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Urlaub in Bayern:Was in den Pfingstferien möglich ist - und was nicht

Osterwanderung

Beim Wandern, wie hier mit Blick auf das Wettersteingebirge, fällt es leicht, den Mindestabstand einzuhalten.

(Foto: dpa)

Seit dem Wochenende sind viele Freizeit- und Urlaubsaktivitäten wieder erlaubt, allerdings gibt es Einschränkungen. Ein Überblick.

In Bayern sind Pfingstferien, allerdings anders, als sich das viele wohl vor Monaten erhofft hatten. Urlaub im Ausland ist wegen des Coronavirus kaum möglich, und im Inland gibt es für vieles Einschränkungen und Auflagen. Was ist in Bayern erlaubt, was nicht? Ein Überblick.

Hotels und Ferienwohnungen

Die Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen dürfen seit dem Pfingstwochenende wieder öffnen. Bei Übernachtungen gelten Kontaktbeschränkungen. Eine Wohnung oder ein Zimmer dürfen nur Gäste beziehen, denen sonst auch der Kontakt gestattet ist, also Angehörige von zwei Hausständen, Lebenspartner, Verwandte in gerader Linie und Geschwister. (Alle Auflagen für Beherbergungsbetriebe hier im Überblick.) Gruppenübernachtungen, oder wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagen würde: Kumpelübernachtungen, sind nicht möglich. Zudem gelten in den Unterkünften besondere Hygieneregeln. Es dürfen nur Zimmer oder Wohnungen bezogen werden, die ein eigenes Bad und WC haben. Alle Personen müssen einen Abstand von 1,5 Metern einhalten, etwa beim Betreten oder Verlassen von Räumlichkeiten, auf Gängen oder Treppen, sowie im Außenbereich oder in Sanitäranlagen.

In allen gemeinschaftlichen Räumen, etwa dem Frühstücksraum oder der Rezeption, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Im Freien darf die Maske aber abgenommen werden. Hotels und Pensionen müssen verschärfte Hygiene- und Reinigungsstandards befolgen, sind aber angehalten, Zimmer und Gemeinschaftsräume möglichst dann zu säubern, wenn keine Gäste da sind. Auch Kurhotels können Gäste begrüßen, sofern nur der Hotelbetrieb geöffnet ist. Lisa Schnell

Campingplätze

Auf den etwa 500 Campingplätzen in Bayern müssen die gleichen Regeln eingehalten werden wie in Hotels oder Pensionen. Vor allem bei der Vorgabe, eine Wohneinheit müsse über eine Sanitäranlage verfügen, wird es knifflig. "Der Schlüssel ist die Schüssel", sagt Georg Spätling, Vorsitzender des Landesverbands der Campingwirtschaft in Bayern. Will heißen: Ohne eigene Toilette darf man nicht zelten. Wenn man also nicht gerade ein portables WC im Kofferraum hat, fällt der Zelturlaub aus. Eine Alternative wären noch Sanitärcontainer, wie sie etwa alle Campingplätze mit vier oder fünf Sternen anbieten, sagt Spätling. Er geht aber davon aus, dass viele der potenziellen Zeltcamper, nach seiner Schätzung etwa eine Million Menschen in Bayern, zu Hause bleiben werden. Kleineren, familiengeführten Campingplätzen breche damit etwa ein Drittel der Standfläche weg.

Dennoch nimmt Spätling an, dass in den kommenden Wochen der Großteil der Campingplätze geöffnet sein wird. Wer zur Toilette, zum Zähneputzen oder der Dusche geht, muss 1,5 Meter Abstand halten und eine Maske tragen. Warum dort alle hingehen könnten, nur die Urlauber im Zelt nicht, ist Spätling nicht einsichtig. Offenbar soll ein zu hoher Andrang in den Sanitäranlagen vermieden werden. Die Angst, in der Liege vor dem eigenen Wohnmobil eine Maske tragen zu müssen, ist allerdings unbegründet. Die Abstände zwischen den Stellplätzen seien so groß, dass dies nicht nötig sei, sagt Spätling.

