Neuheiten der Automesse:1500 PS, 420 km/h, 2,4 Millionen Euro netto

Der neue Bugatti Chiron zeigt: Es geht immer noch extremer. Echten Fortschritt zeigt auf dem Genfer Autosalon aber ein anderer Hersteller: Hyundai.

Von Thomas Harloff

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Bugatti Chiron

Automakers Unveil Their Latest Vehicles Ahead Of Geneva International Motor Show

Quelle: Bloomberg

Bei Volkswagen konnten sie sich nicht so recht entscheiden. Einerseits versucht der Konzern, auf dem Genfer Autosalon möglichst bescheiden aufzutreten. Andererseits gehört Bugatti zum VW-Markenreich, und die Autos des französischen Edelherstellers sind alles, aber sicher nicht bescheiden. Das galt schon für den zuletzt 1200 PS starken Veyron, und das gilt erst recht für dessen Nachfolger Chiron. Der präsentiert noch einmal extremere Werte: Ein acht Liter großer und von vier Turboladern unter Druck gesetzter 16-Zylinder-Motor verteilt 1500 PS und maximal 1600 Newtonmeter auf alle vier Räder, was dem Chiron eine Höchstgeschwindigkeit von 420 km/h ermöglicht.

Ein in jeder Hinsicht irres Auto, das es nur 500 Mal geben wird. Es ist übrigens nicht zu erwarten, dass sich viele Käufer vom Nettopreis von 2,4 Millionen Euro (mit deutscher Mehrwertsteuer sind das 2 856 000 Euro) abschrecken lassen. Ein Drittel der Gesamtproduktion soll schon vorbestellt und angezahlt sein.

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Hyundai Ioniq

Hyundai Ioniq auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: AP

Wer in Genf nach Autos mit alternativen Antrieben Ausschau hält, muss lange danach suchen - oder direkt den Hyundai-Stand ansteuern. In Genf debütiert der Ioniq, der nur auf den ersten Blick ein klassischer Kompaktwagen ist. Denn klassische Benzin- oder Dieselmotoren fehlen in dessen Motoren-Portfolio. Stattdessen gibt es ihn ausschließlich mit alternativen Antrieben als Hybrid mit oder ohne Möglichkeit, die Batterien extern aufzuladen (Plug-in) oder gar als reines Elektroauto.

Die normale Hybridvariante hat eine Systemleistung von 141 PS, ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern und fährt maximal 185 km/h schnell. Der Ioniq Plug-in-Hybrid ist nicht nur etwas stärker, sondern hat auch eine größere Batteriekapazität. Damit ist er dem Hersteller zufolge in der Lage, mehr als 50 Kilometer nur mit elektrischer Energie zu fahren. Die Elektrovariante soll sogar maximal 250 Kilometer schaffen, womit sie eines der reichweitenstärksten Batterieautos wäre. Ihr E-Motor ist 120 PS stark und beschleunigt den Ioniq auf eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h.

Die Markteinführung des Ioniq mit Hybrid- und Elektroantrieb plant Hyundai in der zweiten Jahreshälfte 2016. Im kommenden Jahr soll dann die Plug-in-Variante folgen.

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Audi Q2

Der neue Audi Q2 auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: AFP

"Jung und provokant" soll er sein, der neue Q2 - sagt jedenfalls Audi. Man könnte es aber auch anbiedernd nennen, schließlich begibt sich der Hersteller vor allem deshalb ins Segment der besonders kompakten SUVs, weil dort ein besonders hohes Absatzpotenzial liegt. Dass das Auto teurer ist als ein vergleichbarer Klein- oder Kompaktwagen, dazu wahrscheinlich durstiger, aber kaum praktischer, dürfte den meisten Käufern egal sein. Hauptsache, die Karosserie liegt ein paar Zentimeter höher als bei einem schnöden A1 oder A3.

