:„Da kann man schon vorsichtig von einem Durchbruch sprechen“
Die Gen-Schere Crispr galt als Revolution in der Medizin. Doch an menschlichen Embryonen scheiterte sie bislang. Mehrere Studien zeigen nun, wie weit diese Methode tatsächlich gekommen ist.
Leichtathletik-WM
:Mann oder Frau? Warum ein Gentest im Sport für Streit sorgt
Athletinnen dürfen bei der Leichtathletik-WM in Tokio nur starten, wenn sie nachweisen können, dass sie eine „biologische“ Frau sind. Lässt sich diese Frage überhaupt beantworten?
Genetik
:Auf der Suche nach dem Da-Vinci-Code
Forscher versuchen seit 30 Jahren, Leonardo da Vincis DNA zu entziffern. Jetzt konnten sie sechs Personen finden, die Gene von ihm teilen. Doch wofür ist das gut?
Gentherapie
:„Eine gute Nachricht für alle Patienten mit genetischen Erkrankungen“
Erstmals haben Ärzte ein Baby mithilfe einer personalisierten Gentherapie von einem seltenen Gendefekt geheilt. Forschende sprechen von einer „herkulischen Leistung“, die Hoffnung mache.
MeinungMedizinethik
:Gentests von Neugeborenen brauchen klare Grenzen
Forscher untersuchen derzeit, wie man Kinder frühzeitig auf verschiedenste Erbkrankheiten untersuchen kann. Diese Entwicklung macht große Hoffnung. Doch sie birgt fundamentale Risiken.
Sportliche Leistung
:"Es gibt Leute, die müssen eine Hantel nur anschauen, und schon wachsen ihnen Muskeln"
Welchen Einfluss haben Gene auf die sportliche Leistungsfähigkeit? Zwei Experten erklären, warum hartes Training nicht reicht - und warum sich Hobbysportler nicht zu viele Gedanken um die richtigen Erbanlagen machen sollten.
Menschheitsgeschichte
:Warum Europäer anfällig für manche Krankheiten sind
Multiple Sklerose, Angststörungen oder Alzheimer: Zuwanderer brachten vor Tausenden Jahren Gene nach Europa, die das Risiko für bestimmte Leiden erhöhen. Wie sich in der Evolution Erbanlagen durchgesetzt haben, die heute krank machen.
Medizinische Forschung
:Das macht 2024 Hoffnung für die Gesundheit
Neue Mittel gegen Alzheimer, bessere Impfungen für Kleinkinder, eine Entscheidung über Ecstasy als Medikament: acht Entwicklungen, die im neuen Jahr zuversichtlich stimmen.
Parasiten
:Wie ein Wurm Gottesanbeterinnen zu Zombies macht
Der Rosshaarwurm übernimmt die Kontrolle über seinen Wirt und treibt diesen am Ende in den Tod. Nicht gemein genug? Nun stellen Forscher fest: Der Parasit nutzt dafür einen üblen Trick.
Klonen
:Einer der geistigen Väter des Klon-Schafs Dolly ist tot
Der Embryologe Ian Wilmut hat die Arbeitsgruppe geleitet, die mit dem Schaf Dolly erstmals den Klon eines Säugetiers erschaffen hat. Er erntete dafür viel Kritik, aber auch Bewunderung. Jetzt ist er im Alter von 79 Jahren gestorben.
Psychologie
:Wie Musik und Depression zusammenhängen
Musikalische Menschen haben laut einer Studie ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken. Woran das liegt und warum trotzdem niemand mit dem Musizieren aufhören sollte.
Evolution
:Nicht mehr Wolf und noch nicht Hund
Biologen haben das Erbgut der australischen Dingos entschlüsselt - mit überraschenden Erkenntnissen.
Genforschung
:Zwillinge unterscheiden sich stärker als gedacht
Eineiige Zwillinge hätten identisches Erbgut, heißt es oft. Doch neue Forschung zeigt, wie unterschiedlich es sich schon früh entwickelt.
Menschheitsgeschichte
:Die Spur der Ahnen
Mit der Kon-Tiki-Expedition hatte Thor Heyerdahl 1947 bewiesen, dass sich Polynesien von Amerika aus erreichen ließ. Gen-Analysen bestätigen nun, dass es im Südpazifik tatsächlich amerikanische Siedler gab.
Paläogenetik
:Warum Wollnashörner ausstarben
Unsere Vorfahren haben die Wollnashörner wohl nicht ausgerottet, wie neue Gen-Analysen zeigen. Das Ende der Art hatte einen anderen Grund.
Wissenschaft
:Wenn sich die Genforschung der Logik von Excel unterwirft
Tausende Fachartikel enthielten Fehler - weil Microsoft Excel Gennamen automatisch als Datumsangaben formatiert. Jetzt werden 27 menschliche Gene umbenannt. Ein Kniefall vor der Software?