Der Badestrand, den manche Campingplätze haben, sei "eine Grauzone". Freibäder öffnen erst wieder am 8. Juni, die Ausübung von Wassersport in Seen oder Flüssen aber ist ausdrücklich erlaubt. Spätling geht deshalb davon aus, dass der Badespaß beim Campen nicht ausfällt. Im Moment sei die Nachfrage "wahnsinnig". Er nimmt an, dass in den Pfingstferien alle Stellplätze, die nicht fürs Zelten gedacht sind, belegt sein werden. Ganz sicher allerdings sei auch das nicht, da viele Gäste bei mehreren Campingplätzen angefragt hätten. Es könnte deshalb sein, dass am Ende doch Stellplätze leer blieben. Lisa Schnell

Berghütten

Die Berghütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) sind seit dem 30. Mai wieder geöffnet, allerdings ist manches anders als zu Vor-Corona-Zeiten. Ein Bett bekommt nur, wer vorher reserviert hat. Neben einem Mund-Nasen-Schutz müssen die Gäste auch einen eigenen dicken Schlafsack mitnehmen, weil keine Decken ausgeteilt werden, sowie ein eigenes Kissen und ein eigenes Laken. Welche Hütten geöffnet haben, listet der DAV hier auf.

Inzwischen ist die Beherberung in der Familie sowie mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu zehn Personen wieder möglich. Das heißt, dass Gruppen mit maximal zehn Personen aus unterschiedlichen Hausständen in einem Lager untergebracht werden dürfen. Diese Gruppe darf auch die sanitäre Anlage gemeinsam betreten.

Wann und ob Selbstversorgerhütten öffnen, kann jede DAV-Sektion selbst entscheiden. Entscheidet sie sich fürs Öffnen, sind strenge Hygiene-Vorgaben einzuhalten. Die zwei mitgliederstärksten DAV-Sektionen, München und Oberland, etwa vermieten ihre Hütten bis 24. Juli nur an Personen aus einem Haushalt beziehungsweise einer Familie. Isabel Bernstein

Wellnesshotels

Der Wellnessbereich muss weiterhin geschlossen bleiben, Hallenschwimmbad, Sauna oder Massage fallen also weg. Vom 8. Juni an allerdings können auch in den Hotels Außenschwimmbäder und Fitnessräume wieder öffnen. "Die Wellnessbereiche sollen so schnell wie möglich den Freibädern und Außenbereiche der Hotels folgen", heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Ein genauer Zeitpunkt aber könne nicht genannt werden. Da keine Sicherheit herrsche, blieben etwa die Hälfte der Wellnesshotels im Bayerischen Wald erstmal geschlossen, sagt Siegfried Putz, dessen Marketingagentur etwa 700 Hotels in der Region und nahezu alle Wellnesshotels dort betreut.

Er geht allerdings davon aus, dass sich das vom 15. Juni an ändern wird. Dann nämlich werden die Grenzen zu Österreich für Touristen geöffnet, wo auch jetzt schon Wellness unter Auflagen erlaubt ist. "Es kann nicht sein, dass bei uns dann die Wellnessbereiche weiterhin geschlossen bleiben", sagt Putz. Das wisse auch Ministerpräsident Markus Söder: "Sonst kriegt er Klagen ohne Ende." Dass die Staatsregierung das bis jetzt noch nicht angekündigt habe, sei "eine Katastrophe". Tausende Gäste riefen täglich an und wollten wissen, wann sie ihren Wellnessurlaub machen könnten. "Wir wissen es nicht", eine andere Antwort könnten die Hotels derzeit nicht geben, obwohl es vom 15. Juni an "hundertprozentig" gehen werde. Es brauche in etwa vier Wochen, um Wellnesshotels zu füllen. "Das ist ein unglaublicher Schaden, den Söder der Wirtschaft da zufügt", sagt Putz. Und zwar nicht, weil es der Infektionsschutz so verlange, sondern "weil der Ministerpräsident dieses Landes keine Informationen rausgibt." Lisa Schnell

