Åsne Seierstad
Interview
Neues Ferienlager auf Utøya

"Es ist jetzt in Ordnung"

Die norwegische Journalistin Åsne Seierstad hat ein Buch über die Anschläge in Norwegen geschrieben. Im Interview erklärt sie, warum sie es für richtig hält, dass die Jugend der Arbeiterpartei an den Unglücksort zurückkehrt.

Von Silke Bigalke, Oslo

Mahnmal bei Utøya

Streit um die symbolische Wunde

In Norwegen soll ein spektakuläres Denkmal an die Opfer des Massenmörders Breivik erinnern. Doch die Angehörigen fühlen sich übergangen - und auch Geologen sind skeptisch.

Von Silke Bigalke

Denkmal Breivik Utoya Jonas Dahlberg 9 Bilder
Mahnmal bei Utøya

Denkmal für den Schmerz

Es waren die schlimmsten Anschläge in der Geschichte Norwegens: Im Juli 2011 tötete Anders Behring Breivik 77 Menschen auf der Insel Utøya und im Regierungsviertel von Oslo. Nun soll den Opfern eine eindrucksvolle Gedenkstätte an die Opfer erinnern.

Amoklauf Winnenden
Forschungsprojekt zu Gewalttaten

"Schulmassaker ähneln Terroranschlägen"

Wie werden aus jungen Menschen Massenmörder? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin nach. Im Gespräch erklärt Entwicklungspsychologe Vincenz Leuschner, warum Schulmassaker keine Amokläufe sind.

Von Johanna Bruckner

Urteil im Prozess gegen Breivik erwartet
Norwegen nach dem Breivik-Urteil

Zeit für eine schmerzhafte Diskussion

Die norwegische Gerichtsbarkeit hat ihre Schuldigkeit getan. Sie hat beim Prozess gegen Anders Behring Breivik vorbildliche Arbeit geleistet. Doch für die norwegische Gesellschaft darf das Urteil kein Schlusspunkt unter das schlimmste Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sein. Sie muss sich nun bitteren Wahrheiten und drängenden Fragen stellen.

Ein Kommentar von Gunnar Herrmann, Oslo

Anders Behring Breivik
Urteilsbegründung im Fall Breivik

Ein Terrorist mit extremistischem Weltbild

Seine Taten sind monströs, seine Ideologie scheint einem kranken Kopf entsprungen. Doch Anders Behring Breivik, der im vergangenen Juli 77 Menschen ermordet hat, ist nicht psychisch krank. Zu diesem Urteil kommt die Vorsitzende Richterin in Oslo - und distanziert sich klar vom ersten rechtspsychiatrischen Gutachten.

Von Johanna Bruckner und Gunnar Herrmann, Oslo

Policemen stand outside a courthouse in Oslo
21 Jahre Haft für norwegischen Massenmörder

Osloer Gericht schickt Breivik ins Gefängnis

Es ist das Urteil, das die Überlebenden und Angehörigen der Opfer gefordert hatten: Das Osloer Gericht hat den Attentäter Anders Behring Breivik zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Mit dem Richterspruch ist auch der Streit der Gutachter über den Geisteszustand des Angeklagten entschieden.

Psychologe über Breivik-Prozess

"Ein gescheiter Angeklagter kann den Gutachter an der Nase herumführen"

Ist Anders Behring Breivik ein geistig gesunder Mann mit einer menschenverachtenden Ideologie? Oder doch psychisch krank? Professor Harald Merckelbach ist darauf spezialisiert, vor Gericht Simulanten von Kranken zu unterscheiden. Ein Gespräch über die Anfälligkeit von Gutachten.

Interview: Johanna Bruckner

Hochsicherheitsgefängnis Ila 2 Norwegen - Prozess gegen Breivik
Unterbringung von Schuldunfähigen

Breiviks größte Furcht

Gruppentherapie und Stecker zusammenschrauben: Auf schuldunfähige Täter, die im Maßregelvollzug untergebracht werden, wartet ein strukturierter Alltag, erklärt der Münchner Psychologe Norbert Nedopil. Sollte der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik im morgigen Urteilsspruch für geisteskrank erklärt werden, kommt auch er in eine psychiatrische Klinik. Für ihn selbst wäre das "schlimmer als der Tod".

