Die türkische Schriftstellerin Tezer Özlü starb 1986 mit nur 42 Jahren. Jetzt wird ihr Werk groß wiederentdeckt. Es ist nicht weniger als moderne europäische Literatur.
Ausladung von Eva Illouz
:Antisemitismus im Liebeslabor
Die Uni Rotterdam lädt die Soziologin Eva Illouz aus. Grund: Man fühlt sich plötzlich „unbehaglich“ mit der zuvor ausgesprochenen Einladung. Über einen erschütternden Vorgang.
Soziologie
:Über den Tod so unbefangen reden wie über Sex
In seinem Essay „Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen“ forderte Norbert Elias 1982, das allerletzte Tabu endlich zu brechen. Der Text ist heute noch so lesenswert wie damals. Mindestens.
Schriftsteller Friedrich Ani
:Fremd in der bayerischen Heimat
Sie blieben die Fremden: Als Sohn einer Schlesierin und eines Syrers wuchs der Schriftsteller Friedrich Ani im oberbayerischen Dorf Kochel auf. Wie hat ihn diese Kindheit geprägt? Ein gemeinsamer Spaziergang durch den Ort.
Frankfurter Buchmesse
:Weißwein jetzt im Schlösschen
Suhrkamp lädt erstmals nicht in die veräußerte Verlagsvilla zum Kritikerempfang. Durch die neuen Räume weht viel traditioneller Wind – und Hans Ulrich Gumbrecht gibt Einblicke in seine Wahlheimat Amerika unter Trump.
Geschwister-Scholl-Preisträger 2025
:Experten für die Lust an der Zerstörung
Die Literatursoziologin Carolin Amlinger und der Soziologie-Professor Oliver Nachtwey erhalten den Geschwister-Scholl-Preis 2025 für ein Buch über die Gründe für faschistische Tendenzen in Demokratien.
Suhrkamp-Verleger
:Ein bisschen NSDAP
Die Akten zur kurzen Parteimitgliedschaft des legendären Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld erzählen eine hochinteressante, weil völlig normale Geschichte: die einer deutschen Familie in bösen Jahren.
NSDAP-Mitgliedschaft Siegfried Unselds
:Schweigen bis zum Tod
Siegfried Unseld, der große Verleger der deutschen Nachkriegszeit, war Mitglied in der NSDAP, wie ein Historiker jetzt darlegt. Muss seine Biografie deshalb neu geschrieben werden? Eher nicht.
Reden wir über Geld
:„Wenn ich Geld anlegen will, gebe ich es meiner Schwiegermutter“
Stephan Thome, einer der bekanntesten Autoren Deutschlands, lebt mit seiner Frau in deren Heimat Taiwan. Ein Gespräch über das Jobcenter als hilfreiche Sackgasse – und den Druck, alle zwei Jahre ein Buch zu liefern.
Literaturszene München
:Schöne Bücher für kluge Frauen
Das war das Motto des Verlages von Elisabeth Sandmann, die mit Freundinnen und Autoren das 20-jährige Bestehen feiert. Doch mit der Zeit wurde das Programm immer politischer.
Frankfurter Buchmesse
:Preise, Proteste, Personenschützer
Clemens Meyer, Roberto Saviano, Suhrkamp, Identitätspolitik: Ein Glossar der Aufregerthemen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.
MeinungLiteratur
:Buchverlage müssen unverwechselbar sein
Das Geschäft der Branche ist härter geworden, auch für Traditionsverlage wie Suhrkamp. Umso wichtiger werden neben kaufmännischem Geschick Standhaftigkeit und literarisches Gespür.
Suhrkamp-Verlag
:Die Coca-Cola-Rezeptur des Buchmarkts
Zwischen literarischem Anspruch und Popularität: Warum es heute so schwer ist, Bestseller zu verlegen – und was der Suhrkamp-Verleger Landgrebe nach dem großen Bruch in seinem Hause dazu zu sagen hat.
MeinungKrise bei Suhrkamp
:Auf einen neuen Siegfried Unseld kann die Literaturbranche lange warten
Über Jahrzehnte hinweg galt: Alles, was wichtig war, geschah bei Suhrkamp, und alles, was bei Suhrkamp geschah, war wichtig. Unter dem neuen Inhaber sollte dieser Anspruch in der Gegenwart ankommen.
ExklusivVerlagswesen
:Suhrkamp in Not
Der legendäre Verlag befindet sich nach SZ-Informationen in einer heftigen Krise – finanziell und programmatisch. Jetzt soll Mitgesellschafter Dirk Möhrle das Haus, das eine ganze Kultur in Deutschland prägte, als alleiniger Inhaber auf Kurs bringen.
100. Geburtstag von Siegfried Unseld
:Er vermittelte das Gefühl, dass man unter ihm alles werden konnte
Siegfried Unseld glaubte daran, dass sich nach dem Krieg wieder etwas Gutes aus den Deutschen machen ließe - durch Geist und Schrift. An seinem 100. Geburtstag erinnern in Berlin Freunde und Weggefährten an den einzigartigen Suhrkamp-Verleger.
