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SZ-Autoren empfehlen:Münchens beste Eisdielen

Kürbiskernöl, Weißwurst, New York Cheese Cake: Münchens Eisdielen setzen auf außergewöhnliche Sorten. Doch wo schmeckt es am besten? Elf subjektive Tipps aus der SZ-Redaktion.

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Quelle: Catherina Hess

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La Dolce Vita

Italienischer kann eine Eisdiele gar nicht sein. Francesco Questante und Rosario Bertini haben sie in der Lindwurmstraße 145 aufgemacht, nicht weit vom Kreisverwaltungsreferat entfernt. La Dolce Vita, das süße Leben, heißt sie programmatisch.

Und nicht nur sonntags, wenn in St. Andreas um die Ecke in der Zenettistraße der italienischsprachige Gottesdienst stattfindet, schaut die italienische Gemeinde Münchens hier gerne vorbei. Questante und Bertini, zwei junge Sizilianer, haben aus der alten Eisdiele eine schöne italienische Bar gemacht, die nicht nur täglich frisch gemachtes Eis anbietet, sondern - Bertini ist gelernter Konditor - auch eine ganze Reihe süßer Stückchen. Pasticcini, wie die auf Italienisch heißen.

Mit dem beginnenden Frühling aber sind natürlich die verschiedenen Eissorten der Renner. "Die machen wir alle nur mit natürlichen Zutaten, ohne Zusatzstoffe, kein Milchpulver, keine Extrakte und Geschmacksverstärker", sagt Questante, "teilweise kommen die Zutaten direkt von unseren Verwandten aus Sizilien, und das schmeckt man!"

La Dolce Vita, Lindwurmstraße 145, bei Facebook

Franz Kotteder

Der verrückte Eismacher Matthias Münz

Quelle: dpa

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Der verrückte Eismacher

Hier ist der Name Programm. Der Eismacher, der eigentlich Matthias Münz heißt, trägt Zylinder und bunte Sakkos und kreiert täglich ausgefallene Eissorten. Neben den herkömmlichen Klassikern gibt es in der Amalienstraße 77 und in der Fraunhoferstraße 42 Eis mit Erdbeer-Basilikum-, Panna-Cotta- oder Sachertorte-Geschmack, aber auch Aperol Spritz und Augustiner Edelstoff.

Wirklich verrückt wird es dann mit Gorgonzola-, Weißwurst- oder Pommes-Eis. Für die weniger Experimentierfreudigen gibt's das Probierlöffelchen einer Sorte der Wahl. Manch einer ist überrascht, welche kreative Kombination funktioniert und auch noch richtig lecker schmeckt. Eis essen wie bei "Alice im Wunderland" - das kleine Abenteuer ist allerdings nicht ganz billig.

Der verrückte Eismacher, Amalienstraße 77, Viktualienmarkt (Hinter Fisch Witte) und Fraunhofer Str. 42, www.dvem.de

Jana Jöbstl

Eisdiele in München, 2020

Quelle: Florian Peljak

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Cremagelato da Giacomo

Die Schlange an diesem späten Winternachmittag ist so lang wie am letzten Schultag vor den Sommerferien. Bis zum Kopierladen zwei Hauseingänge weiter reihen sich geduldige Maskenträger, um beim Eiscafé Cremagelato da Giacomo in der Albert-Roßhaupter-Straße 96 eine Kugel zu erstehen.

Das Café mit Sitzbereich ist derzeit geschlossen, doch an der Theke zur Straße werden nicht nur 30 verschiedene Sorten selbst gemachtes Eis zum Mitnehmen gereicht, sondern auch Fruchtbecher oder Eiskaffee. Die Kugeln kosten 1,40 Euro, sind größer als anderswo und schmecken irre italienisch. Einziges Manko: Die Eisdiele von Giacomo Apadula liegt nicht in Adrianähe oder an einer von Münchens Prachtecken, sondern am hektischen Partnachplatz. Doch das vergisst man, wenn das Erdbeereis die Zunge berührt.

Cremagelato da Giacomo, Albert-Roßhaupter-Straße 96, bei Facebook

Lisa Sonnabend

Eisdiele Venezia in Haidhausen

Quelle: René Hoffmann

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Café Venezia

Was die Eisdielendichte anlangt, ist Haidhausen vorbildlich. Wer mag, schafft es, eine Kugel aufschleckend, leicht von einem Angebot bis zum nächsten. Das Café Venezia am Pariser Platz befindet sich quasi im Epizentrum des Überangebots. Sein Standortvorteil: Auf und rund um den wimmeligen Platz gibt es besonders viel zu sehen. Selbst das Schlange stehen wird da zum kurzweiligen Erlebnis.

