Als hätte jemand mitten im Gespräch den Hörer auf die Gabel geknallt: Nach fast 50 Jahren ist das von Andy Warhol gegründete US-Magazin "Interview" über Nacht Geschichte. Nicht einmal eine Abschiedsnummer wird es geben.
Rauswurf
:Barr jeder Vernunft
Der US-Sender ABC setzt die Sitcom "Roseanne" nach einem rassistischen Tweet von Hauptdarstellerin und Trump-Fan Roseanne Barr ab.
Die besten neuen TV-Serien
:Diese Serien sollten Sie sich ansehen
In "The Rain" ist jeder Regentropfen tödlich. "Will & Grace" wird in der Neuauflage politischer als früher. Vier Serien, die sich gerade lohnen - und ein Ausreißer.
TV-Serie
:Die fiktive Roseanne würde sich für die echte schämen
Der Sitcom ging es darum, amerikanische Arbeiter als raue, aber gute Menschen darzustellen - nicht als Rassisten. Dieser versöhnlichen Botschaft hat Roseanne Barr mit ihren Tweets den Boden entzogen.
Rassistische Ausfälle
:TV-Star Roseanne twittert sich ins Aus
Gerade noch erzielte die neue Staffel von "Roseanne" beste Quoten - nun setzt sich die Trump-Anhängerin und Fernseh-Ikone Roseanne Barr mit rassistischen Tweets quasi selber ab.
Fernsehfilm
:Spiel mir das Lied vom Pullunder
Schrulliger Norden und Wilder Westen treffen im ARD-Film "13 Uhr mittags" sehr hübsch aufeinander.
Fernsehbranche
:Should I stay or should I go
Nach dem Brexit hadern viele Medienkonzerne mit dem Standort London. Discovery hat bereits konkrete Schritte angekündigt, seine Europa-Zentrale zu verlegen.
Hörspiel
:Plötzlich diese Monster
Die Brüder Dimitrij und Alex Schaad erzählen fünf Anekdoten, die nach der "Logik des Schlimmsten" funktionieren: Alles fällt auseinander, nichts bleibt wie es ist. Unter den Sprechern ist auch die Schauspielerin Paula Beer.
Ein völlig kaputter Adliger von ausgesuchter britischer Höflichkeit? Kein Wunder, dass Benedict Cumberbatch lange von der Rolle des "Patrick Melrose" geträumt hat.
Altkanzler Kohl
:Maike Kohl-Richter darf Entschädigung nicht erben
Altkanzler Helmut Kohl hatte die Rekordentschädigung einst erstritten. Doch Genugtuung gebührt nur den Lebenden, entschied das Oberlandesgericht in Köln.
Radikale Reform
:Zusammenrücken auf dem Dickschiff
Der "Spiegel" führt ein neues Bezahlmodell ein, das mehr Kooperation zwischen Print und Online erfordert. Statt auf den Einzelverkauf von Artikeln setzt der Verlag nun auf ein Flatratemodell.
ARD-Nachwuchs-Reihe
:Die Unsicherheitsbeauftragten
Zukunftsängste beschäftigen die Macher vieler "FilmDebüts im Ersten". Zwölf Produktionen, entstanden ohne Quotendruck und Regeln, sind von Dienstag an zu später und sehr später Stunde zu sehen.
ARD-Doku über Vergewaltigungsprozesse
:Wenn man sich rechtfertigen muss, eine schwere Straftat angezeigt zu haben
Ein ARD-Film schildert, wie es vergewaltigten Frauen in den Mühlen der Strafverfolgung ergeht. Der Film ist ein Plädoyer für besseren Opferschutz - und bestes, relevantes Fernsehen.
Vorwürfe sexueller Belästigung
:WDR entlässt Korrespondenten fristlos
Im April waren Belästigungsvorwürfe gegen den Journalisten bekannt geworden. Dem Sender zufolge seien sie "glaubhaft und gravierend".
"Anne Will" zur Bamf-Affäre
:Warum nur schwieg Herr Mayer von der CSU?
Ist die "Bremer Asyl-Affäre" ein Systemfehler oder nur ein Einzelfall? Zur Klärung dieser Frage nimmt Anne Will zunächst einen Staatssekretär in die Mangel.
"Tatort" aus Münster
:Die Pinguine sind wirklich süß
Ansonsten gibt es leider kaum einen Grund, den neuen "Tatort" aus Münster anzusehen. Außer den üblichen Kalauern.
Streit in US-Medienunternehmen
:Der schwarze Felsen wackelt
In der Zentrale des amerikanischen Medienkonzern CBS wird darum gerungen, wie man sich am besten gegen Angriffe der frechen Streamingdienste wehrt.
