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Politischer Aschermittwoch 2020:"Der lebende Beweis, dass Politik ohne Sinn und Verstand möglich ist"

Politischer Aschermittwoch in Passau - CSU - Büste und Bierkrug mit Franz Josef Strauß

Keiner hat den Politischen Aschermittwoch so geprägt wie der frühere Ministerpräsident und CSU-Chef Franz Josef Strauß. Auch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod ist er bei der Veranstaltung in Passau nach wie vor präsent.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Von Tupper-Tofu-Partys und Bäume-Umarmern: Beim Aschermittwoch schenken sich vor allem CSU und Grüne nichts. Die besten Sprüche.

"Bevor Markus Söder seine Liebe für den Natur- und Artenschutz entdeckt, entdecke ich meine Liebe für Franz Josef Strauß." Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Landtags-Grünen, über den politischen Kurs des Ministerpräsidenten

"Bäume umarme ich gern, aber das ist auch das einzig Grüne, das ich umarmen will." Das denkt Ministerpräsident Söder (CSU) selbst über dieses Thema

"Ein Wettstreit der Ideen, das ist kein Fotowettbewerb, wer das bessere Bild beim Kuscheln mit einem Baum produziert." Hartmanns Replik

"Ich werde keine ganz typische Aschermittwochsrede halten. CDU und FDP haben genug mit sich selber zu tun. Die Kraftmeierei ist nicht so meine Sache. Aber eines: Schöner Gruß nach Passau zum Kollegen Söder, der gesagt hat, die SPD sei wie Tick, Trick und Track. Vielen Dank für dieses Kompliment, lieber Markus Söder. Ihr seid die Panzerknacker und habt den gleichen Erfolg wie die." SPD-Chefin Saskia Esken beweist Kompetenz in Sachen Comics

Politischer Aschermittwoch - SPD

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken beim Politischen Aschermittwoch der SPD in Vilshofen.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

"Bei uns, wenn's eine Position zu besetzen gibt, dann ist das ganz einfach: Der Hubert Aiwanger meldet sich, wir wissen, dass er es kann, und wählen ihn." Kultusminister Michael Piazolo berichtet aus dem Innenleben der von Hubert Aiwanger geführten Freien Wähler (FW)

"Jetzt kommt unser Landes- und Bundesvorsitzender und, wer weiß, unser nächster Bundeskanzler oder Kanzlerkandidat." FW-Generalsekretärin Susann Enders, als sie Aiwanger auf die Bühne holt

"In Berlin wollen sie den weltweiten Klimawandel in den Griff bekommen, aber sie schaffen es nicht, den Kassenbon abzuschaffen." Aiwanger, als er dann auf der Bühne steht

Politischer Aschermittwoch - Freie Wähler

Hubert Aiwanger (mit Krug) im Kreise der Freien Wähler.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

"Wenn ich mir die Politik von Hubert Aiwanger so anschaue, da könnte etwas künstliche Intelligenz nicht schaden." Grünen-Fraktionschef Hartmann über den bayerischen Vize-Ministerpräsidenten

"Den Mitgliedern der CDU, nicht nur in Thüringen, rufe ich zu: Besinnt euch, verdammt noch mal! Ihr könnt zwar den Tabubruch nicht ungeschehen machen, aber Konsequenzen ziehen. Die Zeit für Machtspielchen mit Faschisten ist vorbei in diesem Land! Man paktiert nicht mit einem Mann, der die Bundespolitik als Irrenhaus bezeichnet." Natascha Kohnen (SPD) über die Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen mithilfe der Stimmen der dortigen AfD-Fraktion

"Wenn Herr Ramelow gewählt wird, haben wir wenigstens wieder eine Regierung und damit Politik in Thüringen. Ich hoffe, dass das geschieht. Aber: Ich bin kein Zauberkünstler, wir müssen abwarten." Gregor Gysi (Linke) hofft, dass sein Parteifreund Bodo Ramelow Ministerpräsident wird

"Der Rechtsextremismus ist eine neue Herausforderung in der Dimension wie damals die RAF. Es gibt einen parlamentarischen Arm der rechtsradikalen Szene, und das ist die AfD. Das ist kein Stammtisch ehemalig besonders Konservativer. Warum darf man denn Herrn Höcke gerichtlich einen Nazi nennen? Weil er einer ist!" Söder über die AfD

"Es ist ein Trauerspiel, wie sich die SPD selbst verzwergt. Wie Ertrinkende halten sich die Genossen an den Grünen fest." FDP-Landeschef Daniel Föst

Politischer Aschermittwoch - FDP

Showtime bei der FDP: In Landshut spricht der Landeschef der Liberalen, Daniel Föst.