Dass Audi baut, was der Markt verlangt, kann man den Ingolstädtern kaum vorwerfen. Eher schon, dass der Q2 weitgehend frei von Innovationen ist. Klar, er bekommt einige elektronische Assistenzsysteme aus höheren Segmenten und bietet zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten, aber in puncto Antrieben gibt es nur Standardware. Die Turbodiesel- und Benziner mit drei und vier Zylindern leisten zwischen 116 und 190 PS, die stärksten unter ihnen treiben alle vier Räder an. Aber ein Hybrid- oder gar Elektroantrieb für einen Geländewagen, der vorrangig in der Stadt zum Einsatz kommen dürfte, ist nicht in Sicht.

Dazu passt, dass Audi bei seinen weiteren Genf-Neuheiten der PS-Maximierung frönt. Der neu entwickelte V6-Turbobenziner des S4 leistet 354 PS, der Fünfzylinder-Turbo des RS Q3 Performance 367 PS. Werte, die tatsächlich irgendwie provokant sind.

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Toyota C-HR

Der neue Toyota C-HR beim Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa

Toyota setzt weiterhin alles auf den Hybridantrieb und stülpt eine bauchige, coupé-artige SUV-Karosserie über die Antriebstechnik, die in der Mutter aller Hybridautos, dem Prius, zum Einsatz kommt. 122 PS leistet die Kombination aus Benzin- und Elektromotor im C-HR. Wer es klassisch mag, kann aber auch einen 1,2-Liter-Turbobenziner als Motorisierung wählen. Bestimmte Märkte kommen auch in den Genuss eines Zweiliter-Benziners. Überall serienmäßig ist dagegen das Paket der elektronischen Assistenzsysteme, das unter anderem einen Kollisionswarner mit Fußgängererkennung sowie einen Spur- und Fernlichtassistenten beinhaltet. Viel mehr gibt Toyota zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt. Bis zur Markteinführung am Jahresende ist ja auch noch Zeit.

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Maserati Levante

Der neue Maserati Levante auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: AFP

SUVs sind heute so angesagt, dass immer mehr Sportwagenhersteller die seichten Geländewagen in ihr Programm aufnehmen. Zum Beispiel Maserati. Der Levante zeigt aber, dass sich die Italiener auf diesem Spielfeld noch nicht wirklich heimisch zeigen. Ein bisschen pummelig sieht das Auto aus, und hat ein Heck, das auch vom Porsche Cayenne stammen könnte. Hinzu kommt, dass die typische Maserati-Front mit schmalen Scheinwerfern und riesigem Kühlergrill samt verchromter Längsstreben und mittigem Dreizack-Emblem nicht so recht zu den Proportionen passen möchte.

An Leistung mangelt es dem Levante freilich nicht, schließlich kommt er in den Genuss jener V6- und V8-Benzin- und Dieselmotoren, die auch die Limousinen und Sportwagen der Marke antreiben. Weitere technische Dreingaben sind ein elektronisches und weitreichend verstellbares Fahrwerk, ein Achtgang-Automatikgetriebe und natürlich Allradantrieb. Die Markteinführung ist für Mai vorgesehen, die Preise stehen noch nicht fest.

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Seat Ateca

Der neue Seat Ateca auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa-tmn

SUVs bleiben das heiße Ding in der Autobranche. Weil ein Ende dieses Trends - auch dank der weiterhin günstigen Kraftstoffpreise - nicht absehbar ist, bekommt jetzt auch Seat seinen ersten Soft-Offroader. Der ist mit 4,36 Meter etwa so lang wie ein Audi Q3, aber deutlich eckiger - und damit praktischer. So ist der Kofferraum des Audi 460 Liter groß, der des Seat mindestens 485 Liter. Treiben die Motoren nur die vorderen und nicht alle Räder an, passen sogar 510 Liter ins Gepäckabteil des Spaniers.

