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Suhrkamp-Aktionär:Hans Barlach ist tot

Hans Barlach mit 59 Jahren gestorben

Hans Barlach 2013 im Frankfurter Landgericht

(Foto: dpa)
  • Hans-Georg Barlach ist mit 59 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.
  • Der Hamburger Medienunternehmer war unter anderem an der Hamburger Rundschau sowie an der Hamburger Morgenpost beteiligt; zuletzt verkaufte er 2005 die Fernsehzeitschrift TV Today.
  • Als Suhrkamp-Aktionär lieferte er sich mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit, den er schließlich verlor.

Der langjährige Suhrkamp-Gesellschafter Hans-Georg Barlach ist mit 59 Jahren an einer schweren Lungenentzündung gestorben. Das teilte die Familie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

Streit mit Suhrkamp

Der Hamburger Medienunternehmer, ein Enkel des expressionistischen Bildhauers Ernst Barlach, hatte sich als Miteigentümer des Suhrkamp-Verlags jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz geliefert. Anfang des Jahres wurde der Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und Barlach verlor wichtige Mitspracherechte. Die renommierten Suhrkamp-Autoren hatte er ohnedies nicht gewinnen können - sie stellten sich klar auf die Seite der Verlegerin, drohten zum Teil gar mit Abwanderung, sollte Barlach das Sagen bekommen.

Am Schluss blieb der Unternehmer mit seiner Schweizer Medienholding und der ursprünglichen 39-Prozent-Beteiligung zwar Aktionär, aber seine Schlacht war geschlagen. "Bis zum Schluss hat Herr Barlach dazu beigetragen, die Streitigkeiten friedlich beizulegen", sagte sein Vertrauter, Medienholding-Verwaltungsratspräsident Carl Ulrich Mayer. "Wir sind mit den Vergleichsgesprächen auf einem guten Weg."

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Hang zu den schönen Künsten

Schon immer hatte Barlach einen Hang zu den schönen Künsten. Bereits mit Anfang 20 war der gebürtige Schleswig-Holsteiner in die Betreuung des umfangreichen künstlerischen Nachlasses seines Großvaters eingebunden. Mit der Gründung mehrerer Galerien betätigte er sich später fast 20 Jahre lang im Kunsthandel, daneben auch in Immobilienprojekten.

Aber er war vor allem Medienunternehmer: Nach der gescheiterten Rettung der Hamburger Rundschau kaufte er von 1999 an schrittweise die angeschlagene Hamburger Morgenpost, die er zeitweise auch redaktionell leitete. 2004 übernahm er als Eigentümer und Herausgeber zudem die Fernsehzeitschrift TV Today. Beide Blätter verkaufte er 2006 wieder und erwarb - zunächst mit einem später verstorbenen Partner - die Anteile am Suhrkamp Verlag.

Ernst Barlach Gesellschaft reagiert bestürzt

Ulla Unseld-Berkéwicz wollte sich am Mittwoch nicht zum Tod ihres langjährigen Widersachers äußern. Die Ernst Barlach Gesellschaft reagierte hingegen betroffen auf den Tod Barlachs: "Mit Trauer und Bestürzung müssen wir den Tod unseres langjährigen Freundes, Förderers und Vorstandsmitgliedes Hans Barlach zur Kenntnis nehmen, der uns als Enkel des Künstlers über Jahrzehnte treu zur Seite stand und unsere Arbeit in vielen Belangen beförderte", sagte Vorstand Jürgen Doppelstein in Hamburg.