Jugendherbergen

Analog zu den Hotels haben auch die Jugendherbergen seit Ende Mai wieder geöffnet. Aber noch nicht alle: Etwa zwei Drittel der 58 Häuser des bayerischen Jugendherbergwerks waren Mitte Juni offen, der Rest soll bis Ende August folgen. (Hier eine Liste der Jugendherbergen, die aktuell offen haben.) Die Hygieneregeln dort sind ähnlich wie in Hotels. So darf zusammen in ein Zimmer, wer sich nach den Regeln der Kontaktbeschränkungen treffen darf - also natürlich Menschen, die auch sonst zusammen leben, aber auch Verwandte oder Gruppen von bis zu zehn Personen. Inzwischen dürfen auch die Sanitärräume wieder gemeinsam genutzt werden, wenn immer kein eigenes Bad oder WC haben. Gewisse Einschränkungen gibt es weiter beim Buffet. Das Jugendherbergswerk hat wegen der Corona-Pandemie die Regeln für Stornierungen geändert: Wieder absagen können Familien und Einzelgäste jetzt grundsätzlich bis 18 Uhr am Tag vor der geplanten Anreise, ohne etwas zahlen zu müssen; Gruppen bis 14 Tage vor der geplanten Anreise. Kassian Stroh

Seilbahnen

Seit Ende Mai ist ein Großteil aller Seilbahnen in Bayern wieder in Betrieb. Das Hygienekonzept, auf das sich der Verband Deutscher Seilbahnen und das Verkehrsministerium geeinigt haben, sieht dort eine Maskenpflicht vor. Für Personen, die auch sonst nicht von den Kontaktbeschränkungen betroffen sind wie Familien oder Personen eines Haushalts gelten keine Beschränkungen in der Kabine oder auf einem Sessellift. Ansonsten werden bei Sesselliften zwei Sitze freigelassen, bis wieder ein Gast Platz nehmen kann. Auch bei Kabinen wird gemäß der Abstandsregel eine Mindestanzahl festgelegt. In der großen Gondel zur Zugspitze zum Beispiel werden nur noch 40 statt 120 Gäste befördert. Bei der Alpspitzbahn sind es 30 statt 80, fünf statt 15 bei der Kreuzeckbahn und zwei statt vier Personen in der Wankbahn. Pendelbahnen sollen allerdings häufiger fahren als im Fahrplan vorgesehen. Lisa Schnell

Freizeitparks

Alle großen Freizeitparks in Bayern sind seit dem 30. Mai wieder offen. Außer Geschäften und Restaurants oder Imbissständen bleiben Innenräume aber geschlossen. Tageskarten könnten zudem nur noch über den Online-Shop gekauft werden, sagt Manfred Piringer, der die Informationsplattform abenteuer-freizeitpark.de betreibt. Auch Inhaber einer Jahreskarte müssten sich ein Tagesticket besorgen, damit eine gewisse Besucherzahl nicht überschritten werde und Infektionsketten nachvollziehbar blieben. Manche Parks wie der Skyline Park vergeben an ihre Besucher zudem Armbänder, damit Mitarbeiter wissen, welche Gruppen zusammen gehören.

In engen Fahrgeschäften dürfen im Skyline Park nur gemeinsam angereiste oder in einem Haushalt zusammenlebende Gäste fahren, in anderen wie etwa einem Kettenkarussell, wird nur jeder zweite Platz besetzt. Eine Maske muss dabei auch "während der Attraktionsnutzung" getragen werden, also auch in der Achterbahn. Ein bloßes Tuch oder ein Schal vor dem Mund reiche da nicht aus, sagt Piringer. Es empfehle sich zudem, eine Ersatzmaske mitzunehmen. Auch das Knuddeln mit Maskottchen falle weg, genau wie große Paraden oder ähnliches. Manche Parks bieten laut Piringer eine App an, mit der Besucher ihre Fahrten vorbuchen können. Lisa Schnell

Stadtführungen und Reisebus-Touren

Auch Busreisen sind inzwischen wieder möglich - allerdings nur mit strengen Regeln. Es gilt eine Maskenpflicht sowie der Mindestabstand, was bedeuten dürfte, dass in herkömmlichen Bussen Plätze frei bleiben müssen. Vergangene Woche noch hatte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger angekündigt: "Es darf jeder Sitz besetzt sein." Doch damit konnte er sich im Kabinett nicht durchsetzen. Für die Busunternehmen sind gerade die Abstandsregeln ein Problem. Dann würden sich Busreisen nicht mehr rentieren, weil nur 25 Prozent der Sitze belegt werden könnten, sagt Stephan Rabl, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Omnibusunternehmen.