Stichwort Motoren: Wie gehabt bedient sich Seat im Regal der Konzernmutter VW und setzt Drei- und Vierzylinder-Turbotriebwerke ein. Die beiden Benziner leisten entweder 115 oder 150 PS, bei den Dieseln reicht die Spanne von 115 bis 190 PS. Bei fast allen Motorvarianten kann der Kunde zwischen Handschaltung und Automatik sowie Front- und Allradantrieb wählen. Nur beim 190-PS-Spitzenmodell sind ein automatisch schaltendes Getriebe und vier angetriebene Räder obligatorisch. Der Verkauf des Seat Ateca startet im Juli, die Preise beginnen bei unter 20 000 Euro.

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Škoda VisionS

Skoda VisionS auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa

Škoda hat schon ein SUV im Programm, aber oberhalb des kompakten Yeti ist noch reichlich Platz für einen weiteren dieser Geländewagen, die auch ein bisschen sportlich sein sollen. Wie ein solches Modell aussehen könnte, zeigt der VisionS, der sich mit 4,70 Meter Außenlänge größentechnisch zielsicher zwischen Audi Q5 und VW Touareg einordnet. Und das, obwohl er mit dem Modularen Querbaukasten (MQB) die gleiche Plattform nutzt wie zum Beispiel der VW Golf. Deshalb dürften in einer späteren Serienversion auch vorrangig Vierzylindermotoren zum Einsatz kommen.

Auch das Genfer Showcar hat ein Vierzylinder-Triebwerk, einen 1,4-Liter-Benziner mit 156 PS, der die Vorderräder antreibt. Doch dabei bleibt es nicht, denn der Verbrennungsmotor bekommt Unterstützung von einer 55 PS starken E-Maschine. Ein Hybridantrieb also, dessen Batterien sich extern aufladen lassen, was dem Hersteller zufolge für bis zu 50 rein elektrische Kilometer reichen soll. Damit der VisionS zum Allradler wird, gibt es einen weiteren 115 PS starken Elektromotor an der Hinterachse. Spielen alle drei Triebwerke optimal zusammen, beträgt die Systemleistung 225 PS und beschleunigt das SUV in 7,4 Sekunden von null auf hundert und auf maximal knapp 200 km/h. Der Normverbrauch von 1,9 Litern dürfte im Alltag jedoch kaum zu halten sein.

Wann die Serienversion des Škoda VisionS kommt, steht noch nicht genau fest. Es wird aber wohl erst 2017 so weit sein.

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Opel Mokka X

Der neue Opel Mokka X auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa

Ein SUV, das sich bereits erfolgreich etabliert hat, ist der Opel Mokka. Der startet in Genf umfassend aufgefrischt in seine zweite Lebenshälfte. Und die Modellpflege bringt weit mehr mit sich als nur das X im Namen und ein paar kosmetische Änderungen. Dass Opel das Wort "Facelift" ernst meint, zeigt das weitreichend umgestaltete Gesicht mit neuem Kühlergrill und eckiger gestalteten Scheinwerfern. Auch die Heckleuchten sehen anders aus als zuvor. Außerdem gibt es zwei neue Außenfarben, einen Orange- und einen Rot-Ton. Innen zeigen sich die Änderungen vor allem am Armaturenbrett, das nun im Stile des neuen Astra gestaltet ist.

Unter der Fronthaube debütiert ein neuer Motor, ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 152 PS, der mit Allradantrieb und Sechsgang-Automatik gekoppelt werden kann. Eine verbesserte Frontkamera soll dafür sorgen, dass die Assistenzsysteme wie Verkehrszeichenerkennung, Abstands- und Frontkollisionswarner oder Spurhalteassistent präziser arbeiten als zuvor. Außerdem will Opel die Konnektivität seines Bestsellers aufgewertet haben.

Es dauert jedoch noch bis Sommer, bis der Mokka X bei den Opel-Händlern steht. Die genauen Preise sind noch unklar.

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Renault Scénic

Der neue Renault Scénic auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: AFP

Renault wagt wohl die umfangreichste Modellpaletten-Komplettrenovierung, die derzeit in der Autowelt stattfindet. Beispiel Scénic: Mit dem ist es Designchef Laurens van der Acker gelungen, die stimmigen Proportionen des Espace auf ein zwei Nummern kleineres Auto zu übertragen. Ob die Formgebung ihre Wirkung allerdings dann noch entfaltet, wenn der Scénic nicht - wie die in Genf gezeigte Variante - auf 20 Zoll großen Rädern steht, muss sie freilich noch beweisen.

