Demografie in Bayern:Der Landkreis wächst und wird deutlich älter

Demografie in Bayern: Nichts bleibt gleich: Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sollen in den kommenden Jahren deutlich mehr Menschen leben als derzeit - und zugleich soll sich der Altersdurchschnitt erhöhen.

Nichts bleibt gleich: Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sollen in den kommenden Jahren deutlich mehr Menschen leben als derzeit - und zugleich soll sich der Altersdurchschnitt erhöhen.

(Foto: Matthias Hiekel/dpa)

Bis 2042 soll es 140 000 und damit 8,1 Prozent mehr Einwohner in Bad Tölz-Wolfratshausen geben. Ein gutes Siebtel wird dann mindestens 75 Jahre alt sein. So prognostiziert es das Landesamt für Statistik in seiner aktuellen Vorausberechnung.

Von Benjamin Engel, Bad Tölz-Wolfratshausen

Genügend und vor allem noch bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen schon bislang schwer. Denn große Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot. Genauso staut es sich regelmäßig im Ausflugs- wie im Berufsverkehr. Beides könnte sich noch weiter verschärfen, weil die Bevölkerung im Landkreis in den kommenden knapp zwei Jahrzehnten weiter stark wachsen soll.

Im Jahr 2042 soll es 8,1 Prozent mehr Einwohner geben. Statt 129 500 (Stand Ende 2022) werden 140 000 Menschen dort leben. Das prognostiziert das Landesamt für Statistik in seiner regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung. Bad Tölz-Wolfratshausen zählt damit zum oberen Drittel der prozentual wachstumsstärksten Landkreise im Bezirk Oberbayern.

Der ist mit 4,8 Millionen Einwohnern und der Landeshauptstadt München der aktuell bevölkerungsreichste der sieben Regierungsbezirke im Freistaat. Bayernweit soll die Bevölkerung um 610 000 auf 13,98 Millionen Menschen bis 2024 steigen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl prognostiziert das Landesamt für Statistik das größte Plus von 12,3 Prozent für den Landkreis Landshut.

In Oberbayern sollen die Einwohnerzahlen in den Landkreisen Ebersberg und Pfaffenhofen an der Ilm (jeweils plus elf Prozent) sowie Dachau (plus 10,5 Prozent) am meisten zunehmen. Der im Süden angrenzende Landkreis Garmisch-Partenkirchen dürfte am wenigsten Menschen im Bezirk neu anziehen, laut regionalisierter Bevölkerungsvorausberechnung nur 2,5 Prozent mehr.

Zwar prozentual stärker, aber doch weniger als Bad Tölz-Wolfratshausen sollen alle unmittelbaren Nachbarlandkreise wachsen. Starnberg soll bis zum Jahr 2042 insgesamt 3,9 Prozent mehr Einwohner haben. Für den Landkreis München rechnet das Landesamt für Statistik mit 4,8 Prozent plus, für Miesbach mit 5,3 Prozent sowie für Weilheim-Schongau mit 6,4 Prozent mehr Menschen.

Im Landkreis steigt das Durchschnittsalter von 44,7 auf 46 Jahre

Im Regierungsbezirk Oberbayern insgesamt sollen im Jahr 2042 knapp 5,12 Millionen Menschen leben. Das ist ein Plus von 6,6 Prozent, das aber nur dank Wanderungsbewegungen - mehr Zu- statt Wegzüge - zustande kommt. Genauso soll im Bezirk Oberbayern das Durchschnittsalter steigen - von 43,2 auf 44,4 Jahre. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen steigt das Durchschnittsalter der Bewohner von 44,7 auf 46 Jahre. Das liegt etwas oberhalb der bayernweiten Entwicklung (von 44 auf 45,4 Jahre).

Dies zeigt, wie die Bevölkerung im Landkreis älter wird. Auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren kommen heute 37,6 Personen, die mindestens 65 Jahre alt sind. Im Jahr 2042 sollen es im Bevölkerungsverhältnis 48,1 Personen sein. Zunehmen soll aber auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren.

Das hat das Landesamt für Statistik detailliert nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Um 6,5 Prozent soll demnach im Landkreis die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wachsen. Praktisch kaum werden die Gruppe der jüngeren Erwachsenen von 18 bis 39 Jahren sowie die mittleren Jahrgänge der 40- bis 64-Jährigen wachsen - um 1,9 beziehungsweise um 0,2 Prozent. Am deutlichsten nimmt mit 29 Prozent die Gruppe der Menschen zu, die 65 und älter sind. Sogar um mehr als ein Drittel - 36,5 Prozent - steigt die Zahl der Personen, die 75 Jahre und älter sind - von 15000 auf 20000 Personen.

Bis 2033 wächst Schlehdorf prozentual am stärksten im Landkreis

Für das nächste knappe Jahrzehnt bis 2033 ist Schlehdorf mit einem Plus von 11,9 Prozent Spitzenreiter beim verhältnismäßigen Bevölkerungswachstum unter den 21 Kommunen im Landkreis (dort soll auch die Zahl der Menschen ab 65 Jahren mit 64,8 Prozent im Verhältnis am meisten steigen). Es folgen die Städte Wolfratshausen (plus 11,8 Prozent), Geretsried (plus elf Prozent) und Bad Tölz (plus 6,6 Prozent). Die Einwohnerzahl gleich bleiben soll in Eurasburg. Abnehmen soll die Bevölkerung dagegen in Gaißach (minus 0,4 Prozent), Kochel am See (minus 0,7 Prozent), Icking (minus 0,8 Prozent), Reichersbeuern (minus ein Prozent), Sachsenkam (minus 1,9 Prozent) sowie der Jachenau (minus 5,3 Prozent).

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