Corona-Krise im Freistaat:Welche Corona-Regeln künftig in Bayern gelten

Lesezeit: 11 min

Kino am Sendlinger Tor in München zur Zeit der Corona-Krise, 2020

In Kinos wie das am Sendlinger Tor in München dürfen nun doppelt so viele Menschen wie bisher.

(Foto: Catherina Hess)

Wieder Zuschauer im Stadion, mehr Besucher in Kino und Theater, kein Test fürs Jugendzentrum: Ein Überblick über die gelockerten Corona-Maßnahmen im Freistaat.

Von Max Ferstl und Kassian Stroh

Bayern lockert die Corona-Einschränkungen ein bisschen: Es dürfen wieder bis zu 10 000 Zuschauer ins Stadion. Im Kino oder Theater kann künftig jeder zweite Platz belegt werden und nicht mehr nur jeder vierte. Jugendliche dürfen auch ohne Test und Impfung ins Jugendzentrum - und die vom Verwaltungsgerichtshof bereits gekippte 2-G-Regel im Einzelhandel wird nun ganz gestrichen. Das alles soll von Donnerstag, 27. Januar, an gelten, wie die Staatsregierung beschlossen hat. Die für Hotspots eigentlich vorgesehenen Verschärfungen bleiben außer Kraft. Neu ist zudem, dass man nach einer Covid-19-Erkrankung nur noch 90 Tage lang als genesen gilt und dass mit Johnson & Johnson Geimpfte künftig mindestens eine weitere Spritze brauchen, um als geimpft zu gelten.

Ein Überblick über die aktuellen Corona-Regeln in Bayern:

2 G in vielen Einrichtungen und Betrieben

Die 2-G-Regel gilt aktuell für die Gastronomie (drinnen und draußen), für Hotels, die sogenannten körpernahen Dienstleistungen (zum Beispiel Friseure oder Nagelstudios), die Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen, Musikschulen, die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, Bibliotheken und Archive, Skilifte und Gondeln sowie Parteiveranstaltungen. Das heißt: Hier haben grundsätzlich nur Geimpfte und Genesene Zutritt; einen negativen Corona-Test vorzulegen, reicht nicht.

Bis zum 19. Januar galt das auch für den Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf. Diese Regelung hat aber der Bayerische Verwaltungsgerichtshof außer Kraft gesetzt, die Staatsregierung streicht sie nun ganz.

2 G in der Freizeit - vorwiegend im Freien

Einige Freizeiteinrichtungen, in denen zeitweilig 2 G plus galt, sind inzwischen wieder ohne vorherige Testung zugänglich. So wurde von der Staatsregierung die Testpflicht für Seilbahnbetreiber abgeräumt, in Skiliften und Gondeln gilt 2 G. Kabinengondeln dürfen allerdings nicht voll besetzt werden.

Seit Mitte Dezember dürfen außerdem viele weitere Einrichtungen und Freizeitstätten unter 2-G-Bedingungen besucht werden, der zusätzliche Test entfällt hier also: Sportstätten unter freiem Himmel, soweit man dort selber Sport macht, also nicht als Zuschauer kommt, und Führungen, die draußen stattfinden. Bei Gedenkstätten, Zoos, botanischen Gärten und Freizeitparks gilt ebenfalls 2 G - auch in den dazugehörigen Innenbereichen. Auch für den Besuch von öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel bei öffentlichem Gedenken und kommunalen Events, sowie privaten Veranstaltungen unter freiem Himmel reicht es nun wieder, geimpft oder genesen zu sein.

2 G plus in der Freizeit

In Freizeit- und Kulturbereichen, die vor allem innen stattfinden oder ein größeres Publikum anziehen, bleibt 2 G plus der Standard. In entsprechende Einrichtungen oder zu Veranstaltungen darf also nur, wer geimpft oder genesen ist und zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegt (PCR-Test oder Schnelltest). Konkret betrifft das Sport- und Kulturveranstaltungen (Theater, Konzerte), Museen, Ausstellungen, Schlösser (drinnen), Messen und Tagungen, Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder, Solarien, Saunen und Fitnessstudios sowie Indoorspielplätze, Spielhallen sowie ganz generell private und öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen, nichtprivaten Räumlichkeiten, soweit sie nicht in einem gastronomischen Betrieb stattfinden - das sind also zum Beispiel Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern. Vom Bund-Länder-Beschluss, 2 G plus auch flächendeckend in der Gastronomie einzuführen, weicht Bayern derzeit ab.