Spektakulär Ausgefallenes muss an so einem Ort von einer Eisdiele niemand erwarten. Das Venezia, der Name deutet es schon an, ist ein Klassiker. Nuss, Erdbeer, Heidelbeer - was die handgeschriebenen Schildchen anpreisen, schmeckt für 1,40 Euro die Kugel zuverlässig nach dem Versprochenen. Streusel gibt es für 50 Cent extra, was aber einen Moment dauert, weil die nicht direkt an der Theke bereitstehen. Aber an solch außergewöhnlichen Plätzen wartet man ja gerne ein wenig.

Café Venezia, Pariser Platz 29, bei Facebook

René Hofmann

Punto Gelato

Quelle: Johannes Knuth

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Punto Gelato

"Das erste Eis des Jahres", freut sich ein Junge, der gerade mit seiner Mutter aus dem Laden kommt. Karamell und Früchte hat er sich ausgesucht. "Lecker!" Punto Gelato, die Eisdiele von Florian Brugger an der Schwanthalerstraße 131 ist gerade Anlaufstelle für viele Eltern mit Kind, für die ein Eis eine willkommene Abwechslung vom Lockdown-Alltag ist. "An die 80 Eissorten" stellt Brugger her. "Wir haben aber immer nur zwölf an einem Tag."

Neu sind die Geschmacksrichtungen Kürbiskernöl, Dattel mit Quitte und Bayerisch Creme. Vormittags wird das Eis hergestellt, das nachmittags verkauft wird. Cremig wird es nicht durch irgendein Pulver, sondern allein durch mechanische und körperliche Kraft. "Wir profitieren von einer Kooperation mit Ballabeni", sagt Brugger, "dessen Rezepturen wir verwenden dürfen."

Punto Gelato, Schwanthalerstraße 131, bei Facebook

Catherine Hoffmann

Eisdiele Yole Gelato

Quelle: Julian Hans

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Yole Gelato

Vor fünf Jahren hat das Baureferat den Wedekindplatz in Alt-Schwabing neu gestaltet, mit einem Brunnen in der Mitte, an dem man im Sommer schön im Schatten der Bäume sitzen kann. Aber was kein Bezirksausschuss und kein Baureferat kann, das kann eine Eisdiele: einen Platz zur Piazza machen.

Das Yole Gelato sorgt für eine gute Mischung: Zum Aperol-Spritz-Publikum der umliegenden Bars und den Flaschensammlern auf dem Weg vom Englischen Garten kommen, angelockt vom Eis, die Kinder und Familien. Die Auswahl ist groß, aber als erfahrener Besucher muss man sich eigentlich nur täglich entscheiden, ob heute ein Salzkaramell-Tag ist oder einer für Griechischen Joghurt mit Honig und Walnüssen. Aber meistens ist Griechischer-Joghurt-Tag.

Yole Gelato, Marktstraße 2, Wedekindplatz, bei Facebook

Julian Hans

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Quelle: Catherina Hess

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Bartu

Was macht man, um die eigene Stadt noch besser kennenzulernen? Man begibt sich auf eine kulinarische Tour. Auf so einem Streifzug habe ich die Eismanufaktur Bartu entdeckt. Hier gibt es Eisgenuss mit Bio-Siegel - Qualität und Herkunft der Zutaten wird großgeschrieben. Und das schmeckt man auch. Neben Schokolade und verschiedenen Fruchtsorbets stehen bei Bartu auch außergewöhnlichere Sorten wie Schwarzer Sesam, Caramel au beurre salé oder New York Cheesecake auf der Karte.

Durch die Verwendung von Agavensüße und den Verzicht auf Eier wird das Eis weniger süß und kalorienärmer. Da darf es dann gerne mal eine Kugel mehr sein. Stilecht wird die kalte Leckerei in Töpfen mit Edelstahldeckel gefüllt, so wie es in Italien in den besten Eisdielen üblich ist. Der Geschmack behält seine volle Qualität und entspricht eindeutig der Bezeichnung. Der Preis pro Kugel liegt zwar ein bisschen über dem Durchschnitt, dafür weiß man aber genau, was man bekommt. Und es lohnt sich!

Bartu, Wilhelmstr. 23 und Türkenstr. 53, http://www.bartu-bioeismanufaktur.de/

Jana Jöbstl

Eis münchen Sarcletti

Quelle: Martin Moser

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Sarcletti

Wenn rund um den hektischen Rotkreuzplatz Menschen eine ewig lange Schlange Rückstau auf dem Bürgersteig verursacht, dann hat das Eiscafé Sarcletti auf der Nymphenburger Straße geöffnet. Im Verkaufsraum, der auf eine nicht kitschige Art italienisches Flair verbreitet, erstreckt sich eine riesige Auslage vor dem Kunden - momentan bietet Sarcletti 52 Eissorten an. Die Mitarbeiter sind flink und freundlich, türmen in einem irren Tempo Eiskugeln aufeinander und sind auch bei weniger entscheidungsfreudigen Kunden geduldig.

