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Coronavirus-Newsblog für Bayern:Unterricht soll stufenweise wieder starten

Weitere Entwicklung beim Coronavirus in Bayern

Wegen des Coronavirus sind die Schulen in Bayern seit Mitte März geschlossen.

(Foto: dpa)

Unterricht soll stufenweise wieder starten

Dienstag, 7. April, 16.46 Uhr: Nach wie vor ist offen, ob die Schulen in Bayern nach den Osterferien wieder öffnen oder ob sie geschlossen bleiben. Damit wird sich das Kabinett erst nach den Osterfeiertagen befassen. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Wiedereröffnung nicht für alle Schüler gleichzeitig stattfinden dürfte. Sondern nach einem Stufenplan. Das hat Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag angedeutet. "Wir brauchen Stufen, wir brauchen Zeitachsen", sagte er im Hinblick auf alle Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise. So sollten die Schüler der Abschlussklassen die Möglichkeit haben, diese zu bestehen. Das müsse aber nicht zwingend in Form von Präsenzunterricht sein. Lehrpläne müssten an die besondere Situation angepasst werden, sagte Söder. Er wolle auf keinen Fall, dass die Schulen der Weg zur Rückkehr des Coronavirus seien, wenn dieser eingedämmt werden könne.

Die Lehrer im Freistaat gehen ebenfalls von einem Stufenplan aus. Die Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, hält es für nicht umsetzbar, dass alle Schulen gleichzeitig für alle Jahrgangsstufen öffnen und zugleich die Abstandsregeln und anderen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Dafür fehle der Platz, vor allem aber das Personal. Selbst wenn die Schulen wieder öffnen, werden laut Fleischmann all die Lehrer, die zu einer Risikogruppe zählen - also alle über 60, alle mit Vorerkrankungen und Schwangere - nicht arbeiten können. Schon deshalb sei ein normaler Schulalltag ausgeschlossen. Fleischmann forderte einen verbindlichen Rahmen für eine stufenweise Öffnung.

Die Direktoren an den Gymnasien und beruflichen Oberschulen plädieren dafür, als erstes die Abschlussklassen in die Schulen zu holen, damit sich die Jugendlichen weiter auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten können. Unter "verschärften Hygienemaßnahmen" sei das machbar, sagte Walter Baier, der Chef der Direktorenvereinigung Gymnasien. Als nächstes solle man die Elftklässler in die Schulen holen, die nächstes Jahr Abitur schreiben. Andere Direktoren können sich auch Nachmittags- oder Samstagsunterricht sowie eine Wiederholungsphase zu Beginn des Schuljahrs 2020/2021 vorstellen, um den Stoff mit den Jüngeren aufzuholen.

Auch Gärtnereien und Jugendherbergen bekommen Soforthilfen

Dienstag, 7. April, 16.18 Uhr: In den Genuss der Soforthilfen des Freistaats kommen nun noch mehr Unternehmen und Einrichtungen, die wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Die Hilfen könnten nun auch Landwirte, Gärtnereien, Jugendherbergen und Bildungseinrichtungen beantragen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung. Vor allem die nicht gewinnorientierten Einrichtungen wie Schullandheime und Jugendherbergen hatten zuletzt geklagt, dass sie keine Hilfen vom Staat bekämen.

Die Soforthilfen für Unternehmen wurden laut Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) inzwischen etwa 300 000 Mal beantragt. Das Volumen liege bei zwei Milliarden Euro, von denen ein Viertel bereits ausgezahlt sei. Man habe "wäschekörbeweise" Anträge auch auf Papier bekommen, die abgetippt werden müssten. Deswegen bitte er bei der Bearbeitung um ein paar Tage Geduld. Als Ergänzung zu den Hilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, gebe es nun auch Sofortkredite, sagte Aiwanger. Dadurch, dass bei ihnen der Staat zu 100 Prozent bürge, könnten sie sehr schnell ausgezahlt werden - auch dann, wenn die Hausbank bisher gezögert habe.

22 Tote in Altenheim: Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht

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Dienstag, 7. April, 15.28 Uhr: Nach einer Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. Untersucht werde, ob gegen Hygienevorschriften verstoßen wurde, sagte Staatsanwalt Thorsten Seebach. Als möglicher Anfangsverdacht komme fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht. Es gebe aber bislang keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten, sagte Seebach. Die Behörde ermittele von Amts wegen. Es lägen keine Anzeigen von Angehörigen der Verstorbenen vor. In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung sind bislang 22 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. Sie waren nach Angaben des Heims alle über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. In einem weiteren Würzburger Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt starben bisher zwölf Bewohner nach einer Infektion. Hier werde noch abgewogen, ob Vorermittlungen angezeigt seien, sagte Seebach.

Huml: Jede zehnte Pflegeeinrichtung hat positive Corona-Fälle

Dienstag, 7. April, 14.15 Uhr: In jedem zehnten Alten- oder Pflegeheim in Bayern sind bereits Bewohner oder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daher sei Hilfe dort derzeit besonders wichtig, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Um die Einrichtungen zu beraten, bildet der Freistaat eine hundertköpfige Taskforce, die ersten Beschäftigten haben laut Huml ihre Arbeit bereits aufgenommen. Alte Menschen sind bei einer Infektion mit dem Coronavirus besonders gefährdet. Auch in den Pflegeeinrichtungen müssten die Infektionsketten unterbrochen werden, sagte Huml. Dafür seien bisweilen auch Verlegungen nötig. Generell fehle in vielen Einrichtungen akut Material wie Schutzausrüstungen. Dies sei in der Pflege besonders dramatisch, da die Mitarbeiter auch in der Corona-Krise den Patienten ganz nahe sein müssten.

Huml sprach auch davon, dass die Zahl der Intensivbetten in den bayerischen Krankenhäusern um etwa ein Fünftel erhöht worden sei. Auf den Intensivstationen gebe es nun 4400 Betten, 3050 davon mit einer Möglichkeit, die Patienten zu beatmen.

Wie es nach Ostern weitergehen könnte

Dienstag, 7. April, 13.50 Uhr: Gut drei Wochen nach der Schließung aller Schulen und Kitas, drei Wochen nach der Schließung von Freizeiteinrichtungen und der meisten Geschäfte und gut zwei Wochen nach Beginn der Ausgangsbeschränkungen hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angedeutet, wie es nach Ostern weitergehen könnte. Die Staatsregierung habe "Sympathie" für das Modell, das Österreich gewählt habe. Dort wurde am Montag verkündet, dass die Einschränkungen schrittweise aufgehoben werden: erst bei kleinen, dann bei größeren Geschäften, Schulen bleiben noch länger geschlossen und Veranstaltungen werden frühestens im Juli wieder erlaubt. Das sei kein "Exit, sondern eine Anpassung", sagte Söder nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts, "es wurde mehr verlängert als gelockert".

Zum weiteren Vorgehen sagte Söder: Ob und welche Geschäfte wieder geöffnet werden können, werde man nach Ostern diskutieren. Wenn Geschäfte wieder öffneten, müsste man über einen Schutz mit Masken in diesen reden. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben", sagte Söder. Er sehe zugleich nicht, dass eine Änderung möglich sei bei Bereichen, wo es schwer sei, Abstand zu halten, also in der Gastronomie, in Clubs oder Diskotheken - oder eben bei Veranstaltungen.

Aktuelles zum Coronavirus aus dem Münchner Umland

Seit Ende Januar ist das Coronavirus in Deutschland nachgewiesen, der erste Patient war ein Mann aus dem Münchner Umland. Die Landeshauptstadt und die angrenzenden Landkreise sind von der Pandemie in Bayern mit am stärksten betroffen. In diesen Newsblogs informiert die Süddeutsche Zeitung über die Entwicklung in einzelnen Landkreisen:

Aktuelle Meldungen und Informationen aus der Stadt München

Die Lage im Landkreis München

Die Lage im Landkreis Freising

Die Lage im Landkreis Starnberg

Die Lage im Landkreis Fürstenfeldbruck

Keine konkrete Aussage zu Schulöffnungen

Auch die Schulen und Kitas dürften nicht zu früh wieder öffnen, sagte Söder und deutete einen Stufenplan an: Womöglich gebe es Unterricht zuerst für jene, die vor Abschlussprüfungen stehen. "Grundschülern kann man keine Maskenpflicht anordnen." Einen konkreten Zeitpunkt, wann und wie Schulen wieder öffnen können, nannte er nicht. Söder kündigte zugleich an, für das laufende Schuljahr würden die Lehrpläne angepasst.

"Nach Ostern wird es nicht einfach so weitergehen wie zuvor", sagte der Ministerpräsident. Generell müssten Lockerungen einhergehen mit Auflagen zum Gesundheitsschutz und mit einem "massiven Ausbau" der Nachverfolgung von Infektionen. Das sei eine "Herausforderung wohl für das ganze Jahr". Söder sprach sich klar für ein bundesweit einheitliches Vorgehen aus: "Der Alleingang eines Bundeslandes ist falsch." Dass die Zahl der Neuinfektionen im Freistaat nicht mehr so stark steigt wie zuletzt, zeige, dass der "eingeschlagene Weg" mit restriktiven Einschränkungen richtig gewesen sei. Nach Einschätzung von Experten seien so etwa 50 000 Infektionen verhindert worden. "Aber wir sind noch lange nicht übern Berg."

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg nach offiziellen Angaben binnen eines Tages um nur noch 4,8 Prozent auf 26 567. Die Verdopplungszeit, also die Zeit, in der sich die Zahl der Fälle verdoppelt hat, liegt laut Söder nun bei 8,6 Tagen. Am Freitag lag der Wert noch bei gut sechs Tagen. Bislang weiß man offiziell von 495 Menschen in Bayern, die an einer Coronavirus-Infektion gestorben sind.

Pflegekräfte bekommen einmalig 500 Euro bezahlt

Dienstag, 7. April, 12.51 Uhr: Das bayerische Kabinett hat eine 500-Euro-Prämie für Pflegekräfte beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder per Twitter am Dienstagmittag mitteilte. Den Bonus sollen nicht nur Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern bekommen, sondern auch in Altenheimen und der ambulanten Altenpflege. Und nach entsprechenden Forderungen des Roten Kreuzes und der Malteser bekommen nun auch die Beschäftigten im Rettungsdienst die Einmalzahlung, also Rettungsassistenten und Notfallsanitäter. Der Bonus beträgt 500 Euro bei einer Arbeitszeit von mehr als 25 Stunden in der Woche, bei weniger Arbeitszeit 300 Euro. Bezahlt wird das vom Freistaat.