Genetik
:Anti-Crispr könnte Probleme mit Genschere lösen
Viren sabotieren Crispr-Cas mithilfe von Eiweißen, um sich zu schützen. Forscher wollen die Stoffe für optimierte Therapien nutzen.
Gentechnik
:Schöpfer der Crispr-Babys zu drei Jahren Haft verurteilt
Vor einem Jahr verkündete der chinesischer Forscher He Jiankui, genetisch manipulierte Kinder geschaffen zu haben. Nun schickt ihn ein Gericht dafür ins Gefängnis.
Soziales Verhalten
:Nett geboren
Wie entwickelt sich das soziale Verhalten eines Menschen? Wird es von seinen Erfahrungen, seiner Erziehung, seinem Umfeld geprägt - oder von seinen Genen?
Wissenschaftspolitik
:Wie China mit Forschung seine Macht ausbaut
Was die Zahl der Publikationen angeht, liegt China an der Weltspitze der Wissenschaft. Dahinter steht meist eine politische Agenda.
Genforschung
:Der Selbstheilungs-Lurch
Axolotl können nicht nur ihre Beine nachwachsen lassen, sondern auch Herz und Rückenmark. Genetiker sind der sagenhaften Regenerationsfähigkeit auf der Spur.
Gentechnik
:China bestätigt Geburt der ersten Crispr-Babys
Ein weiteres gentechnisch verändertes Kind ist unterwegs, geht aus einem Untersuchungsbericht der chinesischen Regierung hervor. Dem Forscher He droht nun der Prozess.
Anthropologie
:Das Erbe des Neandertalers
Der moderne Mensch trägt bis zu drei Prozent Neandertaler-DNA in sich. Bei einigen beeinflussen diese Gene noch immer die Kopfform.
Gentechnik
:Atemberaubend, wie schnell sich Humangenetik zum Konsumprodukt entwickelt
Die Welt ist schockiert über Genmanipulationen in China. Wenn schon ein windiger Forscher wie He einen solchen wissenschaftlichen Gewaltakt hinbekommt, wer soll dann andere bremsen?
Gentechnik
:Ein Mann spielt Gott
Was lange befürchtet wurde, ist jetzt wohl in China passiert: Der Forscher He Jiankui erklärt in Hongkong, wie er Babys genetisch verändert hat. Was bleibt, ist das Entsetzen und die Frage, ob er überhaupt weiß, was er tut.
Gentechnik
:Das Spiel mit der menschlichen Evolution braucht endlich Regeln
Die Gen-Schere Crispr macht es möglich, die DNA eines Embryos zu verändern. Höchste Zeit also, dass die Politik Verantwortung übernimmt.
Genforschung
:Chinesischer Forscher will erste genetisch veränderte Babys erschaffen haben
Die beiden Mädchen sollen bereits auf der Welt und gesund sein. Das Experiment wäre wissenschaftlich und ethisch ein beispielloser Dammbruch.
Genforschung
:Gibt es Gene für Homosexualität?
Die bislang umfassendste Studie zum Thema lässt den Schluss zu: Es ist kompliziert - und das in mehr als einer Hinsicht.
Züchtungen
:Gentech mit Geschmack
Die moderne Tomate ist von heilloser Fadheit, das Aroma wurde ihr in Zeiten industrieller Herstellung ausgetrieben. Molekularbiologisch veränderte Wildpflanzen könnten den Genuss zurückbringen.
Universität München
:Auf der Jagd nach der Weltformel
Der Chemiker Thomas Carell ist dem Ursprung des Lebens auf der Spur. Seine Forschung könnte eines Tages helfen, Krebs zu besiegen. Die LMU baut deshalb ein 40 Millionen Euro teures Laborgebäude.
Genetik
:Fruchtfliegen: Unterschätzte Haustiere
Weil sich Fruchtfliegen bei Wärme rasend schnell vermehren können, nerven sie viele. Genau das aber wissen Genforscher an ihnen zu schätzen.
Weizen
:Die Entschlüsselung des Monstergenoms
Das Erbgut des Weizens hat fünf Mal so viele Gene wie das des Menschen und galt lange als nicht entzifferbar. Der wissenschaftliche Erfolg könnte helfen, das Getreide auf den Klimawandel vorzubereiten.
Medizinethik
:"Keine Versäumnisse": Uni-Kommission entlastet Kinderarzt Klein
Der Mediziner hatte versucht, eine seltene Kinderkrankheit mit einer Gentherapie zu heilen. Doch die 2004 beantragte Studie schlug auf tragische Weise fehl.
Genetikerin Emmanuelle Charpentier im Interview
:"Crispr gehört nun der Welt"
Die französische Genetikerin Emmanuelle Charpentier ist Mitentwicklerin der Genschere, mit der sich präzise einzelne Gene eines Lebewesens verändern lassen. Ein Gespräch über die Herausforderungen, die sich durch die neue Technik ergeben.
