Mittwoch, 30. Mai 2012
Handelsstreit
USA erheben Strafzölle auf chinesische Windkraftanlagen
Der Streit um staatliche Subventionen zwischen China und den USA spitzt sich weiter zu. Nach hohen Abgaben auf Solarmodule, erhebt das US-Handelsministerium vorläufig Strafzölle von bis zu 26 Prozent auf chinesische Windkraftanlagen. Beobachter bewerten das Vorgehen als Retourkutsche.
Insolvenz von Überkinger
Flasche leer
135 Liter Mineralwasser trinkt jeder Deutsche jährlich. Es ist ein hart umkämpfter Markt, auf dem vor allem die Discounter ein gutes Geschäft machen. Nun hat mit Überkinger einer der traditionellen Abfüller Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hat in den vergangenen 30 Jahren nahezu jeden Trend verpasst.
Ausbau der Stromtrassen
Gefangen im Netz
Ohne neue Stromleitungen bleibt die Energiewende auf der Strecke - und die Kanzlerin gleich mit. Die Bundesregierung wählt das einzig richtige Verfahren, damit sich Bagger und nicht Gerichte mit den Leitungen beschäftigen: Sie bezieht die Bürger von Anfang an mit ein.
EU-Kommission
Spanien bekommt mehr Zeit zum Sparen
Dem krisengeschüttelten Land wird von der europäischen Kommission ein Jahr länger Zeit gegeben, um seinen Haushalt in Ordnung zu bringen. Brüssel setzt Spanien aber im Gegenzug unter Druck, mehr Reformen durchzusetzen und Steuern zu erhöhen. Lob gibt es hingegen für Deutschland.
Retouren bei Online-Bestellungen
Wo der Schuh drückt
Vier von fünf Paar Schuhen, die das Berliner Startup Zalando verschickte, landeten angeblich kurze Zeit später wieder in seinem Wareneingang. Rücksendungen sind ein großes Ärgernis für Online-Händler - nun wollen sie ihren Kunden die Retouren austreiben, ohne sie zu verprellen.
Schuldenkrise
Euro fällt auf Zwei-Jahres-Tief
Spaniens Banken stehen am Abgrund, darunter leidet auch das Vertrauen in den Euro. Anleger fliehen aus der gemeinsamen Währung, der Eurokurs fällt unter 1,25 Dollar, so tief wie zuletzt im Sommer 2010. Händler fürchten, dass die Finanzkrise des Landes die gesamte Euro-Zone belastet.
Airbus-Konzern EADS
"Major Tom" übernimmt die unmögliche Firma
Intrigen, Schlammschlachten und peinliche Rangeleien: Den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS plagen seit Jahren deutsch-französische Machtkämpfe. Der neue Vorstandschef Thomas Enders, ein ehemaliger Bundeswehroffizier, soll das ändern. Bei den Planungen, EADS aus dem staatlichen Klammergriff zu lösen, gibt es jedoch eine unbekannte Größe: Frankreichs Präsident Hollande.
Dienstag, 29. Mai 2012
Chef für Vatikanbank gesucht
Heiliger Schleudersitz
Die geheimnisumwitterte Vatikanbank sucht einen neuen Chef. Als Favorit gilt wie bereits 1999 und 2006 ein Deutscher: Hans Tietmeyer war Bundesbankpräsident und soll der Vatikanbank endlich die Aufnahme auf die "Weiße Liste" der OECD sichern. Tietmeyer selbst weist die Spekulationen jedoch zurück.
Furcht vor dem Flash-Crash
Deutschland will High-Speed-Händler zügeln
Binnen weniger Minuten können sie Kurse abstürzen lassen: An Europas Börsen überlassen viele Händler die Entscheidung über Kauf oder Verkauf Computern. Das ist praktisch - birgt aber auch enorme Gefahren. Nun lanciert die FDP einen Vorstoß, um den Computerhandel im Notfall auszubremsen.
Kapitalabzug aus Südeuropa
Der Sturm auf die Banken hat begonnen
Nichts fürchten Währungshüter so sehr wie einen Bank Run. Zwar sieht man in Athen noch keine Schlangen vor den Banken, doch die Ruhe trügt: Griechenland erlebt einen Sturm auf die Banken - in Zeitlupe. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Wenn Sparer die Nerven verlieren, zwingen sie oftmals ganze Volkswirtschaften in die Knie.
Schuldenkrise in Spanien
Angst vor der Rettung
Spanien steckt in der Klemme: Renditen auf Staatsanleihen schnellen in die Höhe, die Banken des Landes müssen von der Regierung womöglich mit gewaltigen Summen gestützt werden. Unklar ist, wie Spanien diese aufbringen könnte. Klar ist nur: Ministerpräsident Rajoy will partout nicht unter den europäischen Rettungschirm.
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Blamage mit Ansage
Wer ist verantwortlich für die geplatzte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens? Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der Aufsichtsrat des Projekts, will keine Schuld tragen. Dabei offenbaren Prüfberichte: Die Aufseher wussten frühzeitig von großen Problemen.
