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Genetik:Harte Kindheit, schwaches Erbgut

Der Schutz schrumpft: Die sozialen Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen, wirken sich auf die Struktur der Chromosomen aus.

Chronischer Stress hinterlässt Spuren, auch im Erbgut. Das klingt plausibel, doch wie genau sich zum Beispiel eine schlechte soziale Stellung und der damit verbundene Stress im Genom auswirken, ist nicht leicht nachzuweisen.

In einer kleinen Studie haben sich nun Hinweise darauf gezeigt, dass sich die sozialen Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen, auf die Struktur der Chromosomen auswirken (PNAS, online).

Chromosomen enthalten an ihren Enden eine Art Schutzkappe. Diese sogenannten Telomere schrumpfen mit fortschreitendem Alter. Außerdem deuten auffällig kurze Telomere darauf hin, dass der betreffende Mensch anhaltend starken Belastungen ausgesetzt ist, zum Beispiel einem schwierigen Lebensumfeld.

Die Forscher um Colter Mitchell von der University of Michigan untersuchten die Telomere von 40 afroamerikanischen, neunjährigen Jungen aus amerikanischen Großstädten. Dabei waren im Durchschnitt die Telomere jener Jungen auffallend kurz, die in schlechteren sozio-ökonomischen Verhältnissen lebten. Die Forscher haben bereits begonnen, diesen Zusammenhang im Rahmen einer größeren Studie zu überprüfen.