Wochenlang haben Zehntausende Rumänen gegen den harten Sparkurs der Mitte-rechts-Regierung demonstriert, nun zieht Regierungschef Emil Boc die Konsequenz und verkündet seinen Rücktritt. Er wolle dadurch "die politische und soziale Situation im Land entspannen", begründet er seinen Schritt.
Im Auftrag seines Präsidenten: Mihai Razvan Ungureanu, derzeit Chef des Auslandsgeheimdienstes, soll dem zurückgetretenen Premier Boc folgen - und Rumänien aus der Krise führen. Unklar ist jedoch, ob das Parlament dem Vorschlag zustimmen wird.
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Klaus Brill
"Wir werden nicht aufhören, bis wir endlich echte Demokratie haben": Camila Vallejo, Symbolfigur der chilenischen Studentenproteste, diskutiert in einem heillos überfüllten Hörsaal der LMU mit Studenten.
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Sebastian Krass
Wer das Parlament von Mexiko betritt, kann in eine überwältigende Geschichtsdarstellung eintauchen: Schon im Treppenhaus begegnet einem das 277 Quadratmeter große "Epos des mexikanischen Volkes". Der Erschaffer dieses Monumentalwerkes wäre an diesem Donnerstag 125 Jahre alt geworden.
Von
Lukas Köhler
Der Machtverlust des Westens ist evident, der Triumphalismus der Ära von George W. Bush eine peinliche Erinnerung. Doch arabische Freiheitskämpfer, chinesische Dissidenten, russische Bürgerrechtler - sie alle fordern nun Menschenrechte, Gewaltenteilung, Volkssouveränität. Der Westen kann sein Projekt niemandem aufzwingen, aber er kann sich selbst daran halten.
Ein Gastbeitrag von
Heinrich August Winkler
Wie braun ist Deutschland - und wo stecken die Rechtsextremen? Westdeutsche schieben das Problem gerne nach Ostdeutschland, dort wehrt man sich gegen die Klischees in der Berichterstattung. Dabei hinkt die Debatte den Verhältnissen seit Jahrzehnten hinterher und geht daran vorbei, dass Polizei, Verfassungsschutz und Justiz den Rechtsradikalismus selbst befördert haben.
Von
Jens Bisky
Empörung bei der Linken: Mehr als ein Drittel ihrer Abgeordneten im Bundestag soll vom Verfassungsschutz kontrolliert werden - darunter fast die gesamte Führungsriege. Fraktionschef Gysi bezichtigt den Verfassungschutz der Lüge, Parteichef Ernst kündigt eine Untersuchung an - CDU-Politiker rechtfertigen dagegen die Observierungen.
Der Verfassungsschutz beobachtet 27 Abgeordnete der Linken, darunter Radikale, aber auch Reformer. Eine Systematik ist nicht zu erkennen, ein Merkmal sticht unter den Betroffenen allerdings deutlich heraus. Innenminister Friedrich hat darauf nun reagiert: Er will die Liste überprüfen lassen.
Von
Thorsten Denkler und Oliver Das Gupta
Kommunisten sind gefährlich - so stand es vor 40 Jahren im Radikalenerlass. Ob Postboten oder Lehrer, der Verfassungsschutz belegte damals Tausende Beamte mit einem Berufsverbot. Klaus Lipps war selbst betroffen, konnte seine Stelle nur durch Prozesse behalten. Heute kämpft er für die, die weniger Glück hatten.
Von
Tanjev Schultz
Maybrit Illner will die Wege zum Kommunismus ergründen - keine leichte Aufgabe. Die Antworten ihrer Gäste liegen irgendwo zwischen "Revolution" und "Kasperltheater".
Eine kleine Nachtkritik von
Lena Jakat
Linken-Chef Klaus Ernst distanziert sich vom Kommunismus - und verteidigt seinen Lebensstil. Derweil macht sich der Streit in der Partei bereits in Umfragen bemerkbar. Es geht bergab für die Linke.
Wenn Kommunisten an die Börse gehen: Die Online-Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas will Aktien ausgeben. Sie braucht das Geld im Kampf gegen die private Konkurrenz.
Von
Christoph Giesen
Der ungarische Präsident Schmitt soll große Teile seiner Doktorarbeit von einem bulgarischen Sportwissenschaftler kopiert haben. Das berichtet eine ungarische Wochenzeitung. Das Büro des Staatsoberhauptes dementiert die Vorwürfe und verweist lediglich auf die ausgezeichnete Benotung der Arbeit.
Altnazis, CIA und die Muslimbrüder: Sie alle kämpften um die älteste Moschee Münchens und wollten den Islam für ihre Zwecke nutzen. Ian Johnson hat die abenteuerliche Geschichte recherchiert.
Interview:
Matthias Kolb
Als Helmut Kohls CDU-Generalsekretär forderte Heiner Geißler einst "Freiheit statt Sozialismus". Nun erklärt er im Gespräch mit sueddeutsche.de, warum er sich einen "humanen Sozialismus" gedanklich vorstellen kann, weshalb die SPD mit der Linkspartei kooperieren sollte und in welcher Hinsicht sich die Kanzlerin "temporär" irren kann.
Interview:
Carsten Matthäus und Oliver Das Gupta
Linke-Chefin Gesine Lötzsch distanziert sich vom Stalinismus. Und sie verteidigt ihren Artikel "Wege zum Kommunismus" als Stich ins Wespennest: Die Reaktion offenbare die Angst von Neoliberalen und der Medien.
Linken-Chefin Gesine Lötzsch spricht von Kommunismus - und schon mag keiner mehr mit ihrer Partei koalieren. Wobei sich die Grünen darin nicht ganz einig sind. Die Linken selbst geben sich betont gelassen.
Gesine Lötzsch bleibt hart: Bei der Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz verteidigt die Linken-Chefin ihren Kommunismus-Aufsatz und lässt sich von linken Splittergruppen feiern. Doch der Applaus kommt aus der falschen Ecke.
Von
Thorsten Denkler, Berlin
Sie philosophierte in der linksradikalen Zeitung Junge Welt über die Wege zum Kommunismus - jetzt relativiert Linken-Chefin Gesine Lötzsch ihre Äußerungen. Derweil fordert die CSU, die gesamte Linkspartei vom Verfassungsschutz überwachen zu lassen.
Als der Bundestag über den Kommunismus streitet, ist Gesine Lötzsch, die Urheberin der Debatte, nicht im Saal. Trotzdem kochen die Emotionen hoch: Die Linke verfolge eine "menschenverachtende Ideologie", keift die Union - die Angegriffenen kontern mit Bibelsprüchen.
Von
S. Höll
Ihre vorbehaltlose Kommunismus-Empfehlung hat Linken-Chefin Gesine Lötzsch viel Kritik eingebracht. In Textentwürfen, die ihr der linke Philosoph Michael Brie geliefert hatte, war noch die Rede vom "Terror der Bolschewiki" gewesen.
In Nanjie gibt es weder Internet noch Autos, aber mietfreie Einheitswohnungen und Nudeln gegen Gutschein - doch bald dürfte Chinas rotes Paradies pleite sein.
Von
Janis Vougioukas
Der Kommunismus wird keine Rolle mehr spielen. Er ging unter in einer Welt, die zusammenrückte und die Fehler der anderen genauer zu betrachten lernte.
Ein Kommentar von
Stefan Kornelius
Pavese, De Sica, Pasolini: Der Kommunismus hat über Jahrzehnte die italienische Kultur beeinflusst, nun wurde er abgewählt - ein Abgesang.
Von
Gustav Seibt