Vorwürfe sexueller Belästigung WDR entlässt Korrespondenten fristlos

Das Funkhaus des WDR in Köln.

(Foto: dpa)
  • Der WDR hat einen Mitarbeiter wegen Vorwürfe sexueller Belästigung fristlos entlassen.
  • Erstmals wurden die Vorwürfe gegen den langjährigen TV-Korrespondenten im April bekannt, der Mann wurde anschließend freigestellt.
  • Zum Fall Gebhard Henke, ebenfalls aufgrund der Vorwürfe sexueller Belästigung freigestellt, will sich der Sender nicht äußern.
Von Hans Hoff

Der WDR hat einen Mitarbeiter weniger. Am Montag wurde bekannt, dass der Kölner Sender einen bildschirmbekannten Korrespondenten fristlos entlassen hat. Diesem wurde in der Vergangenheit vielfach sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen zur Last gelegt. So soll er diesen auf seinem Hotelzimmer Pornos gezeigt haben. Zudem wurden Fälle bekannt, in denen er angedeutet haben soll, dass im WDR niemand Karriere allein aufgrund von beruflichen Fähigkeiten machen könne, dass er aber als "Alphatier" durchaus etwas für das Fortkommen tun könne, wenn man sich ihm geneigt zeige.

Erstmals bekannt wurden diese Vorwürfe Anfang April durch Berichte des Stern und des Recherchezentrums Correctiv. Nun bestätigte ein Sendersprecher die fristlose Kündigung. Diese sei nach sorgfältiger Prüfung der gegen den Korrespondenten erhobenen Vorwürfe erfolgt. Der WDR habe in den letzten Wochen neue Hinweise mehrerer Betroffener erhalten. "Auch nach Anhörung des Mitarbeiters stufte der WDR die Vorwürfe als glaubhaft und so gravierend ein, dass er die entsprechende Konsequenz gezogen hat." Zum Schutz von Persönlichkeitsrechten und aus arbeitsrechtlichen Gründen wolle man aber keine weiteren Angaben machen, hieß es.

Keine neuen Auskünfte will der WDR im Fall des Fernsehspielchefs Gebhard Henke geben. Dieser war Ende April freigestellt worden, nachdem mehrere Frauen Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten. Henke streitet diese Vorwürfe ab und hatte den WDR in den vergangenen Wochen mehrfach aufgefordert, die Vorwürfe ihm gegenüber zu konkretisieren.

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