Da es bei einem Van vor allem aber auf die praktischen Seiten ankommt, soll das Platzangebot im Innenraum nochmals gewachsen sein. Die beiden Rücksitzelemente lassen sich nicht nur umklappen, um den im Normalfall 572 Liter großen Kofferraum zu maximieren, sondern auch unabhängig voneinander in Längsrichtung verschieben. Außerdem spendiert Renault zahlreiche Ablagemöglichkeiten, sein neuestes Infotainmentsystem samt Verbindungsmöglichkeiten zur Welt der Smartphones und einige elektronische Fahrassistenten. Drei Diesel und zwei Benziner mit Turboaufladung stehen als Antriebe zur Verfügung, die Leistungsspanne reicht von 110 bis 160 PS. Der kleine Dieselmotor ist sogar als Hybrid erhältlich, allerdings kann er nicht rein elektrisch fahren.

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Kia Optima Sportswagon

Der neue Kia Optima Sportswagon

Quelle: Kia Motors

Man könnte es bei aller SUV-Euphorie fast vergessen: Es gibt ihn noch, den klassischen Kombi. In Deutschland ist diese Karosserieform weiterhin beliebt, gerade in der Mittelklasse. Dort bietet Kia schon seit einigen Jahren den Optima an, der aber einfach nicht in Schwung kommt. Insofern scheint die Kombiversion, die in Genf debütiert und den Beinamen "Sportswagon" trägt, überfällig zu sein. Die ist mit 4,86 Meter ziemlich lang geraten, kann die schiere Größe aber souverän in Platzangebot ummünzen. Mindestens 553 Liter stehen für Gepäck zur Verfügung, und die Rücksitzlehne lässt sich in drei separaten Teilen im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Dass sich die Passagiere nicht über mangelnden Raum beklagen müssen, zeigt bereits die Stufenheck-Version des Kia Optima.

Sobald der koreanische Kombi im vierten Quartal auf den Markt kommt, können Kunden aus drei Motorvarianten wählen. Am häufigsten dürfte der 141 PS starke 1,7-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel nachgefragt werden. Darüber hinaus gibt es einen Zweiliter-Benzinmotor mit 163 PS sowie eine Turbovariante mit 245 PS. Hinzu kommen eine breite Palette an Fahrassistenzsystemen und vielfältige Möglichkeiten, das Auto mit dem eigenen Smartphone interagieren zu lassen. Außerdem gibt es in der Mittelkonsole eine Ablage, in der das Handy während der Fahrt induktiv geladen werden kann. Es scheint, als sei der Kia Optima Sportswagon nicht nur in Sachen Platzangebot ein praktisches Auto.

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Renault Mégane Grandtour

Der neue Renault Megane Grandtour

Quelle: Renault

Renault ist einer der wenigen Hersteller, die in allen Volumen-Segmenten einen Kombi anbieten. Zwischen den Rucksack-Versionen des kleinen Clio und des größeren Talisman siedelt sich von Sommer an der Mégane Grandtour an. Dessen Kofferraum fasst bei voller Bestuhlung bereits 580 Liter, Werden die Sitze entsprechend umgeklappt, passen Renault zufolge bis zu 2,77 Meter lange Gegenstände in den Kombi, der mit seinen fast 4,63 Meter aber eigentlich auch die klassischen Dimensionen der Kompaktklasse sprengt.

Den Hybridantrieb des neuen Scénic bietet Renault für den Mégane Grandtour erst im kommenden Jahr an. Doch auch ohne Variante mit zusätzlichem Elektromotor ist die Motorenpalette breit aufgestellt. Bei den vier Turbodieseln reicht die Leistungsspanne von 90 bis 165 PS, die drei Benziner leisten zwischen 100 und 205 PS. Welche Preise Renault für die beiden Genf-Neulinge aufruft, steht noch nicht genau fest.