ExklusivUlla Berkéwicz zu Siegfried Unseld
:Wozu die Mühe unseres Daseins?
Siegfried Unseld gab der Welt alles, was er zu geben vermochte, das große Warum war ihm immer egal. Die Rede von Ulla Berkéwicz aus Anlass seines 100. Geburtstages.
ExklusivLutz Seiler über Siegfried Unseld
:„Was arbeiten Sie?“
Wenn man als junger Autor in seinem Verlag dem großen Siegfried Unseld begegnete, fiel einem zuerst der Arm auf: der Arm eines Lenkers und Dirigenten. Eine Rede zum 100. Geburtstags des Verlegers.
Von SZ-Autoren
:Willi Winkler über Kissinger und Unseld
Was der große amerikanische Weltpolitiker an deutschen Dichtern liebte und wie er den charismatischsten Verleger der Nachkriegszeit kennenlernte.
Suhrkamp-Verlag
:Wer spielt heute diese Rolle?
Nicht alles, was aus internen Chroniken zum legendären Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld hervorgeht, ist spektakulär. Aber sie zeigen: Nur so einer konnte die ganze Republik verändern.
Briefe von Siegfried Unseld
:Unseld verwaltete nicht, er lebte
Sein Verlag sollte alles sein, die Bundesrepublik im Kleinen und im Ganzen: Zu Siegfried Unselds 100. Geburtstag veröffentlicht Suhrkamp 100 Briefe des legendären Verlegers.
ExklusivUlla Berkéwicz zu Siegfried Unseld
:So liebte und so lebte er
Die Rede von Ulla Berkéwicz zur Ausstellungseröffnung von „Siegfried Unseld, der Verleger“ im Literaturmuseum der Moderne Marbach.
Literaturmuseum der Moderne in Marbach
:„Angewidert von verlegerischer Schlamperei“
Eine Ausstellung im Marbacher Literaturmuseum der Moderne erzählt anhand von Briefen vom Verhältnis des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld zu seinen Autoren.
Suhrkamp
:Long Goodbye
Suhrkamp verkauft die Frankfurter Villa seines legendären Verlegers Siegfried Unseld. 15 Jahre stand sie leer, bis zum Schluss hat sich niemand gefunden, der sie erhalten wollte.
Michael Krüger: "Verabredung mit Dichtern"
:Unter Büchermenschen
Michael Krügers "Verabredung mit Dichtern" ist keine Erzählung über sein Leben, es sind viele Erzählungen über die Leben anderer.
Dummheit und Hochkultur
:Die komplette Vollverblödung
Ehrwürdige Verlage und Museen begeben sich im Social Web auf Vorschulniveau. Sie schaffen so mehr ab als nur sich selbst.
Gedenkfeier für Martin Walser
:Abschied von einem Zeitalter
Verliert die Literatur einen Großen, nur weil er gestorben ist? Im Stuttgarter Neuen Schloss erinnerten Weggefährten an den Schriftsteller Martin Walser. Dabei wurde auch eine Epoche des deutschen Geisteslebens verabschiedet.
Antisemitismus
:Wie Professoren den Antisemitismus salonfähig machten
Der Judenhass der Nazis hatte seine Wurzeln auch in der akademischen Welt. Walter Boehlichs Grundlagenwerk dazu kennen nur wenige, deswegen erscheint es nun neu.
Dichter ehren Hans Magnus Enzensberger
:Schiffbruch mit Zuhörern
Wie Hans Magnus Enzensberger von den Kollegen Grünbein, Ransmayr, Rothmann und Seiler für einen Abend auf Erden zurückholt wurde - und sofort die Lage kommentierte.
50 Jahre Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft
:Was wären wir ohne diese Bücher?
Foucault, Adorno, Serres: Die blauschwarzen Bände der Reihe "Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft" stehen heute in fast jeder Bibliothek. Eine Würdigung zum 50.
00:52
Reaktionen zum Tod von Hans Magnus Enzensberger
: "Er war eine intellektuelle Instanz, die wir schmerzlich vermissen werden"
Hans Magnus Enzensberger prägte die geistige Landschaft der Bundesrepublik über Jahrzehnte. Auch hochrangige Politiker äußern sich zum Tod des Schriftstellers und Essayisten.
Briefwechsel Ingeborg Bachmann und Max Frisch
:Ein langer Kampf
Ihrer Zeit voraus: Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch wurde nur möglich, weil Bachmann auf einem selbstbestimmten Leben beharrte.
Neue Bücher von Alexander Kluge
:Leicht entzündlich
"Lesen und schreiben heißt für mich sammeln": In zwei neuen Büchern kultiviert Alexander Kluge das Prinzip des vertikalen Erzählens.