Von Vanessa Steinmetz

FILE PHOTO:  One Year Since The Norway Massacre Vigil Held After Twin Attacks By Lone Extremist
Jens Stoltenberg ein Jahr nach den Breivik-Morden

"Die Demokratie ist überlegen"

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg will sein Versprechen nach den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011 eingelöst haben: Mehr Offenheit und Demokratie. Der Sozialdemokrat erklärt, warum er gegen Verbote ist - und was er bei einem privaten Besuch auf Utøya empfand.

Von Gunnar Herrmann, Stockholm

Jahrestag der Anschläge von Norwegen

"Heute wollen wir uns daran erinnern, dass Liebe ewig währt"

Getroffen, aber nicht gebrochen: Norwegen gedenkt am ersten Jahrestag der Anschläge von Oslo und Utøya der 77 Toten. In der Hauptstadt spricht Ministerpräsident Jens Stoltenberg über das Leid der Angehörigen und appelliert an die Lebensfreude seiner Landsleute. Die Überlebenden kehren an den Ort des Schreckens zurück.

Manifest von Breivik im Theater

Bühne frei für den Massenmörder

Fragwürdiger Sieg für die "Freiheit der Kunst": Der dänische Dramaturg Christian Lollike bringt das Manifest von Anders Behring Breivik als Monolog auf die Bühne. Es soll angeblich hell werden in den Köpfen des Publikums, doch in Wahrheit will hier einer die Sensationslust befriedigen.

Von Thomas Steinfeld

Norwegian mass killer Anders Behring Breivik is seen with handcuffs on his belt in a courtroom in Oslo
Prozess gegen Norwegen-Attentäter Breivik

Mein Freund, der Massenmörder

Sie gingen mit ihm zur Schule, waren Arbeitskollegen oder WG-Mitbewohner: In Oslo haben frühere Freunde des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik ausgesagt. Sie erinnern sich einen Kumpel, der "offen, ehrlich, gesellig" war - aber immer mehr zum Einzelgänger und Wunderling wurde.

Von Gunnar Herrmann, Oslo

Prozesse gegen Breivik in Norwegen
Anschläge auf Utøya

Tag des Terrors

Sie wollten nur ihre Freizeit auf Utøya genießen, als Breivik plötzlich um sich schoss. Die Überlebenden des Massakers sollen im Prozess gegen den Massenmörder nun selbst zu Wort kommen - unter anderem darüber, wie lang es dauerte, bis Hilfe kam. Eine Chronologie des Tages, der Norwegen veränderte.

Survivors of  terror attacks in Norway testify in Breivik trial
Prozess gegen Anders Behring Breivik

Überlebende von Utøya treffen auf ihren Peiniger

Anderthalb Stunden mordete Anders Behring Breivik auf der Ferieninsel Utøya. Anderthalb Stunden, die die Überlebenden des Massakers wohl nie vergessen werden. Einige nehmen dennoch die schmerzhafte Konfrontation mit dem Trauma vom 22. Juli 2011 auf sich - und sitzen ihrem Peiniger Anders Behring Breivik im Zeugenstand gegenüber.

Zwischenfall beim Breivik-Prozess

Mann steckt sich vor Osloer Gerichtsgebäude in Brand

Verzweiflungstat vor dem "Tinghus": Am Nachmittag hat sich in Oslo ein Mann selbst angezündet - vor dem Gericht, in dem derzeit der Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik stattfindet.

Breivik pocht auf geistige Gesundheit
Breivik-Prozess in Oslo

Gutachter im Dilemma

Die Rechtspsychiater im Osloer Gerichtssaal stehen vor einem schier unlösbaren Problem. Erklären sie Anders Behring Breivik für unzurechnungsfähig, setzen sie sich Kritik aus. Tun sie es nicht, tun sie ihm einen Gefallen.

Woman takes a picture of a memorial for the victims of the July 22, 2011 attacks near the cathedral in Oslo on the fourth day of the terrorism and murder trial against Norwegian mass killer Breivik in Oslo
Prozess gegen Anders Breivik

"Wir sollen offen und tolerant sein - aber es gibt auch sehr viel Hass"

Dem Gerichtsverfahren gegen den Attentäter Anders Behring Breivik kann man sich in Norwegen kaum entziehen. Die Gesellschaft solle mit mehr Demokratie und Freiheit auf die Verbrechen reagieren, fordern Presse und Politik. Aber das ist leicht gesagt. Acht Norweger schildern ihre Sichtweise auf das Verfahren.