Neue Serie
:Schuld tragen sie alle
Gerade waren sie noch fünf vermeintlich normale Bürger - jetzt sollen sie plötzlich gefährliche Spione sein. Ist das alles nur ein Irrtum? Die Serie "False Flag" startet an diesem Montag bei Fox und Sky.
"Tatort" aus Münster
:Alle Lieblinge sind da
Der neue Münsteraner "Tatort" spielt in einem Zoo und funktioniert nach dem Prinzip "Sesamstraße": alles wie immer. Und ein bisschen Pinguincharme.
Jürgen von der Lippe im Porträt
:Die Befreiung eines Bühnenmanns
"Zur Zeit keine TV-Termine" steht auf der Website von Jürgen von der Lippe. Macht nichts. Demnächst wird er 70 - und tourt weiter. Ein Treffen.
DSGVO
:"Leider nicht verfügbar"
Datenschutz mit Nebenwirkungen: US-Medien sperren EU-Bürger aus. Neben Nachrichtenseiten kappen auch andere digitale Dienste die Datenleitungen unter dem Atlantik. Es handelt sich um Vorsichtsmaßnahmen der Unternehmen.
Personalie
:Landgang
Schauspieler Sascha Hehn verlässt das ZDF-"Traumschiff": Die Reihe habe nach dem Tod von Produzent Wolfgang Rademann "ihren Charme verloren", sagt der 63-Jährige.
Fernseh-Fußball
:Bleibt alles anders
Die Eurosport-Taktiktafel und verschärfter Wettbewerb hinter der Bezahlschranke: Was sich in der Weltordnung des TV-Fußballs im letzten Jahr schon geändert hat - und wie es weitergeht.
Hörfunk-Tipps
:Das kleine Happy End
Die einen denken. Die anderen handeln. Etwas Vernünftiges kommt in beiden Fällen aber eher nicht heraus. Dann gleich Quatsch machen und als Kunst verkaufen. Das macht wenigstens Spaß. Und ist manchmal sogar klüger als all der hochtrabende Ernst.
Finanzskandal bei ARD und ZDF
:Es fehlen 140 Millionen
Der Finanzskandal beim Technikinstitut von ARD und ZDF ist der mutmaßlich größte finanzielle Fehlgriff in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es geht um Erlöse aus einem Patent - und dürfte die Justiz noch lange beschäftigen.
Finale von GNTM
:Heidi ist der Häuptling im Macho-Dorf
Die GNTM-Siegerin 2018 steht fest. Vor allem aber zeigt die Finalshow: Dieser Abgrund an Menschenfeindlichkeit gehört abgeschafft.
Ägypten
:Grenze überschritten
Eine Ramadan-Serie über die Radikalisierung eines Ägypters befeuert den Konflikt mit dem Nachbarland Sudan.
Rundumschlag
:Kein Respekt
Tesla-Chef Musk wirft Medien "selbstgefällige Heuchelei" vor und kündigt ein Onlineportal zur Bewertung des Wahrheitsgehalts von journalistischen Texten an. Er erwäge die Seite "Pravda" zu nennen, twitterte er - genau, wie das kommunistische Parteiblatt.
Tesla-Chef auf Twitter
:Elon Musk wettert gegen "Heuchelei der großen Medien"
Der Tech-Milliardär überlegt, ein Portal zu gründen, auf dem Nutzer die Glaubwürdigkeit von Journalismus bewerten können. Als Namen erwägt er "Pravda" - das russische Wort für "Wahrheit".
Besuch im Studio
:Guten Morgen, Afghanistan!
Vom rheinland-pfälzischen Mayen aus unterhält Radio Andernach Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz. Die Stimmung ist locker, ohne allzu flapsig zu sein. Man sendet schließlich immer noch aus einer Kaserne.
Mediatheken
:"Wirtschaftliche Nachteile"
Die für den Rundfunk zuständigen Bundesländer wollen, dass ausländische Produktionen wie "Sherlock" künftig auch in den Mediatheken von ARD und ZDF abrufbar sind. Produzenten fürchten um ihre Erlösmodelle und protestieren gegen die Reformpläne.
Israelische Serie
:Hinter feindlichen Linien
Israel vs. Hamas, Tote und Verletzte: Auch in der zweiten Staffel von "Fauda" überschreitet eine Spezialeinheit wieder geografische und moralische Grenzen. Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage muss sich die Serie einem harten Realitätscheck stellen.
Hass im Netz
:"Wenn man mich auffordert, in den Gasofen zu gehen, tue ich mich mit Offenheit schwer"
Kann man mit Menschen reden, die einen aus rassistischen Motiven mit Ratten gleichsetzen? Hasnain Kazim hat es versucht - auch mit zweifelhaften Mitteln.
Netflix
:Was mit Medien? Was mit Obamas!
Michelle und Barack Obama sollen Filme und Serien für Netflix produzieren. Das zeigt vor allem: Die Familie hat nichts von ihrem irren Vermarktungspotenzial eingebüßt.
