München heute:Warum "Layla" nicht das größte Problem ist / 100 Millionen Euro für Rischart-Grundstück

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München heute: Die Wiesn-Lied-Texte sind oft so simpel gestrickt, dass man sie auch nach der dritten Mass noch problemlos mitgrölen kann.

Die Wiesn-Lied-Texte sind oft so simpel gestrickt, dass man sie auch nach der dritten Mass noch problemlos mitgrölen kann.

(Foto: Alexandra Beier/Getty Images)

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Von Isabel Bernstein

Überrascht hat es nicht. Kaum hatten die Wiesn-Besucher am Samstag nach dem Anzapfen ihre erste Mass getrunken, wurden diese Lied-Zeilen angestimmt: "Neulich in der Stadt stand da ein Mann, er schaute mich sehr glücklich an..." und kurze Zeit später: "Ich hab nen Puff und meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler." "Layla" hatte Einzug gehalten auf dem Oktoberfest. Nicht nur das: Der sexistische Partyschlager könnte auch der diesjährige Wiesnhit werden.

Über das "Layla"-Lied wurde viel geschrieben, auch in dieser Zeitung, und die Debatte ruft zunehmend bei vielen ein Augenrollen hervor. "So eine Aufregung um diese läppischen Lied-Zeilen, ernsthaft? Hört euch mal ältere Wiesn-Lieder an, die waren noch viel schlimmer." Stimmt. Wer mal darauf achtet, was da so auf Volksfesten in Bayern mitgegrölt wird, stellt schnell fest: Dass Frauen zum Sexobjekt degradiert werden und zum Freiwild, auf das Mann nur springen muss, gehört anscheinend zum guten Ton der Wiesnzelt-Musik. Meinen zumindest offenbar die überwiegend männlichen Produzenten und Songwriter.

Meine Kollegin Katharina Haase hat sich angeschaut, was auf dem Oktoberfest in den vergangenen Jahren alles gesungen wurde (SZ Plus). "Das Problem an der "Layla"-Debatte: Sie überlagert den alltäglichen Sexismus, dem Frauen ausgesetzt sind. Und sie reduziert das Problem auf das Singen oder Nicht-Singen eines einzigen Liedes - dabei werden Songs mit deutlich sexistischerem Inhalt seit Jahrzehnten in Bierzelten gesungen", schreibt sie. Und weiter: "Nicht "Layla" ist das Problem - es ist der allgegenwärtige Sexismus gegen Frauen, über den man sprechen muss."

Dem schließe ich mich an. Sexismus gegenüber Frauen passiert täglich, und viel zu oft leider wird er akzeptiert oder zumindest unwidersprochen hingenommen. Wenn durch die aktuelle Debatte dieses Problem mehr in den Fokus gerät, dann hätte "Layla" zumindest ein Gutes. Denn mal ehrlich: Text und Melodie können ja nicht der Grund sein, dass das Lied gespielt wird, oder?

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