München heute:Wer schaut die Fußball-WM? / NS-Spruch unter Denkmalschutz

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Für Protokolle Storytelling Fußball WM Qatar schauen oder nicht schauen

Schauen oder nicht schauen? Das ist die Frage, die sich nicht nur Sportinteressierte hierzulande stellen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Katja Schnitzler

Seien Sie vorsichtig, wenn jemand mehr über Ihre Pläne fürs Wochenende wissen will: Es könnte sich um eine Fangfrage handeln. Antworten Sie entweder extrem ausweichend ("Schlafen. Essen. Schlafen.") oder mit einer Gegenfrage ("Warum, was machst du denn?"). Noch verdächtiger ist, wenn sich Ihr Gegenüber speziell nach dem Sonntagnachmittag erkundigt.

Andere hingegen fallen gleich mit der Tür ins Haus, fordern energisch Antwort oder verzagt eine Orientierungshilfe: "Schaust du noch oder boykottierst du schon?" Die Fußball-WM in Katar bietet nicht die eigentlich dringend nötige Prise Eskapismus in schweren Zeiten. Stattdessen stürzt sie Fans hochklassigen Fußballs ins moralische Dilemma: Können sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, einer WM zumindest aus der Ferne beizuwohnen, die in einem Land stattfindet, das Menschen und Recht nicht zusammenbringt? Das die Ausbeutung armer Arbeiter mit tödlichen Folgen zu oft hinnimmt, Unterdrückung sowieso? In dem Homosexualität offen als "geistiger Schaden" geschmäht wird und für die Liebe unter Frauen oder Männern jahrelange Freiheitsstrafe drohen?

Die höchst umstrittene, da höchst schmiergeldgetriebene WM-Vergabe durch die Fifa (SZ Plus), haben wir da noch gar nicht erwähnt.

Gründe gäbe es also genug für einen Boykott auch 5600 Kilometer weit weg von den brandneuen Wüstenstadien: Stellt Euch vor, es ist WM und keiner schaut hin. Das sollte selbst der Fifa zu denken geben.

Aber: Es wäre doch so schön, dies alles mit einem trotzigem "Ich will aber" zur Seite zu schieben und einfach guten Fußball zu sehen. Und sich nach den Spielen nicht nur über Tore, sondern auch über die kritische Berichterstattung über das Wie und Wo dieser Weltmeisterschaft auszutauschen.

Wie aber halten es Persönlichkeiten in München mit der WM in Katar? Wir haben unter anderem Florian Weber von den "Sportfreunden Stiller" gefragt, ob er trotz des Bandnamens auf die Spiele verzichtet. Oder Christian Lehner, ob dessen Park Café wieder zum Fußball-Treff wird. Liedermacher Konstantin Wecker bleibt sich jedenfalls treu und hat bereits eine klare Meinung (SZ Plus).

Wer sich doch um eine Entscheidung drücken will, kann es ja Katharina Seßler vom Bayerischen Landes-Sportverband gleichtun, die über sich selbst mutmaßt: "Vielleicht bleibe ich beim Zappen auch mal hängen."

DER TAG IN MÜNCHEN

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