Grippewelle scheint auszulaufen

Dienstag, 7. April, 12.20 Uhr: Immer weniger Bayern erkranken derzeit an der Grippe. 54 216 Erkrankungen zählte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit seit Beginn der Grippesaison 2019/2020. In der letzten März-Woche kamen im Freistaat 373 neue Fälle dazu. Im Vergleich zu den Vorwochen sei die Zahl der Neuerkrankungen deutlich gesunken, sagte eine Sprecherin, das Ende der Grippewelle scheine erreicht zu sein. Der Rückgang der Grippefälle ist nach Ansicht der Mediziner ein gutes Zeichen in der Corona-Krise, weil dadurch Betten in den Krankenhäusern für Covid-19-Patienten frei werden. In der laufenden Grippe-Saison starben bisher 32 Menschen. In der vergangenen Saison waren es in Bayern noch 97.

Lehrerverband: Schulen nur öffnen, wenn Gesundheitsschutz sichergestellt ist

Dienstag, 7. April, 11.35 Uhr: Bei einer Wiedereröffnung der Schulen im Freistaat muss die Gesundheit aller Beteiligten laut dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) "oberste Priorität" haben. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sagte: "Der Gesundheitsschutz für die Kinder und Jugendlichen sowie für alle Beschäftigten muss sichergestellt sein." Ohne eindeutige und umfassende Klärung aller Fragen rund um die Schutzmaßnahmen dürften die Schulen nicht wieder aufmachen. Vor allem Risikogruppen müssten geschützt werden. Sie erwarte von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) "klare Ansagen" - und zwar schon jetzt.

Osterbrunnen sind verboten, der Kirchentag auf dem Hesselberg fällt aus

Dienstag, 7. April, 11.06 Uhr: Erstmals in seiner knapp 70-jährigen Geschichte fällt der Bayerische Evangelische Kirchentag auf dem Hesselberg in Mittelfranken aus. Das habe man angesichts der Corona-Pandemie "schweren Herzens" entschieden, sagte Wassertrüdingens Dekan Hermann Rummel. Geplant war die 69. Auflage des Kirchentags am Pfingstmontag (1. Juni), erwartet wurden Tausende Besucher. Die aktuellen Entwicklungen ließen nicht erkennen, "in welcher Form" der Gottesdienst und die Hauptversammlung unter freiem Himmel hätten stattfinden können. Ein Grund für die Absage sei außerdem gewesen, dass die beteiligten Chöre ihre Probentermine nicht hätten wahrnehmen können.

Wegen der Corona-Krise wird in Oberfranken dieses Jahr auch auf das traditionelle Schmücken von Brunnen mit bemalten Ostereiern verzichtet. "Die Gemeinden haben Osterbrunnen dieses Jahr verboten", sagte Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. Schon beim Aufbau kämen viele Menschen zusammen. Problematisch wäre aber vor allem der Besuch von mehreren Zehntausend Ausflüglern, die normalerweise die kunstvoll dekorierten Brunnen bestaunen. Der Brauch in der Fränkischen Schweiz ist mehr als 100 Jahre alt. Mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen unterstrichen die Menschen die Bedeutung des Wassers, das früher in der Region oft knapp war. Einer der bekanntesten Osterbrunnen ist der mit mehr als 10 000 Eiern verzierte in Bieberbach (Landkreis Forchheim).

Mehr als 400 000 Kontrollen der Anti-Corona-Maßnahmen

Dienstag, 7. April, 9.08 Uhr: Seit Beginn der bundesweiten Maßnahmen gegen das Coronavirus wurden in Bayern von der Polizei etwa 50 000 Verstöße registriert. Bis zum Sonntagmorgen gab es im Freistaat rund 411 000 Kontrollen, wie das Innenministerium mitteilte. Rund ein Drittel der Kontrollen bezogen sich direkt auf die Überprüfung der Ausgangsbeschränkungen. Ansonsten hätte die Polizei Veranstaltungs- und Versammlungsverbote sowie untersagte Betriebe überprüft.

Trotz der Ausgangsbeschränkungen locken Sonnenschein und Frühlingstemperaturen viele Menschen nach draußen. Zwischen Sonntagfrüh und Montagfrüh habe es allein in der Landeshauptstadt mehr als 10 000 Kontrollen gegeben, teilte die Münchner Polizei mit. Dabei seien etwa 3700 Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen registriert worden. Ein Hinweis habe aber oft gereicht, deshalb seien nur 277 Verstöße angezeigt worden. "Für uns ist wichtig, dass die Maßnahmen zum Schutz vor Coronainfektionen mit Augenmaß umgesetzt werden, immer orientiert am Einzelfall", sagte ein Ministeriumssprecher. "Ein Kriterium ist die Infektionsgefahr, die durch das Fehlverhalten ausgeht." Wie viele Bußgelder bayernweit schon verhängt wurden, sei unklar. Zwei Personen seien in Gewahrsam genommen worden, weil sie wiederholt gegen die Beschränkungen verstoßen hätten.

Drohnen sollen in Bayern laut Innenministerium vorerst nicht zur Kontrolle der Ausgangsbeschränkungen eingesetzt werden. Sie seien nicht notwendig. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht dies anders: "Drohnen sind aus meiner Sicht ein geeignetes Mittel, um unterstützend die Beschränkungen zu überwachen", sagte der bayerische Vize-Landesvorsitzende Jürgen Ascherl.

Malteser und Rotes Kreuz fordern Bonuszahlung auch für den Rettungsdienst

Dienstag, 7. April, 8.56 Uhr: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Malteser appellieren an den Freistaat, auch die Mitarbeiter des Rettungsdienstes für ihren Einsatz mit einer Einmalzahlung von 500 Euro zu würdigen. Sie sollten genauso einen Bonus erhalten, wie dies das Kabinett am Dienstag für die Pflegekräfte beschließen will, sagte der Landesgeschäftsführer der Malteser in Bayern, Christoph Friedrich. Denn auch die Frauen und Männer im Rettungsdienst setzten sich täglich der Gefahr einer Infizierung durch direkten Kontakt aus. "Sie arbeiten an Belastungsgrenzen, haben tagtäglich mit infizierten Patienten zu tun, machen Überstunden für ihre Kollegen, die in Quarantäne sind und viele von ihnen haben sich bereits infiziert", sagte auch der BRK-Präsident Theo Zellner. Beim BRK sind nach eigenen Angaben etwa 6300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst tätig, beim Malteser Rettungsdienst im Freistaat 900.

Erstmals tagt das Kabinett nur per Video

Dienstag, 7. April, 7.06 Uhr: Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird das bayerische Kabinett seine wöchentliche Kabinettssitzung am Dienstag per Videoschalte durchführen. Dabei werden viele Minister und Staatssekretäre nicht persönlich anwesend sein, sondern zugeschaltet, wie es schon im Katastrophenstab der Staatsregierung gängige Praxis ist. In der Staatskanzlei dürften sich aber in jedem Fall Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml (alle CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in der Staatskanzlei aufhalten, da sie im Anschluss auch eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten. Um eine mögliche Ansteckung unter den Ministern und Staatssekretären zu vermeiden, hatten die Sitzungen zuletzt im große Kuppelsaal der Staatskanzlei stattgefunden.

Auch inhaltlich wird die Sitzung des Ministerrats wie in den vergangenen Wochen von der Corona-Krise dominiert. Unter anderem soll dann die am Wochenende von Söder angekündigte - vorerst einmalige - 500-Euro-Prämie für alle Pflegekräfte in Bayern beschlossen werden. Darüber hinaus werden die Minister über die aktuelle Entwicklung bei den Neuinfektionen beraten und überlegen, wie die Ausbreitung weiter eingeschränkt werden kann.

Katholische Kitas fordern einheitliche Regelung für Gebühren

Montag, 6. April, 21.51 Uhr: Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern fordert von der Staatsregierung eine bayernweite Lösung für die Finanzierung von Elternbeiträgen in der Coronavirus-Krise. "Die bestehenden Rechtsunsicherheiten, ob und wie lange Elternbeiträge in diesem Zeitraum zu zahlen sind, lassen sich nur durch eine politische Lösung entschärfen", sagte Geschäftsführering Maria Magdalena Hellfritsch laut einer Mitteilung mit Blick auf die zahlreich geschlossenen Einrichtungen. In Bayern besuchen demnach etwa 190 000 Kinder eine der rund 2770 katholischen Kindertageseinrichtungen. Für deren Finanzierung seien Elternbeiträge ein wesentlicher Faktor. "Eine politische Lösung ist bisher nicht erkennbar", sagte Hellfritsch. "Andere Bundesländer sind hier schon weiter und haben bereits entsprechende Lösungen in Kraft gesetzt." Auch die Landeshauptstadt fordert von der Staatsregierung eine landesweite Regelung. In den städtischen Kitas in München werden den Eltern die Gebühren für die Zeit der Corona-Schließung komplett erstattet, die freien Träger tun das bisher nicht.

Söder: "Die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten"

Montag, 6. April, 21.10 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt. Zudem stimmte er die Menschen am Montagabend darauf ein, dass das Tragen von Masken in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte. "Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte Söder in der ARD. Und er fügte hinzu: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben." Aber es könne auch "Lichtblicke" geben, wo man sich weiterentwickeln könne. Dieser Weg müsse "in sich schlüssig" sein. Wie dieser Weg aussehen könnte, darüber wollten die Ministerpräsidenten kommende Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.

Klinikum in Dachau nimmt Betrieb schrittweise wieder auf

Montag, 6. April, 20.57 Uhr: Neben Covid-19-Patienten behandelt ein Klinikum in Dachau schrittweise wieder andere Kranke. "Wir wollen so schnell wie möglich wieder den Normalbetrieb aufnehmen", teilte Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner am Montag mit. Wegen einer Häufung von positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten hatte das Krankenhaus alle anderen abgewiesen. Seit Sonntag könne die ambulante Notfallversorgung des Helios Amper-Klinikums zumindest Patienten aufnehmen, die nicht mit dem Rettungsdienst kämen. Auch die Bereitschaftspraxis und die Geburtshilfe stünden wieder allen offen, hieß es weiter. Viele Pfleger fühlen indes sich vom Klinikum verheizt und beklagen, sie seien "Kanonenfutter". Der Landrat weist die Kritik zurück.

Acht Menschen sterben in Seniorenheim in Langenzenn

Montag, 6. April, 16.35 Uhr: Ein weiteres Seniorenheim ist von der Coronavirus-Ausbreitung offenbar besonders betroffen. In einer Einrichtung im Landkreis Fürth starben acht Menschen nach einer Infektion , fünf davon an diesem Wochenende. Inzwischen seien 63 der 113 Bewohnerinnen und Bewohner in dem Heim in der Stadt Langenzenn sowie 32 Pflegekräfte positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Fürth. Nach Angaben des Landkreises wurde mit der Heimaufsicht vereinbart, dass die positiv getesteten Pflegekräfte weiterhin die positiv getesteten Senioren versorgen dürften, sofern sie keine Krankheitsanzeichen haben. Außerdem habe das Heim vorübergehend zusätzliche Pflegekräfte organisieren können.