Genforschung
:Tiefschlaf
Ein einziges Gen verhindert offenbar, dass Menschen in der Nacht ständig aufwachen und sich am nächsten Morgen wie gerädert fühlen. Erstaunlicherweise sorgt es auch bei Mäusen und Fruchtfliegen für ruhigen Schlaf.
Gentechnik
:Embryonen sollen der Forschung dienen
Experimente an menschlichen Embryonen sollten zügig erlaubt werden, fordern Wissenschaftler. Sie hoffen auf medizinische Durchbrüche - doch die Kritik ist riesig.
Seltene Krankheiten
:Diagnose: unbekannt
Erst in der Notaufnahme erfährt der Vater, dass sich sein Sohn in Lebensgefahr befindet. Doch keiner der Ärzte kann ihm sagen, woran das Kind leidet. So ergeht es vielen Menschen mit seltenen Krankheiten.
Fehlerhafte Publikationen
:Wenn Excel Gene verschluckt
In Publikationen von Genforschern finden sich massenhaft Fehler - weil das Tabellenprogramm die Namen von Genen eigenmächtig in Datumsangaben ändert.
Ihr Forum
:Ist Genmanipulation an Embryos ethisch vertretbar?
Großbritannien erlaubt als erstes Land Genmanipulation an gesunden menschlichen Embryos. Bei dem Experiment namens "Crispr/Cas9" geht es um Grundlagenforschung. Die Forscher wollen Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Unfruchtbarkeit behandeln lässt.
Genforschung
:Vorteil des Seitensprungs
Ob Männer treu sind oder öfter mal fremdgehen, hängt von ihren Genen ab - zumindest bei Präriewühlmäusen. Sowohl Treue als auch Untreue scheinen Vorteile zu haben, sonst wäre eine der beiden Verhaltensweisen im Lauf der Evolution aussortiert worden.
Zellbiologie
:Doping in der Petrischale
Ein Skandal um das Blutserum von ungeborenen Kälbern könnte zahlreiche Forschungsarbeiten wertlos machen. Händler sollen mit Wachstumshormonen getrickst haben.
Xenotransplantationen
:Spenderorgane vom Schwein
Werden Nutztiere endlich zu Organspendern? Eine neue Technik könnte das größte Hindernis beseitigen: gefährliche Viren in der DNA.
Erbgutforschung
:Die Hunger-Gene von Leningrad
872 Tage lang hungerten die Eingekesselten. Dennoch überlebten Hunderttausende die Belagerung Leningrads. Warum sie? Forscher haben Antworten in ihren Genen gefunden.
Genetik
:Traumatische Erlebnisse prägen das Erbgut
Depression und Trauma werden häufig an die nächsten Generationen weitergegeben, auch wenn sie zunächst nicht genetisch sind. Über soziale Prägung also? Forscher haben nun herausgefunden, dass Erlebnisse auch die Gene verändern können.
Genetik
:Harte Kindheit, schwaches Erbgut
Der Schutz schrumpft: Die sozialen Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen, wirken sich auf die Struktur der Chromosomen aus.
SZ MagazinSchmerzlosigkeit
:Oh weh
Meggie Zahneis aus dem US-Bundesstaat Ohio hat eine seltene Genmutation: Sie kann keine Schmerzen empfinden. Obwohl ihr Alltag dadurch lebensgefährlich ist, hat die 17-Jährige schon Erstaunliches erreicht.
Archäologie
:Parallelwelt in der Steinzeit
Als die ersten Bauern in Mitteleuropa auftauchten, verschwanden die Jäger und Sammler dort nicht gleich. Vielmehr lebten Gruppen mit unterschiedlicher Lebensweise noch mindestens 2000 Jahre neben- und sogar miteinander. Das zeigen DNA-Analysen.
Genforschung
:Ursache für fehlendes Schmerzempfinden gefunden
Was sich mancher schmerzgeplagte Patient ersehnt, ist für die Betroffenen ein Fluch: Sie empfinden bei Verletzungen keine Schmerzen. In einigen dieser Fälle haben Forscher nun eine Mutation als Ursache ermittelt.
Hyperaktivität
:Schwerhörig und rastlos
Kinder und Jugendliche mit Hör- und Gleichgewichtsstörungen leiden häufig auch an Problemen wie Hyperaktivität. Eine Studie an Mäusen deutet nun darauf hin, dass beides mit einer Fehlbildung im Innenohr zusammenhängen könnnte.
Genetik psychischer Erkrankungen
:Dunkle Verwandte
Was haben Depression und Schizophrenie gemeinsam? Wenig, wenn man die Symptome betrachtet, aber viel wenn man den Blick auf genetische Ursachen richtet. Über die Verwandtschaft psychischer Leiden.