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Volvo V90

Der neue Volvo V90.

Quelle: AFP

Eine weitere große Kombi-Neuheit des Genfer Autosalons ist der Volvo V90. Der führt genau wie sein Stufenheck-Bruder S90 Volvos neues Design- und Technikkonzept fort, das im vergangenen Jahr das zu Recht hochgelobte XC90-SUV vorwegnahm. Das bedeutet: eine klare, skandinavisch-reduzierte Linienführung, ein Innenraum mit angenehmen Materialien und zentralem Hochkant-Touchscreen mit Tablet-Bedienlogik, und ein ausschließlich aus Vierzylindermotoren bestehendes Triebwerks-Portfolio. Das umfasst Benziner und Diesel, aufgeladen mit Kompressor, Turbo oder beidem, ebenso wie einen 407 PS starken Plug-in-Hybridantrieb. Und weil die Marke Volvo für ein hohes Sicherheitsniveau steht, gibt es ein großes Arsenal an elektronischen Assistenzsystemen - bis hin zu einem Notbremsassistenten, der auch für große Tiere bremst, zum Beispiel für Elche.

Der Marktstart des V90 erfolgt im September. Bereits im Juli steht die Limousine bei den Händlern. Die Preise beginnen bei 45 800 Euro für den V90 mit 190-PS-Dieselmotor, Frontantrieb und Achtgang-Automatik. Der S90 ist mehr als 3000 Euro günstiger.

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Mercedes C-Klasse Cabrio

Das neue Mercedes C-Klasse Cabrio auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa

Während sich in Deutschland der Winter noch einmal aufbäumt, läutet Mercedes in Genf bereits den Sommer ein. Der C-Klasse schneiden die Schwaben das Metalldach ab und ersetzen es durch ein Stoffverdeck, das sich auf Knopfdruck in weniger als 20 Sekunden öffnen und schließen soll - und das bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Die zwischen 156 und 367 PS leistenden Vier- und Sechszylindertriebwerke übernimmt das Cabrio von der Limousine und vom Coupé, wobei Allradantrieb bei einigen Motorvarianten optional und bei den beiden stärksten (C 400 und C 43) obligatorisch sind. Im Sommer kommt das Cabrio zu den Händlern, die Preise stehen noch nicht fest.

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BMW M760Li xDrive

Der neue BMW M760Li xDrive auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa

Darf es noch etwas edler sein? Dann lohnt sich ein Besuch des BMW-Standes beim Genfer Autosalon, denn dort debütiert das neue Prestigeobjekt der Marke. Erstmals darf ein 7er das "M" im Namen tragen, das in der Logik der Münchner für "Motorsport" steht und nur den stärksten und dynamischsten Modellen auf den Heckdeckel geklebt wird. Stark ist der M760Li xDrive zweifellos, verteilt sein 6,6-Liter-V12-Biturbomotor doch 600 PS und maximal 800 Newtonmeter auf die vier Antriebsräder. Ob der 5,24-Meter-Riese auch dynamisch ist, fällt angesichts des Leergewichts von 2,2 Tonnen schwer zu glauben. Aber wer weiß, vielleicht wirken die mitlenkenden Hinterräder ja Wunder und der Top-7er bewegt sich so agil über die Straße wie einst Muhammad Ali durch den Boxring.

Nicht nur in Sachen Fahrleistungen - 3,9 Sekunden von null auf hundert, 305 km/h Höchstgeschwindigkeit - ist der 760er ein echter M-BMW. Auch die diversen Logos und Designakzente ordnen das Flaggschiff entsprechend in die Modellpalette ein. Hinzu kommt die aus der Oberklasse-Baureihe bekannte Hightech-Ausstattung, die den Schritt zum autonomen Fahren ein ganzes Stück kleiner werden lässt. Und natürlich aller erdenklicher Innenraum-Luxus, der aber entsprechend bezahlt werden muss. Der genaue Preis steht zwar noch nicht fest, aber man darf davon ausgehen, dass der M760Li deutlich mehr kosten wird als der aktuell teuerste 7er. Das ist der ab 112 900 Euro erhältliche 750er in der Langversion und mit Allradantrieb.