Denn neben Frucht- und Milcheis-Klassikern gibt es auch besondere Kreationen: Der eisgewordene Kuchen "Torta Limone" kommt gleichermaßen teigig und fruchtig daher, die Textur von "Himbeer-Grieß" ist im besten Sinne interessant und das Tartufo schokoladig und mächtig. Ein Pluspunkt sind die Öffnungszeiten von neun bis 20 Uhr, die den Rotkreuzplatz schon vormittags für eine Eislänge zur Piazza machen.

Sarcletti, Nymphenburger Straße 155, www.sarcletti.de

Anna Weiß

Cafe 'Münchner Freiheit' in Schwabing, 2011

Quelle: Stephan Rumpf

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Café Münchner Freiheit

Vor gut 130 Jahren wurde Schwabing, damals selbst schon Stadt, nach München eingemeindet und erarbeitete sich den Ruf, ein besonders ausgelassener Stadtteil zu sein. Ob jener alte Ruhm einstiger Avantgarde heute verblasst ist, kann hier eiskalt übergangen werden.

Ein Sehnsuchtsort, ganz vorne dran beim Eis, ist Schwabing aber doch: Im Café Münchner Freiheit gibt es derzeit zwar nur "Eis to go", aber wenn das Café wieder öffnen darf, steht einer Orgie mit dem gewaltigen Freundschaftsbecher nichts mehr im Wege. Das Café empfiehlt diesen unterkühlungsgefährdenden Humpen voller Früchte und Eis für "drei bis vier, die sich einig sind" (und miteinander 50 Euro hinblättern). Sollten noch mehr Einige am Tisch versammelt sein, gibt es das Schwabinger Mega-Eis auch als "Mammut-Eisbecher" (70 Euro), mit der sicherlich zutreffenden Empfehlung, dass der dann aber echt für "Viele" ausreichend sein müsste. Bis das wieder geht, helfen viele kleine Trostportionen...

Café Müncher Freiheit, Münchner Freiheit 20, www.muenchner-freiheit.de

Tom Soyer

Eis Gelatobi Thalkirchner Platz, Thalkirchen, Vorfrühling, 23.2.2021, Foto: Tom Soyer

Quelle: Tom Soyer

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Gelatobi

Thalkirchen hat früher ja immer in andere Viertel schielen müssen, zum Venezia am Pariser Platz, zu Sarcletti in Neuhausen oder zum erstaunlich köstlichen Detterbeck-Konditor-Eis in Laim. Doch dann hat Gelatobi erkannt, dass Thalkirchen den Spieß auch umdrehen kann: Ein interessanter Holz-Kubus auf dem Thalkirchner Platz, nah an der U-Bahn, den Isarauen und der Tierparkbrücke, mit einem grundsoliden und immer begeisternden Eis-Programm.

Seit dem Wochenende hat die Eis-Saison die Winter-Phase mit Waffeln und Punsch abgelöst, und weil es auf dem Thalkirchner Platz viele Sitzgelegenheiten und sogar einen Gratis-Büchertausch-Schrank gibt, steht einem angenehmen Aufenthalt nichts entgegen. Dolce Vita im Münchner Süden, als Abrundung eines schönen Isarspaziergangs - das hat was. Verschweigen sollte man allerdings nicht, dass die Schlange vor dem Gelatobi manchmal ganz schön lang ist. Aber dafür wird man irgendwann sehr nett angelächelt vom Personal und kriegt was wirklich Gschmackiges in die Waffel. Und der Platz ist ja groß, um locker anzustehen.

Gelatobi, Schäftlarnstraße 179, bei Facebook

Tom Soyer

Eisdiele Domori

Quelle: oh

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Domori

Bei Domori am Baldeplatz spürt man jede einzelne Zutat auf der Zunge. "Natureis" nennen das die Gelatai hier, es gibt wechselnde Sorten wie "Geeister Kaiserschmarrn", "Rosenblätter-Feige" oder "Joghurt-Gurke-Dill", und die schmecken kein bisschen übertrieben, sondern genau richtig intensiv.

Coronatauglich ist draußen auf Zettelchen an einer Tafel zu lesen, was gerade zu haben ist. Die Spezialität: Eis mit Safran, das kostet dann allerdings ein bisschen mehr als die anderen Geschmacksrichtungen. Auch Veganer werden hier glücklich, dank einer Reihe von milchfreien Sorbets. Daneben gibt es Eiskaffee und Eisschokolade zum Mitnehmen, und man kann selbstgemachte Cantuccini-Kekse kaufen. Die Isar ist zwei Schritte weiter, der perfekte Ort zum Eisessen in der Frühlingssonne eigentlich. Wenn es nicht zu voll ist.

Domori, Kapuzinerstraße 43, www.domori-eis.de/index.php/natureis.html

Elisa Britzelmeier

© SZ.de/kafe
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