Auch Münchner Uni-Klinik sucht Ex-Patienten für Blutplasmaspenden

Montag, 6. April, 16.18 Uhr: Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patienten setzen Ärzte an mehreren Unikliniken in Bayern auch auf Blutplasma bereits genesener Menschen. Nun veröffentlichte auch das LMU Klinikum München einen Aufruf an mögliche Spender. Nach einer Infektion bilde der Körper Abwehrstoffe gegen den Erreger, heißt es auf der Internetseite des Klinikums. Diese Antikörper könnten lebensbedrohlich erkrankten Patienten helfen - auch in der Corona-Pandemie. Unter anderem setzt auch das Universitätsklinikum Erlangen auf die Transfusion von Blutplasma. Am Wochenende erhielt die Einrichtung die behördliche Zulassung für die Herstellung von therapeutischem Plasma. Die Uniklinik hatte bereits zuvor gut 200 ehemalige Covid-19-Patienten für eine mögliche Blutplasmaspende gewinnen können.

Hunderttausende sollen gegen Corona beten

Montag, 6. April, 16.10 Uhr: Kurz vor dem Beginn des jüdischen Pessachfestes am 9. April sollen vom Gebetshaus Augsburg ausgehend Hunderttausende im Internet gemeinsam beten. "Es soll die größte Gebetsaktion werden, die Deutschland je gesehen hat: Hunderttausende versammeln sich zeitgleich zum 90-Minuten-Gebet", teilten die Initiatoren mit. Das deutschlandweite Gebet solle am Mittwoch, 8. April, zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr stattfinden und sei auch als "deutliches Signal gegen Antisemitismus in unserem Land" zu verstehen. Die Initiatoren der Aktion sind das Gebetshaus Augsburg, ICF München, Eser 21 und Father's House for all Nations. Schirmherr der Aktion ist Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der wegen der Corona-Pandemie gesagt hatte: "Wer gläubig ist, soll beten, dass es Deutschland nicht zu hart trifft". Das Angebot richte sich an Gläubige unterschiedlichster Konfessionen, Christen wie Nichtchristen.

FDP: "Ein Exit-Fahrplan ist überfällig"

Montag, 6. April, 15.28 Uhr: FDP-Landeschef Daniel Föst fordert von der Staatsregierung einen Fahrplan für den Weg aus der Corona-Krise. "Wir müssen jetzt darüber diskutieren, wie und wann wir unser gesellschaftliches Leben und unsere Wirtschaft wieder aus dem Shutdown führen", sagte er. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dürfe sich dieser Debatte nicht länger verweigern. "Ein Exit-Fahrplan ist überfällig. Die Menschen nehmen derzeit viele Einschränkungen in Kauf", betonte Föst. Es sei Aufgabe der Regierung, mögliche Ausstiegsszenarien zu erarbeiten.

"Andere Länder sind hier schon weiter", sagte Föst. Er verwies auf die Regierung in Österreich, die am Montag ihre Strategie für eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen präsentiert hatte. "Das gibt den Menschen eine Perspektive und schafft Planungssicherheit für die Unternehmen. Wir Bayern müssen wissen, unter welchen Bedingungen wir Schritt für Schritt wieder zur Normalität kommen." Söder lehnt bisher eine öffentliche Debatte über Exitstrategien ab. Die bayerische Staatsregierung hält auch nach der angekündigten Lockerung in Österreich am zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan fest: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

SPD und Grüne stellten sich am Montag hinter Söder. Kein Mensch könne sagen, "ob wir es wirklich schaffen, die Zahl der Infizierten so niedrig zu bekommen, wie nötig", sagte Eva Lettenbauer (Grüne). Zum jetzigen Zeitpunkt einen Plan vorzulegen, sei "unseriös". Der FDP warf sie vor, sich "parteipolitisch profilieren" zu wollen. Sich Gedanken zu machen, wie es weitergehe, sei angemessen, sagte Horst Arnold (SPD). Nicht angemessen aber sei es, diese Gedanken zum jetzigen Zeitpunkt "rauszublasen".

In Mitterteich wird die Ausgangssperre aufgehoben

Montag, 6. April, 15.11 Uhr: Die strikte Ausgangssperre für die Stadt Mitterteich wird vom morgigen Dienstag an aufgehoben. Das Infektionsgeschehen dort zeige keine signifikanten Unterschiede mehr zur Entwicklung im restlichen Landkreis, teilte das Landratsamt Tirschenreuth mit. Die Stadt Mitterteich gilt deutschlandweit als ein Hotspot der Covid-19-Erkrankungen, gemessen an der Einwohnerzahl. Der Anstieg der Fallzahlen in Mitterteich hat sich laut Landratsamt deutlich verlangsamt. Deshalb dürfe auch das Stadtgebiet ab Dienstag wieder betreten und verlassen werden. Allerdings sei das Verlassen der eigenen Wohnung weiterhin nur aus triftigen Gründen erlaubt - so wie im restlichen Bayern auch.

Die Ausgangssperre in Mitterteich war am 18. März verhängt worden - als erste in Bayern. Vergangene Woche hatte sie der Krisenstab noch bis einschließlich 9. April verlängert. Nach Angaben des Landratsamtes waren am Dienstagmittag im Kreis Tirschenreuth 814 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, 44 Menschen sind bisher an Covid-19 gestorben.

Trotz Lockerungen in Österreich: Staatsregierung bleibt bei ihrem Zeitplan

Montag, 6. April, 14.04 Uhr: Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich beim zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher. In Österreich hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag erläutert, dass vom 14. April an schrittweise die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Die Ausgangsbeschränkungen werden bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu.

Sommersemester zählt nicht zur Regelstudienzeit

Montag, 6. April, 12.38 Uhr: Das Sommersemester wird wegen der Corona-Krise den etwa 400 000 Studenten in Bayern nicht als Semester auf die Regelstudienzeit und das Bafög angerechnet. Das sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bei einer Veranstaltung der Universität Würzburg. Das am 20. April beginnende Semester bringt infolge der Corona-Epidemie erhebliche Behinderungen von Forschung, Lehre und Studium mit sich. Dabei reichen die Einschränkungen von geschlossenen Bibliotheken über ausgefallene Lehrveranstaltungen bis hin zu wegfallenden Praktikumsmöglichkeiten. Damit sich möglichst wenig Studierende und Lehrende in Hörsälen anstecken, startet das Sommersemester überwiegend digital.

Bayerns Universitäten seien sehr gut auf eine flächendeckende Umstellung ihrer Lehre auf ein Fernstudium eingestellt, sagte Sibler. "Es wird deutlich, dass wir bei vielen Dingen nicht bei null stehen." Derzeit sehe es so aus, als ob an vielen Hochschulen bis zu 90 Prozent der Lehrveranstaltungen im Sommersemester stattfinden könnten. "Das ist kein Perfektionssemester", betonte der Präsident der Uni Würzburg, Alfred Forchel. Es gibt Übertragungsprobleme bei der Online-Lehre, technische Schwierigkeiten, Hardware-Mangel - der Kern der Lehre solle trotz dieser schwierigen Zeiten stattfinden. An der Bücherausleihe werde noch gearbeitet, womöglich könne Literatur auch verschickt werden. Das Sommersemester wird in diesem Jahr um zwei Wochen bis zum 7. August verlängert, etwa um Praktika zu ermöglichen. Der Zeitraum, in dem Vorlesungen stattfinden, kann an den Hochschulen flexibel geregelt werden.

Bei Jugendlichen-Telefonberatung dreht sich fast alles um Corona

Montag, 6. April, 8.58 Uhr: Kinder und Jugendliche leiden stark unter den aktuellen Ausgangsbeschränkungen. Ihr Bewegungsdrang sei stark eingeschränkt und die häusliche Situation in manchen Familien problematisch, sagt Laura Guppenberger aus Regensburg von der jugendlichen Telefonhotline des Deutschen Kinderschutzbundes. Seit zwei Wochen drehten sich die Beratergespräche bei "Hoffnungsfunken" hauptsächlich um das Coronavirus. Die Jugendlichen riefen an, weil sie mit der Langeweile nicht zurechtkämen, mit sich und ihrer Zeit nichts anzufangen wüssten, erläutert Guppenberger, die Projektleiterin eines Beraterteams in Regensburg ist.

In der aktuellen Situation ploppten aber auch Fragen zum sexuellen Missbrauch in den Familien auf. "An den vergangenen zwei Samstagen hatten wir drei solche Fälle, das ist viel mehr als sonst." Außerdem riefen momentan Jugendliche an, die psychische Probleme hätten und mit ihrem Leben immer schlechter zurechtkämen, je länger die Kontaktsperren anhielten, "weil die Routinen, der Job, die Freunde und auch die Therapiestunden wegbrechen". Bei der Telefonhotline "Hoffnungsfunken" des Kinderschutzbundes sprechen immer samstags ehrenamtliche Jugendliche mit anderen Jugendlichen und werden von Gleichaltrigen um Rat gefragt. Die Berater würden von Sozialpädagogen auf die Anrufe vorbereitet. Die Beratungshotline von "Hoffnungsfunken" und anderen Organisationen ist unter der Nummer 116 111 zu erreichen, der sogenannten "Nummer gegen Kummer".

Ministerium: Sommersemester in Bayern beginnt mit Online-Vorlesungen

Sonntag, 5. April, 18.30 Uhr: Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus beginnt das Sommersemester an Bayerns Hochschulen ausschließlich mit Online-Vorlesungen. "Wir starten den Lehrbetrieb für alle Studentinnen und Studenten am 20. April komplett digital", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Der Gesundheitsschutz habe oberste Priorität. Ob man im Laufe des Sommers nach und nach zur Präsenzlehre zurückkehren könne, sei noch nicht absehbar.

Der digitale Vorlesungsbetrieb verlange von allen Gruppen - Hochschulen, Lehrenden und Studenten - ein hohes Maß an Flexibilität. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir alle diese Bewährungsprobe bestehen werden", sagte Sibler. Mit Blick auf die Prüfungen zum Ende des Semesters arbeiteten die Hochschulen an praktikablen Lösungen.

Polizei: Mehrheit der Bürger in Bayern hält Corona-Regeln ein

Sonntag, 5. April, 15.15 Uhr: Die Menschen in Bayern haben sich am Wochenende nach Polizeiangaben weitgehend an die wegen der Corona-Krise geltende Ausgangsbeschränkungen gehalten. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen zog es zwar Spaziergänger und Freizeitsportler an die frische Luft, jedoch hielten sich die meisten Menschen an die Vorgaben - also entweder alleine oder nur mit dem Partner oder Familienangehörigen unterwegs zu sein.

Die Polizei in München registrierte nach eigenen Angaben zwischen Samstag- und Sonntagmorgen bei gut 9000 Kontrollen etwas mehr als 370 Verstöße. So fand beispielsweise in der Nacht zum Sonntag in einer Wohnung und einem Innenhof eines Mehrfamilienhauses eine Party statt, bei der auch mehrere Besucher anwesend waren, die nicht in dem Haus lebten. In Memmingen im Allgäu beispielsweise beendete die Polizei eine Geburtstagsparty mit sieben Gästen sowie eine ebenso unerlaubte Familienfeier.