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BMW Alpina B7 Bi-Turbo

Der neue BMW Alpina B7 Bi-Turbo.

Quelle: BMW Alpina

Neben dem Original-BMW-Flaggschiff debütiert praktischerweise zeitgleich die Kopie in Form des neuen Alpina B7 Bi-Turbo. Oder besser: der direkte Konkurrent, denn mit 608 PS, 3,7 Sekunden von null auf hundert und 310 km/h Topspeed ist der Luxusliner aus Buchloe im Allgäu in den entscheidenden Kategorien einen Tick besser als jener aus München in Oberbayern. Eine Frechheit, dürfte sich zumindest so mancher Entscheider in der BMW-Chefetage denken.

Um die Hierarchie zumindest aus Münchner Sicht einigermaßen zu wahren, darf der Alpina seine Kraft aus "nur" acht Zylindern und 4,4 Litern Hubraum schöpfen. Hinzu kommen die typischen Designmerkmale innen und außen, beispielsweise die traditionellen Vielspeichenfelgen in 20 oder 21 Zoll, diverse Anbauteile an der Karosserie, die klassischen Alpina-Farben Dunkelblau und Grün und der Innenraum mit einer eigenen Ledersorte.

Welchen der bayerischen Luxusdampfer man letztlich wählt, wird dann wohl der persönliche Geschmack entscheiden. Oder vielleicht doch der Geldbeutel? Der Alpina kostet mindestens 147 300 Euro, der Original-BMW ist wahrscheinlich teurer.

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Porsche 718 Boxster

Der neue Porsche 718 Boxster auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: AP

Weniger Verbrauch trotz mehr Leistung: Weil ersteres einfach nötig ist und viele Kunden letzteres wünschen, ist dieses Paradoxon ein Zeichen unserer Zeit. Das zwingt einen Sportwagenhersteller wie Porsche, mit seinen Traditionen zu brechen und sein Alleinstellungsmerkmal, die Sechszylinder-Saugmotoren in Boxer-Bauweise, nach und nach aufzugeben. Schon beim jüngst erfolgten 911er-Facelift verkleinerten die schwäbischen Motorenbauer den Hubraum und bauten stattdessen Turbolader an das Triebwerk an. Bei ihrer kleinsten Baureihe, dem in Genf debütierenden neuen Boxster, kappen sie sogar zwei Brennräume.

Nun ist es nicht so, dass es noch nie Vierzylindermodelle von Porsche gegeben hätte. Beim Neuling kommen jedoch neuentwickelte Boxer-Triebwerke zum Einsatz - genau wie beim Porsche 718 aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren, von dem er den Namen erbt. An mangelnder Leistung krankt der Porsche 718 Boxster nicht: Auf 300 PS bringt es das Standardmodell mit Zweiliter-Turbo, bei der S-Variante stehen 350 PS und 2,5 Liter Hubraum auf dem Datenblatt. Ein Fortschritt von je 35 PS, der sich beim Fahren in Sprintwerten von 4,2 beziehungsweise 4,7 Sekunden von Null auf Hundert und Höchstgeschwindigkeiten von 275 und 285 km/h bemerkbar macht.

Und der Verbrauch? Porsche gibt einen Normwert von 6,9 respektive 7,3 Liter an - etwa ein Liter weniger als zuvor. In der Realität wird man damit wahrscheinlich nicht auskommen. Genau wie mit den Einstiegspreisen von 53 646 und 66 141 Euro, die mit den wichtigsten Sonderausstattungen leicht nach oben schnellen dürften.

