Es ist an der Zeit, ein gutes Wort für die Euphemismen einzulegen: Da die Menschen das Entsetzen leider nicht aus Welt schaffen können, hüllen sie es wenigstens in beschönigende Worte. Die "Döner-Morde", die gerade zum "Unwort des Jahres" gekürt wurden, zeugen demnach zwar von Gedankenlosigkeit, aber nicht von Grillfleischgebilden, denen man ungeniert zu Leibe rücken darf.
Von Hermann Unterstögermehr...
Viele Jahre bezeichnete der Ausdruck "Döner-Morde" auf vermeintlich griffige Art und Weise Verbrechen an türkischstämmigen Menschen in Deutschland. Doch in diesem Wort wird alltäglicher Rassismus greifbar. Verstanden hat man das jedoch erst jetzt.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Jahrelang hat der Begriff die Medien beherrscht - dabei ist er falsch: Sprachkritiker haben die Bezeichnung "Döner-Morde" zum Unwort des Jahres 2011 gekürt. Der Ausdruck stehe dafür, dass die politische Dimension der Mordserie verkannt oder willentlich ignoriert wurde, so die Jury.
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Eine Welle der Wut erfasst das Land: Im Zuge eines beispiellosen Protests könnte das Wort des Jahres nun auch zum Unwort des Jahres gewählt werden.
Von Jassien Kelmmehr...
Das "Unwort des Jahres 2009" wird gesucht: In diesem Jahr zählen das "Kopftuchmädchen" und die "Umweltprämie" zu den Hauptverdächtigen in Sachen sprachliche Missgriffe.
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Das Unwort lautet "betriebsratsverseucht", gefallen in einer "Monitor"-Sendung. Schlimm. Doch hätte es in den Nachrichten zur aktuellen Politik Schlimmeres aus Politikermund gegeben.
Von Bernd Graffmehr...
Das Unwort des Jahres lautet "betriebsratsverseucht". Es stammt von Abteilungsleitern einer Baumarktkette und markiert laut Jury den sprachlichen Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen.
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