Söder: "Ich bin kein Gegner der Maskenpflicht"

Sonntag, 5. April, 11.24 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder rechnet mit einem verstärkten Einsatz von Atemschutzmasken zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion. "Ich bin kein Gegner der Maskenpflicht, vieles spricht dafür. Wir werden sicher auch zu einem verstärkten Einsatz von Masken kommen", sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag". Allerdings könne ein einfacher Mundschutz kein gleichwertiger Ersatz für eine Ausgangsbeschränkung oder Kontaktsperre sein. "Ein Tuch oder Schal allein reicht nicht. Wir brauchen ordentliche Masken", sagte Söder. Für die bessere Ausstattung mit Schutzmasken bedürfe es einer "nationalen Notfallproduktion". "Es ist auf Dauer nicht akzeptabel, dass wir uns auf dem Weltmarkt gegen die Wildwest-Methoden einiger Länder beim Aufkaufen von Schutzausrüstung zur Wehr setzen müssen."

Sonderzahlung von 500 Euro angekündigt

Sonntag, 5. April, 6 Uhr: Bayern will den in der Corona-Krise besonders belasteten Pflegekräften eine Sonderzahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der Bild am Sonntag an. Die "vorläufig einmalige" Zahlung, wie ein Sprecher der Staatskanzlei sagte, soll aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Profitieren sollen gut 250 000 Pflegekräfte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Der Bonus, der den Staat 126 Millionen Euro kostet, soll steuerfrei sein und zeitnah ausgezahlt werden.

Die Landtags-Grünen hatten erst Mitte der Woche gefordert, alle Pflegekräfte und auch alle Ärzte sollten eine "Gefahrenzulage" von 500 Euro bekommen, das wären nach ihrer Rechnung etwa drei Euro pro Arbeitsstunde. Und diese Zulage sollten sie nicht versteuern müssen. Um die Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenheimen zu unterstützen, übernimmt der Freistaat seit dieser Woche die Kosten für Essen und Getränke in den Kantinen dort.

Neugeborene und Mütter dürfen Quarantäne-Klinik verlassen

Samstag, 4. April, 17.32 Uhr: Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern hat das Helios Klinikum München West in dieser Woche seinen normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend aufgeben müssen. 14 Patienten und zwei Mitarbeiter waren am Mittwoch positiv auf das Virus getestet worden. Jetzt gibt es gute Nachrichten für die Patientinnen der Gynäkologie und Geburtshilfe: Alle 14 Mütter und ihre Babys wurden negativ auf das Virus getestet. Daraufhin habe das städtische Gesundheitsreferat den Entlass-Stopp für den gynäkologischen und geburtshilflichen Bereich der Klinik aufgehoben, erklärt Chefärztin Sabine Keim.

Aufnahmestopp auch in Behinderteneinrichtungen

Samstag, 4. April, 15.03 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es in Bayern jetzt auch einen Aufnahmestopp für stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. "Menschen mit schweren Behinderungen können von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor Ansteckungen zu schützen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Diese Allgemeinverfügung gilt zunächst vom 4. April bis einschließlich 19. April. Eine Ausnahme sei möglich für Einrichtungen, in denen gewährleistet ist, dass neue Bewohnerinnen und Bewohner für einen Zeitraum von 14 Tagen in Quarantäne untergebracht werden können. Voraussetzung ist, dass das zuständige Gesundheitsamt zustimmt.

Auch Rückverlegungen von Bewohnerinnen und Bewohnern in ihre Einrichtung aus dem Krankenhaus seien nur dann erlaubt, wenn diese für 14 Tage isoliert werden können und die notwendige Schutzausrüstung vorhanden ist. Andernfalls müssen die Betroffenen für den Zeitraum von 14 Tagen in anderen geeigneten Einrichtungen, Unterkünften oder betreuten Wohnformen untergebracht werden. Ein Aufnahmestopp gilt seit Samstag bereits für Pflegeheime. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Aufnahmestopp bereits am Mittwoch angekündigt, da sich das Coronavirus zunehmend in Alten- und Pflegeheimen ausbreitet.

Bayern meldet 23 049 Infektionen

Samstag, 4. April, 15.03 Uhr: In Bayern sind inzwischen 23 049 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Die Zahl der Todesfälle ist nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit binnen 24 Stunden um 43 gestiegen: von 327 auf 370. Das teilt das Landesamt auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge waren es am Vortag 20 962 Infizierte.

Gesundheits- und Innenministerium wollen Hilfskliniken einrichten

Samstag, 4. April, 9.57 Uhr: Der Freistaat bereitet sich mit der Einrichtung von Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an schweren Covid-19-Fällen vor. Besonders geeignet seien bestehende Reha-Kliniken oder andere Einrichtungen mit ausreichender Infrastruktur, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) mitteilen. So sollen zusätzliche stationäre Kapazitäten geschaffen werden.

Ein Hilfskrankenhaus soll Herrmann zufolge mindestens 90 Betten umfassen und laut Huml möglichst in der Nähe einer bestehenden Klinik eingerichtet und dieser organisatorisch zugeordnet werden. Um eine Infektionsgefahr möglichst auszuschließen, müssten an Covid-19 Erkrankte, Verdachtsfälle und andere Patienten unbedingt voneinander getrennt sein, sagt Huml. Das gelte auch für das Personal, das diese drei Patientengruppen betreut.

Bereits Ende März hatte Huml angekündigt, dass in den 26 bayerischen Rettungsleitstellen-Bereichen Hilfskrankenhäuser entstehen sollen. Planung und Aufbau würden von den Katastrophenschutzbehörden vor Ort organisiert.

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Paris auf

Samstag, 4. April, 9.38 Uhr: Der Freistaat will zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus Paris zur Behandlung in bayerische Kliniken aufnehmen. Das twitterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. Und: "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Frankreich gehört neben Italien und Spanien zu den Ländern in Europa, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Seit dem 1. März starben in Frankreich mehr als 6500 infizierte Menschen. Auch andere Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten zur Behandlung auf. In den vergangenen acht Tagen hat die Bundeswehr mehrfach infizierte Menschen eingeflogen

Sommersemester an Hochschulen startet pünktlich und wird verlängert

Freitag, 3. April, 20.02 Uhr: Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen beginnt trotz der Corona-Krise wie geplant am 20. April. Das Vorlesungsende hingegen wird auf den 7. August verschoben, wie die Universitätenkonferenz am Freitag in München mitteilte. Der Zeitraum, in dem Vorlesungen stattfinden, werde an den Universitäten und Hochschulen flexibel geregelt.

Weiter hieß es, es würden alle Anstrengungen unternommen, um zusätzlich digitale Lehrangebote zu entwickeln und für die bayernweit fast 400 000 Studierenden verfügbar zu machen. "Die Hochschulen sind handlungsfähig und werden die ihnen übertragene Autonomie verantwortungsvoll nutzen." Das Wissenschaftsministerium begrüßte ebenfalls die gefundenen Lösungen und betonte, dass "für Studentinnen und Studenten hinsichtlich Bafög, Kindergeld oder Krankenversicherung flexible Regelungen gefunden werden und ihnen auch, was die Regelstudienzeit anbelangt, keine Nachteile entstehen".

Hotels und Gaststätten sollen Geld aus Versicherungen bekommen

Freitag, 3. April, 17.44 Uhr: Viele bayerische Hotels und Gaststätten sollen in der Corona-Krise Geld aus ihren Betriebsschließungsversicherungen bekommen. Ob diese in der aktuellen Pandemie gelten ist zwar eigentlich strittig, doch die Branchenverbände, das bayerische Wirtschaftsministerium und Versicherungen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Demnach sollen 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze ausbezahlt werden.

"Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sprach von einer "ausgewogenen Lösung".

"Eine Ausnahmesituation in Form einer Pandemie wird von vielen Betriebsschließungsversicherungen nicht abgedeckt", erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, warum nur ein kleiner Teil der Summen ausgezahlt werden soll. "Solche Versicherungen greifen normalerweise, wenn der einzelne Betrieb von einer Schließungsanordnung betroffen ist." Jetzt seien aber alle Betriebe betroffen. Zudem dürften Beherbergungsbetriebe noch Geschäftsreisende unterbringen. "Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden", sagte Aiwanger. Bislang haben dem Ministerium zufolge Allianz, Versicherungskammer Bayern und die Haftpflichtkasse VVaG zugestimmt.

Nach fünf Corona-Partys: 34-Jähriger in Gewahrsam

Freitag, 3. April, 17.16 Uhr: Nach wiederholten Corona-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April müsse der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei am Freitag mit. Dort solle er über sein Verhalten nachdenken. Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal am Donnerstagabend nahmen die Beamten den Mann mit. Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren.

Bestattern fehlt Schutzmaterial

Freitag, 3. April, 16.42 Uhr: Bestatter beklagen in der Corona-Krise einen massiven Mangel an Schutzmaterial. "Mittlerweile fehlt aufgrund der weltweiten Nachfrage teilweise schon das Material für die Versorgung unserer regulären Sterbefälle", sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, am Freitag in Schweinfurt.

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 925 000 Menschen. "Für den Fall, dass es zu einem Anstieg der Sterbefälle aufgrund des Coronavirus käme, ist es bereits jetzt absehbar, dass dann nicht ausreichend Materialien zur Verfügung stünden", sagte Michal. Die Bestattungsunternehmen würden die hohen Preise für Atemschutzmasken, Handschuhe, Einwegschürzen und Desinfektionsmittel zahlen. "Sie haben aber mangels Verfügbarkeit im freien Handel gar keine Möglichkeit, dies zu tun."

Die Lage sei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist. Die meisten Bundesländer hätten den Bestatterberuf nicht als offiziell systemrelevant anerkannt, was die Versorgung schwieriger mache. In Bayern ist Bestatter laut Michal aber ein systemrelevanter Beruf.

In Thüringen seien Bestattungsunternehmen bei der Materialverteilung berücksichtigt worden, in Baden-Württemberg seien die Landkreise dafür zuständig. Dort könnten die Bestatterverbände als systemrelevante Berufe den konkreten Bedarf für die Unternehmen in der Region mitteilen. "Wir möchten einfach alle Verstorbenen, ob infektiös oder nicht, würdig und unter Beachtung der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes professionell versorgen und bestatten können", betonte Michal. "Ohne ausreichende Materialien ist dies aber gefährdet."

In diesem Jahr kein Mediziner-Staatsexamen mehr

Freitag, 3. April, 15.43 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das Zweite Staatsexamen für Medizinstudierende auf das Jahr 2021 verschoben. Bayern setze damit eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums um, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gibt wichtige Gründe für die Verschiebung - vor allem mit Blick auf das Infektionsrisiko." Auch ohne das Zweite Staatsexamen könnten sich die Medizinstudenten sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen, indem sie direkt ins Praktische Jahr einsteigen. Dass ihnen viel abverlangt werde, sei ihr bewusst, sagte Huml. "Sie haben sich monatelang auf die Prüfungen vorbereitet und stehen in den Startlöchern." Sie hoffe aber auf das Verständnis von allen Beteiligten.