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Porsche 911 R

Der neue Porsche 911 R auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: dpa-tmn

Allen Downsizing-Bemühungen zum Trotz, muss Porsche den Traditionalisten unter seinen Kunden immer wieder neuen Stoff - allerdings nach klassischer Machart - liefern. Deshalb gibt sich in Genf mit dem 911 R eine Sonderserie die Ehre, die auf vieles Neumodische verzichtet. Der 500 PS starke Motor hat weder Turbos noch Kompressor oder gar einen Elektromotor an seiner Seite, das Getriebe will manuell bedient werden. Schnell ist dieser Elfer trotzdem. Er soll in 3,8 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigen können und auf höchstens 323 km/h fahren.

Ein Low-Tech-Sportwagen ist der 911 R deshalb natürlich nicht. Die Hinterräder lenken nämlich mit und sollen dank der Differenzialsperre besonders viel Traktion aufbauen. Beim Bremsen helfen Scheiben aus Keramik-Verbundwerkstoff, die elektronischen Regelsysteme haben die Porsche-Techniker angepasst. Um Gewicht zu sparen, flogen neben der Rückbank und diverser Dämmmaterialien auch die Klimaanlage und das Radio samt Audiosystem raus. Beides ist nur auf Wunsch zu bekommen.

Weniger Inhalt für mehr Geld: Dass der Porsche 911 R zum Marktstart im Mai 189 544 Euro kostet, könnte man als dreist bezeichnen. Die Kunden sehen das aber offensichtlich anders: Die auf 991 Exemplare limitierte Kleinserie soll bereits ausverkauft sein.

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Alpine Vision

Das Showcar Alpine Vision auf dem Genfer Autosalon 2016

Quelle: Renault

Ein Konkurrent für den Porsche 718 Boxster - und vor allem dessen später folgende Coupéversion 718 Cayman - kommt aus Frankreich. Renault belebt die in den Sechziger- und Siebzigerjahren erfolgreiche Sportwagenmarke Alpine neu und präsentiert nach einigen Konzeptstudien in Genf endlich eine Version, die fast dem Serienmodell entspricht.

Technisch ähnelt das Coupé dem Porsche: Ein Vierzylinder-Turbobenziner sitzt zwischen Insassen und Hinterachse und treibt die hinteren Räder an. Da das Leergewicht die Ein-Tonnen-Marke kaum überschreiten soll, dürfte das Triebwerk mit dem Auto leichtes Spiel haben. Der Hersteller nennt bislang einen Null-auf-Hundert-Wert von 4,5 Sekunden als einzigen Fahrwert. Über die weiteren technischen Daten, etwa einen Hubraum von 1,8 Litern oder eine Leistung von 250 bis 300 PS, wird bislang nur spekuliert. Fest steht dagegen, dass das Serienauto noch 2016 präsentiert wird und im nächsten Jahr auf den Markt kommt.

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Abarth 124 Spider

Der neue Abarth 124 Spider.

Quelle: FCA Germany AG

Auf den Automessen in Los Angeles und Detroit hat sich der neue Fiat 124 Spider bereits vorgestellt. In Genf lässt sich der offene Zweisitzer auf Mazda-MX-5-Basis endlich auch auf europäischem Boden aus der Nähe begutachten. Und das erstmals in der Abarth-Version, deren 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner 170 PS leistet. Damit toppt diese Variante das Standardmodell um 30 PS. Auffälligstes optisches Unterscheidungsmerkmal ist die mehrfarbige Lackierung. Ein wenig Geduld ist aber noch gefragt, bis man mit den Italienern mit japanischem Genpool durch die Kurven surfen kann. Der normale 124 Spider kommt zum Ende der ersten Jahreshälfte auf den Markt, der Abarth folgt im Sommer.

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Ferrari GTC4Lusso

Der neue Ferrari GTC4Lusso auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: REUTERS

Wer gerne in eindeutigen Kategorien denkt, dürfte mit dem Ferrari GTC4Lusso überfordert sein. Ist der Italiener ein Coupé oder doch eher ein Kombi? Das überschaubare Segment der Shooting Brakes - ein Begriff, der die Mischung dieser beiden Fahrzeuggattungen beschreibt - trifft es wohl am besten. Der Nachfolger des FF ist mit vier Sitzplätzen und einem ordentlichen Kofferraum der geräumigste Ferrari, den es je gab, und behält als Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Modellpalette den Allradantrieb bei - nun allerdings ergänzt um mitlenkende Hinterräder.