Er hat eine Klage angekündigt. Dass die gleichen Busse im Fernverkehr ohne Mindestabstand fahren dürften, bei einer touristischen Reise aber nicht, ist aus seiner Sicht mit dem Gleichheitsgrundsatz nicht vereinbar. In der CSU gibt es dagegen Bedenken, weil Busreisen vor allem von älteren Gästen genutzt werden und damit von einer Risikogruppe. Einigkeit besteht zwischen den Koalitionspartnern dagegen wohl in dem Punkt, dass keine Gruppenreisen, sondern nur Individualbuchungen möglich sein sollen.

Ob mit dem Bus oder doch mit der Bahn, ist man mal in einer anderen Stadt angekommen, kann man sich nun wieder einer Städteführung anschließen. Auch Berg- und Naturführungen sind wieder erlaubt, ebenso Führungen in Schauhöhlen und Besucherbergwerken. Lisa Schnell

Schiffe

Auf dem Ammersee, dem Starnberger See, dem Tegernsee und dem Königsee sind die Ausflugs- und Linienschiffe der staatlichen Seenschifffahrt unterwegs - inzwischen auch wieder nach dem regulären Fahrplan. Tickets gibt es direkt am Steg oder auf dem Schiff, sie müssen also nicht vorab gekauft oder reserviert werden. Passagiere müssen ihren Namen und Kontaktdaten hinterlassen und auf dem Schiff eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Und auch auf dem Brombachsee ist Verkehr, dort fährt der Trimaran MS Brombachsee wieder seit dem Pfingstwochenende. Kassian Stroh

Schlösser, Museen und Tierparks

Fast alle bayerischen Schlösser stehen inzwischen wieder für Besucher offen. Grundsätzlich hat sich dort nichts geändert, was Eintrittszeiten oder auch Preise betrifft. Allerdings gibt es Obergrenzen bei der Zahl der Besucher und geführte Gruppen, deshalb vielleicht auch längere Wartezeiten; manche Räume sind nicht zugänglich, wie die staatliche Schlösserverwaltung mitteilt, und die Wege durch die Räume sind oft andere - zum Beispiel weil es "Einbahnregelungen" gibt. Dass eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden muss, ist nicht überraschend.

Und manche Schlösser sind so eng, dass sie aus Infektionsschutzgründen geschlossen bleiben, dazu zählen zum Beispiel die Eremitage in Bayreuth, Schloss Rosenau bei Coburg, in München die Bavaria, die Pagodenburg und die Magdalenenklause im Schlosspark Nymphenburg sowie die Schlosskapelle der Blutenburg, das Königshaus am Schachen und das Schloss Veitshöchheim. Zu ist auch das Alte Schloss in Schleißheim - das aber hat nichts mit Corona zu tun, das Haus wird saniert. Eine vollständige Liste der geöffneten und geschlossenen Burgen und Schlösser findet sich hier.

Schon seit einiger Zeit wieder geöffnet, wenn auch unter Einschränkungen, haben die Zoos und Tierparks in Bayern genauso wie die Museen und Gedenkstätten. Da sich die Regeln - zum Beispiel für die zulässige Höchstzahl der Besucher - von Einrichtung zu Einrichtung oft sehr unterscheiden, sollte man sich vorher im Internet informieren, auch weil man meist nur dort an Tickets kommt. Kassian Stroh

Badeseen

In den Seen und Weihern in Bayern ist das Baden nicht verboten. Sich auf der Liegewiese zu sonnen, ist ebenfalls erlaubt - solange man die generellen Kontaktbeschränkungen beachtet. Das heißt vor allem: Mindestabstand einhalten und keine zu großen Gruppen bilden. Und explizit verboten sind auch jegliche Feiern oder Grillabende am Weiher - so wie in allen öffentlichen Parks, Anlagen oder Plätzen in Bayern. Kassian Stroh

© SZ.de/imei
Beachgoes are seen in Nissi Beach in the resort of Ayia Napa

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