Corona-Stillstand kann Keime in Wasserrohren fördern

Freitag, 3. April, 15.30 Uhr: Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät, Wasserleitungen mindestens einmal wöchentlich zu gebrauchen. Wegen der Corona-Krise sind derzeit die meisten Schulen, Einkaufszentren und Gaststätten geschlossen oder werden nur wenig genutzt. Trinkwasserleitungen seien aber auf regelmäßigen Gebrauch ausgelegt, schreibt das LGL. Wenn länger kein Wasser fließe, drohten hygienische Probleme, zum Beispiel Legionellen. Diese wieder loszuwerden, koste viel Zeit und Geld. Das LGL rät daher, mindestens einmal wöchentlich Kalt- und Warmwasser durch die Leitungen laufen zu lassen.

Anwalt klagt gegen Verbot von Gottesdiensten

Freitag, 3. April, 15.13 Uhr: Kurz vor Ostern verlangt ein Münchner Anwalt per Eilantrag vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, religiöse Zusammenkünfte inmitten der Corona-Krise zuzulassen. "Das absolute Verbot verletzt mich in meiner Religionsfreiheit. Ähnlich den Regelungen zu lebensnotwendigen Dienstleistungsbetrieben wäre eine Erlaubnis mit strengen seuchenhygienischen Auflagen das mildere Mittel gewesen", sagte der Anwalt der Deutschen Presse-Agentur. Er klage nicht nur als Katholik, sondern auch für andere Christen und Glaubensgemeinschaften, die den gleichen Einschränkungen unterworfen seien. "Hintergrund ist natürlich auch das Osterfest sowie das Paschafest."

In dem Antrag heißt es: "Ostern ist nach katholischem Glauben nicht einfach ein Fest unter anderen, sondern das "Fest der Feste". Zu dieser Zeit auf die liturgischen Feiern verzichten zu müssen, sei eine schwere Belastung und unverhältnismäßig. Aus Sicht des Anwalt ist es "seuchenhygienisch vertretbar", Alternativen zu einem kompletten Gottesdienstverbot zu suchen - etwa eine Begrenzung der Teilnehmerzahl, Mindestabstand zwischen den Gottesdienstbesuchern, das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, einen geregelten Einlass und Mundschutz und Handschuhe beim Verteilen der Kommunion. Ähnliche Auflagen gebe es auch für Betriebskantinen.

Innenminister: Polizei soll am Wochenende scharf kontrollieren

Freitag, 3. April, 14.04 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. "Es macht keinen Sinn, zig Kilometer an einen beliebten Ausflugsort zu fahren, wo Sie unweigerlich auf eine große Zahl an anderen Ausflüglern treffen", sagte Herrmann. Die Staatsregierung ist in Sorge, dass die Disziplin in der Bevölkerung über die Ferien nachlässt - zumal die Meteorologen zum Teil hervorragendes Ausflugswetter melden. "Nichts spricht gegen einen Spaziergang auf einem einsamen Waldweg", sagte Herrmann. Jedoch sei gerade an beliebten Treffpunkten in Parks, an Uferpromenaden oder in den Bergen mit so vielen Menschen zu rechnen, dass der Sicherheitsabstand nicht mehr eingehalten werden könne.

Herrmann kündigte scharfe Kontrollen der Polizei an. Die zehn Präsidien seien mit 13 Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. Es drohten für Verstöße teils empfindliche Bußgelder und Strafen. Er sagte aber auch: Eine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen sei weder geplant noch beabsichtigt. "Wir appellieren an die Vernunft der Bevölkerung." In den vergangenen Wochen hat die Polizei bei 300 000 Kontrollen bereits 25 000 Verstöße gegen die Regelungen zum Kampf gegen Corona festgestellt.

Zahl der neuen Infektionen steigt weniger stark

Freitag, 3. April, 12.38 Uhr: Fast zwei Wochen nach dem Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen in Bayern zeigt sich eine Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung. Von Donnerstag auf Freitag sei die Zahl der bestätigten Infektionen um 9,4 Prozent gestiegen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser Wert liege nun erstmals unter zehn Prozent. "Die Kurve flacht leicht ab." Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch nach etwas mehr als sechs Tagen. Vor den Schulschließungen Mitte März habe sich die Zahl noch alle 2,5 Tage verdoppelt, zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen habe die Rate bei 3,8 Tagen gelegen. "Das heißt, die Maßnahmen, die wir getroffen haben, beginnen zu wirken", sagte Söder.

Er sprach von einem "leicht positiven Trend", der aber nicht reiche. "Wir müssen jetzt konsequent die getroffenen Maßnahmen weiter umsetzen", sagte Söder. "Durchhalten lohnt sich aber." Ohne die getroffenen Maßnahmen in Deutschland und in Bayern hätte sich die Lage "dramatisch" entwickelt. "Wir hätten Situationen wie vielleicht in Italien und anderswo." Auch die Münchner Virologin Ulrike Protzer sieht noch keinen Grund zur Lockerung der Maßnahmen: "Wir befinden uns immer noch in einer Phase des exponentiellen Wachstums." Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären aber wohl eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen, sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München. Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass "man diese Zahl auf deutlichst unter 100 000, hoffentlich unter 20 000 senken" könne.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stieg die Zahl der bestätigten Infektionen bis Freitagvormittag um etwa 1800 auf 20 962. An Covid-19 gestorben sind bisher 327 Menschen in Bayern; bis Donnerstag waren es noch 50 weniger.

In diesem Jahr gibt es keinen "Tag der Franken"

Freitag, 3. April, 11.10 Uhr: Der "Tag der Franken" fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus und wird auf 2021 verschoben. Das teilte der Bezirk Unterfranken mit. Ursprünglich hätte der fränkische Festtag am 5. Juli in Haßfurt stattfinden sollen. "Aufgrund der Corona-Krise ist dieser Termin weder plan- noch durchführbar", sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. Auch die vom 24. Juni bis 5. Juli in Haßfurt geplanten Unterfränkischen Kulturtage würden verschoben. Mit dem "Tag der Franken" erinnern die fränkischen Regierungsbezirke an die Gründung des Fränkischen Reichskreises im Jahr 1500.

Münchner Studie soll Corona-Dunkelziffer erhellen

Freitag, 3. April, 10.15 Uhr: In München soll eine groß angelegte Studie Erkenntnisse dazu liefern, wie weit das Coronavirus inzwischen tatsächlich verbreitet ist. Hier sollen mehrere Tausend Menschen auf Antikörper gegen den Erreger getestet werden. Sie werden zufällig aus 3000 Münchner Haushalten ausgewählt, wie Michael Hoelscher sagte, der Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München. Die Studie wurde am Freitag gestartet und vom Freistaat Bayern unterstützt. Damit klar ist, dass es sich bei den Forschern nicht um Betrüger handelt, werden sie bei ihren Hausbesuchen von der Polizei begleitet. Die Probanden sollen regelmäßig Blut abgeben, das dann untersucht wird.

Bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ist eine der großen Fragen, wie viele Infektionen unentdeckt bleiben. Denn bislang werden nur Verdachtsfälle getestet. Da viele Menschen aber keine oder kaum Krankheitssymptome zeigen, tragen sie womöglich den Erreger in sich und stecken sogar andere an, ohne dass dies bemerkt wird. Eine groß angelegte Untersuchung könnte nun nicht nur diese Dunkelziffer erhellen; da diese Tests nicht auf den Erreger selber, sondern auf die Antikörper ansprechen, die das Immunsystem produziert, können so auch zurückliegende unentdeckte Infektionen aufgedeckt werden.

Ergänzt werden dürfte die Studie womöglich schon bald durch eine weitere im Landkreis Tirschenreuth, der momentan am schwersten betroffenen Region Bayerns. "In Tirschenreuth kann man sehr viel lernen, wie Übertragungen funktionieren", sagte Hoelscher. Dort vermuten Experten als eine der Hauptursachen für die Verbreitung des Erregers ein örtliches Starkbierfest in Mitterteich. In München hingegen gebe es viele voneinander unabhängige Infektionsketten. Deshalb eigne sich die Landeshauptstadt besser für eine Untersuchung der generellen Verbreitung.

Bayerns Wissenschaftler tun sich im Kampf gegen Coronavirus zusammen

Freitag, 3. April, 10.07 Uhr: Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern etwa 100 Wissenschaftler und 70 Medizinstudenten zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen. Dies teilten Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler mit. "Gemeinsam arbeiten wir daran, dieses Virus besser zu verstehen, es effektiv zu bekämpfen und erfolgreich aus dieser Krise hervorzugehen", sagte Sibler. Ziel sei es, Corona langfristig in den Griff zu bekommen und die spezifische Situation in Bayern abzubilden, betonte Söder. "Deswegen bündeln wir auch unsere gesamten wissenschaftlichen Kompetenzen."

Die Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und am Helmholtz-Zentrum München, Ulrike Protzer, sagte, das Expertenteam solle die Politik beraten und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Debatte einbringen. Ihm gehörten nicht nur Virologen und Epidemiologen an, sondern auch Mediziner, die etwa die Situation in den Hausarztpraxen und den Krankenhäusern beurteilen könnten. Wissenschaftsminister Sibler sagte, das sei gerade angesichts der weit verbreiteten Falschnachrichten wichtig: "Wir wollen rationale Antworten geben in einer emotionalen Frage."

Gewerkschaft nennt Soforthilfe-Programm eine "Mogelpackung"

Freitag, 3. April, 8.27 Uhr: Am Soforthilfe-Programm des Freistaats für in Schwierigkeiten geratene Firmen wird Kritik laut. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa spricht von einer "Mogelpackung": Die Staatsregierung habe Soloselbständigen bis zu 5000 Euro versprochen, die GEW habe umgehend das Programm empfohlen - doch dies widerrufen müssen, seit das Wirtschaftsministerium den Nachweis einer eigenen Betriebsstätte verlange. Die aber hätten viele Freiberufler gar nicht. Das Ministerium wiederum verweist darauf, dass sein Programm vor allem für Betriebe in Zahlungsnöten gedacht sei. Für Freiberufler mit nur wenigen fixen Betriebsausgaben sei das vom Bund beschlossene Sozialschutzpaket "grundsätzlich die geeignetere Unterstützungsleistung".

Nach offiziellen Angaben haben bis Donnerstagmittag fast 230 000 Firmen und Selbständige in Bayern eine Soforthilfe beantragt - in einer Gesamthöhe von 1,7 Milliarden Euro. Etwa 350 Millionen Euro sind bereits ausbezahlt. Das Programm läuft seit gut 14 Tagen. Einen kritischen Punkt hat das Ministerium in dieser Woche bereits geändert: Um Geld bekommen zu können, müssen nicht mehr alle "liquiden Finanzmittel" aufgebraucht sein. Nun lautet die Bedingung: Die Einnahmen reichen voraussichtlich nicht, um den geschäftlichen Verpflichtungen in den kommenden drei Monaten nachzukommen; Privatvermögen müsse nicht eingebracht werden. Das ist insbesondere für Freiberufler wichtig, bei denen Betriebs- und Privatvermögen meist ineinander übergehen.

