Winter in Bayern:Unfälle auf glatten Straßen - Sperrungen auf Autobahnen

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Winter in Bayern: Schnee und glatte Straßen machten den Autofahrerinnen und -fahrern in Bayern Probleme.

Schnee und glatte Straßen machten den Autofahrerinnen und -fahrern in Bayern Probleme.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Schnee hat viele Straßen im Freistaat zur gefährlichen Rutschbahn gemacht. Im Landkreis Cham kippte ein Schulbus mit 36 Kindern in einem Graben um, verletzt wurde dabei niemand.

Glatte Straßen haben in Bayern zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. Am Donnerstag und Freitag kam es zu zahlreichen Vorfällen. Die Polizei berichtete von einigen Sachschäden, bei mehreren Unfällen gab es aber auch Verletzte.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte teils glatte Straßen vorhergesagt. Bei Tandern im Landkreis Dachau wurde am Donnerstag ein 24 Jahre alter Autofahrer bei einem Unfall auf schneeglatter Straße schwer verletzt. Laut Polizeimitteilung vom Freitag war er zu schnell unterwegs gewesen. Der Wagen kam demnach rechts von der Straße ab und überschlug sich.

Ein ähnlicher Unfall passierte am Donnerstag bei Wattendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Hier war es eine 57 Jahre alte Autofahrerin, die schwer verletzt ins Krankenhaus kam, nachdem sie mit nicht angepasster Geschwindigkeit von der Straße abgekommen war und ihr Wagen sich überschlagen hatte.

Für zwei Stunden musste die Autobahn 73 bei Coburg am Donnerstag voll gesperrt werden, da sich drei Unfälle kurz nacheinander ereigneten. Zuerst verlor eine 25-Jährige die Kontrolle über ihren Wagen und schlitterte in die Mittelschutzplanke. Nach den Angaben der Polizei blieb die Frau unverletzt.

Wenig später näherte sich ein 54-Jähriger mit seinem Auto der Unfallstelle, versuchte abzubremsen und geriet ins Schleudern. Der Fahrer blieb unverletzt. Eine dritte Person geriet kurz darauf beim Anhalten ins Schleudern und fuhr frontal gegen die Mittelleitschutzplanke. Der Gesamtschaden der Unfallserie wird auf 35 000 Euro geschätzt. Wegen den drei Unfallfahrzeugen und einigen Trümmerteilen sperrte die Polizei die Autobahn voll.

Auch die A6 in Richtung Westen musste bei Altdorf bei Nürnberg in der Nacht zum Freitag für gut vier Stunden gesperrt werden. Gegen 1.15 Uhr hatte ein 62 Jahre alter Lastwagenfahrer auf schneeglatter Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Sattelzug kam quer zur Fahrtrichtung zum Stehen und blockierte die Fahrbahn. Der Fahrer blieb unverletzt. Bei einem Ausweichmanöver in Bad Wörishofen (Unterallgäu) wurde am Donnerstag ein Autofahrer schwer verletzt. Nachdem ein Kleintransporter ins Schleudern geraten und gegen einen Baum geprallt war, musste nach Polizeiangaben eine 62-Jährige dem Transporter ausweichen. Dabei soll sie auf die Gegenfahrbahn ausgewichen sein. Hier kollidierte sie mit einem anderen Wagen. Der Fahrer des Wagens wurde dabei schwer verletzt. Die 62-Jährige und der Fahrer des Transporters wurden leicht verletzt. Es entstand ein Schaden von rund 15 000 Euro.

Sperrung der A9

Auf der A9 bei Plech (Landkreis Bayreuth) kam am Donnerstagabend ein Lastwagen auf der glatten Straße ins Schleudern. Ein weiterer Sattelzug fuhr laut Polizei daraufhin auf den Lastwagen auf. Der Fahrer des zweiten Sattelzugs wurde dabei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Zusammenstoß liefen rund 400 Liter Kraftstoff aus. Daher musste die Autobahn bis in die frühen Morgenstunden gesperrt bleiben.

Acht in der Nacht zum Freitag durch Schneeglätte verursachte Unfälle meldete die Verkehrspolizei im oberbayerischen Freising. Dabei sei eine Person leicht verletzt worden. Fünf Lastwagen und sechs Autos seien beteiligt gewesen.

Auch in dem Gebiet musste eine Autobahn voll gesperrt werden: Die A9 war für gut 20 Minuten wegen Rettungsarbeiten an einem verunglückten Sattelzug dicht. Am Freitagmorgen kam es vor allem im Süden Bayerns zu einigen Glätteunfällen.

Schulbus mit 36 Kindern kippt um

Bei Rötz (Landkreis Cham) rutschte am Freitagmorgen ein Schulbus mit 36 Kindern von der schneeglatten Straße in einen Graben. "Glücklicherweise blieben alle Unfallbeteiligten unverletzt", sagte ein Polizeisprecher. Die 7 bis 14 Jahre alten Schüler und der Busfahrer hätten ein Seitenfenster mit dem Nothammer einschlagen müssen und seien seitlich aus dem Bus gekraxelt. Die Türen waren blockiert, da der Bus im 45-Grad-Winkel gegen die Seite des Grabens gelehnt zum Liegen gekommen war - an einer Wiese.

Der 58 Jahre alte Busfahrer sei mit nicht angepasster Geschwindigkeit auf der engen, schneebedeckten Straße unterwegs gewesen, sagte der Polizeisprecher. Als ihm eine 20-Jährige mit ihrem Auto entgegengekommen sei, habe er den Bus nach rechts in den Straßengraben gelenkt, um eine Frontalkollision zu vermeiden.

Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr rückten an, auch Notfallseelsorger und ein Rettungshubschrauber wurden angefordert. Wirtsleute öffneten nach dem Unfall extra ihr Gasthaus in der Nähe und versorgten Kinder und Rettungskräfte kostenlos mit Tee und Kaffee. Die Schüler wurden dort abschließend untersucht und ihren Eltern übergeben. In die Schule ging es laut dem Polizeisprecher an dem Vormittag nicht mehr.

Der DWD sagt für den Freitag bis zu fünf Zentimeter Neuschnee in den östlichen Mittelgebirgen und den östlichen Alpen voraus. In der Nacht zum Samstag soll es in Bayern leichten Frost und verbreitet Glätte geben.

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