Testnachweise müssen beim Zutritt schriftlich vorgelegt werden (ausgedruckt oder auf dem Handy). Ein PCR-Test darf nicht mehr als 48 Stunden zurückliegen, ein Schnelltest nicht mehr als 24 Stunden. Ein Selbsttest reicht nur, wenn er unter Aufsicht vorgenommen wurde, was schriftlich bestätigt wird (maximal 24 Stunden alt).

Geboosterte von Testpflicht bei 2 G plus ausgenommen

Dreimal geimpfte Menschen sind in Bereichen, in denen 2 G plus gilt, weitestgehend von der Testpflicht befreit - und zwar neuerdings schon ab dem Tag der Auffrischungsimpfung. (Zuvor musste die Booster-Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegen.) Die Testpflicht entfällt nun auch für Menschen, die zweimal geimpft sind, danach aber eine Corona-Erkrankung überstanden haben. Nur in besonders sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen müssen auch Geboosterte weiterhin ein negatives Testergebnis vorlegen.

3 G in Bussen und Bahnen sowie am Arbeitsplatz

Öffentliche Verkehrsmittel darf nur noch benutzen, wer gegen Corona geimpft oder davon genesen ist oder einen negativen Test dabeihat (3 G: geimpft, genesen, getestet). Dazugerechnet wird auch der "touristische Bahn- und Reisebusverkehr" - also zum Beispiel Busausflüge.

3 G gilt ebenfalls am Arbeitsplatz, wenn man dort Kontakt zu anderen hat. Diese Arbeitsplatzvorschrift gilt nun auch für Beschäftigte an Schulen und Kitas; auch sie müssen also einen Schnelltest vorlegen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind, ein Selbsttest reicht nicht mehr.

Vom 27. Januar an gilt 3 G auch bei allen Prüfungen, beim Unterricht in der Fahrschule sowie in Meisterkursen.

Wo es keine Zugangsbeschränkungen gibt

Ausgenommen von all diesen G-Regeln bleiben private Räume (also zum Beispiel Wohnungen), der Einzelhandel sowie therapeutische, medizinische oder pflegerische Dienstleistungen - also der Besuch bei der Ärztin oder beim Physiotherapeuten. In diesen Bereichen gibt es auch weiterhin keine Testpflicht. Spezielle Regeln gelten für Kitas und Schulen sowie für Gottesdienste, Demonstrationen und Versammlungen (siehe unten).

Ausnahmen für Kinder und Jugendliche

Die 3-G-Regel in Bus und Bahn gilt nicht für Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Schülerinnen und Schüler (zu Schulzeiten). 2 G gilt nicht für Kinder, die jünger sind als 14 Jahre - bislang galt die Grenze von zwölf Jahren und drei Monaten; in Restaurants und Hotels dürfen zudem alle Schüler zwischen 14 und 17 Jahren, da sie in der Schule regelmäßig getestet werden. Von 2 G plus ausgenommen sind ebenfalls Kinder unter 14 Jahren sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können - das müssen sie durch ein Attest nachweisen und sie müssen einen negativen Antigentest vorlegen. Bei 2 G plus gelten alle Schüler automatisch als getestet.

Für den Bereich der Jugendarbeit, also zum Beispiel den Besuch in einem Jugendzentrum, gilt vom 27. Januar an: Minderjährige Schülerinnen und Schüler, die in der Schule regelmäßig getestet werden, dürfen hinein - auch ohne Impfung oder einen weiteren Test.

Eine Sonderregel gibt es noch für ungeimpfte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren: Sie dürfen, auch wenn 2 G plus gilt, musizieren, Theater spielen oder Sport treiben, also zum Beispiel am Vereinssport in der Halle teilnehmen. Wörtlich heißt es in der Corona-Verordnung: "zur eigenen Ausübung sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Aktivitäten". Das gilt laut Innenministerium auch für den privaten Besuch des Hallenbads. Ins Kino, Stadion, Konzert oder in einen Club dürfen ungeimpfte 14- bis 17-Jährige aber nicht.

Kontaktbeschränkungen

Auch Geimpfte und Genesene sind seit Ende Dezember von Kontaktbeschränkungen betroffen: Bei privaten Feiern und Zusammenkünften außerhalb der Gastronomie sind nur noch maximal zehn Personen erlaubt.