Da inzwischen der Bund ein eigenes Soforthilfe-Programm aufgelegt hat, wurde dieses in dieser Woche mit dem bayerischen verzahnt. Dabei sind aber Abgrenzungsprobleme entstanden. Kritiker der bayerischen Richtlinien monieren, dass, wer nach den neuen Kriterien Geld vom Bund haben will, aber vorher bereits beim Freistaat einen Antrag eingereicht hat, Letzteren zurückziehen muss.

Das Bistum Augsburg greift seinen Pfarreien unter die Arme

Freitag, 3. April, 7.11 Uhr: Das Bistum Augsburg legt einen zehn Millionen Euro schweren Hilfsfonds für Pfarreien und kirchliche Einrichtungen auf. "Wir stehen euch in der jetzigen Situation, die viele Unwägbarkeiten birgt, solidarisch zur Seite", sagte der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier an die Adresse der Betroffenen. "Macht euch keine Sorgen über die Finanzierbarkeit laufender Projekte." Bestückt wird der "Stephana" genannte Hilfsfonds aus Rücklagen des Bistums. Es gebe die Möglichkeit, ihn um zehn Prozent aufzustocken oder sogar um fünf Millionen Euro zu erhöhen, hieß es in einer Mitteilung des Bistums. Durch das Kontaktverbot und andere Corona-Vorgaben sei es derzeit viel schwerer als sonst, Mittel einzuwerben. Das treffe die Kirchenstiftungen in besonderem Maße. Gerade auch Bauprojekte sollten so weiter realisierbar sein, denn "von diesen wiederum hängen gerade bei Bauvorhaben auch zahlreiche Arbeitsplätze in Mittelstand und Handwerk ab".

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Donnerstag, 2. April, 16.47 Uhr: Das Innenministerium hat mit Blick auf das Wochenende klargestellt, dass Motorradausflüge in Bayern wegen der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. Einzig für den Weg zum Ausgangsort eines Spaziergangs dürften die Bikes genutzt werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bat allerdings darum, bei Zweifeln lieber zu Hause zu bleiben. "Wir brauchen alle Kräfte im Kampf gegen das Virus. Wir müssen Rettungswesen und die Krankenhäuser soweit wie möglich entlasten", sagte er mit Blick auf die Unfallgefahr.

Die Polizei kündigte derweil in weiten Teilen des Freistaats verstärkte Kontrollen an. "Wir versuchen damit, extremen Auswüchsen vorzubeugen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd drohte mit Anzeigen. "Wenn die Begründung des Spazierengehens zum Beispiel von der Route her keinen Sinn ergibt, werden wir unsere Schlüsse ziehen", sagte eine Sprecherin.

Flüchtlingsrat zeigt Staatsregierung an

Donnerstag, 2. April, 16.05 Uhr: Der Bayerische Flüchtlingsrat hat das Innenministerium und die sieben Bezirksregierungen wegen Verstößen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen in den Gemeinschaftsunterkünften angezeigt. So seien alleinstehende Asylsuchende nach wie vor in Mehrbettzimmern untergebracht und könnten deshalb die soziale Distanz und den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten, teilte der Flüchtlingsrat mit. Auch müssten die Bewohner weiterhin gemeinsam Kantine, Toiletten, Waschräume und Küchen benutzen.

Der Flüchtlingsrat forderte daher das Innenministerium zum Handeln auf. Es gebe genügend leerstehende Unterkünfte, auf die die Geflüchteten verteilt werden könnten, um eine Unterbringung in Einzelzimmern zu gewährleisten. Zur Not müssten auch leerstehende Hotels angemietet werden. Dies sei ein "unabdingbarer Beitrag" zum Infektionsschutz - nicht nur für die Geflüchteten selbst, sondern für die gesamte Bevölkerung. Die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg bestätigte, dass die Anzeige eingegangen sei.

"An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein"

Donnerstag, 2. April, 15.55 Uhr: Der Einzelhandel beobachtet eine Normalisierung der Einkaufssituation. "An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann. Die Versorgungssituation entspanne sich immer mehr. "Langsam setzt sich die Vernunft durch." Inzwischen sinke die Wahrscheinlichkeit, bei besonders gesuchten Produkten vor leeren Regalen zu stehen, sagte Ohlmann. Bei den Kunden festige sich die Erkenntnis, dass die Warenversorgung gesichert sei, und sie hätten inzwischen Vorräte angelegt. "Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier." Nach wie vor sehr viel höher als sonst sei der Bedarf nach Desinfektionsmittel, sagte Ohlmann. Zudem gebe es bei frischem Obst und Gemüse einen Anstieg um etwa 30 bis 40 Prozent, weil die Menschen jetzt mehr zu Hause kochten. Auch frische Milchprodukte würden vermehrt nachgefragt.

Bayern entgehen mindestens fünf Milliarden Euro an Steuern

Donnerstag, 2. April, 14.39 Uhr: Die Corona-Krise reißt ein riesiges Loch in den bayerischen Staatshaushalt. Durch Steuerstundungen und Rückerstattung von Vorauszahlungen habe der Freistaat bereits heute zwei Milliarden Euro weniger in der Kasse, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU). Bis Jahresende dürften die Steuereinnahmen um fünf Milliarden Euro unter Plan liegen - eher mehr. Auf der anderen Seite stellt der Freistaat 60 Milliarden Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen in Not mit Kreditbürgschaften oder stillen Staatsbeteiligungen zu retten und Arbeitsplätze zu erhalten. 60 Milliarden sei die Größe eines Jahreshaushalts, betonte Füracker. Aber es gebe keine Alternative. Bayerische Unternehmen dürften jetzt nicht zum Schnäppchen für chinesische Investoren werden.

"Völliger Blödsinn" sei es, in dieser Lage Steuererhöhungen zu fordern, sagte Füracker mit Blick auf die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken. Die Wirtschaft sei heute am Anfang einer tiefen Rezession. "Wir konzentrieren uns im Moment darauf, Arbeitsplätze zu erhalten", auch mit Kurzarbeitergeld. Wenn die Wirtschaft nach Eindämmung der Seuche wieder anlaufe, sei in Berlin rasch eine andere Steuerpolitik notwendig - von der Stromsteuer über die Mehrwertsteuer im Gastgewerbe bis zur Luftverkehrssteuer. Dann "brauchen wir ein richtig großes Konjunkturpaket."

FDP: Sommersemester erst im August beginnen lassen

Donnerstag, 2. April, 13.26 Uhr: Die FDP-Landtagsfraktion fordert, den Beginn des Sommersemesters an den Hochschulen auf August zu verschieben. Es sei "grob fahrlässig", dass Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) angesichts der aktuellen Lage immer noch am Semesterstart am 20. April festhält, sagte der FDP-Abgeordnete Wolfgang Heubisch, der selbst von 2008 bis 2013 Wissenschaftsminister in Bayern war. Der Höhepunkt der Corona-Pandemie sei längst noch nicht erreicht, viele Studierende seien verunsichert. Heubisch appellierte an Sibler, den Start des Sommersemesters frühestens auf August zu verschieben. Nur so könne sichergestellt werden, dass das ganze Studienhalbjahr unter halbwegs vernünftigen Bedingungen stattfinde. Onlinekurse könnten zeitlich unabhängig davon absolviert werden. Das Wintersemester könnte dann verspätet am 2. November beginnen.

Auch Häftlinge nähen Schutzmasken

Donnerstag, 2. April, 13.20 Uhr: Gefangene in mehreren bayerischen Haftanstalten sind in die Produktion von Mund-Nasen-Schutzmasken eingestiegen. Laut Justizministerium werden diese in der JVA Aichach bereits seit 26. März in Serie hergestellt. Seit Donnerstag beteiligen sich nun auch die Gefängnis-Schneidereien in Amberg, Kaisheim und München. In nächster Zeit würden 150 000 Schutzmasken genäht, bis zu 45 Gefangene würden mithelfen. Sie nähen für einen bayerischen Textilzulieferer der Automobilindustrie, der den Freistaat beliefert. Die Firma schicke Masken-Rohlinge in die Gefängnisse, die Gefangenen verarbeiteten diese weiter und nähten etwa die Gummilitze an. Dann nehme die Firma die Ware zurück und liefere sie ins Zentrallager der Staatsregierung.

Uni-Klinik Erlangen sucht Ex-Patienten für Blutspenden

Donnerstag, 2. April, 12.32 Uhr: Die Universitätsklinik in Erlangen hat Freiwillige gesucht, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten und nun seit mindestens zwei Wochen wieder gesund sind. Mit ihrer Hilfe möchte Holger Hackstein, der Leiter der Transfusionsmedizin am Uniklinikum, versuchen, "schwer kranken Covid-19-Patienten" womöglich das Leben zu retten. Bei einer Infektion bildet der Körper spezielle Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Aus Blutspenden der wieder gesunden Ex-Patienten will Hacksteins Team diese Antikörper gewinnen, sie aufbereiten und das Blutplasma den Schwerkranken geben. Der Aufruf war erfolgreich: Laut Uni-Klinikum meldeten sich binnen weniger Stunden mehr als 200 Personen. Mehr Freiwillige könne man in das Programm nicht aufnehmen, die Suche werde daher wieder beendet, teilte die Klinik am Donnerstagnachmittag mit.

Warum Gesichtsmasken keine Schutzmasken sind

Donnerstag, 2. April, 12.08 Uhr: Von Textilbetrieben oder Privatpersonen genähte Gesichtsmasken dürfen nach den Worten von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht suggerieren, dass sie gegen alles schützen. Oftmals werden sie auch als Mund-Nasen-Schutz oder als Mundschutz bezeichnet - das Wort Schutz sei dabei kritisch und somit nicht erlaubt, sagte Aiwanger. "Das wäre eine Irreführung und somit angreifbar." Wer die als Geschenk oder für den Vertrieb vorgesehenen Masken schlicht Mund-Nasen-Masken nenne, sei also gut beraten. "Wenn man nicht suggeriert, dass das ein hundertprozentiger Schutz ist, dann ist das erlaubt." Viele Textilbetriebe wie Nähereien oder Kostümabteilungen von Theatern haben in den vergangenen Wochen auf die Produktion von Gesichtsmasken umgestellt. Manche wurden mit Abmahnschreiben konfrontiert.