Spaniens Bankenkrise
Wie die Nervosität in Madrid steigt
Die Aktien des angeschlagenen Bankia-Geldinstituts stürzen an der Börse regelrecht ab - doch noch immer weiß die spanische Regierung nicht, wie die Rettung finanziert werden soll. Stattdessen fordert Ministerpräsident Rajoy für die Banken direkte Mittel aus dem Euro-Rettungsfonds - und appelliert in dramatischen Worten an die EU.
Montag, 28. Mai 2012
Sonntag, 27. Mai 2012
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
"Lagarde hat die Griechen beleidigt"
Der Vorsitzende der griechischen Sozialisten ist verärgert - über Christine Lagarde. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds hatte in einem Interview angegeben, nur wenig Mitleid mit dem hochverschuldeten Land zu haben. Die Französin solle ihre kritischen Äußerungen zur Steuermoral der Griechen überdenken, fordert Evangelos Venizelos. Tausende wütende Kommentatoren auf Facebook sehen das ähnlich.
Pläne für Finanzmarktunion
Eine für alle
Die Europäische Zentralbank will in der Finanzkrise nicht mehr ständig den Ausputzer spielen - und fordert eine gemeinsame Bankenaufsicht. Nur mit dieser "Finanzmarktunion" könne die Krise in Spanien und anderen Euro-Staaten nachhaltig gelöst werden. Die nationalen Widerstände gegen den Plan sind jedoch groß.
Griechenland und die Euro-Zone
Hilflos am Abgrund
Griechenland taumelt, der Staat ist handlungsunfähig, der Reformprozess kommt nicht voran. Viele in Europa stellen sich bereits auf einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone ein, finden sogar Gefallen daran. Athen aufzugeben, ist jedoch voreilig - und gefährlich.
Samstag, 26. Mai 2012
Lagarde über Sparmaßnahmen
IWF-Chefin hat nur begrenzt Mitleid mit Griechenland
Ungewohnt deutliche Worte Richtung Athen: Die Griechen sollten sich "selber helfen" und ihre Steuern zahlen, wettert IWF-Chefin Lagarde in einem Interview. Sie habe mehr Mitleid mit den Ärmsten in Afrika als mit den Menschen in dem verschuldeten Euro-Land. Die Bedingungen für die vereinbarten Reformen zu ändern, schloss sie aus.
Detroit in der Krise
In Motor City gehen die Lichter aus
Einst lebten 1,8 Millionen Menschen in Detroit, heute sind es nur noch etwas mehr als 700.000. Um Geld zu sparen, will die Stadtverwaltung jetzt in einigen Problemvierteln sogar die Straßenbeleuchtung abschalten. Die Botschaft ist klar: "Rückt zusammen, oder wir schreiben euch ab."
Freitag, 25. Mai 2012
Dr. Oetker gegen Aldi Süd
Ein Pudding namens Paula
Das vanille-schokoladenfarbige Kuhfleckmuster ist charakteristisch für beide Puddings. Doch der Discounter Aldi Süd habe sein Produkt nur abgekupfert, so der Vorwurf des Nahrungsmittelkonzerns Dr. Oetker. Der Streit um "Paula" und "Flecki" beschäftigt jetzt das Oberlandesgericht.
Chemiekonzern
Evonik will an die Börse
"Noch vor der Sommerpause" zum ersten Mal im Handel: Das Chemieunternehmen Evonik bereitet sich auf den lange erwarteten Börsengang vor, haben die Anteilseigner jetzt offiziell verkündet. Doch der Plan könnte auch im letzten Moment wieder gestoppt werden.
Schlecker-Rettung auf der Kippe
Letzte Hoffnung Heuschrecke
Wenn Schlecker überleben will, braucht das Unternehmen einen risikofreudigen Investor. Am Freitag entscheidet sich, wie es mit dem Drogerie-Riesen weitergeht. Die Zeit drängt, jeder Arbeitstag bringt im Moment Verluste. Kauft niemand die ganze Drogeriekette, droht die Zerschlagung.
Schwarzgeldkonten
Finanzministerium vermutet bis zu 80 Milliarden Euro in der Schweiz
Stimmen die Schätzungen, darf der deutsche Fiskus mit viel Geld rechnen: Bis zu 80 Milliarden Euro Schwarzgeld vermuten Experten in der Schweiz. Zumindest Teile davon sind auch jetzt noch steuerpflichtig - bis zu zehn Milliarden Euro könnte der Staat einnehmen. Doch während die Bundesländer noch Widerstand gegen das Steuerabkommen leisten, fließt womöglich immer mehr Kapital an vermeintlich sicherere Orte.
Übergangsregierung in Athen
Griechenland kommt zum Erliegen
Die Versprechen sind erst wenige Monate alt und schon wieder hinfällig: Die griechische Übergangsregierung kann Reformen nicht umsetzen, die verängstigten Bürger zahlen keine Steuern mehr, die Unternehmen kämpfen mit der Rezession. Ob sich das nach den geplanten Neuwahlen ändern wird, ist völlig offen - die Partner wappnen sich für Athens Austritt aus dem Euroraum.
Donnerstag, 24. Mai 2012