Motorenseitig ist der GTC4Lusso ein echter Ferrari: V12, 690 PS, Null auf Hundert in 3,4 Sekunden und 335 km/h Höchstgeschwindigkeit. Gleiches gilt für den Preis, der zwar noch nicht genau taxiert ist, aber deutlich oberhalb der 250 000-Euro-Grenze liegen wird.

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Ferrari California T Handling Special

Ferrari California T Handling Special

Quelle: Ferrari

Mit seinem Gewicht von etwa 1,7 Tonnen gilt der California T bei einigen Spöttern als Weichspüler-Ferrari. Und das trotz seines V8-Turbomotors, der mit seinen 560 PS den Gewichtsnachteil weitgehend wettmachen kann. Die Fahrleistungen wie 3,6 Sekunden von Null auf Hundert und 316 km/h Höchstgeschwindigkeit sind eines Ferraris allemal würdig.

Doch es soll keiner sagen, Ferrari würde nicht auf Kritik reagieren. Deshalb debütiert der California T in Genf mit dem "Handling-Speciale"-Paket, einer Ausstattungsoption, die ihn nicht nur optisch nachschärft, sondern auch dynamischer machen soll. Dafür ändert Ferrari die Fahrwerksabstimmung, verbessert die Reaktionszeiten des Getriebes und kalibriert die Elektronik neu. Damit das Ganze auch sportlicher klingt, entweichen die Abgase durch ein neues Auspuffsystem.

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Jaguar F-Type SVR

Der neue Jaguar F-Type SVR auf dem Genfer Autosalon 2016.

Quelle: Bloomberg

Stärker, schneller, teurer: An diesem im Sportwagenbau so beliebten Dreiklang richtet auch Jaguar sein Handeln aus. Beim F-Type sind die Briten der Meinung, dass oberhalb des aktuellen, maximal 550 PS starken Modells noch Platz für eine weitere Version ist. Die hört auf den Namen F-Type SVR, wird von einer 575-PS-Version des bekannten V8-Kompressormotors angetrieben, bringt die Kraft über alle vier Räder auf den Asphalt, soll den Null-auf-Hundert-Sprint in 3,7 Sekunden schaffen und maximal 322 km/h schnell sein. Außerdem gönnt Jaguar seinem Sportler ein neu abgestimmtes Fahrwerk und senkt das Gewicht im Vergleich zum Standard-F-Type. Den Preis hebt Jaguar dagegen an: Mindestens 145 400 Euro kostet der Neuling - über 30 000 Euro mehr als der bislang teuerste F-Type.

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McLaren 675LT Spider

McLaren 675LT Spider

Quelle: McLaren

Das ist zweifellos viel Geld, aber immer noch deutlich weniger, als McLarens Genf-Neuheit kostet. Mindestens 340 725 Euro muss ein Kunde für eines der 500 Exemplare an die Briten überweisen. Dafür gibt es den bekannten 3,8-Liter-Biturbo-V8 in der 675 PS-Ausführung, was den offenen 675LT (das steht für Longtail, also Langheck) in 2,9 Sekunden von Null auf Hundert und auf maximal 326 km/h beschleunigt. Darüberhinaus soll er gegenüber dem Basismodell 650S in jeglicher Hinsicht optimiert worden sein - was bemerkenswert wäre, denn schon dieser Bolide ist längs- und querdynamisch meisterlich unterwegs. Aber ein paar Anreize muss es ja geben, um die Kunden dazu zu bewegen, noch einmal etwa 85 000 Euro auf dessen Kaufpreis draufzulegen.

© SZ.de/reek/ihe/rus/ghe/mkoh/lala
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