Metall- und Elektroindustrie:Erste Warnstreiks in Bayern

Metall- und Elektroindustrie: Warnstreik der IG Metall in Schweinfurt (Archivbild).

Warnstreik der IG Metall in Schweinfurt (Archivbild).

(Foto: Nicolas Armer/dpa)

1300 Beschäftigte an mehreren Firmenstandorten beteiligen sich an der Aktion der IG Metall.

Auch in Bayern hat es am Wochenende erste Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gegeben. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall beteiligten sich in der Nacht zum Samstag mehr als 1300 Beschäftige an der Aktion. Weitere Warnstreiks sind am Montag geplant.

Demnach beendete die komplette Nachtschicht bei Bosch in Bamberg mit 1000 Mitarbeitenden in allen Werksteilen ihre Arbeit vier Stunden früher. Auch beim Elektronikhersteller RF 360 in München, bei den Autozulieferern Mahle-Behr in Neustadt an der Donau und ZF in Auerbach in der Oberpfalz, bei Siemens Healthineers in Kemnath und im Gabelstapler-Werk von Linde im unterfränkischen Weilbach beteiligten sich die Beschäftigten der IG Metall zufolge an den Warnstreiks ab Mitternacht.

Die Arbeitgeber hatten in den bislang regional geführten Verhandlungen jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Einmalzahlung soll steuer- und abgabenfrei direkt bei den Beschäftigten ankommen. Die Gewerkschaft verlangt hingegen für einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft acht Prozent mehr Geld für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten. Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Johann Horn, sagte, dass mit den Warnstreiks der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden solle, um in der nächsten Verhandlungsrunde ein besseres Angebot zu bekommen. Am 8. November sollen die Tarifverhandlungen in Bayern weitergehen.

Zur SZ-Startseite
Simone Schneider, 2022

SZ PlusSoziale Ungleichheit
:"Wir ahnen oft gar nicht, wie reich manche sind"

Simone Schneider erforscht, wie wir Ungleichheit wahrnehmen. Ein Gespräch über Millionäre, die sich zur Mittelschicht zählen, und darüber, warum Vergleiche nicht automatisch unglücklich machen.

Lesen Sie mehr zum Thema