Roman "Hugo Gardners neues Leben"
:Das erotische Begehren älterer Männer
Louis Begley erzählt in seinem jüngsten Buch von einem ehemaligen Chefredakteur, der sich mit 84 an einer Affäre versucht. Dabei wird der Autor fast unangenehm deutlich, wenn es um körperliche Liebe geht. Hat der Roman das wirklich nötig?
Christoph Heins neuer Roman "Guldenberg"
:Alle spielen ihre Rollen, aber nicht sehr gut
In einer ostdeutschen Kleinstadt eröffnet ein Asylbewerberheim: Christoph Heins neuer Roman "Guldenberg" hätte aus seiner Versuchsanordnung sehr viel mehr machen können.
Kolumne "Nichts neues"
:Kristin Dombek
Der narzisstische Boyfriend: Kristin Dombek räumt mit einem Mythos auf.
25. Todestag
:Im Schatten des eigenen Schweigens
Wolfgang Koeppen hat nach 1954 keinen Roman mehr veröffentlicht. Aber er hat in seiner Münchner Wohnung unermüdlich weitergeschrieben.
Bücher des Monats
:Weit weg und doch ganz nah
Drei Frauen erzählen von einem berühmten Mann, Reiseberichte, die gehütet wurden wie Schätze, werden wiederentdeckt. Und eine lieblose Ehe scheint der einzige Ausweg aus der Umklammerung einer Familie: die besten Bücher des Monats.
Suhrkamp wird 70
:Der Geist und das Geistige
Vor siebzig Jahren wurde der Suhrkamp-Verlag gegründet. Erst jetzt veröffentlichte Essays des Gründers und ersten Verlegers Peter Suhrkamp zeigen die Anfangszeit in neuem Licht.
Kritik am Suhrkamp-Verlag
:Ein Tellkamp-Tweet wird für Suhrkamp zum Bumerang
Die Attacken gegen den Traditionsverlag gelten dem "linksliberalen Mainstream". Doch die Legende von der linken "Suhrkamp culture" war immer nur die halbe Wahrheit.
Suhrkamp-Kultur
:Unter Hochstaplern
"Nicht zur Veröffentlichung bestimmt" - ein autobiografisches Fragment der langjährigen Suhrkamp-Lektorin Elisabeth Borchers.
Autoren-Debatte
:Die süße Krankheit Dresden
"Diese dummen Rempeleien von links und rechts mache ich nicht mit." Der Dichter Durs Grünbein über sein Streitgespräch mit Uwe Tellkamp, den Wert der Meinungsfreiheit und den Groll zwischen Ost und West.
Uwe Tellkamp in der Kritik
:Wo politische Meinung aufhört und Wahnsysteme anfangen
Natürlich darf Uwe Tellkamp rechtspopulistische Thesen herunterbeten. Man müsste dann nur aufzeigen, wo sie in plumpe Ressentiments kippen. Leider will nur gerade keiner der sein, der solche Grenzen definiert.
Dresdner Autorenstreit
:Dichter an der Wahrheit
Suhrkamp distanziert sich von Uwe Tellkamp, Durs Grünbein distanziert sich von Suhrkamp. Und Suhrkamps Chef distanziert sich von jeder Distanzierung.
Uwe Tellkamp
:So dämonisiert man selbst Gartenzwerge
Sich wegen rechter Positionen vom Autor Uwe Tellkamp zu distanzieren, ist überflüssig. Denn nur im Alltag des dauernden Streits lassen sich Kränkungen, Schrecken und Ängste kleinarbeiten.
Rechte Positionen
:Suhrkamp distanziert sich von Autor Uwe Tellkamp
Seine Äußerungen seien nicht mit denen des Verlages zu verwechseln. Der Träger des Deutschen Buchpreises hatte öffentlich mit Rechten sympathisiert.
SZ Espresso
:Nachrichten kompakt - die Übersicht für Eilige
Was heute wichtig war - und was Sie auf SZ.de am meisten interessiert hat.
Architektur
:Zwischen Chris Dercon und Ai Weiwei
Suhrkamp kam 2010 nach Berlin und gehört damit fast schon zu den Alteingesessenen. Jetzt baut sich der Verlag ein Haus am Rosa-Luxemburg-Platz.
SZ MagazinInterview
:"Welcher Schriftsteller ist kein Kotzbrocken?"
Der Suhrkamp-Cheflektor Raimund Fellinger ist gestorben. Im Interview aus dem Archiv erzählt er, warum sein Verlag einst Umberto Ecos "Der Name der Rose" ablehnte, wie man mit Beleidigungen von Peter Handke umgeht und was er im Leben von der Literatur gelernt hat.
SZ MagazinLiteratur
:„Welcher Schriftsteller ist kein Kotzbrocken?“
Er hat sich von Handke beleidigen lassen, Unverschämtheiten von Bernhard ertragen, Johnson beim Ausrasten zugesehen: Als Cheflektor von Suhrkamp weiß Raimund Fellinger, was es heißt, große Literatur zu bearbeiten.