stickstoffdioxid in der Luft gemessen worden. Der Jahresmittelwert von 63 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag deutlich über dem Grenzwert von 40µg.

(Foto: dpa)

München verfehlt als einzige Stadt im Freistaat die Grenzwerte für Stickstoffdioxid - das haben 2019 die Messungen des Landesamts für Umwelt ergeben. Die Situation wird aber besser.

Von Dominik Hutter

Alleinstellungsmerkmal schlechte Luft: München ist inzwischen die einzige Stadt in Bayern, die weiterhin die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nicht einhalten kann. Das hat die vorläufige Auswertung der Messergebnisse durch das Landesamt für Umwelt ergeben. Demnach haben 2019 erneut die Landshuter Allee (mit 63 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft im Jahresdurchschnitt) und der Stachus (42µg) die Latte gerissen, die bei 40µg liegt.

Alle anderen bayerischen Stationen können die Vorgaben einhalten - auch die beiden Mess-Container in Nürnberg und Augsburg, die 2018 noch die Vorgaben rissen. Die drei weiteren Münchner Stationen (bayernweit gibt es 46) sind in der Statistik unauffällig. An der Lothstraße hat das Landesamt 27µg, in Allach 21µg und in Johanneskirchen 19µg Stickstoffdioxid gemessen.

Insgesamt, das zeigen die Messergebnisse auch an Landshuter Allee und Stachus, ist die Luftqualität in den vergangenen Jahren besser geworden. 2018 kam die Landshuter Allee noch auf 66µg, 2017 waren es sogar 78. Im Jahr 2012 waren es 81 gewesen. Allerdings sind die beiden "Hotspots" im Messnetz des Landesamts nicht die einzigen Problemstellen in München - sie fallen eben auf, weil dort exemplarisch Messcontainer installiert sind.

Um ein umfassenderes Bild zu erhalten, betreibt neben den technologisch ausgefeilteren Anlagen des Landesamts auch die Stadt München 44 sogenannte Passivsammler, mit denen die Stickstoffdioxid-Belastung dokumentiert werden kann. Zwar liegen die Jahreswerte für 2019 noch nicht abschließend vor, die vorläufige Bilanz fürs dritte Quartal lässt aber erwarten, dass an etwa einem Dutzend weiteren Stellen im Stadtgebiet die Luft schlechter ist als von der EU erlaubt. Darunter neben der Paul-Heyse-Straße nahe des Hauptbahnhofs vor allem Bereiche, die wie die Landshuter Allee zum Mittleren Ring gehören: die Tegernseer Landstraße und die Chiemgaustraße.

Schon seit 2012 unproblematisch ist die Situation beim Feinstaub. Das Landesamt hat 2019 an der Landshuter Allee 16 Tage mit einer Überschreitung des Grenzwertes von 50µg registriert, zulässig sind 35 Tage. Am Stachus waren es vier Tage.

© SZ vom 11.01.2020/kast
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