Minister wollen mehr Selbstversorgung mit Obst und Gemüse

Donnerstag, 2. April, 10.47 Uhr: Wegen fehlender Erntehelfer in der Corona-Krise könnten einige Obst- und Gemüsesorten laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teurer und knapp werden. Beim Wegbrechen von Lieferketten, etwa aus Italien, "könnte es durchaus auch zu Engpässen kommen", sagte die CSU-Politikerin dem Bayerischen Rundfunk. "Wenn die Ware knapp wird, könnte es auch passieren, dass der Preis für Obst und Gemüse steigen kann." Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief indes zu mehr Selbstversorgung in Bayern auf. "Wir müssen deshalb alles tun, um jetzt bei uns den Salat zu pflanzen, die Gurken zu pflanzen und dergleichen mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident in der BR-Fernsehsendung "Jetzt red i". Das gelte für Gemüsebauern und Gärtnereien wie für private Gartenbesitzer. "Wir müssen hier sehr stark auf die Selbstversorgung setzen." Der Grad der Selbstversorgung von Gemüse liegt laut Kaniber in Bayern bei 40 Prozent. Bei Obst sind es sieben Prozent.

Grünen fordern Gefahrenzulage für Ärzte und Pfleger

Donnerstag, 2. April, 7.17 Uhr: Während der Corona-Krise sollten alle Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Sektor nach Ansicht der Grünen eine steuerfreie Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro pro Monat bekommen. "Für alle Menschen, die (...) jetzt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um das Leben anderer zu retten, fordern wir eine monatliche Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro (drei Euro pro Stunde)", heißt es in einem 20-Punkte-Plan zur Corona-Krise, den die Grünen-Fraktion im Landtag beschlossen hat. "Applaus mag das Brot des Künstlers sein. Man kann ihn aber nicht essen und seinen Kindern keine Kleidung davon kaufen", sagte Fraktionschefin Katharina Schulze. In der aktuellen Krise habe die Politik nicht nur die Aufgabe, das Geschehen ins Auge zu nehmen, sondern müsse auch einen "Masterplan" für das Jetzt und das Später entwickeln, betonte Schulze. Das Papier der Grünen liefere hierzu einen Beitrag.

Es umfasst diverse Maßnahmen neben den finanziellen Hilfen - auch für Medien -, mehr Digitalisierung in der Bildung und die Rückkehr zum grenzfreien Warenverkehr in Europa. Darüber hinaus fordern die Grünen, die Regelsätze von Hartz IV rückwirkend zum 1. April 2020 und zunächst befristet bis zum Ende des Jahres um mindestens 20 Prozent anzuheben. Auch Eltern sollen durch Erweiterungen von Kinderkrankengeld, Pflegeurlaub beziehungsweise Pflegefreistellung und Kündigungsschutz mehr unterstützt werden.

Zu viele Corona-Infektionen: Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb auf

Mittwoch, 1. April, 22.16 Uhr: Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt die Münchner Helios-Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. Die Klinik hatte ein gehäuftes Auftreten von Covid-19-Fällen verzeichnet, besonders auf einer gemischt internistischen und einer chirurgischen Station. Als Gegenmaßnahme gibt es nun bis auf weiteres weder stationäre Aufnahmen, Verlegungen noch Entlassungen. Auch die Notaufnahme ist davon betroffen.

Bislang wurden 14 Patienten und zwei Mitarbeiter positiv getestet. In Abstimmung mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt werden darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für Verdachtsfälle und positiv Getestete bestanden, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet. Mitarbeiter sollen in der Öffentlichkeit zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und mit Ausnahme ihrer Arbeitszeit zu Hause in Quarantäne bleiben. So sollten Infektionsketten unterbrochen werden.

Weniger Asylbewerber kommen nach Bayern

Mittwoch, 1. April, 21.42 Uhr: Der Zugang neuer Asylbewerber nach Bayern ist mit der Corona-Krise massiv gesunken. Während im Februar im Schnitt rund 311 Personen pro Woche im Freistaat ankamen, waren es in den ersten drei Märzwochen 274, 232 und 111, vergangene Woche dann nur noch 38 Personen. Dies teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch mit. In der Gesamtheit der staatlichen und kommunalen Asylunterkünfte waren demnach Ende März etwa 89 000 Menschen untergebracht. Die bisherige Höchstzahl lag, im Mai 2016, bei 155 000. Man nutze den starken Rückgang nun, um die Belegung - wo immer möglich - zu entzerren. Flüchtlingshelfer hatten zuletzt vereinzelt Defizite bei Mindestabständen sowie beengte Verhältnisse trotz freier Kapazitäten beklagt.

Künftig bis zu 13 000 Corona-Tests pro Tag

Mittwoch, 1. April, 20.03 Uhr: Bayern hat die Testkapazitäten massiv ausgebaut. Darauf hat Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch hingewiesen. "Unser Ziel ist es, möglichst rasch Klarheit bei Verdachtsfällen zu bekommen", sagte Huml. Dies sei wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen zu können. Bayern soll seine Kapazitäten daher auf 13 000 Tests pro Tag steigern.

Davon entfallen rund 11 000 Tests auf Privatlabore und rund 2000 auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Voraussetzung sei, dass genügend Probenmaterial zur Verfügung stehe. Huml verwies darauf, dass es in Bayern nach Angaben des LGL bereits mehr als 110 000 Corona-Tests gab. Davon waren rund 8,7 Prozent positiv. Huml sagte: "Bayern verfolgt die Strategie, die Laborkapazitäten gezielt zur Testung von begründeten Verdachtsfällen und engen Kontaktpersonen einzusetzen." Bevorzugt getestet werden sollen daher vor allem Personen aus der Gesundheitsversorgung und der Pflege.

Heimbewohner wegen Corona-Infektion verlegt

Mittwoch, 1. April, 18.43 Uhr: Die Gesundheitsbehörden im Landkreis Rosenheim haben am Mittwoch das Alten- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach vollständig räumen lassen. Eine lange Reihe von Rettungswagen und Krankentransportern brachte alle Bewohner in verschiedene Kliniken in der Region. Ein Großteil der betagten Bewohner und des Pflegepersonals ist mit dem Coronavirus infiziert. Bisher ergaben bei den Bewohnern laut Landratsamt 31 von 41 Tests ein entsprechendes Ergebnis. Die Leitung der Einrichtung und zahlreiche Mitarbeiter befänden sich in Quarantäne.

Unter diesen Umständen könne die Versorgung der Bewohner nicht mehr in der nötigen Form sichergestellt werden, hieß es am Mittwochnachmittag vom Landratsamt. Die Heimaufsicht des Landkreises habe daher die Räumung des Heims angeordnet. An dem Großeinsatz beteiligten sich neben der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr zahlreiche BRK-Kräfte aus Rosenheim und Miesbach sowie von anderen Rettsunorganisationen. Sie brachten die Bewohner in mehrere private Fach- und Rehabilitationskliniken, jedoch vorerst nicht in die beiden Krankenhäuser in Rosenheim und Wasserburg, in denen der Landkreis vorrangig schwer erkrankte Corona-Patienten behandeln will.

Bayerischer Landtag gibt sich Corona-Paragraf

Mitwoch, 1. April, 18.29 Uhr: Die Geschäftsordnung des Landtags soll geändert werden, um den Parlamentsbetrieb auch in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten. Regeln, die bis jetzt auf der Solidarität zwischen den Fraktionen basierten, sollen damit in eine rechtliche Form gegossen werden. In einem Entwurf, über den die Fraktionen noch einmal beraten werden, ist zu lesen, dass extra für die Corona-Krise ein Paragraf eingefügt werden soll. Dort soll etwa bestimmt werden, dass eine Vollsitzung des Parlaments schon bei einem Fünftel der Abgeordneten erreicht ist und die Zusammensetzung dem Stärkeverhältnis der Fraktionen entsprechen soll. Ähnliches soll für Ausschüsse gelten, die nur noch elf Mitglieder haben sollen.

Die Beschlussfähigkeit, zu der eigentlich die Mehrheit der Abgeordneten im Plenum anwesend sein muss, dürfe nicht angezweifelt werden, genauso wenig wie eine Abstimmung. Um Prozesse zu beschleunigen soll von Fristen im Gesetzgebungsprozess abgewichen werden dürfen. Ausnahmsweise könnten Ausschusssitzungen auch vollständig als Videokonferenz abgehalten werden, abgesehen von geheimen Sitzungen. Die Änderungen sollen bis zum 29. September 2020 gelten, können aber jederzeit vorher vom Landtag beendet werden.

Söder: Wegen Corona vorerst keine Aufnahmen in Alten- und Pflegeheime

Mittwoch, 1. April, 17.44 Uhr: Zum Schutz von Alten, Kranken und Behinderten vor Ansteckungen mit dem Coronavirus sollen Pflegeheime laut Ministerpräsident Markus Söder vorerst keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. "Neuaufnahmen sollen in den entsprechenden Einrichtungen reduziert oder ausgeschlossen werden", sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder. Für Neuaufnahmen oder auch Wiederaufnahmen etwa nach einem Krankenhausaufenthalt sollten die Kapazitäten der Reha-Kliniken genutzt werden. Für Bayern sei dies ein sehr gangbarer Weg, es gebe dort noch viele freie Plätze.

Darüber hinaus kündigte Söder an, dass die Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen weiter verschärft werden sollen. "Wir werden nahezu vollständige und mehrmalige Tests anordnen. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen, um dort einmal die maximal beste Ausstattung zu haben, was Tests betrifft", sagte er. Ferner sollten Alten- und Pflegeheime eine hohe Priorität für die hochwertigsten Schutzmasken bekommen. "Und wir wollen für jede dieser Einrichtung jetzt ab sofort einen Hygienecheck nochmal machen mit einer fachärztliche Beratung."

Bayerische Staatsoper verschiebt Opernprojekt von Marina Abramovic

Mittwoch, 1. April, 17.41 Uhr: Das mit Spannung erwartete Opernprojekt "7 Deaths of Maria Callas" der Performance-Künstlerin Marina Abramovic wird nicht wie geplant per Live-Übertragung im Internet uraufgeführt. Man müsse das Vorhaben wegen der Corona-Pandemie verlegen, teilte die Bayerische Staatsoper am Mittwoch in München mit. Bis jetzt sei das Projekt in Kleinstgruppen vorbereitet worden, jetzt müssten viele Leute auf der Bühne und im Orchester eingebunden werden. Auch die Montagskonzerte, die bislang gestreamt wurden, wurden abgesagt. Stattdessen werde sich die Kostümabteilung auf die Produktion von Schutzmasken verlegen, auf freiwilliger Basis. Staatsintendant Nikolaus Bachler sagte, es schmerze ihn persönlich, doch in dieser Zeit stellten sich andere Fragen. Gleichwohl müsse es möglich sein, auch in der Krise die Arbeit an der Kunst aufrechtzuerhalten. "Wir müssen aufpassen, dass die pandemische Krise keine Krise unserer Institutionen, unseres Charakters und unserer Gesellschaft wird." In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter in Presseberichten ihre Sorge über die Arbeitsbedingungen geäußert, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr.