Online-Magazin
:Wohin mit der Kohle?
Das Finanzportal "Zaster" ist am Dienstag gestartet, mitbezahlt vom früheren "Bild"-Chef Kai Diekmann und dessen neuer Agentur "Storymachine". Es soll einer jungen Zielgruppe "Lust auf Geldanlage" machen und "das Tabuthema Geld" aufbrechen.
Hörspiel
:Mensch Maschine
Felix Kubin hat E. M. Forsters Dystopie "Die Maschine steht still" von 1909 fürs Radio inszeniert - und musikalisiert. Wie in der Oper, wo die Arien das Innenleben der Figuren ausleuchten, sind die Kompositionen hier Botschaften der Maschine.
Hasnain Kazim
:"Ich fühle mich alleingelassen"
Für den Autor und Sohn indisch-pakistanischer Eltern ist es Alltag, Hassmails zu bekommen. In einem Buch beschreibt der Journalist nun, was er Menschen antwortet, die ihn mit einer Ratte gleichsetzen.
"Tote Mädchen lügen nicht" auf Netflix
:Schuld aus der Sicht der Täter
Ein Suizid und die Folgen: Die zweite Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" beginnt fünf Monate nach Hannahs Tod. Diesmal sprechen aber die Beschuldigten.
Royal Wedding
:ZDF weist Rassismusvorwürfe zurück
Der Sender räumt aber ein, dass in seiner Berichterstattung über die Hochzeit von Harry und Meghan mehr Raum für "einen Repräsentanten der schwarzen Community in Großbritannien" wünschenswert gewesen wäre.
ARD-Doku über Meşale Tolu
:Eine Familie unter dem Damoklesschwert
Die deutsch-türkische Journalistin Meşale Tolu ist aus der Haft entlassen - aber noch lange nicht frei. Die Doku "Angeklagt in der Türkei" wirft einen düsteren Blick auf den Zustand des türkischen Rechtsstaats.
"Tatort" aus Dresden
:Karin, Henni und die bösen Männer
Im Dresdner "Tatort" verrennen sich die Ermittlerinnen in einer Undercover-Dating-Aktion, die so krude daherkommt, dass man gut versteht, warum Schauspielerin Alwara Höfels aus der Reihe aussteigt.
Podcast-Jubiläum
:Reden hilft
In "Lage der Nation" tauschen sich ein Jurist und ein Journalist über Politik aus - so unterhaltsam und verständlich, dass pro Sendung 70 000 zuhören. Diese Woche erscheint die 100. Folge.
"Germany's Next Topmodel"
:Verhängnisvolle Mädchenstunde
Heidi Klum spielt seit 13 Jahren mit dem Traum jugendlicher Frauen vom Beruf als Supermodel. Warum findet sie noch Kandidatinnen - und ihre Fernsehshow Zuschauer?
"You Are Wanted" bei Amazon
:Die Boulevardzeitung unter den deutschen Fernsehserien
Auch in der zweiten Staffel spielt die Serie mit Matthias Schweighöfer wieder Hollywood - erinnert aber eher an "Alarm für Cobra 11".
Hörfunk-Tipps
:Pest und Pop
Auf sein Leben pfeift natürlich niemand. Jeder hechelt sich durch, so gut er kann. Und manche singen sogar davon. Das ist mal tragisch, mal komisch. Und mal auch beides.
Fußballberichterstattung
:"Ey, warum färben sich alle Fußballer eigentlich die Haare?"
Die "Sportschau" lässt Youtuber den DFB-Pokal kommentieren. Das hört sich deutlich anders an als bei Tom Bartels.
Hamburger Mediendialog
:Den Tiger reiten
G+J-Chefin Julia Jäkel verlangt beim Hamburger Mediendialog die Mithilfe von Unternehmen, wenn es darum geht, die Spaltung der Gesellschaft aufzuhalten. Das Werbegeld der Firmen sieht sie als Hebel im Spiel.
Rundfunkbeitrag vor Gericht
:Das Beste, was dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk passieren konnte
Die Rundfunkabgabe wird heftig kritisiert, nun verhandelt das Bundesverfassungsgericht über sie. Den öffentlich-rechtlichen Sendern kann dieser Streit nur helfen.
Hörspiel
:Pest und Spaßmacher
Mit Daniel Kehlmanns "Tyll" ist der magische Realismus zurückgekehrt in die deutsche Literatur. Der WDR sendet nun eine Hörfassung in acht Teilen, mit tollen Schauspielern wie Sylvester Groth oder Gustav Peter Wöhler.
Slowakei
:Unter Druck
Fall Ján Kuciak: Nach der Befragung einer Journalistin durch die Polizei sorgen sich Medien um Quellenschutz.