Für ungeimpfte Personen gelten strengere Regeln: Sie sind bei privaten Treffen auf ihren eigenen Hausstand sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Hausstands beschränkt. Paare, ganz gleich ob verheiratet, verpartnert oder nichtehelich, werden dabei immer als ein Haushalt betrachtet, auch wenn sie nicht in einer Wohnung zusammenleben. Seit Ende Dezember werden Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet - zuvor galt dafür eine Altersgrenze von zwölf Jahren und drei Monaten.

Ganz allgemein gilt der Appell, wo immer möglich zu anderen Menschen einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten sowie auf Handhygiene und die gute Belüftung von Innenräumen zu achten.

Veranstaltungen

Zu Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen darf nur noch, wer geimpft oder genesen ist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann (2 G plus), eine Booster-Impfung erhalten hat oder sowohl zweifach geimpft als auch von einer Corona-Infektion genesen ist. Zudem gelten für sie Höchstgrenzen für die Zahl der Zuschauer: Vom 27. Januar an dürfen diese die Hälfte der Plätze einnehmen (bis dahin nur ein Viertel). An Messen dürfen höchstens 12 500 Menschen täglich teilnehmen. Es gilt generell Maskenpflicht. Zu Menschen, mit denen man nicht zusammenlebt, muss man den Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten. Bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern gilt ein Alkoholverbot und es müssen personalisierte Tickets ausgegeben werden.

Seit Anfang Dezember waren bei großen, überregionalen Veranstaltungen keine Zuschauer mehr zugelassen, für die Fußball-Bundesliga bedeutete das sogenannte Geisterspiele. Das aber ändert die Staatsregierung (und weicht damit von einem entsprechenden Bund-Länder-Beschluss ab): Vom 27. Januar an darf wieder ein Viertel der Plätze belegt werden, allerdings sind höchstens 10 000 Zuschauer in einer Halle oder einem Stadion erlaubt. Dasselbe gilt auch für große Kulturveranstaltungen und vergleichbare Events.

Einzelhandel

In Läden (mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf) galt bisher die 2-G-Regel, sie wurde aber vom Verwaltungsgerichtshof außer Kraft gesetzt und zum 27. Januar ganz abgeschafft. Dort gibt es also keine Zugangsbeschränkungen mehr. Allerdings ist die Zahl der Kunden weiter begrenzt - das richtet sich nach der Größe des Ladens.

Schulen, Kitas und Hochschulen

An den Schulen gibt es Präsenzunterricht. Schülerinnen und Schüler müssen im Unterricht am Platz eine Maske tragen, auch im Sportunterricht. Grundschüler können Stoffmasken tragen, an den anderen Schulen müssen es medizinische Masken sein.

An den Schulen wird getestet: Dreimal die Woche gibt es für alle Kinder und Jugendlichen einen Selbsttest unter Aufsicht, sofern sie nicht einen negativen Schnell- oder PCR-Test vorlegen. An den Grund- und Förderschulen gibt es für alle sogenannte Lolli-Tests, also PCR-Pooltests (zweimal die Woche), und dazu montags einen Schnelltest. Pooltests sollen künftig auch an Mittelschulen angeboten werden, insbesondere in der fünften und sechsten Klasse. Vom 10. Januar an müssen sich auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig testen - sie sind nicht mehr von der Testpflicht befreit.

Weiterhin sollen Klassen nicht als ganze in Quarantäne geschickt werden: Nach einem Corona-Fall in einer Klasse werden keine Kontaktpersonen mehr ermittelt, wenn die Regeln zu Hygiene und Lüften eingehalten wurden, wovon etwa das Münchner Gesundheitsreferat für Münchner Schulen grundsätzlich ausgeht. Die anderen Schüler müssen sich danach selbst testen - an weiterführenden Schulen an den folgenden fünf Unterrichtstagen täglich und an Schulen mit PCR-Pooltests zusätzlich am fünften Tag. Alle negativ Getesteten besuchen weiter den Unterricht. Erst wenn sich drei weitere Schüler innerhalb von fünf Tagen angesteckt haben, müssen alle nach Hause in Quarantäne geschickt werden. Wurden Hygieneregeln nicht eingehalten, werden nach einer Infektion in der Klasse die Kontaktpersonen wie bisher ermittelt.