Strikte Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich verlängert

Mittwoch, 1. April, 16.52 Uhr: Die strikte Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich ist bis zum 9. April verlängert worden. Mit 140 Infizierten bilde die 7700-Einwohner-Stadt weiterhin den Schwerpunkt im Landkreis Tirschenreuth, sagte Landratsamtssprecher Walter Brucker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ein Krisenstab des Landratsamtes stellte weiterhin "eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation mit starker Zunahme der Fallzahlen" fest. Insgesamt seien 579 Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Damit hat der Landkreis deutschlandweit die meisten Infizierten gemessen an der Einwohnerzahl. 31 Menschen starben bislang an der Covid-19-Infektion. In fast allen Landkreisgemeinden gebe es bestätigte Fälle, hieß es. Das Landratsamt gehe deshalb weiterhin von stark steigenden Fallzahlen aus, da nach wie vor Hunderte Testergebnisse ausstünden.

Die Ausgangssperre für das Stadtgebiet Mitterteich wurde am 18. März vom bayerischem Innenministerium erlassen, weil über die Hälfte der damals bestätigten Covid-19-Infektionen im Kreis in Mitterteich gezählt wurden. Die Ausgangssperre war die erste in ganz Bayern und war zunächst auf den 2. April befristet worden. Im restlichen Landkreisgebiet gelten die normalen Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern

Mittwoch, 1. April, 16.29 Uhr: Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern. Die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren", heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.Die entsprechenden Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April gelten - an diesem Tag enden in Bayern die Osterferien der Schüler.

Nach dpa-Informationen mahnten Merkel für die Bundesregierung und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Regierungschefs der Länder an, dass es vor Ostern keinerlei Diskussion über Lockerungen der bestehenden Maßnahmen geben solle. Am 14. April - dem Dienstag nach Ostern - wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

Zahl der Coronavirus-Fälle steigt auf 17 151 - jetzt 241 Tote

Mitwoch, 1. April, 16.12 Uhr: Die Zahl der Toten in Folge der Corona-Pandemie steigt in Bayern weiter an. Bis Mittwoch um zehn Uhr hatte das Landesamt für Gesundheit (LGL) insgesamt 241 Todesfälle und 17 151 Infizierte registriert. Das sind 1646 Infizierte und 50 Todesfälle mehr als am Dienstag. Von den Infizierten sind inzwischen 2230 wieder genesen. Besonders schwierig ist nach wie vor die Lage im Landkreis Tirschenreuth, wo rechnerisch auf 100 000 Einwohner 691 Fälle kommen. Bis Mittwoch gab es dort laut LGL 501 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Außerhalb der Stadt München ist der Landkreis Rosenheim bei den absoluten Fallzahlen mit 791 am schlimmsten betroffen. Weil der Landkreis Rosenheim allerdings 258 000 Einwohner hat, liegt die Zahl der Fälle auf 100 000 Einwohner gerechnet bei 303 - und damit niedriger als in Tirschenreuth. Die meisten Toten gibt es unter Menschen, die älter als 80 Jahre sind: Hierbei wurden bis Mittwoch 94 verstorbene Frauen und 65 verstorbene Männer gezählt.

Vermutlich neun Tote durch Corona-Infektionen in Seniorenheim

Mittwoch, 1. April, 15.22 Uhr: In einem Seniorenheim in Harburg (Landkreis Donau-Ries) sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU) am Mittwoch. Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer Covid-19-Erkrankung als Ursache auszugehen.

Zwei weitere positiv getestete Heimbewohnerinnen seien derzeit in medizinischer Behandlung, eine von ihnen sei ins Krankenhaus gebracht worden. "Es wird alles unternommen, um zeitnah aufzuklären, wer mit wem Kontakt hatte", so Rößle weiter. So würden nach Möglichkeit Tests bei allen Mitarbeitern und Bewohnern des Heims mit Symptomen durchgeführt. In den vergangenen Tagen häufen sich die Todesfälle in bayerischen Pflegeheimen. Mehrere Todesfälle wurden beispielsweise auch aus einem Altenheim in Schweinfurt und einem Würzburger Pflegeheim gemeldet.

Bayern zahlt Verpflegung für Mitarbeiter in Pflege und Krankenhäusern

Mittwoch, 1. April, 14.02 Uhr: Der Freistaat bezuschusst in der Corona-Krise ab sofort die Verpflegungskosten für alle Mitarbeiter in allen bayerischen Krankenhäusern, Universitäts- und Reha-Kliniken sowie Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. "Um die Unterstützung ab dem 1. April 2020 möglichst unbürokratisch sicherzustellen, können betroffene Einrichtungen Anträge beim Landesamt für Finanzen einreichen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch. Pro Mitarbeiter und Tag zahlt der Freistaat bis auf Weiteres eine Erstattungspauschale von 6,50 Euro. Die Co-Finanzierung hatte das Kabinett als Zeichen der Anerkennung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bereits am 24. März beschlossen. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Krankenhäusern leisten täglich großartige Arbeit. Sie sind die, die Erkrankte versorgen, die Hoffnung hochhalten und sich bei ihrer Arbeit selbst der Gefahr einer Ansteckung aussetzen", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU).

Ärzte, Schwestern und Pfleger fahren in München jetzt kostenlos Taxi

Mittwoch, 1. April, 13.04 Uhr: Ärzte, Schwestern und Pfleger können in München ab sofort auf dem Weg zur Arbeit und zurück kostenlos taxifahren. Mit dem Nulltarif solle medizinisches Personal in der Corona-Krise unterstützt werden, teilte ein Sprecher des Taxiverbands München am Mittwoch mit. Anrufen müsse man dafür bei einer der beiden lokalen Taxizentralen. "Dann fährt man zur Klinik oder nach Hause von der Klinik umsonst", sagte der Sprecher. Die Arbeit in der Gesundheitsbranche müsse allerdings nachgewiesen werden. Erstmal läuft das Projekt auf Kosten der Taxiunternehmen. Für eine längerfristige Lösung werde noch auf Rückmeldung des Bundesverkehrsministeriums gewartet: "Wir können das natürlich nicht ewig tragen", sagte der Sprecher. Dann solle es zudem möglich gemacht werden, sich neben Lebensmitteln auch Medikamente liefern zu lassen, hieß es weiter. Laut der Taxizentrale Nürnberg gibt kostenlose Fahrten für Klinikpersonal in der zweitgrößten Stadt im Freistaat nicht. Dafür könne man sich hier sowohl Einkäufe als auch Medikamente für einen Pauschalpreis von 10 Euro mit dem Taxi bringen lassen, sagte ein Sprecher.

Bayern verschiebt wegen Corona-Krise auch Prüfungen an Oberschulen

Mittwoch, 1. April, 10.55 Uhr: Nach den Abiturprüfungen an den Gymnasien werden wegen der Corona-Krise auch die Abschlussprüfungen an den beruflichen Oberschulen und den Fachoberschulen nach hinten geschoben. "Mir ist es wichtig, dass auch in dieser Ausnahmesituation faire Bedingungen bei den Abschlussprüfungen sichergestellt werden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch. Die Prüfungen sollten nun am 18. Juni und nicht wie ursprünglich vorgesehen am 25. Mai beginnen, sofern der Unterricht nach den Osterferien wieder aufgenommen werden könne. Möglich sei die Verschiebung, da die Meldefristen für bundesweit vergebene Studienplätze ebenso verschoben seien wie für die örtlichen Zulassungsverfahren an den Hochschulen. "Die Schülerinnen und Schüler, die dies wollen, sollen zum nächstmöglichen Termin ein Studium antreten können", sagte Piazolo. In Bayern absolvieren 2020 rund 25 000 Schüler beruflicher Oberschulen ihre Abschlussprüfungen. Der neue Terminplan für die Fachabitur- beziehungsweise Abiturprüfungen 2020 an beruflichen Oberschulen sieht unter anderem die schriftlichen Prüfungen in Deutsch für den 18. Juni vor, Englisch am 19. Juni, Mathematik am 22. Juni und im Profilfach am 23. Juni. Das Zeugnisdatum wird auf den 29. Juli 2020 verschoben. "Aufgrund der dynamischen Entwicklung können zusätzliche Anpassungen bei den Abschlussprüfungen 2020 nicht ausgeschlossen werden", hieß es weiter.

Erzbistum München und Freising verschiebt Firmung und Erstkommunion

Mittwoch, 1. April, 9.53 Uhr: Im Erzbistum München und Freising werden Firmung und Erstkommunion wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus bis Pfingsten verschoben. "Manche Hoffnungen werden enttäuscht, aber wir müssen weiter verantwortlich handeln", heißt es in einem Schreiben von Generalvikar Christoph Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann an die Pfarreien im Bistum. Darin wird die Verschiebung der Firmungen angekündigt und "nachdrücklich empfohlen, auch alle Erstkommunionfeiern bis Pfingsten aufzuschieben". Es gehe darum, den Pfarreien "Orientierung in diesem so zentralen Bereich des pastoralen Handelns" zu geben. Auch die betroffenen Familien bräuchten Gewissheit für ihre Planungen. Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit alle Gottesdienste in Bayern und deutschlandweit verboten. Auch zu Ostern wird es keine geben.

Bayerns Zoos rechnen mit hohen Finanzeinbußen

Mittwoch, 1. April, 7.03 Uhr: Zoos und Tiergärten in Bayern sind wegen der Corona-Krise bis zum Ende der Osterferien geschlossen und fürchten hohe Einbußen. "Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen", sagt Rasem Baban, Direktor im Tierpark Hellabrunn in München. Er rechnet mit Einbußen von zwei Millionen Euro während der fünfwöchigen Schließung. Die Osterferien seien für Zoos der Start in die Saison und besonders besucherstark. "Das kann man nicht aufholen", sagt er. Der Verband der Zoologischen Gärten hat ein Soforthilfe-Programm über 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert. "Die Auswirkungen sind enorm", sagt auch Barbara Jantschke, Direktorin des Zoos in Augsburg. Sie rechnet mit bis 700 000 Euro an Einbußen durch die Schließung bis zum 19. April. Aus eigener Kraft werde der Zoo den Ausfall an Einnahmen nicht ausgleichen können. In Bayern gibt es vier Zoos - neben München und Augsburg noch in Nürnberg und Straubing.

Rückblick: Die ersten Wochen

Der erste Ausbruch: Am 27. Januar 2020 wird der erste Coronavirus-Fall in Bayern bekannt. Die Entwicklungen der ersten vier Wochen, bis zum 27. Februar, finden Sie in diesem Artikel zum Nachlesen. Der zweite Ausbruch: Die Meldungen der Wochen danach finden Sie in diesem Artikel zum Nachlesen.

© SZ.de/dpa/kast/pvn/amm/fema/kbl/cku/mmo
Medizin Der erste Coronavirus-Ausbruch in Bayern

Meldungen im Rückblick

Der erste Coronavirus-Ausbruch in Bayern

Am 27. Januar 2020 wird in Bayern der erste Coronavirus-Fall bekannt. Was in den vier Wochen danach passiert ist - ein Überblick zum Nachlesen.

Coronavirus und Statistik: Ihre Frage zu den Zahlen:Zur Leserdiskussion

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