(Foto: Lino Mirgeler/dpa)

"Wo Sozialismus gepredigt wird, da ist nicht die Mitte. Die bürgerliche Mitte hat sich heute hier in Passau versammelt." CSU-Generalseketär Markus Blume übt sich in politischer Standortbestimmung

"Ich will keine Erfahrungen aus der Deutschen Demokratischen Republik. Ich will Zukunft für Deutschland ohne die Linken." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der in Passau übrigens auch mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt wurde, tut es Blume gleich

"Der Scheuer kommt zwar aus Bayern, aber liebe Saskia, wir sind nicht so. Wir Bayern haben Hirn." Die bayerische SPD-Chefin Kohnen über den momentanen Bundesverkehrsminister, an ihre Bundesvorsitzende Saksia Esken gewandt

"Andi Scheuer ist der lebende Beweis, dass Politik ohne Sinn und Verstand möglich ist." Und an die Niederbayern gewandt: "Ich nehme euch Andi Scheuer persönlich nicht übel, wenn ihr mir als Oberbayer Alex Dobrindt verzeiht." Grünen-Fraktionschef Hartmann

Politischer Aschermittwoch - Grüne

Die Grünen haben sich in Landshut getroffen, Hauptredner ist ihr Bundesvorsitzender Robert Habeck.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

"Die SPD kommt heut zur Stuhlkreissitzung mit traurigen Genossen zusammen. Um die Stimmung aufzuhellen, haben sie die Stimmungskanone Saskia Esken eingeladen. Die Grünen machen eine Tupper-Tofu-Party mit Robert Habeck, dem Küstenkavalier und Käpt'n Iglu der Grünen." Markus Söder über die Konkurrenz beim Politischen Aschermittwoch 2020

"Das Schiff der Union hat sich losgerissen, sie glauben, sie sind die Kapitäne, aber kein Anker mehr, kein Ruder mehr, kein Hafen in Sicht." Grünen-Chef Robert Habeck über CDU und CSU

"Söder geriert sich als Staatsmann. Aber den Mut, seinen Hut für die Kanzlerkandidatur in den Ring zu werfen, hat er nicht. Deshalb hat es bei der CSU heute auch zwei mehr Grad mehr als bei uns. Weil keiner so viel heiße Luft produziert wie Markus Söder." FDP-Landeschef Föst

"Wenn Herr Habeck einmal gesagt hat, Vaterlandsliebe finde ich zum Kotzen, dann kann ich nur sagen: Wer sein Land nicht liebt, kann sein Land nicht führen." Söder über den möglichen Kanzlerkandidaten der Grünen, Robert Habeck

Politischer Aschermittwoch - CSU

Markus Söder, der bekanntermaßen nie Bier trinkt, mit seiner Frau Karin in Passau.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

"Herr Habeck und Frau Baerbock sehen deutlich besser aus als die SPD-Spitze. Ist auch nicht so schwer. Sagt meine Frau." Söder über die Doppelspitze der Bundes-Grünen

"Was gut fürs Bier ist, ist auch gut für Bayern." Die Fraktionschefin der AfD im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, zur Debatte über weniger Kohlendioxid-Ausstoß, weshalb vermutlich bald auch der Schaum auf dem Bier verboten werde, der ebenfalls Kohlendioxid enthält

"Und dann gibts welche, die sind wie Avocados, außen schwarz und innen grün: wie die Söder-CSU." Ebner-Steiner über Vertreter anderer Parteien

"Manche sagen, der Kevin mit seinen Ideen zu Enteignung und Sozialismus, der will doch nur spielen. In Wahrheit ist es eine Kampfansage an die soziale Marktwirtschaft." FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg über den stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Kevin Kühnert

© SZ.de / kast/fema
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