In den Kindertagesstätten, also Krippen, Kindergärten und Horten, gibt es einen eingeschränkten Regelbetrieb: Kinder werden nur in festen Gruppen betreut. Eine Änderung gibt es bei den Vorgaben zu Corona-Tests in diesen Einrichtungen: Bislang mussten die Kitas den Kindern dreimal wöchentlich einen freiwilligen Selbsttest anbieten, seit dem 10. Januar sind Tests auch hier verpflichtend. Zwar gilt weiterhin keine Testpflicht in den Räumen der Kitas, aber eine Nachweispflicht für die Eltern: Sie müssen dreimal in der Woche "glaubhaft versichern", dass sie ihr Kind mit negativem Ergebnis selbst zu Hause getestet haben. Diese Testpflicht trifft alle Kinder ab dem ersten Geburtstag.

Die vom Freistaat per Berechtigungsschein bezahlten Tests müssen grundsätzlich montags, mittwochs und freitags erfolgen. Ist ein Kind an einem dieser Tage nicht anwesend, muss ein Test an dem Tag gemacht werden, an dem es wieder betreut wird. Die Einrichtungen können dabei selbst entscheiden, ob die Eltern als Nachweis die Testkassette mit der negativen Ergebnisanzeige oder aber ein mit dem aktuellen Datum jedes Mal neu unterschriebenes Formular mitbringen müssen. Alternativ zur Testung durch die Eltern können die Kinder auch bei Pooltests getestet werden, sofern die jeweilige Einrichtung dies anbietet.

An den Hochschulen gilt eine 2-G-Regel für Präsenzveranstaltungen. Wird der Mindestabstand nicht eingehalten, muss auch am Platz eine Maske getragen werden.

Regeln für Gastronomie, Hotels und Clubs

Reine Schankwirtschaften, also zum Beispiel kleine Eckkneipen ohne Speisekarte, sind geschlossen. Ansonsten gilt in der Gastronomie die 2-G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht. Wenn man am Tisch sitzt, darf die Maske abgenommen werden. Zudem gibt es eine Corona-Sperrstunde von 22 Uhr bis 5 Uhr früh. Anders als viele andere Bundesländer hat Bayern die auf Bund-Länder-Ebene beschlossene 2-G-plus-Regel für die Gastronomie im Januar nicht umgesetzt.

Clubs und Diskotheken müssen geschlossen bleiben - wie schon die meiste Zeit in der Pandemie. Zusätzlich gilt ein Verbot von Tanzveranstaltungen, die außerhalb von Clubs und Diskotheken stattfinden - außer es handelt sich dabei um Sportausübung.

Auch Jahrmärkte sind untersagt, genauso wie das Feiern auf Plätzen oder in Parks. Bordelle sind geschlossen. An besonders belebten öffentlichen Orten können Kommunen ein Alkoholverbot aussprechen.

In einem Hotel einchecken dürfen nur Geimpfte und Genesene (2 G), Kinder unter 14 Jahren sowie alle Schüler unter 18 Jahren, da sie in der Schule regelmäßig getestet werden.

Die Maskenpflicht

Grundsätzlich muss in vielen Bereichen in Bayern ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Geschäften. Für alle Menschen ab 16 Jahren ist eine FFP2-Maske vorgeschrieben. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 16 Jahren reicht eine medizinische Maske (OP-Maske). Jüngere Kinder müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen - genauso wie Menschen, denen dies aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, was durch ein Attest belegt werden muss.

Pflicht ist die Maske generell in öffentlichen Verkehrsmitteln (dazu zählen auch Taxen) und in Bahnhöfen, sofern diese nicht im Freien sind, sowie in geschlossenen Räumen (mit Ausnahme von Privaträumen). Bei Veranstaltungen muss man ebenfalls eine FFP2-Maske tragen, seit Neuestem auch bei Veranstaltungen im Freien. In der Gastronomie dürfen die Masken am Platz abgenommen werden.

Sonderregeln für Gottesdienste und Versammlungen nach dem Versammlungsrecht

In geschlossenen Räumen gibt es für Gottesdienste und Versammlungen keine Höchstzahl an Besuchern, wenn dort die 3-G-Regel eingehalten wird. Wenn die jeweilige Kirche oder der Versammlungsleiter dies nicht will, gilt weiter die bisherige Besucherbeschränkung, die sich nach dem verfügbaren Platz richtet. Bei Demonstrationen unter freiem Himmel muss der Mindestabstand eingehalten werden. Für die Maskenpflicht gelten die allgemeinen Regeln, das Gesangsverbot in Kirchen ist entfallen.

