Flugverkehr:Bei der Lufthansa streikt erneut das Bodenpersonal

Flugverkehr: Weitgehender Stillstand herrscht auch am Frankfurter Flughafen bei der Lufthansa.

Weitgehender Stillstand herrscht auch am Frankfurter Flughafen bei der Lufthansa.

(Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP)

Für Dienstag hat Verdi Tausende Beschäftigte des Konzerns zu einem 27-stündigen Ausstand ausgerufen. Die Drehkreuze München und Frankfurt sind schwer betroffen. In Berlin, Hamburg und Düsseldorf fallen sogar alle Flüge der Airline aus.

Bei der Lufthansa läuft der zweite Warnstreik des Bodenpersonals. Das Unternehmen rechnet mit Hunderten Flugausfällen und mehr als 100 000 betroffenen Passagieren. Nachdem bereits am Montagabend Lufthansa-Beschäftigte der Technik, der Logistik, der Fracht und der IT in den Warnstreik gegangen sind, sind am frühen Dienstagmorgen nun auch die passagiernahen Bereiche wie der Check-In gefolgt; am Mittwoch um 7.10 Uhr soll der Streik laut Verdi enden.

Betroffen sind neben den beiden mit Abstand wichtigsten Lufthansa-Standorten Frankfurt und München auch die Flughäfen Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart. Nur zehn bis 20 Prozent alle Flüge sollen stattfinden können. Der Flughafen München spricht von erheblichen Einschränkungen.

In Berlin, Hamburg und Düsseldorf fallen nach Angaben der Betreiber sogar alle Lufthansa-Flüge aus, in Köln/Bonn nahezu alle. Betroffen sind auch nicht bestreikte Flughäfen: So sind in Hannover und Bremen alle Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt und München gestrichen. Bei der ersten Warnstreikwelle vor knapp zwei Wochen fielen rund 900 Flüge aus, mehr als 100 000 Passagiere mussten umplanen.

Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, man habe bereits am Montag Flüge gestrichen - weil Techniker gestreikt hätten, aber auch aus organisatorischen Gründen, damit die Maschinen nach Streikende am Mittwochmorgen am richtigen Ort stünden und der Betrieb schnell wieder hochgefahren werden könne. Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky sagte, aus Sicht der Gewerkschaft seien die Flugausfälle am Montag nicht notwendig; beim ersten Warnstreik am 7. Februar sei der Flugbetrieb am Vorabend störungsfrei möglich gewesen.

Mit dem neuerlichen Warnstreik will Verdi in der Tarifrunde für die Lufthansa-Beschäftigten am Boden den Druck erhöhen. Die Dienstleistungsgewerkschaft spricht von etwa 25 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Konzern von etwa 20 000. Die Verhandlungen sollen an diesem Mittwoch fortgesetzt werden. In München sind zudem erstmals die rund 170 Beschäftigten der "Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München GmbH" (EFM) zum Warnstreik aufgerufen. Bei dieser gemeinsamen Tochter des Flughafens und der Lufthansa will Verdi einen ersten Tarifvertrag durchsetzen.

Umbuchungsschalter sind nicht besetzt

Da auch die Umbuchungsschalter wegen des Warnstreiks nicht besetzt sind, rät die Lufthansa Passagieren von annullierten Flügen, nicht zum Flughafen zu kommen. Umbuchungen seien über die Lufthansa-App oder Servicecenter möglich. Vom Warnstreik nicht betroffen sind die anderen Airlines der Gruppe: Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings, Swiss und der Regionalflieger Lufthansa Cityline. Sie können weitestgehend regulär fliegen, wie die Lufthansa mitteilte.

Nahezu ohne Auswirkungen ist am Montag der Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Discover verlaufen: Sie musste in Frankfurt nur einen einzigen Mallorca-Flug streichen.

Zur SZ-Startseite
Flugzeug der Lufthansa

SZ PlusLuftverkehr
:Die Lufthansa steuert auf weitere massive Streiks zu

Den Anfang machen an diesem Mittwoch die Bodenmitarbeiter, doch auch andere Sparten bereiten sich auf größere Tarifkonflikte vor. Passagiere müssen in nächster Zeit mit weiteren Flugausfällen rechnen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: