Protestaktion:Bauern blockieren am Mittwoch Autobahnzufahrten rund um München

Protestaktion: Bereits am 8. Januar sorgten die großen Bauernproteste in und um München für einige Verkehrsbehinderungen. Nun soll es weitergehen.

Bereits am 8. Januar sorgten die großen Bauernproteste in und um München für einige Verkehrsbehinderungen. Nun soll es weitergehen.

(Foto: Robert Haas)

Vollständige Sperrungen sind nicht geplant, dennoch ist mit massiven Verkehrsbehinderungen im Großraum zu rechnen. Die Proteste sollen um 8.30 Uhr beginnen und sechs Stunden lang andauern.

Von Martin Bernstein

Wer am Mittwoch aus dem Umland nach München muss, sollte sich entscheiden: Früh losfahren - oder gleich auf die S-Bahn umsteigen. Auf den Straßen dürfte es nämlich eng werden. Grund sind Protestaktionen an den Autobahnauffahrten rund um München. Allein im Landkreis München werden 18 Anschlussstellen an allen sieben Autobahnen betroffen sein - und zwar sechs Stunden lang. "Stellen Sie sich auf Verkehrsbehinderungen ein", warnt die Münchner Polizei.

Hintergrund ist ein bundesweiter Aktionstag der Bauern gegen die Abschaffung des Agrardiesels. "Wir werden noch eine Schippe drauflegen", kündigt der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Günther Felßner, in einem Video an. Die Autobahnen würden "zeitweise" in den Zufahrten blockiert, das sei mit der bayerischen Staatsregierung so abgesprochen. Diese "Entschleunigungsaktion" solle "kraftvoll und sauber" ausgeführt werden - ohne die Bevölkerung "zu stark zu verärgern".

Eigentlich hatte Felßner deshalb versprochen, das Ganze solle außerhalb der Ballungsräume stattfinden. Davon jedoch kann im Ballungsraum München nicht die Rede sein. Protestaktionen wird es unter anderem an den Autobahnzufahrten Neubiberg, Unterhaching, Taufkirchen, Hofoldinger Forst, Garching, Feldkirchen, Schäftlarn, Gräfelfing, Neuherberg, Aschheim, Haar, Ottobrunn, Oberhaching und Sauerlach geben.

"Die Autobahnabfahrten sind von den Protestaktionen nicht betroffen", verspricht das Landratsamt München. Rettungsfahrzeugen muss die Durchfahrt grundsätzlich ermöglicht werden, auch wer "dringend" auf die Autobahn müsse, solle durchgelassen werden, appelliert Felßner an die Blockierer. An den Protestaktionen beteiligen sich der Bauernverband und der Verein "Landwirtschaft verbindet Bayern".

Mit einem Großeinsatz rechnet das Münchner Polizeipräsidium. Die Zahl der benötigten Beamten stehe noch nicht fest, hieß es am Dienstag, die Kooperationsgespräche mit den Protestierenden seien noch im Gang. Auch einen Hubschrauber wird die Polizei wohl einsetzen. Komplette Blockaden werde es nicht geben, sagte Polizeisprecher Andreas Franken. Die Auffahrten würden immer wieder geöffnet.

Polizei will gegen vorsätzliche Blockaden auf Autobahnen vorgehen

Die Bauern beabsichtigen offenbar erneut mit Traktoren anzurücken. Auch Feuertonnen könnten aufgestellt werden. Blockaden auf den Autobahnen selbst seien weder angemeldet noch zulässig, so die Polizei. "Wir werden konsequent gegen vorsätzliche Blockadeaktionen vorgehen", kündigte Franken an. Straftaten werde die Polizei verhindern. Die Veranstalter der Proteste zeigten sich aber sehr kooperativ, betonte der Polizeisprecher.

Hintergrund der Protestaktionen sind die laufenden Bundestagsberatungen über den Agrarhaushalt. Die Entscheidung über den Agrardiesel soll laut Bauernverband am 2. Februar fallen. "Wir bleiben sichtbar und lassen beim Thema Agrardiesel nicht locker!", so Bauernpräsident Felßner, der sich noch jüngst mit dem Satz hatte zitieren lassen: "Blockaden oder Eingriffe in die Verkehrsinfrastruktur sind im Moment nicht das geeignete Mittel." Am Mittwoch zwischen 8.30 und 14.30 Uhr sind sie es im Ballungsraum München aus Sicht der Bauern nun doch.

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