Kontaktdaten

In Bereichen, in denen aus Sicht der bayerischen Regierung das Risiko für viele Ansteckungen besonders hoch ist, müssen Kontaktdaten erfasst werden, also Name, Anschrift und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse der Besucher und Kunden. Zu diesen Bereichen zählen: alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, körpernahe Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur) und Gemeinschaftsunterkünfte (etwa Schlafsäle in Hütten oder Jugendherbergen).

Wer als geimpft, genesen oder geboostert gilt

Als genesen gilt, wer vor mindestens 28 Tagen und höchstens 90 Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurde (PCR-Test) und das belegen kann. (Die bisherige Höchstdauer von einem halben Jahr wurde Mitte Januar auf 90 Tage verkürzt.)

Als geimpft gilt, bei wem seit der abschließenden Impfung mehr als 14 Tage vergangen sind (nachzuweisen durch ein digitales Impfzertifikat oder den Impfpass aus Papier). Die abschließende Impfung ist in der Regel die Gabe der zweiten Dosis. Diese Grundimmunisierung ist EU-weit künftig nur noch neun Monate lang gültig. Bei einer Impfung mit dem Präparat von Johnson & Johnson reichte bisher eine Spritze, seit Mitte Januar muss aber eine zweite Impfung erfolgen. Bei ehemaligen, genesenen Covid-19-Patienten kann es sein, dass eine einzelne Dosis für die Immunisierung als ausreichend erachtet wird - die detaillierten Vorschriften finden sich auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Institutes.

Wer über die Grundimmunisierung hinaus eine weitere Impfdosis bekommt (Auffrischungsimpfung), gilt als geboostert.

Sonderregeln für Hotspots bis 9. Februar ausgesetzt

Über die landesweit geltenden Bestimmungen hinaus waren in Bayern bisher einige Verschärfungen für Corona-Hotspots vorgesehen. Als solche gelten alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern, bei denen die Sieben-Tage-Inzidenz mehr als 1000 beträgt. Bisher mussten in solchen Hotspots Gastronomie, Hotels sowie Sport- und Kulturstätten schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen wurden verboten. An Hochschulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen wie Musikschulen und in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung gab es dann keine Präsenzveranstaltungen mehr. Um zu verhindern, dass viele Kommunen angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in eine Art Lockdown gehen müssen, hat die Staatsregierung die Hotspot-Regeln mehrmals ausgesetzt, sie gelten also bis zum 9. Februar nicht.

Regeln bei der Einreise nach Bayern

Bei der Einreise gelten in Bayern grundsätzlich keine anderen Regeln als im Rest der Bundesrepublik. Bis Mitte Mai 2021 hatte der Freistaat eine eigene Corona-Eireiseverordnung; seitdem gilt die bundesweite. Allerdings hat Bayern für Einreisen aus sogenannten Virusvariantengebieten wie Großbritannien inzwischen eine verschärfte Testpflicht verhängt.

Virusvariantengebiete: Wer aus einem solchen einreist (beziehungsweise in den zehn Tagen vor der Einreise in einem solchen war), muss grundsätzlich 14 Tage in Quarantäne, auch wenn er geimpft oder genesen ist. Eine Verkürzung (Freitesten) ist nicht möglich. Außerdem muss man bei der Einreise einen negativen Test vorlegen. In Bayern muss das ein PCR-Test sein, ein Schnelltest reicht nicht. Und wer nach der Einreise in Bayern bleibt, muss danach noch zwei weitere PCR-Tests machen: an Tag fünf und an Tag 13. Hier finden Sie die Allgemeinverfügung des Freistaats zu den Tests bei der Einreise.

Hochrisikogebiete: Wer älter als zwölf Jahre und weder geimpft noch genesen ist, muss bei der Einreise einen negativen Test vorlegen und zehn Tage in Quarantäne, die man mit einem zweiten, negativen Test auch nach fünf Tagen schon beenden kann. Kinder unter zwölf müssen fünf Tage in Quarantäne. Die aktuelle Liste aller Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete findet sich auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts.

Alle anderen Länder: Bei der Einreise aus Ländern oder Regionen, die nicht als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete gelten, müssen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, einen negativen Corona-Test vorlegen.

Hier finden Sie den Wortlaut der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV), die noch bis zum 9. Februar 2022 gültig ist.

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