Protokolle: Lena Jakat, Fabian Uebbing, Felicitas Kock

Prozess gegen Attentäter Breivik in Oslo

Blumen gegen die bestialischen Taten

"Wir müssen das auf würdige Weise machen": Auch der sechste Prozesstag gegen Anders Behring Breivik offenbart neue Grausamkeiten der Attentate von Oslo und Utøya. Während im Gerichtssaal der Angeklagte seine Taten verherrlicht und seine Opfer verhöhnt, erwächst draußen vor dem "Tinghus" abermals ein Rosenmeer.

Von Johanna Bruckner

Anders Breivik
Prozess in Oslo

Wie Anders Breivik sich selbst schützt

Selbst die grausamsten Details schilderte Norwegens Attentäter Anders Behring Breivik bislang ohne erkennbare Emotion. Das Gericht widmet Tag fünf des Prozesses der Gefühlsverfassung des Angeklagten - der deutlich macht, dass er nicht die Absicht hat, seinen emotionalen "Schutzschild" abzulegen.

Von Lena Jakat und Hans Holzhaider

Die Medien in Norwegen berichten umfangreich über den Prozess gegen Anders Behring Breivik, die Titelseiten an Zeitungsständen in Oslo sind voll von dem Thema.
Norwegens Medien und Breivik

Faktencheck für den Mörder

Anders Behring Breivik hat bereits in seinem "Manifest" deutlich gemacht, dass er auf maximale Propaganda aus ist. Doch Norwegens Medien wollen ihm während des Prozesses in Oslo keine Bühne bieten. Was soll also aus dem Gerichtssaal nach draußen dringen und was besser nicht? Nach anfänglicher Unsicherheit lässt sich ein Sinneswandel beobachten.

Von Gunnar Herrmann, Oslo

Journalists work at the pressroom as defendant Norwegian mass killer Breivik is seen on a video screen before the court is in session in Oslo
Prozess gegen Attentäter Breivik in Oslo

"Machen Sie mich nicht lächerlich"

Genervt und beleidigt reagiert der Angeklagte auf unbequeme Nachfragen: An Tag drei des Verfahrens in Oslo soll sich Anders Behring Breivik zu seiner rechtsextremen Radikalisierung erklären. Immer besser gelingt es der Staatsanwaltschaft, den Attentäter zu entlarven - als Einzeltäter, der sich ein menschenverachtendes Weltbild zusammengesponnen hat.

A survivor of the Utoeya island massacre of 2011 sports a sticker during a break outside the courtroom where Breivik stands trial in Oslo
Psychotherapeut zum Breivik-Prozess

"Ein Schritt, das Trauma zu verarbeiten"

Etliche Überlebende und Hinterbliebene der Anschläge von Norwegen verfolgen das Verfahren gegen Anders Behring Breivik im Osloer Gerichtssaal. Wie wirkt der Prozess auf sie? Ein Gespräch mit dem Traumatherapeuten Christian Lüdke über wiederkehrende Bilder, Schuldgefühle und Aufarbeitung.

Interview: Lena Jakat

Attentäter Breivik sagt in Oslo aus

Agenda eines Terroristen

73 Minuten redet der Angeklagte, gibt quälend lang Einblick in sein menschenverachtendes Weltbild: An seinem ersten Tag im Zeugenstand versucht Anders Behring Breivik, seine Motive für die Morde an 77 Menschen zu erläutern. Er habe Norwegen mit seinen Taten spalten wollen, sagt er. Und nennt al-Qaida als Vorbild für seinen Terror.

Von Gunnar Herrmann, Oslo

Prozess gegen norwegischen Attentäter

Breivik holte sich Anregungen bei al-Qaida

Er brüstet sich, "den raffiniertesten und spektakulärsten politischen Angriff in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg" begangen zu haben: Zu Beginn des zweiten Prozesstages in Oslo musste ein Laienrichter ausgetauscht werden, zur Stunde sagt nun Anders Behring Breivik aus. Trotz Ermahnung der Richterin verhöhnt der Angeklagte seine Opfer - und äußert sich bewundernd über das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida.